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KOINNO Prämierung
Lösung

Die ‘Berlinette’: Berliner Baumscheiben als hybride und ökosoziale Orte der Stadtgesundheit

FG Landschaftsarchitektur + FG Städtebau und Entwerfen, BTU Cottbus-Senftenberg
Kurzvorstellung der Lösungsanbieterinnen und Lösungsanbieter (max. 500 Wörter)

Wir sind ein interdisziplinäres Team aus Städtebau und Landschaftsarchitektur, das sich in Forschung, Lehre und Praxis auf die Transformation und Gestaltung urbaner Bestandsräume fokussiert: das Fachgebiet Landschaftsarchitektur (FG LA) und das Fachgebiet Städtebau und Entwerfen (FG SuE) der BTU Cottbus-Senftenberg. Alle Mitglieder des Teams leben in Berlin und haben durch ihre Praxis als Architektinnen und Landschaftsarchitektinnen einen starken Bezug zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Stadträume Berlins.
 


Vorbeschäftigung:


Ein gemeinsamer interdisziplinärer Forschungsstrang der beiden Fachgebiete FG SuE und FG LA sind die seit 2024 laufenden Arbeiten zu „Erdgeschosse als urbane Ressource“, in denen Potenziale für eine Aktivierung und mikroklimatische Verbesserung urbaner Erdgeschosszonen an der Schnittstelle von Gebäude und Freiraum systematisch untersucht werden. Vorarbeiten beinhalten forschende Lehrprojekte (Seminare, Entwurfsprojekte, Research-by-Design) sowie ein wissenschaftliches Symposium mit Ausstellung, das im November 2025 durchgeführt wurde (gefördert durch die Hans Sauer Stiftung).


Kernteam:


Prof. Anna Lundqvist (Leiterin des FG Landschaftsarchitektur, BTU Cottbus-Senftenberg und Büropartnerin Man Made Land in Berlin)


Fokus: Klimaanpassung, Schwammstadt, Landschaftsarchitektur

Anna Lundqvist hat im Forschungsprojekt Green Urban Labs (Cottbus) zur Aktivierung urbaner Freiräume in Großwohnsiedlungen mitgewirkt. Beispielhaft für ihre Praxis ist die Planung für das Dragoner Areal (Berlin), das neben dem gemeinwohlorientierten Nutzungskonzept ein Bewertungssystem für resiliente Transformation beinhaltete. In ihrem Planungsprojekt Taylorpark (Mannheim) (Bundespreis Stadtgrün 2022) wurden Pionierleistungen zur Schwammstadt und Multikodierung umgesetzt. Internationale Erfahrung ist durch Drittmittelprojekte der Middle-East-Cooperation der BTU vorhanden (Irak 2025, Alexandria 2024, Ägypten 2023).

Susanne Friedburg (Akademische Mitarbeiterin und Doktorandin am FG Landschaftsarchitektur, BTU Cottbus- Senftenberg und Büroinhaberin friedburg & Co.)


Fokus: Urbane Nachbarschaften, Landschaftsarchitektur
Susanne Friedburgs Schwerpunkt liegt in den Themenbereichen Wohnumfeld und
Quartiersentwicklung sowie der Gestaltung von Außenräumen für soziale Einrichtungen, Kitas und Schulen. Im Rahmen ihrer Promotion untersucht sie den Einfluss gebauter Wohnumwelt auf Nachbarschaften im Hinblick auf Einsamkeitsempfinden.

Prof. Verena Schmidt (Leiterin des FG Städtebau und Entwerfen, BTU Cottbus-Senftenberg und Büroparterin Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus in Berlin)


Fokus: Transformation von Quartieren und Erdgeschosszonen, Architektur und Städtebau
Verena Schmidt war beteiligt an Forschungsprojekten wie Zukunft Wohnen (2022), Sorge um den Bestand (2020) und Stadt der Zukunft (TU Braunschweig 2017). Praxisseitig liegen Erfahrungen aus dem Klimagerechten Quartier Nordhausen (IBA Thüringen) vor, das eine Belobigung im Deutschen Städtebaupreis 2025 erhielt, sowie aus dem vielfach publizierten Berliner Projekt Haus der Statistik. Sie wirkt in mehreren Gestaltungsbeiräten mit.

Pola Koch (Akademische Mitarbeiterin FG Städtebau und Entwerfen, BTU Cottbus- Senftenberg und Mitglied von c/o now in Berlin)


Fokus: Transformation von Straßenräumen und Erdgeschosszonen, Architektur und Städtebau
Pola Koch arbeitet schwerpunktmäßig zur nachhaltigen Transformation öffentlicher Räume. Sie ist Mitherausgeberin der Publikation Die neue Öffentlichkeit – Europäische Straßenräume des 21. Jahrhunderts (Koch, de Rudder, Signer, 2024), die anhand realisierter Fallstudien zeigt, wie Straßenräume in europäischen Städten als integrative, klimaresiliente und sozial orientierte öffentliche Räume neu konzipiert werden.

