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KOINNO Prämierung
Lösung

STROMPUMPE B

Atelier Fleiter
Kurzvorstellung der Lösungsanbieterinnen und Lösungsanbieter (max. 500 Wörter)

Sebastian Fleiter, *1971 in Hamburg, arbeitet als Künstler, Designer, Entrepreneur und Berater in unterschiedlichsten Kontexten. Nach seiner ursprünglichen Ausbildung zum Bühnenbildner in Köln und London studierte er an der Kunsthochschule Kassel Freie Bildende Kunst und Visuelle Kommunikation unter anderem bei Prof. Rob Scholte, Prof. Björn Melhus und Prof. Joel Baumann. 2007 gründete er sein künstlerisches Label Atelier Fleiter. Dieses hat sich auf Kommunikationskonzepte, Produkte und Projekte spezialisiert, die auf verschiedenste Weise und aus wechselnden Perspektiven Energie und Nachhaltigkeit thematisieren.

Fleiters Werke haben schon lange den reinen Kunstkontext verlassen, und finden sich an so unterschiedlichen Orten wieder wie Musikfestivals, Firmen-Events, Messen, Museen und Kinderspielplätzen. Sein mobiles Showcase-Projekt The Electric Hotel tourt seit 2011 kreuz und quer durch die europäische Musikfestivalszene. Sowohl im Rahmen von internationalen Vortragsformaten wie tedx in Cannes, dem South by Southwest Festival in Austin, Texas, dem Entrepreneurship-Summit in Berlin, dem Cultural Entrepreneurship Institute in Göteborg, Schweden, in zahllosen Vortragsreihen, diversen Fernsehformaten, aber auch in Schul-Workshops in UK thematisiert er unseren Umgang mit Energie. Und macht beispielsweise ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit hohem Unterhaltungswert und neugierig machenden Aktionen darauf aufmerksam, das Elektrizität durch die Augen eines Künstlers betrachtet weit mehr Beachtung verdient als einmal im Jahr auf den Haus-Stromzähler zu schauen.

Wenn er nicht im Atelier an neuen Modulen arbeitet, reist Fleiter als Coach, Workshopleiter und Thinktank-Mitglied durch die Welt, um das Thema Kreativwirtschaft zu beleuchten, immer oszillierend im Spannungsfeld zwischen Politik, Wirtschaft, Kunst, Ingenieurwesen und Philosophie. In dieser Funktion ist er unter anderem häufig für das Kompetenzzentrum Kultur-und Kreativwirtschaft des Bundeswirtschaftministeriums unterwegs, und konzipierte für dieses 2021 eine mobile Ausstellung im Rahmen einer bundesweiten Roadshow.

Fleiter hatte Lehraufträge am Pro Arte Institut in St. Petersburg, Russland, dem Sichuan College of Fine Arts in Chong Qing, China, am Goethe Institut in Talin, Estland, und an der Kunsthochschule Kassel. 2004 gründete er in Kassel das Kreativwirtschaftszentrum Nachrichtenmeisterei, in welchem bis heute unterschiedlichste kreative Gewerke nebeneinander arbeiten, vom Gamesentwickler zum Holzbildhauer, von der PR-Agentur zum Filmemacher.

Fleiter wurde ausgezeichnet mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold, seitens des Bundeswirtschaftsministeriums als Kreativpilot der Bundesrepublik Deutschland, und von der britischen Green Organisation als Green Ambassador. Er erhielt den internationalen Green Apple Award in Westminster Abbey, UK, den Green World Award in Seoul, Südkorea, und wurde Landessieger des Climate Kic Startup-Programms der Europäischen Union. 2020 wurde er vom IQ-Magazin der weltweit operierenden ILMC als einer der 60 einflussreichsten Künstler im Bereich Event

Sustainability ausgezeichnet. Seine künstlerischen Arbeiten waren unter Anderem auf der Vancouver Biennale zu sehen.

Zu den Auftraggebern von Atelier Fleiter zählen neben zahlreichen internationalen Agenturen Firmen und Veranstalter wie Volkswagen, Audi, General Electric, Proximus, Vodafone, Zalando, Fossil, Adidas, Tesla Motors, Kreidler, ILA Berlin, Messe Frankfurt, Bread & Butter und viele europäische Musikfestivals wie dem Wacken Open Air, Pukkelpop (BE), DGTL (NL), Shambala (UK), We love Green (Fr) sowie Landes-und Bundesministerien. Fleiter ist seit 2016 verheiratet mit der Illustratorin und Autorin Florentine Joop, und gemeinsam haben sie vier Kinder.

