COOL LOOP
Die Stadtmanufaktur GmbH mit Sitz in Hamburg ist eine strategische Beratungsgesellschaft für Stadtvermarktung und Stadtentwicklung. Als mittelständisches Unternehmen verbinden wir interdisziplinäres Denken mit praktischer Umsetzungsstärke: Wir entwickeln intelligente Strategien für Städte und Stadträume, bieten tiefgehende Beratung, smartes Prozess- und Projektmanagement sowie Moderation strategischer und politischer Prozesse.
Was uns besonders auszeichnet, ist unsere Leidenschaft für die Zukunft der Stadt: Wir brechen alte Strukturen auf, setzen neue Denkmuster und begleiten Städte und Orte dabei, ihre Potenziale zu entfalten. Dabei greifen wir auf ein Business-Netzwerk mit über 250 hochkarätigen Kontakten und Dialog-Formate zurück, welche Entscheider:innen aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft zusammenbringen.
Unsere langjährige Erfahrung zeigt sich in zahlreichen Projekten der Innenstadt- und Quartiersentwicklung, Stadtmarken- und Standortkonzepten sowie Strategien für Kultur, Tourismus, Veranstaltungen und Handel für Städte und Kommunen der gesamten DACH-Region. Unser Fokus liegt auf der Verbindung von strategischem Denken und operativer Umsetzung – wir sind nicht nur Berater:innen, sondern Partner:innen, die mit Engagement und Netzwerk Städte und Quartiere „in Bewegung bringen“. Dafür legen wir einen besonderen Fokus auf strategische Kommunikation und professionelles Stakeholdermanagement.
Mehr Informationen über uns und unsere Projekte finden Sie auf unserer Website: www.stadtmanufaktur.com
Cool Loop ist ein modularer Ansatz zur Klimaanpassung im öffentlichen Raum, speziell entwickelt für die räumlichen Bedingungen des Ludwig-Erhard-Hauses in der Fasanenstraße. Das Konzept kombiniert ein fassadenintegriertes Verdunstungsmodul mit einem beleuchtbaren Moosbogen, der fest zum Projekt gehört, dessen Standort jedoch flexibel gewählt werden kann – beispielsweise am Haupteingang, entlang des Außengeländes oder auf einer oder mehreren entfallenden Parkflächen der Fasanenstraße. Beide Module stärken Verdunstungsflächen, reduzieren Hitzeinseln und machen klimaaktive Prozesse im Straßenraum sichtbar, spürbar und verständlich.
Der Standort selbst prägt das Projekt: Die Fasanenstraße zwischen Kantstraße und Hardenbergstraße ist dicht bebaut, stark versiegelt und geprägt durch intensive Sonneneinstrahlung, hohen Fuß- und Autoverkehr sowie geringe Luftbewegung. Gleichzeitig stellt das markante Ludwig-Erhard-Haus mit seiner bogenförmigen Aluminiumstruktur und der transparenten Glasfassade ein urbanes Wahrzeichen dar, das sich hervorragend für eine sichtbare, öffentlich wirksame Klima-Installation eignet. Die Kombination aus repräsentativer Architektur, hoher Frequenz und einer Mischung aus Gewerbe, Hotels, Kulturinstitutionen und Wohnnutzung macht den Ort ideal für ein Reallabor.
Das zentrale Verdunstungsmodul wird an der unteren Fassadenebene platziert und lässt Wasser über strukturierte Oberflächen zirkulieren und verdunsten. Die dabei entstehende Verdunstungskühlung entzieht der Umgebung Wärme und erzeugt eine spürbare Abkühlung, die sich in den Straßenraum hinein ausbreitet. Der Wasserverbrauch bleibt gering, da das System in einem geschlossenen Kreislauf betrieben wird – gespeist mit Regenwasser oder recyceltem Wasser. Die Integration in die Fassade nutzt bestehende Sichtachsen und macht den Cool Loop zu einem organischen Bestandteil des Gebäudes.
