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Zur Website das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung vom BMFTR
Challenge

Betriebsmedizin neu denken

Kindertagesbetreuung Kreismäuse AöR

Beschreibung

Betriebsmedizin neu denken: Innovative und zukunftsfähige arbeitsmedizinische Dienstleistungen für eine große kommunale Kita‑Trägerin

 

Die Kindertagesbetreuung Kreismäuse AöR ist eine moderne und innovative Trägerin von insgesamt 45 Kindertageseinrichtungen im Kreis Düren. In diesen Einrichtungen werden über 2.800 Kinder betreut, begleitet und gefördert. Mit nahezu 900 Beschäftigten in verschiedenen Betriebsstätten wird großer Wert auf hohe Qualitätsstandards und die bestmöglichen individuellen Bildungschancen im Rahmen der Förderung und Entwicklung der Kinder gelegt.

 

Ausgangslage

Die Kreismäuse AöR ist gemäß Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG), DGUV Vorschrift 2 und ArbMedVV verpflichtet, eine arbeitsmedizinische Betreuung für ihre Beschäftigten sicherzustellen. Aktuell erfolgt diese Betreuung überwiegend klassisch und stark pflichtleistungsorientiert.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch deutlichen Weiterentwicklungsbedarf:

  • geringe Praxisnähe für die Beschäftigten,

  • wenig zielgruppengerechte Kommunikation,

  • unzureichende Transparenz der Leistungen,

  • starre Organisationsmodelle,

  • fehlende innovative Präventions- und Versorgungskonzepte,

  • zusätzlicher Aufwand für Mitarbeitende (z. B. lange Wege zu Untersuchungen oder Impfungen),

  • unklare Schnittstellen zu Arbeitssicherheit und digitalen Dokumentationssystemen.

Vor diesem Hintergrund soll die arbeitsmedizinische Betreuung grundlegend neu gedacht werden und sich an folgenden Leitprinzipien orientieren:

– aufsuchend und nahbar statt distanziert
– präventiv statt reaktiv
– digital unterstützt, aber persönlich wirksam
– niedrigschwellig und freiwillig nutzbar
– eng verzahnt mit Arbeitssicherheit. Führung und dem Gesundheitsmanagement

Ziel der Challenge

Ziel dieser Challenge ist es, innovative, praxistaugliche und moderne Konzepte für betriebsärztliche bzw. betriebsmedizinische Dienstleistungen zu identifizieren, die:

  • rechtssicher und qualitativ hochwertig sind,

  • über klassische Pflichtleistungen hinausgehen,

  • konsequent die Perspektive der Beschäftigten berücksichtigen,

  • Prävention, Gesundheitsförderung und Sicherheit stärken,

  • moderne Organisations‑, Kommunikations‑ und Versorgungskonzepte integrieren,

  • effizient und wirtschaftlich umsetzbar sind,

  • sich für eine spätere Ausschreibung im öffentlichen Bereich eignen.

Die eingereichten Konzepte dienen als Impuls- und Wissensgrundlage für eine Markterkundung und zur Vorbereitung einer späteren Ausschreibung.

Hinweis: Die untenstehenden Fragestellungen dienen als Orientierung und leiten sich aus den bisherigen Erfahrungen, identifizierten Entwicklungsbedarfen und den angestrebten Zielen einer modernen arbeitsmedizinischen Betreuung ab. Die Fragen verstehen sich als Leitlinie und müssen nicht zwingend vollständig oder in maximaler Ausführlichkeit beantwortet werden; Umfang und Detailtiefe können sich an den jeweiligen Kapazitäten und Möglichkeiten der einreichenden Unternehmen orientieren.

Fragestellung

Die Teilnehmenden sind eingeladen, insbesondere zu folgenden Aspekten Stellung zu nehmen:

 

1. Nutzerzentrierung (Kita-Perspektive zuerst)

  • Was wäre, wenn Betriebsmedizin nicht mehr „Anfahrt zur Verwaltung“ bedeutet – sondern zu den Beschäftigten kommt? Welche mobilen/aufsuchenden Modelle setzen Sie konkret ein (z. B. Impf‑ oder Vorsorge‑„Bus“/Pop‑up‑Sprechstunden)?

  • Warum sollten Beschäftigte überhaupt merken, dass es eine Pflichtleistung ist? Wie machen Sie Betriebsmedizin so niedrigschwellig und attraktiv, dass sie im Alltag tatsächlich genutzt wird?

