Innovative Bibliothekslösungen für das digitale Wissensmanagement der AOK Bayern
Beschreibung
Die AOK Bayern - Die Gesundheitskasse ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und zählt zu den größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Als zentrale Akteurin im Gesundheitswesen verantwortet sie die Versorgung von Millionen Versicherten im Freistaat Bayern und setzt sich für eine qualitativ hochwertige, wirtschaftliche und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung ein.
Mit ihrem kontinuierlichen Engagement für innovative, nachhaltige und praxisnahe Lösungen gestaltet die AOK Bayern die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aktiv mit. Dabei verfolgt sie das Ziel, Versorgungsstrukturen stetig weiterzuentwickeln, Prozesse effizienter zu gestalten und moderne Ansätze für die Herausforderungen eines dynamischen Gesundheitssystems nutzbar zu machen.
Vor diesem Hintergrund sucht die AOK Bayern im Rahmen dieser Markterkundung nach innovativen Lösungsansätzen für ein innovatives digitales Wissensmanagement für seine Mitarbeitenden, um neue Perspektiven zu gewinnen und zukunftsweisende Ansätze für die praktische Umsetzung zu identifizieren.
Kontext
Die AOK Bayern mit rund 12.000 Mitarbeitenden betreibt seit über zehn Jahren eine zentrale Intranet- und Wissensmanagement-Plattform. Diese Plattform vereint drei Funktionen:
eine Wissensbibliothek für verbindliches Fachwissen,
einen Newsroom für die interne Unternehmenskommunikation
und eine Manufaktur für projekt- und standortbezogene Zusammenarbeit.
Die Bestandsplattform erreicht ihr Lebensende und muss bis spätestens Ende 2027 abgelöst werden. Die strategische Zielarchitektur sieht ein Drei-Säulen-Modell vor, in dem jede Säule durch die bestgeeignete Plattform abgebildet wird.
Diese Marktinnovationsabfrage betrifft ausschließlich die dritte Säule: die Wissensbibliothek. Die Krankenkasse sucht innovative Lösungsansätze, die über den klassischen Markthorizont hinausgehen, und lädt Unternehmen ein, ihre Vorschläge zu präsentieren.
Was wir suchen
Wir suchen Lösungsansätze, die eine oder mehrere der folgenden Fragestellungen adressieren. Teilnehmende sind eingeladen, die für ihren Lösungsansatz relevanten Fragestellungen bestmöglich zu beantworten. Eine vollständige Bearbeitung aller Punkte ist für eine Teilnahme nicht zwingend erforderlich.
Wir erwarten keine Komplettlösung für alle Aspekte, sondern gezielte innovative Beiträge:
Beantwortung von Aspekten des Anforderungskataloges (siehe Anhänge)
Plattformlösung für die Wissensbibliothek: Eine artikelzentrische Wissensplattform mit nativem Versionsvergleich, Vier-Augen-Freigabe, Lesebestätigungen, Ablaufdatum-Pflichtfeldern, Wiki-Navigation mit Namensräumen, Backlinks und bidirektionaler Verlinkung, Löschmodi. Dedizierte Wissensplattformen, Enterprise-Wikis oder Social-Intranet-Plattformen mit starker Wissensmanagement-Komponente.
KI-gestützte Wissensoptimierung: Semantische Suche über den Artikelbestand, KI-gestützte Qualitätskontrolle (Aktualitätsprüfung, Duplikaterkennung, Konsistenzprüfung), automatisierte Zusammenfassungen und Inhaltsvorschläge, Knowledge-Graph-Funktionalität oder neuer. Ggf. Integration mit vorhandener Azure-KI-Infrastruktur ist wünschenswert.
Migration und Triage des Altbestands: Lösungen für die intelligente Sichtung, Klassifikation und Migration von ca. 16.000–20.000 Altartikeln. Automatisierte Erkennung veralteter, redundanter oder verwaister Inhalte. Triage-Modelle mit Priorisierungsstufen (Auto-Löschkandidaten, 1:1-Migration, manuelle Prüfung mit Eskalation an Fachabteilung).
Archivierung und Lifecycle-Management: Lösungen für die revisionssichere Archivierung von Wissensartikeln unter Einhaltung gesetzlicher Aufbewahrungsfristen. Integration oder Schnittstelle zu externen Archivsystemen. Automatisierte Lifecycle-Steuerung mit Review-Zyklen und Ablaufdaten.
