MehrwegTal Hub: Smarte Lösung für Mehrwegmanagement und Kreislaufwirtschaft in Wuppertal
Beschreibung
Wuppertal ist als Großstadt mit rund 360.000 Einwohner*innen geprägt durch Vielfalt und Gegensätzlichkeit. Innovationskraft und Erfindergeist sind fest verankert in der Wuppertaler DNA. In Wuppertal sind 15 Weltmarktführer zuhause und die Bereiche Forschung, Automotive, Health Care, Metallverarbeitung und Produktentwicklung zählen Wuppertales Stärken. Im Verbund mit Solingen und Remscheid gehört das Bergische Städtedreieck zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands.
An der Bergischen Universität Wuppertal werden mehr als 22.000 Studierende in acht Fakultäten ausgebildet. Zudem kennzeichnen mehr als 400 neue Forschungsprojekte und der ausgeprägte Praxisbezug die Hochschule. Wuppertal ist laut einer schwedischen Studie die grünste Großstadt Europas. Aber auch Wuppertal muss sich zukunftsfähig aufstellen und nachhaltige Konzepte und Strategien entwickeln, die das Leben in Wuppertal nachhaltiger und gleichzeitig lebenswert zu gestalten.
Ausgelöst von neuen, verschärften Gesetzgebungen, wie dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), der Mehrwegangebotspflicht sowie der Novellierung des Verpackungsgesetzes, treten die Herausforderung, die mit Einwegverpackungsmüll einhergehen, immer mehr in den Vordergrund der öffentlichen Diskussion. Faktisch wird die thermische Verwertung von Verpackungsabfällen für Entsorger und Bürger*innen künftig immer teurer. Auch trotz der Einhaltung gesetzlich geforderter Recyclingquoten (Kunststoff: min. 50%) gestaltet sich die Verwertung von Rezyklaten bis heute problematisch.
Im Zuge des Förderprojekts „Smart Circular Wuppertal“ [MB2] möchte Wuppertal hier neue Wege gehen. Das EFRE-Förderprogramm „Circular Economy – CircularCities.NRW unterstützt Kommunen auf dem Weg zur Zirkularität und konzentriert sich auf innovative Vorhaben zur Wieder- und Weiterverwendung von Produkten und Materialien, Reparatur sowie auf zirkuläre beziehungsweise ressourcenschonende Geschäftsmodelle. Wuppertal ist bis zum 31. März 2028 gefördert.
Im Pilotprojekt „MehrwegTal“ soll ein Pfand- und Mehrwegsystem als Alternative zur thermischen bzw. stofflichen Verwertung von Verpackungsabfällen erprobt werden. Während im B2C Bereich bereits einige, singuläre Mehrwegsysteme etabliert sind (z. B. Recup, Vytel, Relevo etc.), sind Mehrwegsysteme im Bereich B2B für die Außer-Haus-Verpflegung nicht in der Breite ausgerollt (anfallende Einwegverpackungen bei Produktion Herstellung, Logistik etc.).
Förderprojektpartner sind:
Stadt Wuppertal – Gesamtprojektleitung, Dateninfrastruktur
Wuppertal Institut – Wissenschaftliche Erfassung und Bewertung der Zirkularität
CSCP (Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production) – Geschäftsmodellentwicklung
Neue Effizienz gemeinnützige GmbH: Kommunikation und Bewusstseinsbildung
Entstehen soll ein Hub, dass die Etablierung von Mehrwegstrukturen primär im B2B Bereich stärkt und die gesamte Lieferkette abbildet (siehe Abbildung/ Bannerbild). Hierfür ist die technisch standardisierte Anbindung an Warenwirtschafts- bzw. Kassen- und Pooling-Systemen von Caterern, Produzenten und Logistikern notwendig. Das Hub selbst soll in nahezu Echtzeit tracken, wo sich Pfandgebinde in welchem Zustand und welcher Anzahl befinden. Alle am Prozess beteiligten Akteure haben über einen Account Einsicht in die Prozesskette und können ggf. nachsteuern (Pfandbehälter ordern, melden etc.). Perspektivisch soll das System Daten zur C02 Einsparung aggregieren, um den Nutzen von Mehrwegsystemen zu untermauern und strategische Entscheidungen evidenzbasiert treffen zu können. Entsprechende Berechnungen wird der Projektpartner Wuppertal Institut im Projekt bereitstellen.
Um diese Vorhaben realistischer an die Entwicklungen und weiteren Projekte der Stadtverwaltung Wuppertals anzupassen, möchten wir das Pilotprojekt MehrwegTal eng mit dem für Wuppertal beschlossenen Mehrwegkonzept verzahnen. Dieses sieht die Etablierung von Mehrwegstrukturen für BürgerInnen (B2C) vor und wird zeitversetzt von einem weiteren Ressort realisiert. Die Anforderungen dieses Konzepts sollen im Hub konzeptionell berücksichtigt werden. Dem zur Folge bedient das umzusetzende Hub perspektivisch zwei Komponenten: vorrangig B2B und nachgelagert und konzeptionell B2C.