Kurzbeschreibung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Es braucht nicht viel Strom, um ein Handy aufzuladen. In der Regel zwischen 5 bis 15 Watt über einen Zeitraum von maximal zwei Stunden. Oder auch 5 Minuten, wenn man nur ein paar Prozent laden möchte. Der menschliche Körper ist ohne große Anstrengungen in der Lage, 50 Watt elektrische Energie durch Muskelbewegungen zu erzeugen. Beim gemütlichen Radfahren beispielsweise. Genug, um einige Handys gleichzeitig aufzuladen.

 

Grundlage für STROMPUMPE B ist die Realisierung von muskelkraft-betriebenen Stromgeneratoren. Diese Generatoren orientieren sich inhaltlich und auch mechanisch an einer alten Infrastruktur: Öffentliche handbetriebene Wasserpumpen. Im Großraum Berlin beispielsweise finden sich noch knapp über 2.000 dieser Relikte aus der Zeit vor einer zentralen Wasserversorgung. Und sie erfüllen teilweise immer noch ihren Zweck, heute allerdings als eine gesetzlich geregelte Notwasserversorgung, denn gemäß dem Wassersicherstellungsgesetz von 1965 soll deutschlandweit die gesamte Bevölkerung netzunabhängig mit Trinkwasser versorgt werden können. Ein derartiges Gesetz für eine Notstromversorgung gibt es interessanterweise nicht.

 

Diese Wasserpumpen waren dabei immer schon mehr als eine reine Infrastrukturmaßnahme – hier wurde sich getroffen, unterhalten, ausgetauscht, analog kommuniziert. In der Regel bedient während dieses Miteinanders an der Straßenkreuzung jemand den Pumpenhebel, um den anderen die Eimer zu füllen. STROMPUMPE B übernimmt dieses Wesen und die praktische Umsetzung der öffentlichen Wasserpumpen, und ersetzt die Ressource Wasser durch die Ressource Elektrizität. Mittels einer mit Muskelkraft zu bedienenden Mechanik (Hebel, Drehrad o.Ä.) wird über eine Übersetzung ein Generator angetrieben, der über eine Steuerelektronik Strom an Standard-USB-Anschlüsse liefert, an denen Mobiltelefone (oder Kameras, Taschenlampen, Boom-Boxen...) zum Laden angeschlossen werden können.

 

STROMPUMPE B ist gewissermaßen ein Gegenentwurf zur Digitalisierung des privaten Umfeldes. Während diese die persönliche, analoge Kommunikation untereinander minimiert, sorgt die STROMPUMPE B für einen realen und sozialen Treffpunkt, an dem sich Stromsuchende von Angesicht zu Angesicht austauschen können. Das Mobiltelephon dient dabei als Vehikel, um Menschen zusammenzubringen und spielerisch mit Elektrizität umgehen zu lassen.

 

Ziel des Projektes ist die Schaffung von Kommunikationsorten, die Interessenserweckung an energetischen Zusammenhängen, das Zusammenwirken von Kunst und Technologie, und nicht zuletzt das sehr praktische Aufladen von mobilen Devices. Gerade durch Letzteres werden Menschen erreicht, die eigentlich lieber einen Bogen um künstlerische Inhalte machen. Das Warten auf die Aufladung von Geräten bringt Personen unterschiedlichster Herkunft und Hintergründe dazu, eine kurze Zeitspanne gemeinsam zu verbringen und analog zu kommunizieren.

Ob Einheimische, Touristen, Kunstinteressierte. Insbesondere dadurch das immer jemand oder mehrere der Anwesenden eben den Strom zu der Aufladung händisch generieren müssen. STROMPUMPE B vereint auf spielerische Weise und interdisziplinär Kunst mit MINT-Themen und macht beides insbesondere jüngeren Menschen zugänglich. Die Installationen sind Orte der Kommunikation und der Zusammenkunft, die Aufladung von Mobilgeräten ist grundsätzlich geschlechterübergreifend.

