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Zur Website das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung vom BMFTR
Lösung

Der Waldspaziergang.

Simon Herdegen, Google Street View
Kurzvorstellung der Lösungsanbieterinnen und Lösungsanbieter (max. 500 Wörter)

Peace of Land (e.V.) und Fantastic Futures (Kollektiv)

Peace of Land e.V. – Permakultur-Expertise aus Berlin-Pankow

Peace of Land ist ein gemeinnütziger Verein, der seit Jahren ein ehemaliges Brachgelände in Berlin-Pankow in einen lebendigen Permakultur-Garten verwandelt. Der Verein versteht Permakultur als ganzheitliche Gestaltungsmethode: Es geht um das Entwerfen produktiver, energie-effizienter Systeme, die menschliche Bedürfnisse in Harmonie mit allem Leben auf der Erde befriedigen.

Peace of Land basiert auf den drei ethischen Grundsätzen der Permakultur: Earthcare (Sorge für die Erde), Peoplecare (Sorge für die Menschen) und Fair Share (Gerechtes Teilen). Der Verein ist zugleich Experimentierfeld, Bildungsort und Begegnungsraum, in dem Menschen in ihrer Vielfalt mit- und voneinander lernen. Entscheidungen werden im wöchentlichen Plenum nach dem Prinzip des Systemischen Konsensierens getroffen – eine demokratische, wertschätzende Kommunikationskultur prägt die Arbeit.

Die Expertise des Vereins umfasst Permakultur-Design, klimaangepasste Pflanzenauswahl, Waldgärten, den Bau von Low-Tech-Strukturen, Regenwassermanagement, Kompostierung und Bodenaufbau. In der vereinseigenen Mini-Marktgärtnerei werden Pflanzen vorgezogen, und durch Workshops, Gartenführungen und offene Bauprojekte wird Wissen praktisch und niedrigschwellig vermittelt.

Fantastic Futures – Zukunftsgestalter:innen für urbane Transformation

Das Design Kollektiv Fantastic Futures ist eine interdisziplinäre Crew aus System- und Zukunftsdesigner:innen, Designthinker:innen, Künstler:innen und Transformationsberater:innen. Das Kollektiv begleitet Organisationen und Gemeinschaften dabei, lebenswerte Zukünfte zu gestalten – partizipativ, spielerisch und systemisch. Die Überzeugung: Veränderung ist immer systemisch, und gelungene Innovation nimmt alle Beteiligten mit.

Das Design Kollektiv verbindet Kunst, Design, systemische Arbeit und Zukunftsforschung. Der stetig wachsende Methodenkoffer hält Tools aus Futures-, Systems- und Design Thinking sowie regenerativem Experience Design bereit. Spielerische, kreative Formate lassen die Fantasie sprudeln und schütteln den Status Quo auf – eine Kombination, die neue Perspektiven öffnet und nachhaltige Transformation ermöglicht.

Fantastic Futures war beispielsweise Teil der diesjährigen re:publica25. Eine interaktive Installation regte die Besucher:innen an, sich über seinen/ihren Alltag in der Zukunft auszutauschen und alltägliche Herausforderungen und Potentiale zu erkunden.

Unsere Zusammenarbeit: Das perfekte Team für das Reallabor 100m Zukunft

Die Zusammenarbeit von Peace of Land und Fantastic Futures vereint zwei komplementäre Stärken: ökologisches Fachwissen trifft auf strategisches Design und Projektmanagement. Peace of Land bringt tiefgreifende Permakultur-Expertise, praktische Umsetzungskompetenz und vorgezogene Pflanzen ein. Fantastic Futures als Design Kollektiv übernimmt Projektmanagement, Konzeption, partizipative Prozesse, Kommunikation und strategische Einbettung in urbane Transformationsprozesse.

Gemeinsam schaffen wir nicht nur eine begrünte Pergola, sondern ein systemisches Zukunftsprojekt, das ökologische Resilienz, soziale Teilhabe und innovative Stadtgestaltung verbindet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der bewussten Vernetzung natürlicher Ökosysteme mit Städten und Organisationen. Permakultur-Prinzipien, partizipative Workshops und Experience Design wird die Konzeption von human-scale Architektur im öffentlichen Raum genutzt. Peace of Land sorgt dafür, dass die Natur gedeiht – das Design Kollektiv sorgt dafür, dass Menschen und Systeme mitgenommen werden. Diese Synergie macht den Waldspaziergang zu einem Projekt, das weit über Klimaanpassung hinausgeht: Es ist ein Prototyp für eine lebenswerte, partizipative und regenerative Stadtgesellschaft.

