
EXEDRA SenseOne für Konstanz
Schréder ist ein international tätiger Spezialist für intelligente, energieeffiziente und vernetzte Außenbeleuchtung. Seit mehr als 100 Jahren entwickeln wir Lösungen für öffentliche Räume, Straßen, Plätze und kommunale Infrastruktur. Unser heutiger Schwerpunkt liegt nicht nur auf der Leuchte selbst, sondern auf dem Zusammenspiel aus Lichttechnik, Steuerung, Sensorik, Daten, Betriebsführung und langfristig skalierbarer Smart-City-Infrastruktur.
Für kommunale Auftraggeber verbindet Schréder drei Kompetenzen, die für diese Challenge besonders relevant sind: normgerechte und energieeffiziente Beleuchtung, interoperable Lichtmanagementsysteme sowie die Integration von Sensorik und Daten in praxistaugliche Betriebsprozesse. Ziel ist nicht, zusätzliche Komplexität zu schaffen, sondern vorhandene Infrastruktur gezielt zu nutzen und schrittweise zu einer sicheren, wirtschaftlichen und datenbasierten Steuerungsplattform weiterzuentwickeln.
In Konstanz besteht bereits ein direkter Projektbezug: Mit der smarten LED-Straßenbeleuchtung der Europabrücke wurde eine zentrale Verkehrsachse der Stadt modernisiert und in eine intelligente Lichtmanagementstruktur eingebunden. Die Europabrücke zeigt exemplarisch, wie energieeffiziente LED-Technik, smarte Steuerung, Sensorik und Umweltanforderungen gemeinsam betrachtet werden können. Die dort gewonnenen Erfahrungen sind für die nun geplante Weiterentwicklung besonders wertvoll, weil nicht bei null begonnen werden muss: Plattform, Systemverständnis, lokale Anforderungen und zentrale Anwendungsfälle sind bereits bekannt.
Die Europabrücke ist damit nicht nur ein Referenzprojekt, sondern ein lokaler Proof Point: Die Kombination aus effizienter LED-Technik, intelligenter Steuerung, Sensorik und EXEDRA-Anbindung hat bereits gezeigt, dass Energieeinsparung, Verkehrssicherheit, Datengewinnung und Umweltanforderungen gemeinsam adressiert werden können. Die dort nachgewiesenen Einsparpotenziale von über 70 % zeigen, dass der Ansatz nicht nur theoretisch, sondern im Konstanzer Kontext belastbar ist.
Mit Schréder EXEDRA verfügen wir über eine zentrale Managementplattform für vernetzte Beleuchtungs- und Smart-City-Anwendungen. EXEDRA ermöglicht die Verwaltung, Steuerung und Analyse vernetzter Assets und unterstützt offene Schnittstellen wie TALQ, MQTT und REST APIs. Damit können Beleuchtung, Sensorik, Mobilitätsdaten, Umweltinformationen und Betriebszustände in einer einheitlichen Umgebung genutzt und bei Bedarf an städtische Datenplattformen angebunden werden.
Für die in der Challenge beschriebene Herausforderung ist insbesondere Schréder SenseOne in Verbindung mit EXEDRA Sense relevant. SenseOne ist eine kompakte, vollständig mit dem Schréder EXEDRA-/Owlet-Ökosystem kompatible Multisensorik. Sie kann mehrere bisher getrennte Sensorfunktionen bündeln, darunter Verkehrszählung, Fahrzeugklassifizierung, Geschwindigkeiten, Fuß- und Radverkehr, Parkraumnutzung, Umweltparameter, Schallpegel und lokale Mikroklimadaten. Die Verarbeitung erfolgt datenschutzorientiert über lokale Edge-AI; die Ergebnisse werden als strukturierte Informationen in EXEDRA Sense aufbereitet und können über Dashboards oder Schnittstellen bereitgestellt werden.