  • Wie sieht Betriebsmedizin aus, wenn man sie radikal vom Nutzer her denkt (Kita‑Perspektive zuerst)? Welche Elemente Ihres Konzepts sind speziell auf den Kita‑Alltag zugeschnitten? Konnten Sie bereits nachweisbare Erfahrungen im Sozial- oder Kitabereich sammeln?

  • Wie unterstützen Sie Leitungskräfte und die Arbeitgeberin konkret im Umgang mit gesundheitlichen Themen (z. B. Fehlzeiten, Belastungssituationen, BEM, Suchterkrankungen)?

  • Welche Formate oder Werkzeuge stellen Sie dafür zur Verfügung?

  • Welche Teile der „klassischen“ Betriebsmedizin würden Sie heute streichen – und wodurch ersetzen? (Begründung bitte mit Praxisnutzen)

  • Wie erkennen Sie psychische Belastung frühzeitig und
    welche niedrigschwelligen Unterstützungsangebote bieten Sie konkret an?

  • Was ist Ihr „Gamechanger“: Welches eine Leistungsmodul liefert nachweislich den größten Mehrwert über Pflichtleistungen hinaus?

2. Kommunikation & Unterweisung (endlich zeitgemäß)

  • Warum sind Unterweisungen oft Pflichtprogramm statt echter Hilfe? Wie sieht Ihr innovatives Kommunikations‑ und Schulungskonzept aus – inklusive Materialien (Präsentationen/Handouts) für die Zielgruppe?

  • Welche Ihrer Formate würden Beschäftigte freiwillig besuchen – und warum?

  • Wie verhindern Sie „veraltete/unangemessene“ Inhalte in Schulungen konkret? (Qualitätssicherung, Aktualisierung, Feedbackschleifen)

  • Wenn Ihre Kommunikation morgen nur noch 10 Minuten pro Monat Aufmerksamkeit bekäme: Was würden Sie darin priorisieren?

 

3. Hygiene, Sicherheit, Vertrauen

  • Welche Hygiene‑Standards sind bei Ihnen nicht verhandelbar – und wie belegen Sie deren Einhaltung?

  • Können Sie Ihre Hygiene‑ und Sicherheitsstandards an Fallbeispielen erklären? (z. B. Untersuchungsablauf, Desinfektion, Licht-/Raumkonzept – was passiert wann und warum?)

  • Wie bauen Sie Vertrauen auf, wenn es in der Vergangenheit Beschwerden zur Hygiene gab? Welche Transparenzmechanismen schlagen Sie vor?

  • Was tun Sie, damit „Sicherheit in der Leistungserbringung“ nicht nur ein Satz ist, sondern ein überprüfbarer Prozess?

  • Wie funktioniert bei Ihnen das Beschwerdemanagement?

 

4. Erreichbarkeit & Reaktionsfähigkeit

  • Wie schnell ist „schnell“? Welche Reaktionszeiten garantieren Sie – und wie stellen Sie sie organisatorisch sicher?

  • Welche digitalen Lösungen setzen Sie konkret ein (Terminbuchung, Kommunikation, Dokumentation)?

  • Wie einfach sind diese für Beschäftigte nutzbar (z. B. mobil, ohne Login-Hürden)?

  • Wie lösen Sie Vertretung und Kontinuität, ohne dass Qualität leidet? (Feste Ansprechpersonen, Vertretungsregeln, Back‑up‑Strukturen)

 

5. Qualitätssicherung und Umsetzung in der Fläche

  • Wie stellen Sie eine gleichbleibend hohe Qualität Ihrer Leistungen an 45 dezentralen Standorten sicher?

  • Welche Standards, Prozesse und Kontrollen setzen Sie ein?

  • Wie vermeiden Sie Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Einrichtungen?

 

6. Zusammenarbeit & Schnittstellen (Betriebsmedizin vs. Arbeitssicherheit)

  • Welche Aufgaben gehören zwingend in die Betriebsmedizin – und was gehört aus Ihrer Sicht eher zur Fachkraft für Arbeitssicherheit? Wie vermeiden Sie Doppelarbeit?

  • Wie organisieren Sie die Zusammenarbeit mit Arbeitssicherheit so, dass sie im Alltag funktioniert (nicht nur auf dem Papier)?

 

7. Steuerung, Dokumentation, Transparenz

  • Wie machen Sie Ihre Leistung transparent, nachvollziehbar und aktiv steuerbar – ohne Bürokratiemonster? (Dokumentation, Reporting, Nachweise)

  • Wie würde Ihr „Dashboard“ aussehen, das Leitung und Personalvertretung wirklich hilft und uns eine aktive Steuerung möglich macht? Welche Kennzahlen/Informationen stellen Sie zur Verfügung?