Der beleuchtbare Moosbogen ist das zweite Kernelement des Konzepts. Er übersetzt die ikonische Bogenform des Ludwig-Erhard-Hauses in eine kleinere, begehbare Struktur, die eine feuchtigkeitsregulierende, kühlere Mikroklimazone schafft. Moos speichert Wasser, bindet Feinstaub und verbessert die lokale Luftfeuchtigkeit – ein entscheidender Vorteil in dicht versiegelten Straßenräumen. Der Bogen kann flexibel im öffentlichen Raum platziert werden: im Eingangsbereich für maximale Sichtbarkeit, entlang des Außengeländes für hohe Passantenfrequenz oder auf entfallenden Parkflächen, um neue Aufenthaltsorte zu schaffen. Die integrierte Beleuchtung verstärkt die Wirkung am Abend und macht den Moosbogen zu einem atmosphärischen Orientierungspunkt und einem sinnlich erlebbaren Symbol für urbane Klimaanpassung.
Umsetzung im Reallabor:
Cool Loop wird in der Fasanenstraße prototypisch installiert und durch Klima-Monitoring begleitet. Sensoren an Fassade und Moosbogen erfassen Veränderungen von Temperatur, Feuchtigkeit und Feinstaubbelastung. Die Daten werden über QR-Codes öffentlich zugänglich gemacht („Cooling in real time“). Ergänzende Infotafeln erläutern Verdunstungskühlung, Wasserverbrauch, Moosleistung und die Einbettung in Schwammstadt-Ansätze. So entsteht ein niedrigschwelliger Lernort für Passant:innen, Gewerbe, Besucher:innen und Unternehmen.
Cool Loop erfüllt die Anforderungen des Ideensprints: schnell umsetzbar, räumlich flexibel, skalierbar, ökologisch wirksam und unmittelbar erfahrbar. Das System zeigt, wie eine Straße mit technischen und naturnahen Modulen zu einem gesunden, klimaangepassten Stadtraum werden kann – sichtbar, messbar und beispielgebend für Berlin.
Ziele der Lösung
Cool Loop verfolgt fünf klare Ziele:
Minderung urbaner Hitzeinseln durch Verdunstungskühlung und Moosregulation.
Sichtbarmachung klimaaktiver Prozesse in einem stark frequentierten Straßenraum.
Stärkung urbaner Gesundheit durch verbesserte Luftqualität, niedrigere Temperaturen und angenehmere Aufenthaltsbedingungen.
Schaffung neuer Begegnungsräume durch den Moosbogen als atmosphärisches Stadtmöbel.
Übertragbarkeit und Skalierbarkeit für andere Straßen und Quartiere in Berlin.
Cool Loop leistet einen klar messbaren, sichtbaren und sozialen Beitrag zur urbanen Gesundheit und zur klimaangepassten Transformation der City West. Die Lösung schafft einen Mehrwert für Anwohnende, Unternehmen, Gewerbe und Besucher:innen und wirkt damit gleichermaßen räumlich, ökologisch, sozial und ökonomisch. Durch die Kombination aus Verdunstungskühlung, Moosfiltration und öffentlicher Interaktion entsteht ein wirkungsstarker Baustein für klimaaktive Straßenräume in Berlin.