Unser Ansatz reduziert damit die in der Challenge beschriebene Komplexität. Statt viele einzelne Drittanbieter-Sensoren, Gateways, Schnittstellen und Datenmodelle separat aufzubauen, können zahlreiche relevante Datenpunkte in einem integrierten, servicebasierten System bereitgestellt werden. Wo Spezialdaten oder vorhandene Drittanbieterkomponenten sinnvoll sind, bleibt EXEDRA offen für deren Integration. Wo SenseOne dieselben Anforderungen einfacher und wirtschaftlicher erfüllen kann, sinken Integrationsaufwand, Schnittstellenrisiken und langfristige Betriebskosten.
Schréder verfügt über umfangreiche Referenzen im Bereich Telemanagement, vernetzte Beleuchtung und kommunale Infrastruktur – unter anderem für kommunale Auftraggeber, Stadtwerke und Infrastrukturbetreiber in Deutschland, von innerstädtischen Telemanagement-Projekten über Hauptverkehrsachsen bis hin zu großflächigen Rollouts vernetzter Beleuchtung. Für Konstanz sehen wir deshalb eine sehr gute Ausgangslage: Die vorhandene EXEDRA-/Owlet-Infrastruktur kann weiter genutzt werden, die Erfahrungen aus der Europabrücke fließen direkt ein, und SenseOne bietet die Möglichkeit, die nächste Projektphase technisch offen, wirtschaftlich skalierbar und im kommunalen Betrieb beherrschbar umzusetzen.
Unser Ansatz basiert auf einer offenen, modularen Systemarchitektur, wie sie bereits im Projekt Europabrücke angelegt wurde: Unterschiedliche Sensoren und Datenquellen werden nicht isoliert betrieben, sondern über definierte Schnittstellen, Datenmodelle und Integrationslogiken in die Lichtmanagementplattform EXEDRA überführt. Im bestehenden Ansatz können beispielsweise Verkehrssensorik, Wetter-/Winterdienstsensorik, LoRaWAN-Komponenten, Router-/Gateway-Strukturen und externe Datenquellen in eine gemeinsame Systemlogik eingebunden werden. Dadurch bleibt die Architektur hersteller- und technologieoffen: Wenn ein spezifischer Sensor für einen bestimmten Anwendungsfall fachlich sinnvoll ist, kann er integriert werden, ohne die Gesamtarchitektur neu aufzubauen.
Entscheidend ist dabei nicht nur die technische Anbindung einzelner Sensoren, sondern die Normalisierung der Daten. Sensordaten werden in ein einheitliches Betriebs- und Objektmodell übertragen, den jeweiligen Lichtpunkten, Zonen, Straßenzügen oder Anwendungsfällen zugeordnet und anschließend für Steuerung, Auswertung und Reporting nutzbar gemacht. So entsteht aus heterogenen Datenquellen ein steuerbares Gesamtsystem.
Für konkurrierende Sensorauslöser wird eine klare Prioritätenlogik definiert. Sicherheit und Betriebsstabilität stehen immer vor Energieoptimierung. Das bedeutet: Wenn Verkehrsdichte, Geschwindigkeit, Fuß- oder Radverkehr, Nässe, Nebel, schlechte Sicht oder eine technische Störung einen höheren Sicherheitsbedarf anzeigen, wird ein entsprechendes Beleuchtungsniveau priorisiert. Energieoptimierende Dimmprofile greifen nur dann, wenn die Rahmenbedingungen dies zulassen. Kurzfristige Messwertschwankungen werden über Mindesthaltezeiten, Plausibilitätsprüfungen, Hysterese und definierte Fallback-Zustände abgefedert. Fällt ein Sensor aus oder liefert unplausible Werte, bleibt das System in einem sicheren Betriebszustand.
Diese offene Architektur ist weiterhin möglich und sinnvoll. Gleichzeitig steht mit Schréder SenseOne nun eine neue, deutlich effizientere Alternative zur Verfügung. SenseOne bündelt viele bisher getrennte Sensorfunktionen in einem kompakten, vollständig mit dem EXEDRA-/Owlet-Ökosystem kompatiblen Multisensor. Damit können Verkehrszählung, Objektklassifizierung, Geschwindigkeiten, Bewegungsmuster, Fuß- und Radverkehr, Parkraumnutzung, Umweltparameter, Schallpegel und lokale Mikroklimadaten in einem integrierten System erfasst und verarbeitet werden.
