
UrbanFoodLab - Demokratisierung urbaner Ernährungssysteme
Wir sind ein interdisziplinärer Verbund aus Wissenschaft, Technologieentwicklung und gesellschaftlicher Innovation, getragen von Partnern, die bereits in Berlin und Brandenburg vielfältige Erfahrungen in der Entwicklung, Erprobung und Skalierung nachhaltiger urbaner Ernährungssysteme in Kombination mit digitalen und immersiven Beteiligungsformaten besitzen. Der Verbund umfasst Akteur:innen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ). Wir kooperieren im Rahmen unserer Projekte mit diversen Wirtschaftspartnern.
HTW | Die HTW Berlin ist als größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Berlin ein Innovationsmotor mit überregionaler Ausstrahlung und verbindet Forschung, Lehre und Wissens-Transfer unmittelbar mit gesellschaftlicher Wirkung. Das Projektteam der HTW umfasst die Forschungsgruppen Creative Media (Prof. Carsten Busch) und CENTIS (Prof. Johann Habakuk Israel) des Fachbereichs 4 (Informatik, Kommunikation und Wirtschaft) sowie die Forschungsgruppe von Prof. Pablo Dornhege (Fachbereich 5 Gestaltung und Kultur) zur Gestaltung und Konzeption realer und virtueller Narrativer Räume.
Creative Media erforscht die Nutzung von Konzepten und Technologien aus der Gamesbranche – primär für Bildung und Wissenschaftskommunikation – und bringt diese Expertise zur Erstellung von gamifizierten Elementen in “UrbanFoodLab” ein. Die Forschungsgruppe CENTIS entwickelt Umsetzungen von interaktiven Systemen und immersiven Medien mit einem Fokus auf Augmented Reality (AR) / Extended Reality (XR) u.a. in Partizipationsprozessen sowie kollaborativen Umgebungen und realisiert in Kooperation mit LIQD den AR/XR-Ansatz der Partizipationskomponente. Prof. Dornhege entwickelt in seinem Team Co-Located Multi-User VR-Erfahrungen, die komplexe Inhalte in interaktive 3D-Räume mit immersiven Lernerfahrungen übersetzten.
Alle Forschungsgruppen haben mehrfach ausgezeichnete Kompetenzen im Bereich Augmented Reality (AR), WebXR, immersiven Lernumgebungen, urbaner Partizipation und der Entwicklung real experimenteller Innovationsprozesse in Transformationsräumen. Aus der Forschungsarbeit der verschiedensten Mixed-Reality-Projekten fließen erprobte Erfahrungen zur nutzerorientierten Gestaltung ortsbezogener Beteiligung ein.
IGZ | Die Antragsteller:innen (Dr. Babette Regierer, Prof. Monika Schreiner) verfügen über umfangreiche Vorarbeiten und Erfahrungen zu derzeitigen und zukünftigen Agrar- und Ernährungssysteme der Zukunft , u.a. im Rahmen des BMFTR-Verbundprojekts food4future und der Leitung der Koordinierungsstelle der BMFTR-Förderlinie Agrarsysteme der Zukunft. Mit den Forschungsarbeiten in „food4future“ zu Indoor-Farming, salzbasierten Kultivierungssystemen sowie alternativen Nahrungsquellen (Halophyten, Makroalgen, Medusen und Insekten in Einzel und auch Co-Kultivierung) verfügt das IGZ über funktionierende Prototypen modularer urbaner Kultivierungssysteme aus nachhaltigen naturfaserverstärkter Komposit-Leichtbauwerkstoffen mit Funktionsintegration erstellt. Dies eröffnet neue Wege zur regionalen Kreislaufwirtschaft und Resilienz-Steigerung von regionalen Ernährungssystemen.
Diese Systeme wurden explizit dafür konzipiert, regionale Kreislaufwirtschaft zu stärken, neue Wertschöpfungsketten für urbane Räume zu modellieren und partizipativ erlebbar zu machen. Ebenso leiten wir im Innovationsportal Reallabore des BMWE die Fachgruppe Agrarwirtschaft/Lebensmittel. In Zusammenarbeit mit der HTW etablieren wir in „food4future“ derzeit das Future Food Living Lab.