Ökologische Wirkung
Cool Loop reduziert die lokale Hitzeentwicklung, indem Wasser über unterschiedlich strukturierte Oberflächen verdunstet und der Umgebung Wärme entzieht. Im Reallabor kann zudem untersucht werden, wie stark unterschiedliche Konfigurationen des Wasserkreislaufs – etwa variierende Oberflächen oder unterschiedliche Fließ- und Zirkulationsgeschwindigkeiten – die Kühlleistung beeinflussen. Dieser Prozess kann mehrere Grad Celsius Oberflächentemperatur einsparen und wirkt besonders in engen, verdichteten Straßenräumen wie der Fasanenstraße spürbar entlastend. Gleichzeitig stabilisiert der geschlossene Kreislauf das Mikroklima, erhöht moderat die lokale Luftfeuchtigkeit und bleibt dabei ressourcenschonend im Wasserverbrauch. Der Moosbogen trägt zusätzlich zur Feinstaubbindung bei; seine Filterwirkung kann im Reallabor unter unterschiedlichen Bewässerungsgraden getestet und optimiert werden. Das Zusammenspiel aus Wasser und Vegetation schafft so einen mikroklimatisch stabilisierenden Raum, der Hitzeperioden abmildert und Belastungen für empfindliche Bevölkerungsgruppen reduziert.
Soziale Wirkung
Cool Loop schafft Orte der Begegnung, der Entspannung und der Information. Der beleuchtbare Moosbogen wirkt nicht nur als klimapositives Element, sondern als niedrigschwelliger Treffpunkt. Menschen können hindurchgehen, verweilen oder fotografieren – ein öffentlicher Raum wird aktiviert. Durch QR-Codes und Infotafeln erfahren Passant:innen, wie Verdunstungskühlung funktioniert, warum Wasser als Ressource geschont werden muss und wie Moos auf natürliche Weise zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt. Der Ort wird damit zu einem offenen Lernraum, der Klimaanpassung nahbar macht und Bürger:innen dazu motiviert, über Stadtklima und urban health aktiv nachzudenken. Für vulnerable Gruppen entsteht ein klimatisch entlastender Aufenthaltsort. Für Beschäftigte und Studierende der Umgebung bietet der Spot ein angenehmeres Mikroklima für Pausen oder Wege.
Räumliche Wirkung
Die Installation gestaltet den Raum neu und bringt klimaaktive Elemente in eine ansonsten stark funktionale Straßenlandschaft. Die Fasanenstraße ist geprägt von Verkehr, engen Gehwegen, Hotelnutzung, Kulturorten und Gewerbe. Cool Loop fügt dieser Umgebung ein erlebbares, grünes Element hinzu, das sich in Erscheinungsbild und Funktion deutlich von klassischen Stadtmöbeln unterscheidet. Die Fassade des IHK-Gebäudes wird zu einem sichtbaren Klimaakteur, und der Straßenraum erhält durch den Moosbogen eine neue, atmosphärische Qualität – sowohl am Tag als auch in der Nacht dank Beleuchtung.
Ökonomische Wirkung
Unternehmen und Gewerbetreibende entlang der Fasanenstraße profitieren von einem attraktiveren Mikroklima: kühlere Straßenmöglichkeiten erhöhen die Aufenthaltsqualität, was sich positiv auf Fußverkehr und Nutzung auswirkt. Die IHK Berlin profitiert durch einen sichtbaren, innovativen Beitrag zu klimaadaptiver Stadtentwicklung – ein Signal an Unternehmen, dass Klimaanpassung nicht abstrakt, sondern konkret umsetzbar ist. Der Prototyp besitzt Skalierungspotenzial: Die Module sind reproduzierbar, wartungsarm und in anderen Straßen problemlos einsetzbar, was wirtschaftliche Perspektiven für Wartung, Produktion und Weiterentwicklung eröffnet.
Interaktion und Erlebbarkeit
Alle Elemente sind so gestaltet, dass sie berührbar, sichtbar und erfahrbar sind. Der Moosbogen lädt ausdrücklich zur Interaktion ein. Die Verdunstungskühlung ist als leichte Luftbewegung und in Form spürbarer Temperaturunterschiede wahrnehmbar. Monitoring-Daten können live eingesehen werden. Die Installation ist damit kein rein technisches Objekt, sondern ein interaktives Klima-Modul, das Bürger:innen einbezieht.