Die Auswertung erfolgt privacy-first: Relevante Informationen werden lokal verarbeitet und als anonymisierte Zähl-, Bewegungs-, Umwelt- oder Ereignisdaten bereitgestellt. Personenbezogene Identifikation, Kennzeichenerkennung oder Audioaufzeichnung ist nicht Ziel des Systems.
Der Vorteil für Konstanz liegt darin, dass die bewährte modulare Offenheit erhalten bleibt, die Komplexität aber deutlich reduziert werden kann. Statt viele einzelne Drittanbieter-Sensoren mit jeweils eigenen Gateways, Datenformaten, Wartungsprozessen und Schnittstellen zu betreiben, kann SenseOne zahlreiche relevante Use Cases direkt in EXEDRA Sense bereitstellen. Wo Spezialdaten erforderlich sind, bleibt die Architektur offen für Ergänzungen. Wo SenseOne dieselben Anforderungen abdeckt, sinken Integrationsaufwand, Schnittstellenrisiken und langfristige Betriebskosten.
Damit verbinden wir zwei Stärken: die bewährte Offenheit der Europabrücke-Architektur und eine neue, kompaktere Zielarchitektur, bei der SenseOne für viele der beschriebenen Use Cases die naheliegende Multisensorik für einen skalierbaren Regelbetrieb darstellt.
Die Abbildung komplexer Steuerungslogiken erfolgt auf Basis einer modularen Regelarchitektur. Bereits beim Projekt Europabrücke wurde deutlich, dass adaptive Beleuchtung nicht durch einen einzelnen Sensorwert gesteuert werden kann. Erforderlich ist vielmehr das Zusammenspiel aus Verkehrsdaten, Zeitprofilen, Umgebungsbedingungen, Fahrbahnzustand, Sicherheitsanforderungen und lichttechnischen Vorgaben. Genau dafür ist eine offene Plattformarchitektur entscheidend: Sensorwerte werden zunächst in ein einheitliches Datenmodell überführt und anschließend in nachvollziehbare Betriebsregeln übersetzt.
Mehrstufige „wenn-dann“-Logiken werden dabei nicht als schwer wartbare Sonderprogrammierung verstanden, sondern als konfigurierbare Szenarien. Typische Eingangswerte sind Verkehrsaufkommen, Fahrzeugklasse, Geschwindigkeit, Bewegungsrichtung, Fuß- und Radverkehr, Umgebungshelligkeit, Uhrzeit, Wochentag, Wetter- und Umweltparameter, Sichtbedingungen sowie Systemstatus. Daraus können Regeln gebildet werden, die bestimmte Dimmstufen, Haltezeiten, Alarmmeldungen, Reports oder Datenexporte auslösen.
Beispiele für solche Szenarien sind: Wenn hohes Verkehrsaufkommen oder erhöhte Geschwindigkeit erkannt wird, wird ein höheres Beleuchtungsniveau aktiviert. Wenn nachts nur geringe Nutzung vorliegt und keine sicherheitsrelevanten Umweltbedingungen bestehen, kann ein reduziertes Energieprofil greifen. Wenn Nässe, Nebel oder ein kritischer Fahrbahnzustand erkannt wird, verhindert eine Sicherheitslogik eine zu starke Absenkung. Wenn eine Störung, Vibration oder ein Ausfall erkannt wird, wird ein Alarm erzeugt und ein sicherer Betriebszustand beibehalten.
Für das kommunale Betriebspersonal ist entscheidend, dass diese Regeln nicht in Programmcode gepflegt werden müssen. In EXEDRA können Szenarien, Zonen, Schwellenwerte, Zeitfenster, Dimmprofile und Prioritäten als verständliche Betriebsparameter abgebildet werden. Berechtigte Nutzerinnen und Nutzer können Profile anpassen, Zeitfenster ändern oder Schwellenwerte innerhalb freigegebener Grenzen justieren. Sicherheitskritische Parameter können geschützt werden, damit Flexibilität möglich bleibt, ohne die Verkehrssicherheit zu gefährden.
