
Regenmodule - Zeit auf Regen zu setzen
Wir sind die Gründerinnen des Start-ups Regenmodule UG, ein junges, innovatives Unternehmen aus Berlin, das modulare Stadtmöbel mit integriertem Regenwasserspeicher entwickelt und vertreibt. Unser Team besteht aus den beiden Gründerinnen Rhea Rennert und Kitty Lambooij.
Rhea Rennert (M.Sc. Stadtökologie & Geografie) bringt fundierte Expertise in urbaner Ökohydrologie, Biodiversität und Klimaanpassung ein. Ihre wissenschaftliche Kompetenz kombiniert mit umfassenden Kommunikations- und Leitungserfahrungen qualifiziert sie zur Geschäftsführerin von Regenmodule.
Kitty Lambooij, Möbeldesignerin und Produktentwicklerin, verantwortet die technische Leitung. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in nachhaltiger Gestaltung, Materialkunde, Projektumsetzung und Unternehmensführung im Interior Design. Sie sichert die hohe Qualität und Funktionalität unserer Produkte.
Mit dem Berliner Startup Stipendium konnte das Team im November 2024 um Michael Scheuermann erweitert werden. Seitdem unterstützt er das Team in Finanz- und Organisationsfragen, insbesondere bei der Projektkoordination und Umsetzung der Pilotprojekte.
Unsere Stärke liegt in der interdisziplinären Kombination aus Stadtökologie, Design und Produktentwicklung. So verbinden wir technisches Know-how, Nachhaltigkeitswissen und praktische Umsetzungskompetenz, um Lösungen für drängende städtische Herausforderungen zu entwickeln.
Am 21. Juni 2023 wurde unsere Idee als Publikumssiegerin beim Wettbewerb „10 Ideen für die Schwammhauptstadt Berlin“ ausgezeichnet. Dies markierte die Geburtsstunde der Regenwasserbank. Der große Zuspruch und das positive Feedback bestärkten uns darin, die Machbarkeit unseres Konzepts systematisch zu prüfen. Im Rahmen des EXIST Women Stipendiums evaluierten wir die Umsetzbarkeit, entwickelten Prototypen und vertieften unsere unternehmerischen Kompetenzen.
Von August 2024 bis Juli 2025 konnten wir dank des Berliner Startup Stipendiums mit einem fünfköpfigen Team bedeutende Entwicklungsschritte realisieren: technische Weiterentwicklung der Module und erste strategische Pilotprojekte in Stuttgart, Düsseldorf und Berlin. Diese Pilotprojekte dienten dazu, die Funktionsfähigkeit, Akzeptanz und den Nutzen unserer Regenwasserbänke in realen urbanen Umgebungen zu testen und wertvolle Erfahrungswerte für die weitere Skalierung zu sammeln.
Regenmodule konnte seither ein starkes Unterstützerinnen Netzwerk aufbauen. Durch frühe Gespräche und Bedürfnisabfragen mit wichtigen potentiellen Kundinnen wie dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, dem Berliner Senat MVKU und anderen Stakeholdern konnten schon in einer frühen Phase der Entwicklung die wichtigsten Bedarfe der Stadtverwaltung ermittelt werden. So wurde die Regenwasserbank speziell auf die Bedürfnisse des öffentlichen Raum angepasst.
In Kooperation mit Partnern wie dem NABU Stuttgart haben wir Begleitmaterialien für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) entwickelt und Workshops durchgeführt.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass unsere Lösung technisch, organisatorisch und gesellschaftlich tragfähig ist.
Regenmodule steht für praktische Klimaanpassung, partizipative Stadtgestaltung und Umweltbildung. Wir entwickeln Produkte nach den Prinzipien des zirkulären Designs, setzen auf regionale Produktion und langlebige Materialien und schaffen gleichzeitig Räume für Bildung und Gemeinschaft.
Als Start-up verfügen wir über die Agilität, unsere Lösungen flexibel an unterschiedliche urbane Räume anzupassen, und die Erfahrung, Projekte mit Kommunen, Bildungseinrichtungen und Wohnungsunternehmen erfolgreich umzusetzen. Mit unseren modularen Regenwasserlösungen schaffen wir konkrete, praxisnahe Maßnahmen, die Städte klimaresilienter machen, urbanes Grün stärken und Bürger*innen aktiv in die Pflege und Nutzung einbinden.
Regenmodule entwickelt modulare Regenwasserbänke, die städtisches Regenwasser speichern, die Bewässerung von Grünflächen und Stadtbäumen sichern und zugleich Aufenthaltsqualität sowie Bildungsangebote für nachhaltige Stadtentwicklung bieten. Mit zunehmender urbaner Verdichtung steigen Hitze, Trockenstress und die Belastung städtischer Infrastrukturen. Regenwasser fließt vielerorts ungenutzt in die Kanalisation, während Grünflächen und Stadtbäume leiden und die Lebensqualität insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen sinkt.