  • Was ist Ihr Ansatz, um „lückenlose“ Dokumentation und zugleich Datenschutz medizinischer Daten sauber zusammenzubringen?

 

8. Kostenlogik & „versteckte“ Zusatzkosten

  • Wie verhindern Sie Zusatzkosten-Überraschungen? Wie machen Sie Leistungen und „Extras“ im Modell von Beginn an transparent?

  • Wenn Ihr Konzept am Ende teurer ist: Woran erkennt der Auftraggeber trotzdem, dass es wirtschaftlicher ist (z. B. weniger Ausfallzeiten/geringerer Aufwand)?

 

9. Zukunft & Wirkung (statt nur Pflichterfüllung)

  • Welche Zukunftsrisiken (z.B. anhaltender Fachkräftemangel, veränderte Arbeitsformen) adressieren Sie – und wie konkret?

  • Welche Maßnahme in Ihrem Konzept wirkt innerhalb von 90 Tagen spürbar – und welche erst langfristig? (Bitte mit Logik/Begründung)

  • Wenn Sie ein Pilotprojekt anbieten müssten: Was testen Sie zuerst – und wie würden Sie Erfolg/Misserfolg bewerten?

Gewünschtes Ergebnis

Gesuchte Lösungsansätze

Gesucht werden u. a.:

  • konzeptionelle Vorschläge für innovative betriebsmedizinische Dienstleistungen,

  • neue Organisations‑ und Versorgungsmodelle,

  • praxisnahe Best‑Practice‑Beispiele oder Pilotansätze,

  • Ideen für zusätzliche Leistungsbausteine (z. B. Prävention, Workshops, mobile Angebote),

  • Lösungsansätze zur besseren Nutzerorientierung und Effizienzsteigerung

  • auch teilinnovative Ansätze oder modulare Lösungen sind ausdrücklich erwünscht

Konkrete Preise oder Vertragsbedingungen sind nicht erforderlich.

Einordnung und Hinweise

  • Diese Challenge ist keine Ausschreibung und kein Vergabeverfahren.

  • Die Teilnahme begründet keinen Anspruch auf eine spätere Beauftragung.

  • Die Beiträge fließen anonymisiert und vertraulich in die Markterkundung ein und unterstützen die konzeptionelle Vorbereitung einer späteren Beschaffung.

Zielgruppe der Challenge

Die Challenge richtet sich insbesondere an:

  • Betriebsärztinnen und Betriebsärzte,

  • arbeitsmedizinische Dienste und medizinische Versorgungszentren,

  • interdisziplinäre Anbieter im Bereich Arbeits‑ und Gesundheitsschutz,

  • Beratungs‑ und Innovationsunternehmen mit Bezug zur Arbeitsmedizin,

  • Anbieter mit neuen Perspektiven und Lösungsansätzen jenseits klassischer Modelle

Nutzen der Challenge und weiterer Projektverlauf

Diese Challenge dient der frühzeitigen Markterkundung, dem Austausch mit dem Markt zu innovativen Ansätzen der arbeitsmedizinischen Betreuung und der konzeptionellen Weiterentwicklung des Vorhabens.

Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, inwieweit bestehende Leistungsanforderungen an aktuelle Marktgegebenheiten angepasst werden können. Die eingereichten Beiträge werden vertraulich behandelt und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere inhaltliche und fachliche Ausgestaltung des Beschaffungsvorhabens.

Die Markterkundung dient insbesondere dazu, Anforderungen zu schärfen, Bedarfe besser zu verstehen und praxisnahe Impulse für die weitere Planung einer Möglichen Ausschreibung einfließen zu lassen. Alle Teilnehmenden werden im weiteren Verlauf transparent und einheitlich über die nächsten Schritte informiert. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und spannende Lösungskonzepte!

Phasen

Noch nicht veröffentlicht

Aufruf zum Einreichen von Lösungsvorschlägen

24.06.2026 - 04.08.2026

1 Monat 12 Tage verbleibend

Prüfung der Lösungen

05.08.2026 - 18.08.2026

Bewertung der Lösungen durch die Fachjury

19.08.2026 - 15.09.2026

Bekanntgabe des Gewinners

Ab 16.09.2026

Diese Challenge ist beendet

Challenge-Geber
Kindertagesbetreuung Kreismäuse AöR
Kontaktperson
Maximilian Krudewig
Bewertungskriterien
Sehr Wichtig
.
Innovationsgrad
Nutzerfreundlichkeit
Soziale Aspekte
Umsetzbarkeit/Anwendbarkeit/Relevanz
Kategorien
Medizin & Gesundheit
Personalmanagement
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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