Die Europabrücke-Architektur bleibt dabei weiterhin ein belastbarer Ansatz, weil sie verschiedene Datenquellen offen integrieren kann. SenseOne verbessert diesen Ansatz jedoch wesentlich: Viele Daten, die bisher aus unterschiedlichen Einzelsensoren stammen müssten, können nun aus einem integrierten Multisensor kommen. Dadurch werden die Steuerungslogiken robuster, weil weniger Schnittstellen, weniger Datenbrüche und weniger parallele Systeme koordiniert werden müssen.
SenseOne liefert strukturierte, anonymisierte Echtzeitinformationen aus mehreren Domänen und stellt sie in EXEDRA Sense für Analyse, Automatisierung und Dashboards bereit. Die Regelbildung wird dadurch nicht nur einfacher, sondern auch transparenter: Die Stadt kann nachvollziehen, welche Sensordaten zu welcher Steuerungsentscheidung geführt haben.
Adaptive Beleuchtung bleibt damit nachvollziehbar: Die Stadt kann Regeln, Auslöser und Wirkungen dokumentieren, betrieblich prüfen und bei Bedarf schrittweise anpassen.
Unser Lösungsvorschlag setzt bewusst nicht auf einen Systembruch, sondern auf die Weiterentwicklung der vorhandenen Infrastruktur. Die Architektur des Projekts Europabrücke zeigt bereits den richtigen Grundgedanken: Sensorik, Kommunikationskomponenten, Gateways, externe Datenquellen und Beleuchtungssteuerung werden über definierte Schnittstellen in eine zentrale Plattformlogik eingebunden. Damit entsteht kein geschlossenes Einzelsystem, sondern eine offene, modulare Infrastruktur, die schrittweise erweitert werden kann.
EXEDRA ist dafür die zentrale Integrations- und Betriebsplattform. Sie ermöglicht die Verwaltung von Lichtpunkten, Steuerprofilen, Betriebsdaten, Sensordaten, Ereignissen und Schnittstellen in einer gemeinsamen Umgebung. Unterschiedliche technische Pfade können angebunden werden, beispielsweise über TALQ, MQTT, REST APIs oder weitere projektspezifische Schnittstellen. Auch LoRaWAN- oder Drittanbieter-Sensorik kann dort integriert werden, wo dies fachlich erforderlich oder bereits vorhanden ist.
Diese Offenheit ist für Konstanz wichtig, weil die Stadt nicht in eine technische Sackgasse geraten soll. Bestehende Leuchten, Steuerungskomponenten, Kommunikationswege und Datenplattformen sollen weiter genutzt werden können. Gleichzeitig muss die Architektur offen genug bleiben, um neue Sensoren, neue Use Cases oder zusätzliche Fachsysteme anzubinden. Genau diese Balance aus Bestandssicherheit und Zukunftsfähigkeit ist ein wesentlicher Vorteil des EXEDRA-/Owlet-Ansatzes.
Mit SenseOne kommt nun eine neue, stärker integrierte Alternative hinzu. SenseOne ist vollständig mit dem Schréder EXEDRA-/Owlet-Ökosystem kompatibel und kann direkt in EXEDRA Sense eingebunden werden. Die Sensorik kann an geeigneten Leuchten oder Masten installiert werden und nutzt die vorhandene Beleuchtungsinfrastruktur als Trägernetz. Damit wird die Straßenbeleuchtung zur Dateninfrastruktur, ohne dass für jeden Anwendungsfall separate Sonderinstallationen aufgebaut werden müssen.
Der wesentliche Unterschied zur klassischen Drittanbieter-Architektur liegt in der Reduktion der Komplexität. Bisher müssten für Verkehr, Wetter, Umwelt, Parken, Fuß- und Radverkehr oder Schallpegel häufig verschiedene Einzelsensoren angebunden werden. Mit SenseOne können viele dieser Datenbereiche in einem integrierten Gerät und über einen gemeinsamen Service bereitgestellt werden. EXEDRA bleibt weiterhin offen für zusätzliche Sensorik, aber SenseOne ist für viele der beschriebenen Use Cases die naheliegende Zielarchitektur, wenn die benötigten Daten damit wirtschaftlicher, einfacher und betriebssicherer abgedeckt werden können.