Kurzbeschreibung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Der Waldspaziergang – Urbane Oasen für Klimaanpassung

Vom Asphalt in den Wald

Stellen Sie sich vor, Sie laufen an einem heißen Sommertag durch Berlin-Charlottenburg. 35 °C, die Hitze staut sich zwischen Asphalt und Hauswänden. Der Gehweg glüht unter Ihren Füßen. Dann biegen Sie in die Fasanenstraße – und plötzlich verändert sich alles. Ein kühles, grünes Dach empfängt Sie. Sonnenstrahlen filtern sanft durch rankende Pflanzen, es duftet nach Kapuzinerkresse und frischer Erde. Links und rechts neben Ihnen entdecken Sie Kräuter und Sträucher, die wie lebendige Inseln aus den monotonen Pflastersteinen aufragen. Sie verlangsamen Ihren Schritt, atmen tiefer. Vor Ihnen eröffnet sich eine lebendige Pergola. Die geometrische Holzkonstruktion wird organisch durch die Pflanzen aufgelockert und begleitet Sie auf ihrem Weg oder lädt Sie dazu ein zu Entdecken und auf einer Bank unter dem Blätterdach zu Verweilen. Sie setzen sich, spüren den Temperaturunterschied und hören das leise Rauschen der Blätter im Wind.

Der urbane Waldspaziergang – eine lebende, wachsende Pergola, die den Gehweg in einen klimaangepassten Begegnungsraum verwandelt: eine atmende, grüne Infrastruktur, die Hitzeschutz, Wassermanagement und soziale Begegnung miteinander verwebt.

Die Lösung: Eine modulare, wachsende Pergola als multifunktionale Klimaanpassung

Unser Ansatz vereint Permakultur-Prinzipien mit Partizipation sowie Futures und Product Design. Das Ergebnis: Eine lebende, wachsende Pergola, die den Gehweg in einen klimaangepassten Begegnungsraum verwandelt – skalierbar, ökologisch wirksam und sozial erfahrbar.

Der Waldspaziergang besteht aus einer modulare Holzkonstruktion, Bodenentsiegelung und der Etablierung eins Micro-Ökosystems für Gehwege. Die Module funktionieren nach einem Baukastensystem. Jedes Modul bildet einen Trägerrahmen für Rankpflanzen und schafft schnellstmögliche Beschattung. Durch seine dreieckige Grundform ist jedes einzelne Modul in sich stabil. Links und rechts des Gehwegs wird der Boden organisch entsiegelt – vorwiegend essbare Bodendecker, Stauden und Sträucher bilden ein gestaffeltes Ökosystem vom Moos bis zum Baum, analog zur natürlichen Sukzession.

Phase 1: Die wachsende Pergola

Schnellwachsende einjährige Rankpflanzen wie Kapuzinerkresse, Hopfen oder Wicken überwachsen die Holzstruktur innerhalb kürzester Zeit. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und erzeugen Biomasse. Parallel werden langsam wachsende, mehrjährige Weiden, zwischen die bodendeckenden Kräuter und Blumen in die entsiegelte Fläche gepflanzt.

Phase 2: Die lebende Pergola

Die Weiden werden miteinander verflochten und bilden nach etwa 5 Jahren eine selbst tragende, lebende Architektur. Die Holzkonstruktion wird abgebaut und kann an anderer Stelle wiederverwendet werden. Zurück bleibt eine dauerhafte, sich selbst erneuernde grüne Infrastruktur, welche Schatten spenden, Biodiversität fördert und Wasser speichert.

Was macht den Waldspaziergang einzigartig und innovativ?

Organische Entsiegelung mit Gehkomfort

Während herkömmliche Entsiegelungsprojekte oft geradlinig und starr wirken, ersetzt der Waldspaziergang starre Geometrien durch fließende, organische Formen. Einzelne Pflastersteine werden entfernt, doch werden teilweise wieder an anderer Stelle integriert, um perfekte Voraussetzungen für Pflanzen und Insekten zu schaffen. Gleichzeitig bleibt der gepflasterte Gehweg 1,50-2 Meter breit und barrierefrei für Rollstühle und Kinderwagen.