Ein erster rudimentärer Prototyp wurde im Rahmen eines Kunstprojektes 2025 realisiert. Die damit gemachten Erfahrungen ermöglichen nun eine mechanische und inhaltliche Weiterentwicklung, insbesondere was die Implementierung von zusätzlichen Services (nft, wLan...) angeht.

Wirkung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Es heißt, Elektrizität ist die Grundlage unserer modernen Gesellschaft.

Aber was genau ist das eigentlich, Elektrizität? Wo kommt sie her? Was bedeuten Ampere, Watt und Volt? Wenige können diese Fragen beantworten. Meistens lautet die Antwort eines mit der Frage „Können sie mir Strom erklären“ konfrontierten Interviewpartners „Nun, da gibt es Plus und Minus, und irgendwie fließt Strom im Kreis“. Was ein bisschen wenig zu sein scheint an Wissen über eine gesellschaftliche Grundlage.

 

Für Menschen in Deutschland ist die Nutzung von Strom eine Selbstverständlichkeit. Er ist eine Ressource, die auf Knopfdruck endlos aus der Steckdose zu fließen scheint. Im Laufe eines Tages werden zahllose Schalter gedrückt, Knöpfe bedient, Stecker eingesteckt. Stromausfälle sind selten, und wir haben unser Leben der Verfügbarkeit von Elektrizität angepasst. Einmal im Jahr kommt dann ein Beauftragter eines Energieversorgers bei uns vorbei, liest den Zähler ab, und wir bezahlen die abstrakte Größe Elektrizität mit der abstrakten Größe Geld. Sich mit dem Phänomen Elektrizität näher zu beschäftigen erscheint nicht wirklich wichtig. Es funktioniert ja, irgendwie.

 

Bis dann vor ein paar Jahren etwas unser Verhältnis zu Strom und die Abhängigkeit davon vehement erfahrbar machte. Smartphones eroberten Hosen- und Westentaschen. Und verwandelten uns in elektrische Nomaden, die von Steckdosenoase zu Steckdosenoase ziehen. Ein neues ungutes Gefühl entstand in uns, und wurde Nomophobie genannt.

 

Wikipedia bezeichnet als Nomophobie die Angst, ohne Mobiltelefon unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein. Die Gründe für eine solche Unerreichbarkeit können von Verlust über Beschädigung bis hin zu einem leeren Akku vielfältig sein. Nomophobie beschreibt das Gefühl, das sich gegen 16:30 Uhr einschleicht, wenn der Handyakku bei 30 Prozent steht, und wir anfangen die Umgebung nach Steckdosen abzusuchen.

 

Was gibt es für einen geeigneteren Moment, Elektrizität zu thematisieren, als jemandem mit entleertem Mobiltelefon auf der Straße die Möglichkeit zu geben, dieses mit selbsterzeugtem Strom wieder aufzuladen.

Die Interaktion mit der Strompumpe ist niedrigschwellig und barrierefrei möglich: Der seitliche Schwengel wird hoch und runter bewegt, die Bewegung wird über ein Getriebe auf einen Generator gegeben, welcher dann vier USB-Anschlüsse und gegebenenfalls kabellose Qi-Ladeplatten mit Strom speist. Die gewonnenen Daten über die Energieerzeugung werden im System gespeichert, und können jederzeit ausgelesen werden und beispielsweise auf einer Website gezeigt werden.

Seitliche Fenster in der Stele ermöglichen einen Blick in die Innen wirkende Mechanik.

Finanzierungs- und Realisierungsperspektiven

Ein erster Prototyp wurde bereits realisiert. Die Kosten dafür lagen bei ca. 35.000,- Euro.

Aufgrund der Einzigartigkeit von STROMPUMPE B erscheint eine Suche nach Partnern aus Wirtschaft, Kultur und Politik gerade in Berlin vielversprechend.

Optional: Auswahl möglicher Flächen für die Umsetzung

STROMPUMPE B benötigt ein 40x40x40cm großes Betonfundament. Die Aktionsfläche um das Modul ist ein Kreis mit einem Umfang von um die 5m. Solange das gewährleistet ist, kann die Strompumpe sehr flexibel aufgestellt werden.

Challenge
Nachhaltige Mobilität und lokale Energieproduktion
Lösungsgeber
Atelier Fleiter
Anhänge
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KOINNOvationsplatz
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