Der servicebasierte Ansatz bedeutet dabei kein geschlossenes Datensilo. Relevante, freigegebene Mess- und Aggregationsdaten können über dokumentierte Schnittstellen für städtische Systeme, Fachanwendungen, Datenplattformen oder Open-Data-fähige Auswertungen bereitgestellt werden.
Für Konstanz bedeutet das: Die bestehende Plattformstrategie wird nicht ersetzt, sondern gestärkt.
Die Stadt kann die bewährte Offenheit aus dem Europabrücke-Projekt beibehalten und gleichzeitig die nächste Ausbaustufe mit weniger Schnittstellen, weniger Betriebskomplexität und besserer Skalierbarkeit realisieren.
Das Ergebnis ist eine kompatible, offene und zukunftsfähige Systemarchitektur: Der Bestand wird geschützt, neue Smart-Green-City-Anwendungen werden möglich, und die Stadt behält die Hoheit über Schnittstellen, Datenflüsse und weitere Ausbaustufen.
Die Inbetriebnahme muss bei einem solchen Projekt mehr leisten als die technische Aktivierung einzelner Komponenten: Sie muss die offene Systemarchitektur, die Sensorik, die Steuerungslogik und den kommunalen Betrieb in einen stabilen Regelprozess überführen. Gerade bei adaptiver Beleuchtung ist die Startphase entscheidend. Erst unter realen Verkehrs-, Wetter- und Umweltbedingungen zeigt sich, welche Schwellenwerte, Dimmprofile, Zonen und Prioritäten optimal funktionieren.
Der Ausgangspunkt ist eine strukturierte Bestandsaufnahme. Auf Basis der vorhandenen Europabrücke-Architektur werden zunächst die bestehenden Lichtpunkte, Steuerungslogiken, Kommunikationswege, Datenquellen und fachlichen Anforderungen betrachtet. Gemeinsam mit der Stadt werden die wichtigsten Use Cases priorisiert: adaptive Beleuchtung, Verkehrserfassung, Umwelt- und Mikroklimadaten, Winterdienst- oder Wetterinformationen, Reporting, Datenexporte und mögliche spätere Erweiterungen.
Anschließend erfolgt die Sensor- und Zonenplanung. In einer offenen Architektur können dafür unterschiedliche Sensoren verwendet werden. Unser bevorzugter Ansatz ist jedoch, SenseOne dort einzusetzen, wo mehrere Datenanforderungen gebündelt werden können. Dadurch wird bereits in der Planungsphase Komplexität reduziert: weniger Einzelsensoren, weniger Gateways, weniger projektspezifische Sonderintegration und weniger spätere Wartungspunkte.
Nach Installation und technischer Aktivierung werden die Sensoren, Lichtpunkte und Zonen in EXEDRA bzw. EXEDRA Sense abgebildet. Danach empfehlen wir eine Validierungs- und Beobachtungsphase. In dieser Phase werden Sensordaten zunächst plausibilisiert und mit realen Bedingungen abgeglichen. Die Steuerungslogik kann zunächst beobachtend mitlaufen: Das System zeigt, welche Regeln ausgelöst würden, bevor diese vollständig automatisiert in den Betrieb eingreifen. So lassen sich Fehltrigger, ungünstige Schwellenwerte oder besondere lokale Effekte früh erkennen.
Die anschließende Optimierung erfolgt datenbasiert. Verkehrsverläufe, Tageszeiten, Wochentage, Wetterereignisse, Sichtverhältnisse, Sonderlagen und Rückmeldungen des Betriebsteams werden ausgewertet. Daraus werden Dimmkurven, Haltezeiten, Prioritäten und Fallback-Zustände feinjustiert. Ziel ist nicht maximale Einsparung um jeden Preis, sondern das beste Verhältnis aus Energieeffizienz, Verkehrssicherheit, Umweltwirkung, Datenqualität und einfacher Betriebsführung.
Für den Übergang in den eigenständigen Betrieb erhalten die zuständigen Mitarbeitenden eine praxisorientierte Einweisung in Dashboards, Regelanpassungen, Störmeldungen, Datenexporte und Reports. Wichtig ist, dass das System im Alltag ohne spezialisiertes Programmierwissen bedienbar bleibt. Sicherheitskritische Einstellungen können geschützt werden, während operative Anpassungen innerhalb definierter Grenzen eigenständig möglich sind.