Im Rahmen der Förderanforderungen sollen übertragbare Geschäftsmodelle entstehen, die insbesondere von anderen Kommunen genutzt werden können. Die Modellentwicklung muss hier berücksichtigen, dass ein Betreiberkonsortium oder eine andere Art des Zusammenschlusses aus mehreren Kommunen für den Betrieb, die Wartung und auch die Weiterentwicklung künftig verantwortlich sein soll. Die Anwendung selbst muss als Open-Source-Lösung entwickelt und bereitgestellt werden. Die Festlegung der genauen Lizenz ist dabei Teil der Geschäftsmodellentwicklung, für die im Förderprojekt der Partner CSCP, in enger Abstimmung mit der Entwicklung verantwortlich ist.
Welche Erfahrungen können von den am Markt etablierten B2C-Mehrwegsystemen auf eine neuartige Umsetzung im B2B-Bereich übertragen werden?
Wie kann eine möglichst flexible Anbindung bestehender Warenwirtschafts- bzw. Kassen- und Pooling-Systemen diverser Anbieter gewährleistet werden?
Wie kann die Berechnung der Co2-Einsparung in den Prozess integriert werden?
Gibt es Open-Source Entwicklungen, auf die aufgebaut werden kann?
Wichtiger Hinweis:
Die Anforderungen/Fragestellungen dienen als Orientierung. Es besteht ausdrücklich Offenheit für innovative oder alternative Lösungsansätze, die von den bisherigen Spezifikationen abweichen und potenzielle Mehrwerte bieten. Unternehmen sind daher ausdrücklich eingeladen, auch Lösungskonzepte einzureichen, die bestehende Anforderungen weiterdenken oder neue Ansätze aufzeigen.
Die Fragen verstehen sich lediglich als Leitlinie und müssen nicht zwingend vollständig oder in maximaler Ausführlichkeit beantwortet werden; Umfang und Detailtiefe können sich an den jeweiligen Kapazitäten und Möglichkeiten der einreichenden Unternehmen orientieren.
Wir suchen einen Beratungs- und Umsetzungspartner, der eine tiefe Branchenkenntnis mitbringt und in der Lage ist diese in eine IT-Entwicklung zu übertragen. Hier sind Innovation und Ideenreichtum gefragt, um eine Entwicklung umzusetzen, für die es keine passgenauen vorangegangenen Pilotprojekte gibt. Zudem wird ein Partner gesucht, der bereit ist die Lösung mit Projektabschluss mit allen rechtlichen Konsequenzen einem Konsortium zu übertragen und keine lizenzrechtlichen Ansprüche geltend zu machen (Open-Source Entwicklung). Es darf auf geeignete, bestehende Open-Source Entwicklungen aufgesetzt werden.
Im Rahmen des Förderprojekts wird Innovation verlangt und die Freiheit gegeben neue Ansätze umzusetzen. Wir suchen einen Partner, der bereit ist diesen Weg mit uns zu gehen und übertragbare Lösungen zu entwickeln, die nicht nur Wuppertal, sondern auch andere Städte nutzen und der größer werdenden Flut des Einwegverpackungsmülls etwas entgegenzusetzen.
Langfristig soll ein Tool entstehen, dass zum einen ein genaues Tracking der Behältnisse und Waren in der gesamten Prozesskette ermöglicht. Des Weiteren soll das Tool für Politik und Verwaltung die kumulierte CO2-Einsparung im Bereich Mehrweg darstellen, um als evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage zu dienen. Entscheidend ist innerhalb des Förderzeitraums nicht, alle Mehrwegbewegungen in Wuppertal bereits abzubilden, sondern eher zu zeigen, dass das System funktioniert.
Mit der Erarbeitung eines erprobten Geschäftsmodells, welches durch den Projektpartner CSCP konkretisiert wird, sollen bestenfalls innerhalb des Förderzeitraums weitere Kommunen gefunden werden, die dann in Form eines Konsortiums mit Wuppertal gemeinsam die Weiterentwicklung vorantreiben.
Im Rahmen der Bewertungsphase der Markterkundung können bei Bedarf online durchgeführte Präsentationstermine stattfinden, um Lösungsansätze, Vorgehensweisen und Innovationsansätze der Teilnehmenden sichtbar zu machen und besser miteinander vergleichen zu können.
Nach Abschluss der Markterkundung ist die Durchführung eines anschließenden Vergabeverfahrens zur Thematik vorgesehen. Die Ausgestaltung des Vergabeverfahrens wird im Rahmen einer begleitenden Beratung durch das KOINNO unterstützt und weiter konkretisiert. Die Erkenntnisse aus der Markterkundung fließen in die Ausgestaltung des weiteren Vorgehens ein und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Strukturierung der Aufgabenstellung.
Für die Projektumsetzung stehen Sachmittel in Höhe von insgesamt 100.000 Euro (brutto) aus dem Förderprojekt zur Verfügung.
Alle Teilnehmenden werden zu gegebenem Zeitpunkt transparent und gleichermaßen über die nächsten Schritte informiert.
Noch nicht veröffentlicht
Aufruf zum Einreichen von Lösungsvorschlägen
18.06.2026 - 08.07.2026
21 Tage verbleibend
Prüfung der Lösungen
09.07.2026 - 22.07.2026
Bewertung der Lösungen durch die Fachjury
23.07.2026 - 05.08.2026
Bekanntgabe des Gewinners
Ab 06.08.2026