Die Herausforderung
Die bestehende Wissensbibliothek enthält rund 16.000 bis 20.000 Fachartikel, die von ca. 1.300 Redakteuren gepflegt und von allen 12.000 Mitarbeitenden täglich genutzt werden. Darunter fallen Beratungsleitfäden für den Versichertenkontakt, Verfahrensanweisungen, Fachinformationen zu Leistungsrecht, Beitragsrecht und Pflege, etc.
Die zentrale Herausforderung besteht aus mehreren ineinandergreifenden Problemfeldern:
Altbestand mit unklarer Gültigkeit: Ein erheblicher Teil der Artikel ist veraltet, redundant oder verwaist (ehemalige Redakteure, unklare Fachzuständigkeit). Eine intelligente Aufarbeitung / Bereinigung des Altbestands vor oder während der Migration ist notwendig.
Archivierungslösung erforderlich: Viele Inhalte unterliegen gesetzlichen Aufbewahrungsfristen und müssen revisionssicher archiviert werden, auch wenn sie nicht mehr aktiv genutzt werden. Die neue Plattform muss eine taugliche Ablage oder Schnittstelle zu einem externen Archivsystem bieten.
KI-Optimierungen nutzbar machen: Die Organisation betreibt bereits einen Azure-basierten Wissens-Chatbot und möchte KI-gestützte Funktionen nutzen: semantische Suche, automatische Zusammenfassungen, Inhaltsvorschläge, KI-gestützte Qualitätskontrolle (z. B. Erkennung veralteter Inhalte).
Regulatorische Anforderungen: Als gesetzliche Krankenkasse gelten besondere Anforderungen: BSI C5 Typ 2 (oder C5-Gleichwertigkeitsverordnung) gemäß § 393 SGB V, BITV 2.0 / WCAG 2.1 AA (Barrierefreiheit), DSGVO / § 80 SGB X (Sozialdatenschutz), EU-Datenresidenz und EVB-IT-konforme Vertragsgestaltung.
Beratungsqualität im Kundenkontakt: Die Wissensbibliothek ist das zentrale Arbeitsinstrument für die Kundenberatung. Rund 30 % der Nutzungslast entsteht durch Beratende, die während des Versichertengesprächs schnell und zuverlässig auf Fachinhalte zugreifen müssen. Ein Ausfall oder eine qualitativ unzureichende Suche wirkt sich unmittelbar auf die Beratungsqualität aus.
Microsoft-365-Integration: Die Organisation nutzt flächendeckend Microsoft 365, Entra ID, SharePoint und Teams. Die Wissensbibliothek muss sich nahtlos in dieses Ökosystem integrieren, insbesondere SSO, Teams-Benachrichtigungen und perspektivisch Copilot-Integration.
Mit dieser Markterkundung möchte die AOK Bayern frühzeitig innovative Lösungsansätze und neue Perspektiven aus dem Markt kennenlernen. Die eingereichten Beiträge liefern wertvolle Impulse für die weitere inhaltliche und strategische Ausgestaltung des Vorhabens. Die Teilnahme erfolgt im Rahmen einer unverbindlichen Markterkundung.
Innovationsabfrage: Unternehmen, die einen oder mehrere der genannten Lösungsansätze adressieren können, werden gebeten, innerhalb von 3 Wochen eine kurze Lösungsskizze / Beschreibung und Katalogbeantwortung einzureichen.
Anforderungskatalog: Zur Orientierung stellt die AOK Bayern den Teilnehmenden im Anhang einen fachlich-technischen Fragenkatalog zur Verfügung, der als Grundlage für passgenaue Lösungsansätze dient.
Vertiefungsgespräche: Ausgewählte Unternehmen werden im Rahmen der Markterkundung zu einem digitalen Austausch eingeladen, um ihre Lösungsansätze im Rahmen eines ca. 60-minütigen Termins näher vorzustellen und offene Fragen zu vertiefen.
Weiteres Vorgehen: Die Erkenntnisse der Marktinnovationsabfrage fließen in eine Entscheidungsvorlage für den Vorstand sowie in die Vorbereitung eines förmlichen Vergabeverfahrens ein. Über den weiteren Verlauf und etwaige nächste Schritte werden alle Teilnehmenden gleichermaßen informiert, um einen transparenten und fairen Informationsstand für alle Beteiligten sicherzustellen.
Noch nicht veröffentlicht
Aufruf zum Einreichen von Lösungsvorschlägen
13.05.2026 - 02.06.2026
21 Tage verbleibend
Prüfung der Lösungen
03.06.2026 - 16.06.2026
Bewertung der Lösungen durch die Fachjury
17.06.2026 - 30.06.2026
Bekanntgabe des Gewinners
Ab 01.07.2026