So entsteht kein kurzfristiges Pilotprojekt, sondern ein belastbarer Betriebsprozess. Die Stadt kann mit einer offenen Architektur starten, durch SenseOne die Komplexität der Sensorik reduzieren und die Lösung nach erfolgreicher Optimierung auf weitere Straßenzüge, Quartiere oder Use Cases übertragen.
Reporting ist für uns nicht nur eine technische Auswertung, sondern ein zentrales Instrument für Verwaltung, Betrieb und politische Nachweisführung. Eine adaptive Beleuchtung ist nur dann dauerhaft überzeugend, wenn ihr Nutzen transparent nachgewiesen werden kann. Für Konstanz geht es daher nicht allein um die technische Steuerung einzelner Lichtpunkte, sondern um belastbare Nachweise für Energieeinsparung, Systemverfügbarkeit, Verkehrssicherheit, Umweltwirkung und Datenqualität.
Die Architektur der Europabrücke bietet dafür bereits den richtigen Ansatz: Beleuchtung, Sensorik und Betriebsdaten werden nicht getrennt betrachtet, sondern in einer zentralen Plattform zusammengeführt. EXEDRA kann Betriebszustände, Dimmprofile, Ereignisse, Alarme, Energieinformationen und Sensordaten in einer gemeinsamen Umgebung darstellen. Diese Daten bilden die Grundlage für operative Dashboards, technische Auswertungen und Managementberichte.
In einem offenen, modularen System können unterschiedliche Datenquellen in das Reporting einfließen. Das ist besonders wichtig, wenn neben der Beleuchtung auch Verkehr, Wetter, Umwelt, Schallpegel oder Mikroklima betrachtet werden. Gleichzeitig entsteht bei vielen Drittanbieter-Sensoren die Herausforderung, Daten aus mehreren Systemen zusammenzuführen und für Verwaltung, Betrieb und Politik verständlich aufzubereiten.
Hier bietet SenseOne einen wesentlichen Mehrwert. Viele relevante Datenbereiche können direkt in EXEDRA Sense bereitgestellt werden: Fahrzeugzählungen, Objektklassen, Geschwindigkeiten, Bewegungsmuster, Fuß- und Radverkehr, Parkraumnutzung, Umweltparameter, Schallpegel und lokale Wetter- bzw. Mikroklimadaten. Dadurch wird Reporting einfacher, konsistenter und weniger abhängig von separaten Auswertungssystemen.
Für die Beleuchtung können beispielsweise Betriebszeiten, aktive Dimmprofile, ausgelöste Szenarien, Energieverbrauch und Einsparungen gegenüber Referenzwerten dargestellt werden. Für die Systemleistung lassen sich Sensorstatus, Kommunikationsstatus, Störungen, Alarme und Verfügbarkeit auswerten. Für Mobilität können Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeit, Fahrzeugklassen, Bewegungsrichtungen sowie Fuß- und Radverkehr analysiert werden. Für Umwelt und Mikroklima können Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Licht, UV, Feinstaub, CO2, NOx, Schallpegel sowie Regen- und Nebelindikatoren berücksichtigt werden.
Für die städtische Datenstrategie können aggregierte und freigegebene Daten über dokumentierte Schnittstellen bereitgestellt werden. So lassen sich Betriebsdaten, Fachauswertungen und Open-Data-fähige Datensätze sauber voneinander trennen.
Besonders wichtig ist die Erklärbarkeit der Steuerung. Das System soll nachvollziehbar dokumentieren, welche Regel wann aktiv war und welcher Sensorwert eine bestimmte Entscheidung ausgelöst hat. Dadurch kann die Stadt gegenüber Verwaltung, Fachämtern und Politik begründen, warum Beleuchtungsniveaus angepasst wurden und welche Wirkung dies auf Energieverbrauch und Betrieb hatte.
Die Daten können als Dashboard, regelmäßiger Bericht oder über Schnittstellen bereitgestellt werden. Für Konstanz entsteht damit nicht nur ein Steuerungssystem, sondern eine belastbare Nachweis- und Entscheidungsgrundlage für Smart Green City.