Für die Challenge "Urbane Gesundheit: Welche Lösungen lassen Straßen und Quartiere zu gesunden Lebensräumen werden?" bringen wir umfangreiche Kompetenzen und Vorarbeiten ein, die direkt in die Erprobung eines klimaaktiven, gesundheitsorientierten Straßenraums im Rahmen von 100 m Zukunft überführt werden können.

Kurzbeschreibung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Keyfacts:


Unsere Lösung setzt auf die gezielte Aktivierung von Straßenbaumscheiben – einem bisher stark unterschätzten urbanen Potenzial für Klima, Biodiversität und soziale Interaktion. Die Besonderheit liegt in der Hybridnutzung der Baumscheiben als ökosoziale Begegnungsorte, bei der ökologische Funktion und soziale Nutzung ineinandergreifen.


Zum einen ist unser Konzept eine innovative Lösung – insbesondere aufgrund der hybriden und zugleich robusten Umsetzung auf kleinstem Raum. Zum anderen ist unser Konzept eine Berliner Lösung, da es sich direkt ableitet aus den Potenzialen des Berliner Stadtraums – mit seinen großen, manchmal ausgetrockneten, oftmals überbeanspruchten, hier und da bereits angeeigneten und von ehrenamtlichen Paten bepflanzten Baumscheiben.


Die sogenannte „Berlinette“ beinhaltet folgende Elemente:

  • „Urbane Bühnen“ als durchlässige Plattformen aus verzinktem Stahl und Holz schützen die empfindlichen Wurzeln, ermöglichen Wasser- und Lufteinlass und schaffen gleichzeitig begehbare Aufenthaltsflächen.

  • Der „Dazwischengarten“ als pflegearme und klimaaktive Wildnis zwischen zwei Straßenbäumen mit pflegearmen trockenresistenten Stauden, kleinen Topografien und Sträuchern fördert Mikroklima, Biodiversität und Pollination.

  • Die „Baum-Stamm-Tische“ als Aufenthalts- und Sitzbereiche unter Bäumen reduzieren Hitzeeffekte und schaffen Raum für soziale Interaktionen.

  • Die „Plug-Ins“ als additive Module integrieren zusätzliche Elemente und Funktionen (Regentonnen, Fahrradabstellbügel, Stadtmöbel, etc.)

Die flexible, modulare Gestaltung erlaubt kurzfristige Experimente im Reallabor und langfristige Übertragbarkeit in anderen Straßenräume.

Beschreibung:


Ausgangspunkt der Intervention sind die Straßenbäume und ihre Baumscheiben, die ein immenses Potenzial für die Stadtgesundheit bieten.

Die Baumscheibe ist der offene, unversiegelte Bereich um den Stammfuß eines Baumes. Sie dient dazu, die empfindlichen Wurzeln vor äußeren Einflüssen wie Verdichtung zu schützen und den Wasser- und Lufteinlass zu gewährleisten. Aufgrund von Begehung, unzureichender Pflege und Belastung durch Hundekot oder Müll kommt es im urbanen Raum zu Verdichtungen und Verschmutzungen der Baumscheiben und damit zu einer Beeinträchtigung der Vegetation.

Das Konzept sieht vor, diese sensiblen Bereiche als ökosoziale Begegnungsorte zu gestalten. Dazu werden die Baumscheiben mit verzinkten Stahlgitterrosten und Holzpodesten überbaut. Diese Plattformen heben die Baumscheibe als identifikationsstiftenden Ort hervor. Die Plattformen sind begehbar und fördern eine intensive Nutzbarkeit der Flächen. Gleichzeitig werden die entsiegelten Bereiche unter den durchlässigen Plattformen geschützt, um das Atmen und die Wasseraufnahme zu verbessern.

Ein variabler, langer Bereich zwischen den Straßenbäumen wird in einen Staudengarten transformiert. Bodensubstrate und eine trockenresistente Stauden-Wildpflanzenmischung mit kleinen Topografien für Sträucher bilden eine gärtnerische Aufwertung. Die grünen Inseln bieten zudem wertvolle Pollinationsflächen und tragen zur Verbesserung des mikroklimatischen Stadtumfeldes bei. Unter dem Baum bieten Sitz- und Aufenthaltsbereiche Schutz vor Sommerhitze und schaffen Raum für soziale Interaktionen.

Der Prototyp ist temporär konzipiert, wobei die Flächen auf Bürgersteig und Parkplatz durch L-Profile eingefasst werden. Ergänzende Elemente wie mobile Spanngurt-Tische oder Regentonnen können die Nutzung flexibilisieren. Bei dauerhafter Installation kann die Vegetation das Regenwasser über das natürliche Straßengefälle aufnehmen, wodurch insbesondere die ökologische Funktion der Pflanzen nachhaltig gestärkt wird.