Sofortige Beschattung statt 30 Jahre warten

Ein Straßenbaum braucht etwa 30 Jahre, bis seine Krone ausreichend Schatten spendet. Der Waldspaziergang wirkt ab dem ersten Sommer. Er überbrückt die kritische Zeit durch schattenspendende Kletterpflanzen und schafft einen Anzuchtraum für langfristige Vegetation – so können z.B. Weiden im Schutze der bestehenden Blau-Grünen-Infrastruktur heranwachsen.

Von temporär zu permanent – die lebende Pergola

Weidenflechtwerke als selbst tragende Architektur sind keine Neuheit. Neu ist die zweiphasige Strategie: Zuerst ist ein schneller Impact durch Low-Tech-Holzmodule erlebbar und anschließend transformiert sich die Pergola zur dauerhaften, lebenden Struktur. Das reduziert initiale Kosten und ermöglicht iteratives Lernen.

Integration statt Konkurrenz

Bestehende Bäume werden nicht gefällt, sondern in das System integriert. Durch Bodendecker und Unterpflanzung entsteht ein mehrschichtiges Ökosystem, das die bestehende Vegetation stärkt. Bäume leiden weniger unter Trockenstress, da der Boden mehr Wasser speichert. Isolierte, solitär stehende Pflanzen werde zu einem starken, zukunftsfähigen Ökosystem vernetzt.

Mehrwert und Zukunftspotenzial

Was in Berlin funktioniert, lässt sich in Leipzig, Hamburg oder München genauso umsetzen. Der Waldspaziergang schafft lokale Wertschöpfung und öffnet neue Geschäftsfelder. Der Waldspaziergang ist mehr als eine Pergola. Er ist eine Einladung, die Stadt neu zu denken – Schritt für Schritt, Modul für Modul, Begegnung für Begegnung.

Wirkung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Sie verlassen den Waldspaziergang, treten zurück auf den heißen Asphalt – und spüren den Unterschied. Sie drehen sich um, sehen die grüne Pergola hinter sich, das Licht, das durch die Blätter fällt. Und Sie denken: So könnte es überall sein.

Win-Win-Win für alle Beteiligten

Die Fasanenstraße profitiert von einem attraktiveren Arbeitsumfeld, sichtbarem Klimaengagement und geringeren Klimatisierungskosten. Heute ist sie was viele Berliner Gehwege sind: ein funktionaler Transitraum. Menschen gehen hindurch – zur Arbeit, zum Einkaufen, zur nächsten Station. Der Waldspaziergang verwandelt diese Durchgangszone in einen atmosphärischen Begegnungs- und Klimakomfortraum, der die Lebensqualität der Stadtgesellschaft konkret steigert.

Ökologische Wirkung: Messbare Klimaanpassung

Hitzeinseln sind in Berlin Realität: An heißen Sommertagen liegen die Innenstadttemperaturen wesentlich höher als im Umland. Der Waldspaziergang wirkt diesem entgegen. Das dichte Pergola-Dach aus Rankpflanzen und später die lebende Weidenpergola reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung um bis zu 80 %. Gleichzeitig verdunsten die Pflanzen Wasser über ihre Blattoberflächen und entziehen der Umgebungsluft Wärme – eine natürliche Klimaanlage, die den gesamten Straßenzug spürbar abkühlt. Zum Vergleich: Eine unverschattete, versiegelte Fläche weist eine Temperatur von 44,6°C auf, während eine beschattete, versiegelte Fläche 22,8°C kühl ist (Quelle: Marion Reichardt - nawi.berlin Jahresevent 2025).

Durch die organische Entsiegelung entlang der Pergola-Module wird zudem das Schwammstadt-Prinzip integriert. Entsiegelte Flächen können bei Starkregen große Mengen Regenwasser aufnehmen und die Kanalisation entlasten. Das versickerte Wasser speist langfristig den Grundwasserspiegel und steht als Bodenwasser für die Vegetation zur Verfügung. Blühende Rankpflanzen wie Kapuzinerkresse und Wicken bieten Nahrung für Insekten und Bienen. Zudem filtern die Pflanzen Feinstaub aus der Luft und binden CO₂.