Zusammengefasst trägt Cool Loop dazu bei, die Fasanenstraße zu einem gesunden, klimaaktiven Stadtraum zu machen, der ökologische Wirkung, soziale Qualitäten, Bildungspotenzial und ökonomische Vorteile verbindet.
Cool Loop befindet sich aktuell im Konzeptstadium und soll im Rahmen des Ideensprints weiter konkretisiert werden. Die technischen Grundprinzipien – Verdunstungskühlung und Moosmodule – sind bekannt und grundsätzlich gut realisierbar. Der Ideensprint bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit Fachstellen zu prüfen, wie ein erster, räumlich angepasster Prototyp umgesetzt werden kann.
Mögliche Umsetzungsschritte im Reallabor könnten sein:
Standort- und Variantenprüfung (Fassade, Eingangsbereich, Parkflächen): Klärung von Platzbedarf, Zugänglichkeit, Statik und Wasserführung.
Technische Detailplanung: Auswahl geeigneter Materialien für die Verdunstungsoberflächen, Planung des kleinen Wasserkreislaufs, Entscheidung über Beleuchtung und Konstruktion des Moosbogens.
Abstimmung mit Bezirk und relevanten Stellen: Genehmigungen, Sicherheitsanforderungen, Zugänglichkeit im Straßenraum.
Bau eines Prototyps: Produktion der Module in kleinem Umfang, Installation vor Ort.
Inbetriebnahme und Monitoring: Test der Verdunstungsleistung, Moosbewässerung, Datenmessung und kleine Anpassungen im laufenden Betrieb.
Kurze kommunikative Begleitung: Anbringen von Infotafeln und QR-Codes, um Wirkung und Funktionsweise nachvollziehbar zu machen.
Für die Finanzierung kommen verschiedene Förder- und Kooperationsmöglichkeiten infrage, etwa aus den Bereichen Klimaanpassung, Urban Health oder blau-grüne Infrastruktur. Welche Optionen geeignet sind, kann nach der Detailplanung besser eingeschätzt werden. Da Cool Loop modular aufgebaut ist, könnte ein Prototyp in überschaubarem Umfang umgesetzt werden. Auch der laufende Betrieb würde voraussichtlich nur begrenzte Ressourcen benötigen. Die genaue Ausgestaltung hängt jedoch vom gewählten Standort und der technischen Feinplanung ab.
Das Projekt lässt sich eindeutig in der Flächenkulisse des Reallabors verorten. Der Hauptstandort ist die Fassade des Ludwig-Erhard-Hauses entlang der Fasanenstraße. Sie bietet eine großflächige, gut sichtbare und zugängliche Fläche für das Verdunstungsmodul. Durch ihre architektonische Präsenz eignet sie sich ideal, um klimaaktive Innovation erlebbar zu machen.
Der Moosbogen kann fest zum Projekt, aber flexibel im Raum positioniert werden:
am Haupteingang des Gebäudes zur starken visuellen Wirkung,
entlang des straßenseitigen Außengeländes der IHK Berlin, wo viele Passant:innen vorbeikommen,
oder auf einer oder mehreren entfallenden Parkflächen direkt an der Fasanenstraße, was zusätzliche klimaaktive Aufenthaltsorte schafft.
Diese Flexibilität ermöglicht die optimale Anpassung an Nutzungsflüsse, Platzverhältnisse und akute Hitze-Hotspots entlang der Straße. Die Fasanenstraße bietet durch ihre Lage zwischen Gewerbe, Hotels, Kulturorten und Wohnhäusern eine hohe Frequenz und heterogene Nutzergruppen. Damit ist sie ein idealer Ort, um das Konzept sichtbar zu testen, Interaktion zu ermöglichen und den Straßenraum klimaaktiv aufzuwerten. Cool Loop kann hier eine starke ökologische und soziale Wirkung entfalten und zugleich als skalierbares Modell für ähnliche Straßenzüge in Berlin dienen.