Die Regenwasserbank ist ein robustes Doppelsitzer-Modul mit integriertem Tank, abschließbarem Tisch und komfortabler Sitzfläche aus langlebigem Douglasienholz. Sie ist speziell auf die Breite des Oberstreifens der Gehwege angepasst. Dort wird sie mit einem Regendieb an ein Regenfallrohr eines Hauses angeschlossen. Dieser leitet den Regen der Dächer in den integrierten Tank. 270 Liter Regenwasser können so pro Tank gespeichert werden. Über eine handbetriebene Flügelpumpe steht das gesammelte Regenwasser für die gezielte Bewässerung des angrenzenden Hochbeets oder anderer Stadtgrünflächen zur Verfügung. So können Anwohner*innen selbst aktiv werden, das Selbstwirksamkeitsgefühl steigt, sie werden für Regenwassermanagement sensibilisiert und die Gemeinschaft im Quartier wird gestärkt. Eine Informationstafel erklärt den Wasserkreislauf und weckt Neugier auf das Thema Wasser.
Die Leitidee ist, nachhaltige, klimaresiliente Stadtgestaltung in einem multifunktionalen Produkt zu verbinden: Wasser, Grün, Aufenthaltsqualität und Bildung in einem System. Die Bank ist modular, langlebig, reparierbar, zirkulär und genehmigungsfreundlich – standfest, aufstellbar ohne Verankerung und damit bürokratische Hürden vermeidend.
Durch den auf die Form der Bank angepassten Tank konnte das maximale Speichervolumen erreicht werden, bei dem die Regenwasserbank trotzdem auf dem Oberstreifen der Gehwege Platz finden kann. Der Tank ist zudem tragendes Gerüst und ermöglicht durch seine vielen technischen Details die Umsetzung des konstruktiven Holtschutzes. An den Inlets des Tanks werden die Stahlteile befestigt. Auf diesen ist das von innen verschraubte Holz angebracht. Im Gegensatz zu den meisten Stadtbänken wird so das Holz konstruktiv geschützt, was die Langlebigkeit enorm erhöht.
Für das Reallabor planen wir, zwei Regenbankmodule mit einem Hochbeetmodul aufzustellen, um sichtbare Begrünung, Klimaresilienz und partizipative Pflege zu demonstrieren. Bei der Auswahl der Pflanzen für das Hochbeet werden besonders trockenheitsresistente Arten gewählt. Die direkte Nutzung von Regenwasser sorgt für gesunde, gepflegte Pflanzen, unterstützt Stadtbäume in der Nähe und schafft klimatisch angepasste Aufenthaltsräume.
Besonderheiten:
Direkte Nutzung von Regenwasser, Reduktion des Trinkwasserbedarfs
Begrünung der Stadt.
Kombination von Aufenthaltsqualität, Bildung und partizipativer Nutzung
Langlebiges, zirkuläres Produktdesign aus regionalen Materialien
Skalierbarkeit für private, halböffentliche und öffentliche Flächen
Sichtbare Wirkung auf Hitze- und Wassermanagement in dicht bebauten Quartieren
Für die Regenwasserbank soll eine Kümmerinnenstruktur aus Anwohnerinnen gebildet werden. Hierfür werden Anwohnerinnen aktiv angesprochen und über ein Informationsschild an der Bank eingeladen.
Zudem ist im Rahmen des Projekts „100 m Zukunft“ ist eine Zusammenarbeit mit dem Start-up Plances geplant. Das automatische Bewässerungssystem sorgt dafür, dass das Hochbeet stets ausreichend versorgt ist, auch wenn zu Beginn nicht genügend Anwohner*innen regelmäßig gießen. Die Handpumpe bleibt weiterhin nutzbar. Zudem ist eine durch Plances umgesetzte Wasserstandanzeige geplant.
Weitere Informationen und Referenzen: www.regenmodule.de
Die modularen Regenwasserbänke von Regenmodule leisten einen Beitrag zur klimaresilienten Gestaltung urbaner Räume und stärken gleichzeitig das soziale und ökologische Gefüge im Stadtquartier. Ökologisch wirkt die Lösung direkt: Regenwasser wird vor Ort gespeichert und für die Bewässerung von Stadtbäumen, Grünflächen und Hochbeeten genutzt. Dadurch wird Trinkwasser eingespart, die Verdunstungskühlung erhöht und die Vitalität städtischer Vegetation gesichert. Besonders in dicht bebauten Quartieren mit Hitzeinseln und begrenzten Grünflächen schafft die Regenwasserbank sichtbare grüne Oasen, die Mikroklimate verbessern, Biodiversität fördern und Stadtnatur unterstützen. Durch die modulare, langlebige und reparierbare Bauweise werden Ressourcen geschont und damit robuste Stadtmöbel geschaffen.