Soziale Wirkung: Gesundheit, Teilhabe und Wohlbefinden

Hitzebelastung ist ein ernstes Gesundheitsrisiko, besonders für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Der Waldspaziergang schafft schattige, kühle Korridore, die das Risiko hitzebedingter Gesundheitsschäden senken. Senior*innen können auch an Hitzetagen Besorgungen machen, integrierte Sitzbänke bieten Erholungsmöglichkeiten – besonders wichtig für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Die positive Wirkung von Natur auf die Psyche ist wissenschaftlich vielfach belegt. Naturkontakt senken den Cortisolspiegel und reduzieren Stress signifikant. Studien zeigen, dass ein kurzer Spaziergang in grüner Umgebung die Konzentrationsfähigkeit verbessert und Solidarität steigern. Der Waldspaziergang macht diese Effekte täglich und niedrigschwellig zugänglich – nicht als seltener Ausflug in den Park, sondern als tägliche Begegnung auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen.

Die Sitzbänke unter der Pergola schaffen Orte, an denen Menschen verweilen, ins Gespräch kommen und soziale Kontakte knüpfen. Durch Bürger-Patenschaften für Module, Pflanzworkshops und QR-Code-Lehrpfade werden Anwohner:innen zu Mitgestalter:innen. Das stärkt die Bindung zum Quartier und das Gefühl, etwas bewirken zu können. Der Waldspaziergang ist barrierefrei und kostenlos zugänglich – er bietet damit allen Bevölkerungsgruppen Zugang zu einem klimaangepassten Freiraum.

Ökonomische und strategische Einbettung

Das Projekt ist strategisch eingebettet in die Berliner Klimapolitik. Die IHK Berlin und umliegende Unternehmen profitieren durch verbesserte Mitarbeiterzufriedenheit, Standortaufwertung und Imagegewinn als Unterstützer von Klimainnovation. Die Stadt spart langfristig durch reduzierte Infrastrukturkosten für Starkregenmanagement und durch Prävention hitzebedingter Gesundheitskosten. Der Waldspaziergang schafft zudem lokale Wertschöpfung durch Handwerksbetriebe, Gärtnereien. Prinzipien der Kreislaufwirtschaft werden durch die Wiederverwendung der Holzkonstruktion mitgedacht.

Wie wird der Waldspaziergang Teil des Quartiers?

Jede Passant:in erlebt sofort Beschattung und Kühlung – niedrigschwellig und inklusiv. Das Wachstum der Pflanzen wird zum täglichen Schauspiel, Jahreszeiten werden sichtbar. QR-Codes bieten Bildungsinhalte zu Pflanzenarten und Klimawirkung. Anwohner:innen können Patenschaften übernehmen, bei Flechtworkshops mithelfen oder über Apps Feedback geben. Schulen, Unternehmen und Klimainitiativen nutzen den Waldspaziergang für Exkursionen, Teamevents und Veranstaltungen. Langfristig knüpfen Weidenbögen architektonisch an die Bögen des Ludwig-Erhard-Hauses an.

Fazit

Der Waldspaziergang ist weit mehr als eine Pergola. Er ist ein systemischer Hebel, der ökologische Resilienz, soziale Teilhabe und ökonomische Wertschöpfung verbindet. Er zeigt, dass Klimaanpassung kein teures Luxusprojekt ist, sondern ein Gewinn für alle – für die Gesundheit der Menschen, die Attraktivität des Standorts und die Resilienz der Stadt.

Finanzierungs- und Realisierungsperspektiven

Finanzierung und Umsetzbarkeit

Der Waldspaziergang ist bewusst als kosteneffizientes, partizipatives Modell konzipiert, das auf einer Kombination aus Fördermitteln, Eigenleistung und Materialkosten basiert. Der Permakultur-Verein stellt vorgezogene Pflanzen aus dem eigenen Garten zur Verfügung – einjährige Rankpflanzen wie Kapuzinerkresse, Hopfen und Wicken, sowie Bodendecker die sofort für schnelles Grün sorgen. Dazu bringt der Verein Fachwissen zur standortgerechten Pflanzenauswahl und zu Permakultur-Prinzipien ein. Das Design-Kollektiv Fantastic Futures übernimmt Projektmanagement, Konzeption und Koordination. Durch die aktive Partizipation von Anwohner:innen – etwa durch Patenschaften, Gießen und Workshops – reduzieren sich Pflege- und Arbeitskosten erheblich.

Der Materialbedarf ist überschaubar: FSC-zertifiziertes Holz für die modularen Trägergerüste wird regional bezogen und selbst gebaut. Ergänzende Pflanzen wie Weidenstecklinge und mehrjährige Stauden kommen von lokalen Baumschulen. Die Minimal-Ausstattung umfasst Sitzbänke, QR-Code-Tafeln und gegebenenfalls Regentonnen für die Bewässerung – keine teure Infrastruktur, sondern Low-Tech-Lösungen mit hoher Wirkung.