Der Verbund vereint somit Kompetenzen in Ernährungssystemen, Digitalisierung, XR-Technologien, sozio-kultureller Transformation und Reallabor-Methodik. Alle Partner verfügen über fundierte Vorerfahrung im Aufbau und Betrieb von Reallaboren sowie der Übertragung wissenschaftlicher Innovationen in gesellschaftliche Anwendungen.
Als Lösungsanbieter:innen bringen wir technische Innovationsfähigkeit, erprobte wissenschaftliche Expertise und ein großes Netzwerk in Berlin mit. Wir sind in der Lage, Lösungen praxisnah, Nutzer:innen-orientiert und schnell im öffentlichen Raum testbar zu machen – genau entlang der Zielsetzung der „100 m Zukunft“-Challenge der IHK Berlin und ihrer Rolle als Brückenbauerin zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung.
Leitidee | Unsere Leitidee sind nachhaltige urbane Ernährungssysteme, in denen innerhalb der planetaren Grenzen produziert und konsumiert wird, wobei die Ernährung auf vielfältigen auch nachhaltigen Nahrungsquellen basiert, und allen Konsumenten jederzeit zur Verfügung steht. Wir produzieren direkt dort, wo die meisten Menschen wohnen, arbeiten und konsumieren, also im urbanen Raum.
Umsetzung & Anwendung, Zielsetzung | Daher verbinden wir in einem neuartigen integrierten Ansatz drei Komponenten zu einem schlüssigen urbanen Ernährungssystem:
Kombinierte real-digitale-Prototypen: Mobile Popup-Kultivierungsmodule – kompakte, robuste, energieeffiziente Indoor-Farming-Einheiten zur lokalen Produktion von essbaren Pflanzen und alternativen Nahrungsquellen (u. a. Halophyten, Mikro- und Makroalgen).
Ein zentraler Ort innerhalb Berlins für die Installation könnte die Fasanenstraße in Charlottenburg sein.
Zielsetzung: lokale Lebensmittelproduktion sichtbar machen, neue Ernährungssysteme niedrigschwellig erfahrbar machen, Stadt-Land-Beziehungen stärken, urbane Resilienz erhöhen.
Digitale und immersive Beteiligung: AR-/XR-Ernährungsplattform, die Passant:innen in Echtzeit zeigt, wie urbane Lebensmittelproduktion funktioniert, welche Potenziale lokale Kreisläufe haben und wie sich die Module in den Stadtraum integrieren lassen.
Zielsetzung: Prozesse erlebbar machen, Kommentare, Ideen und Feedback ortsbezogen einreichen, virtuelle Alternativen vergleichen, neue Nutzungen für IHK-Flächen simulieren, neue Ideen einbringen.
Soziale Innovation: „UrbanFoodLab“-Zukunftswerkstatt im Stadtraum, ein offener, partizipativer Lern- und Begegnungsraum, der Ernährung als kulturelles, soziales und ökologisches Thema sichtbar macht und lokale Akteur:innen vernetzt.
Gemeinsam bilden diese Komponenten eine skalierbare urbane Ernährungslösung, die den öffentlichen Raum in der Fasanenstraße aktiviert, Wissen zugänglich macht, lokale Produktion ermöglicht und echte Beteiligung fördert (z. B. interaktive Moderationsformate, Workshops für Unternehmen, Gastronomie, Schulen und Kitas.
Zielsetzung: Partizipation und Interaktion mit allen Akteur:innen der Fasanenstraße.
Wir haben bereits unsere diesbezüglichen Forschungsleistungen für die interessierten Öffentlichkeit im Futurium – dem Haus der Zukünfte – beim Mitmachtag „Auf Tuchfühlung mit der Zukunft“ am 4. Oktober 2025 vorgestellt (https://food4future.de/de/aktuelles/news/2025-10-08-zukunft-schmecken-spuren-erleben; https://futurerealiteslab.notion.site/Future-Food-24429d8a9fe2806287aac49312e864ee?source=copy_link).
Aber auch bei verschiedenen weiteren Veranstaltungen (z. B. Nachhaltigkeitskonferenz 2025) haben wir unsere App- und Mixed-Reality-Entwicklungen demonstriert.