Planungsstand:


Die Antragstellenden sind ein eingespieltes Team mit Vorwissen aus vergleichbaren Projekten. Einzelne Elemente des Konzepts wurden in anderen Kontexten bereits geplant und erprobt. Diese Erfahrungen erleichtern die effektive Weiterentwicklung und Umsetzung der Lösung. Der Prototyp wurde in Skizzenform auf den Testraum des Reallabors übertragen. Eine Ausführungsplanung ist vorgedacht und realistisch umsetzbar.


Umsetzung im Reallabor:


Für die Fasanenstraße schlagen wir eine räumliche Intervention vor, die:

• Begegnungsorte und Aufenthaltsmöglichkeiten rund um Straßenbäume schafft,
• kühlende Vegetationsmodule integriert,
• Radpark-Elemente einbindet,
• und optional Teilflächen entsiegelt.

Die Module werden so gesetzt, dass Nutzung (Gehen, Sitzen, Radabstellen) und Klimaanpassung ineinandergreifen. Die Umsetzung kann temporär, reversibel und innerhalb weniger Tage erfolgen.

Wirkung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Das Konzept vereint einen sensiblen Umgang mit dem bestehenden Baumbestand mit einer modularen, an verschiedene Situationen anpassbaren Intervention. Der Prototyp erzeugt als kostengünstige, robuste Lösung insbesondere ökologische und soziale Mehrwerte für das Quartier und die Stadt.

Ökologische Wirkung:

• Hitzereduktion: Verschattung, Verdunstung und helle Oberflächen kühlen das Mikroklima messbar ab.

• Wasserrückhalt & Versickerung: Entsiegelte Flächen und Pflanzmodule speichern Regenwasser, reduzieren Abfluss und entlasten die Kanalisation.

• Verbesserte Luftqualität: Vegetation filtert Feinstaub und erhöht die Aufenthaltsqualität.

• Stärkung der Biodiversität: Pflanzenwahl fördert Insekten und städtische Mikrohabitate.


Soziale Wirkung:

• Begegnung & Aufenthaltsqualität: Durch Sitzgelegenheiten, Schatten und eine angenehme Atmosphäre entsteht ein neuer Begegnungsort.

• Schutz vulnerabler Gruppen: Kühlung und Schatten sind besonders relevant für ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Belastungen.

• Sicherheit & Orientierung: Klare Zonierung verbessert die Struktur des Straßenraums und stärkt die barrierearme Nutzbarkeit.

• Teilhabeförderung: Durch die Nähe zu Erdgeschossen entsteht ein Raum, der Gewerbe, Nachbarschaft und Mobilität verbindet.

Ökonomische Wirkung:

• Flächen- und Ressourcensparen: Die Lösung erlaubt mehr Nutzung auf weniger Fläche. Synergetische Lösungen wie z.B. lokale Regenwasserspeicher tragen zu einem pflegearmen und kostengünstigen Konzept bei.

• Attraktivität der Erdgeschosszone: Der Aufenthaltsort erhöht die Attraktivität des Stadtraums und hat dabei eine positive Ausstrahlung auf angrenzende Erdgeschosse.


Als hybrider Ort vereint der Prototyp eine intensive soziale Nutzung, ökologische Funktionalität und klimaadaptive Effekte und bildet einen exemplarischen Baustein für die Stadtgesundheit. Das Konzept ist flexibel und kann besonders flächensparend ausgeführt werden, da begehbare und nutzbare Flächen sich mit Versickerungsflächen überlagern. Dies liefert Lösungen für den Zielkonflikt zwischen dichten, intensiv genutzen Stadträumen und einer naturnahen, klimaaktiven Vegetation im urbanen Kontext. Die Gestaltung betont Offenheit, Sichtbarkeit und Niedrigschwelligkeit, so dass die neue sogenannte „Berlinette“ ein identifikationsstiftender Bestandteil des Straßenraums wird.

Die Umsetzung innerhalb des Reallabors erlaubt ein Testen und Optimieren der Lösung, so dass sich diese vielseitig erweitern und auf andere Orte übertragen lässt.

Finanzierungs- und Realisierungsperspektiven

Eigenleistungen können in Form von Personal/Arbeitsstunden des Teams (BTU Cottbus-Senftenberg) in angemessenem Umfang eingebracht werden. Ggf. kann die Umsetzung in ein studentisches Projekt integriert werden. Als Praxispartner können ggf. die Planungsbüros der Teammitglieder einbezogen werden.

Optional: Auswahl möglicher Flächen für die Umsetzung

Vorschlag der Verortung:

Die prototypische Testfläche wird direkt nördlich des Haupteingangs der IHK vorgeschlagen. Sie belegt zwei Parkplätze, bespielt zwei Baumscheiben und spannt zwischen zwei Straßenbäumen einen neuen grünen und sozialen Aufenthaltsort auf. Die Fläche misst etwa 10 × 3,0–4,0 Meter.

Eine Anpassung an kleinere Flächen ist denkbar und Bestandteil des modularen Ansatzes.

Challenge
Urbane Gesundheit
Lösungsgeber
BTU Cottbus-Senftenberg
Anhänge
PDF
Anhang berlinette
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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