Wirtschaftlichkeit bedeutet in diesem Kontext nicht nur niedrige Erstinvestition, sondern vor allem: vorhandene Infrastruktur weiter nutzen, Integrationsrisiken reduzieren, Betrieb vereinfachen und nachweisbare Wirkung erzeugen. Gerade kommunale Smart-City-Projekte scheitern häufig nicht an der grundsätzlichen Verfügbarkeit von Sensorik, sondern an der Summe vieler Einzelsysteme: separate Hardware, eigene Gateways, eigene Datenmodelle, eigene Schnittstellen, eigene Dashboards, eigene Wartungsprozesse und dadurch hohe laufende Komplexität.
Die Architektur des Projekts Europabrücke zeigt bereits einen wirtschaftlich sinnvollen Weg: Die Beleuchtungsinfrastruktur wird nicht nur als Strom- und Lichtnetz verstanden, sondern als Träger für Steuerung, Sensorik und Daten. Durch eine offene Plattform wie EXEDRA können bestehende Lichtpunkte, Kommunikationswege und Sensoren schrittweise erweitert werden. Diese Modularität schützt getätigte Investitionen und verhindert, dass für jeden neuen Anwendungsfall ein separates System aufgebaut werden muss.
Typische Kostenblöcke in einer solchen Architektur sind Planung, Standort- und Zonenmodellierung, Hardware, Installation, Inbetriebnahme, Schnittstellenkonfiguration, Datenmodellierung, Dashboard-Einrichtung, Schulung und Optimierungsbegleitung. Hinzu kommen laufende Kosten für Konnektivität, Plattformbetrieb, Gerätemanagement, Wartung, Datenbereitstellung, API-Nutzung und aktivierte Use Cases.
SenseOne kann die Wirtschaftlichkeit dieser Architektur deutlich verbessern, weil mehrere Datenanforderungen in einem integrierten, EXEDRA-kompatiblen Modell gebündelt werden können. Statt für Verkehr, Umwelt, Schall, Parken, Fuß- und Radverkehr oder Mikroklima mehrere einzelne Sensoren zu beschaffen, anzubinden und zu betreiben, können viele dieser Anforderungen über eine integrierte Multisensorik und EXEDRA Sense als servicebasiertes Modell abgedeckt werden. Die Stadt investiert damit weniger in fragmentierte Einzelhardware und stärker in nutzbare Informationen, Dashboards, Schnittstellen und Betriebsentscheidungen.
Für Konstanz ist dieser Punkt besonders relevant, weil bereits eine EXEDRA-/Owlet-Basis vorhanden ist. Es müssen also nicht alle Plattformfunktionen neu geschaffen werden. Die vorhandene Struktur kann weiter genutzt werden, während SenseOne die nächste Ausbaustufe mit weniger Integrationsrisiko ermöglicht. Das senkt nicht nur technische Risiken, sondern auch organisatorische Aufwände im Betrieb.
Die Übertragbarkeit ist hoch. Viele Kommunen stehen vor denselben Herausforderungen: begrenzte Budgets, steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Verkehrssicherheit, Klimaanpassung, Umweltmonitoring und Datenbereitstellung. Der vorgeschlagene Ansatz kann auf Brücken, Hauptverkehrsstraßen, Innenstadtachsen, Schulwege, Parkräume, Quartiere und sensible Stadträume übertragen werden. Die Skalierung kann nach Gebiet, Use Case oder Datenbedarf erfolgen.
Für Konstanz ergibt sich daraus ein kontrollierbarer Skalierungspfad: Die bewährte offene Architektur aus dem Europabrücke-Projekt bleibt Grundlage. SenseOne kann dort eingesetzt werden, wo mehrere Sensoranforderungen wirtschaftlich gebündelt werden. Spezialkomponenten bleiben möglich, werden aber nur ergänzt, wenn sie fachlich erforderlich sind. So entsteht eine Lösung, die offen, betrieblich beherrschbar und auf weitere kommunale Anwendungsfälle übertragbar ist.