Stärkung des Standortes | Mit unserem Vorschlag beleben wir die Fasanenstrasse durch den flexiblen Einsatz von Prototypen und Mixed Reality, direkt dort wo die Akteur:innen sich befinden. Wir schaffen sichtbare, aktivierende Räume mit dem Mix digitalen Beteiligung und Prototypen. Diese Räume können überall in der Fasanenstraße umgesetzt werden, da wo die temporalen oder auch permanenten Hotspots sind.
Wirkung | Unsere Lösung entfaltet Wirkung in drei Dimensionen: ökologisch, sozial, ökonomisch – im Sinne der Berliner Ernährungsstrategie und der Challenge-Ziele.
Die Popup-Kultivierungsmodule verdeutlicht exemplarisch wie lokale Nahrungsproduktion direkt im Stadtraum möglich ist – ohne zusätzliche Flächenversiegelung und mit geringen Ressourcenverbräuchen. Die Ausschreibung fordert ausdrücklich Lösungen, die lokale Produktion stärken und effiziente Nutzung urbaner Anbauflächen ermöglichen – genau dies leisten die Module.
Sichtbarer, sicherer und attraktiver Stadtraum - Die Zukunftswerkstatt aktiviert bislang untergenutzte Flächen der Fasanenstraße. Mehr Grün, neue Aufenthaltsqualitäten und Bildungsangebote schaffen: bessere soziale Interaktion, stärkere Identifikation, verbesserte Aufenthaltsqualität (Schatten, Sicherheit, Nutzungsflexibilität). Damit adressiert die Lösung direkt die ermittelten Bedürfnisse aus dem Feinkonzept (Sitzgelegenheiten, Grün, bessere Durchwegung, Aufenthaltsqualität).
Niedrigschwellige Teilhabe durch die AR-Plattform können auch Menschen ohne Vorwissen Ernährungssysteme verstehen und mitgestalten. Besonders angesprochen werden: Anwohner:innen, junge Erwachsene, Menschen geringerer Sprach- oder Lesekompetenz, Unternehmen, Gastronomie, lokale Betriebe.
Potential-Identifikation für neue Wertschöpfungsketten & Geschäftsmodelle - Es können neue Gastronomie-Partnerschaften und lokalen Mikro-Lieferketten identifiziert werden.
Modellcharakter/Blaupause - Das Challenge-Ziel, Lösungen in weiteren Berliner Kontexten zu etablieren, wird direkt adressiert. Die Systeme sind leicht übertragbar auf: andere Straßen, Schulen & Kitas, Bezirksprojekte, gastronomische Standorte, Hochschulcampus.
Raumwirkung & Gestaltung - Unsere Lösung schafft grüne Mikro-Orte, sichtbare Produktionsorte, Begegnungsräume, interaktive Erzählräume im Stadtraum. Wir transformieren die Fasanenstraße vom Transitraum zum Wissens- und Erlebnisraum für Ernährung und Nachhaltigkeit.
Wir bringen bereits diverse Entwicklungen zu den real-digitalen-Prototypen, zu den digitalen und immersiven Beteiligungs-Technologien und zu den interaktiven und partizipativen Beteiligungsformaten mit. Alle weiterführenden Entwicklungen, insbesondere aber auch Aktivitäten vor Ort müssen über diesen Lösungsvorschlag finanziert werden.
Wir benötigen insbesondere:
Personalmittel wissenschaftliches Personal und studentische Hilfskräfte 50.000 €
Verbrauchsmaterial wie Software, Verkostungsmaterial, Materialien für die Weiterentwicklung der Prototypen, Material für die „UrbanFoodLab“-Zukunftswerkstatt“ 50.000 €
Die digitalen Elemente können an fast beliebigen Orten umgesetzt werden, da diese voll mobil sind.
Auch die Zukunftswerkstatt ist als ein kuratierter, offener Raum anlegbar entlang der Fasanenstraße, im Rondell der IHK oder auf ausgewählten Parkplätzen.
Bei ungünstigen Witterungsbedingungen sind jedoch Indoor-Formate zu präferieren, dort wo eine breite Beteiligung der Akteur:innen möglich wie das IHK-Gebäude.