Sozial trägt die Lösung zur aktiven Quartiersentwicklung bei: Über die leicht zugängliche Handpumpe können Anwohnerinnen die Bewässerung übernehmen, Patenschaften für Hochbeete oder Grünflächen einrichten und so den Stadtraum mitgestalten.
Die Bank fungiert als Begegnungsort, stärkt Nachbarschaften, fördert gemeinschaftliche Verantwortung für Stadtgrün und steigert das Selbstwirksamkeitsgefühl der Nutzer*innen. Durch die partizipative Pflege werden soziale Interaktionen initiiert und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln gestärkt. Diese Aspekte tragen unmittelbar zur Vielfalt, Belebung und sozialen Integration im Quartier bei.
Daneben lädt die Regenwasserbank ein verschiedene Angebote vor Ort zu schaffen. So ist es möglich an ihr eine Veranstaltung für Kinder zum Thema Wasserkreislauf zu veranstalten und dafür das durch die NABU Gruppe Stuttgart und Regenmodule entwickelte BNE-Material zu nutzen.
Ökonomisch unterstützt die Lösung Stadtverwaltung und Wohnungsunternehmen, indem sie die Bewässerung von Grünflächen effizient, multifunktional und unter Einbindung der Anwohnerinnen gestaltet.
Viele Städte stoßen bei der Bewässerung öffentlichen Grüns an personelle Kapazitätsgrenzen. Regenwasserbänke ermöglichen es, die Bevölkerung aktiv einzubinden, indem sie das Regenwasser direkt vor Ort für die Pflege von Hochbeeten und Stadtgrün bereitstellen. Durch die Nutzung von Regenwasser statt Trinkwasser wird der Bedarf an zentraler Wasserversorgung reduziert, Infrastrukturkosten für Bewässerungssysteme gesenkt und gleichzeitig attraktive Aufenthaltsflächen geschaffen, die die Nutzungsfrequenz öffentlicher Räume erhöhen. Der einfache Zugang zum Gießwasser motiviert mehr Bürgerinnen zur Mitwirkung, wodurch die personellen Kapazitäten der Bezirke entlastet werden.
Die Integration erfolgt sichtbar und interaktiv: Regenwasserbänke können ohne Tiefbau aufgestellt werden, ergänzt durch Hochbeete und Informationsmaterialien. Optional lässt sich die Bewässerung temporär automatisieren, z. B. in Kooperation mit dem Start-up Plances, um eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten. Die Nutzerfreundlichkeit, modulare Bauweise und geringe Bürokratie erhöhen die Praxistauglichkeit und erlauben eine kurzfristige Umsetzung.
Insgesamt schafft die Lösung neue urbane Angebote: grüne, konsumfreie Sitz- und Lernflächen, die ökologische, soziale und ökonomische Mehrwerte verbinden. Die sichtbare Wirkung auf Hitze- und Wassermanagement fördert das Verständnis für nachhaltige Stadtgestaltung, steigert die Lebensqualität und bietet eine skalierbare Lösung, die auf andere Quartiere und Städte übertragbar ist. Regenmodule demonstriert, wie innovative, partizipative Infrastrukturprojekte die Stadtgesellschaft positiv gestalten und zur Widerstandsfähigkeit, Vielfalt und Belebung urbaner Räume beitragen.
Für eine Umsetzung im Rahmen des Reallabors können die finanziellen Mittel eingeplant werden. Eine Umsetzung ist innerhalb der 10.000 € für Material, Lieferung und Montage machbar.
Für die Standortwahl haben wir eine Begehung des Areals durchgeführt und dabei die Anforderungen für die Installation der Regenwasserbank geprüft. Da für den Anschluss ein Fallrohr für den Regendieb sowie ausreichend umliegender Platz erforderlich sind, wurden drei grundsätzlich geeignete Positionen identifiziert.
Für das Pilotprojekt erscheint der Bereich neben den Fahrradständern und am Eingang von der TU Berlin besonders geeignet. Dieser Standort bietet optimale technische Voraussetzungen und zugleich ein hohes Potenzial zur Aufwertung des Ortes: Die Regenwasserbank kann hier zur Belebung des Umfelds, zur gestalterischen Verbesserung und zur zusätzlichen Begrünung beitragen. Die lose liegenden Fahrradständer können leicht anders ausgestellt werden damit genügend Platzt für die Regenwasserbank entsteht.