Fördermittel bilden die zentrale Säule des Projekts. Ohne sie ist die Umsetzung nicht möglich. Doch der Waldspaziergang ist genau auf die Förderlogik des Reallabors zugeschnitten: innovativ, skalierbar, partizipativ und kosteneffizient. Die modulare Struktur ermöglicht eine schrittweise Umsetzung. So lässt sich das Projekt flexibel an Ressourcen anpassen und gleichzeitig von Anfang an Wirkung zeigen.

Optional: Auswahl möglicher Flächen für die Umsetzung

Standortwahl und Verortung im Reallabor: Symbolkraft, Sichtbarkeit und Übertragbarkeit

Gewählter Standort: Fasanenstraße Nordseite Ludwig-Erhard-Haus (siehe Foto B 1.3)

Der Waldspaziergang ist auf dem Gehweg vor dem Eingangsbereich Nord des Ludwig-Erhard-Hauses verortet. Die Pergola ist somit teil der Wegstrecke zwischen Bahnhof Zoologischen Garten und LEH.

Begründung der Standortwahl

Die Wahl dieses Standorts erfolgte nach einer umfassenden Analyse des gesamten Reallabor-Geländes unter Berücksichtigung permakultureller Prinzipien wie der Sonneneinstrahlung, Nutzungsfrequenz, ökologische Vernetzung und soziale Funktion.

1. Funktionale Eignung: Gehweg als ideale Fläche

Der Gehweg ist eine hochfrequentierte Transitzone, die von Mitarbeiter:innen, Besucher:innen und Anwohner:innen täglich genutzt wird. Die Pergola überschattet genau diese Fläche und entfaltet damit ihre volle Wirkung dort, wo Menschen sie unmittelbar erleben – auf dem täglichen Weg zur Arbeit, zu Veranstaltungen oder durch das Quartier.

2. Ökologische Vernetzung: Integration bestehender Grünstrukturen

Am Straßenrand befindet sich eine verwilderte, ungenutzte Baumscheibe – ein idealer Anknüpfungspunkt für Entsiegelung und Bepflanzung. Weiter, auf der straßenabgewandten Seite liegt ein weiterer Grünstreifen, der durch die Pergola-Module mit der Baumscheibe verbunden wird. Der Waldspaziergang fungiert damit als ökologische Brücke, die isolierte Grünflächen vernetzt und den Biotopverbund stärkt. Zudem wird der bestehende Baum in die Struktur integriert und dadurch gestärkt.

3. Räumliche Qualität: Begrüßungsweg mit Entdeckungscharakter

Wer vom Zoologischen Garten kommend das Ludwig-Erhard-Haus betritt, nutzt genau diesen Weg. Der Waldspaziergang wird damit zum „Begrüßungswald" – ein atmosphärischer Empfang, der die Architektur des Hauses nicht verdeckt, sondern inszeniert. Nach dem Durchschreiten der grünen Pergola öffnet sich der Blick auf die eleganten Bögen der Nordfassade – eine räumliche Dramaturgie von Verdichtung und Öffnung, die das Gebäude erlebbar macht.

4. Soziale Funktion: Fehlende Aufenthaltsqualität auf der Nordseite

Während die Südseite des Ludwig-Erhard-Hauses über ein Bistro mit Außensitzplätzen verfügt, fehlt auf der Nordseite jegliche schattige Sitzmöglichkeit. Das dortige Rondell mit Fahnenmasten ist im Sommer extrem heiß und ungenutzt. Der Waldspaziergang schafft hier erstmals einen angenehmen Aufenthaltsort – besonders wertvoll für Mittagspausen, Wartezeiten oder informelle Gespräche vor Meetings.

5. Zukunftspotenzial: Synergie mit Tiny Forest auf dem Rondell

Der Standort lenkt den Blick auch auf das zentrale Rondell. Dieses bietet enormes Potenzial für weitere Klimaanpassung: Die Entsiegelung und Anlage eines Tiny Forests würde die Wirkung des Waldspaziergangs multiplizieren und einen zusammenhängenden grünen Eingangsbereich schaffen – von der Pergola über den Miniwald bis zur Fassade. Der Waldspaziergang ist damit der erste Baustein einer umfassenden Begrünungsstrategie für die Nordseite.

Challenge
Urbane Gesundheit
Lösungsgeber
Peace of Land e.V.
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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