WÜRTH Selbstschutz Komplettsatz
Überblick
Die Würth-Gruppe ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit Hauptsitz in Künzelsau. Sie verbindet ein breites Sortiment an Montage- und Befestigungsmaterialien mit Logistik- und Serviceleistungen. Mit über 400 Gesellschaften und mehr als 2.800 Niederlassungen in 80 Ländern verfügt Würth über eine international etablierte Vertriebs- und Versorgungsstruktur.
Für die Selbstschutz-Komplettsätze des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) schlägt Würth ein standardisiertes, modular aufgebautes und dauerhaft versorgbares Gesamtsystem vor. Im Mittelpunkt steht nicht die lose Bereitstellung einzelner Artikel, sondern eine sofort nutzbare Lösung aus Einsatzmitteln, robuster Aufbewahrung, eindeutiger Kennzeichnung sowie geregelten Nachfüll-, Ersatz- und Serviceprozessen.
Die Lösung richtet sich an Selbstschutzeinsatzkräfte an Bundeswehrstandorten und in Liegenschaften sowie an Selbstschutzführungskräfte in Ausbildung und Einsatz. Sie unterstützt strukturierte Erstmaßnahmen bei Schadensereignissen bis zum Eintreffen spezialisierter Kräfte. Feuerwehr, Rettungsdienst und andere spezialisierte Einsatzkräfte werden ausdrücklich nicht ersetzt.
Kernkompetenzen und Produkte
Würth versteht sich als Systemlieferant: Produkte werden bedarfsgerecht gebündelt, organisiert, verfügbar gehalten und über ihren gesamten Lebenszyklus versorgt. Dazu gehören Produkt- und Sortimentskompetenz, System- und Lagerlösungen, persönliche Beratung durch den Außendienst, digitale Beschaffungskanäle, ein dichtes Niederlassungsnetz sowie Lösungen für Nachbestellung, Bestandsmanagement und Service.
Ein wesentlicher Teil der Ausstattung kann aus dem Würth-Handelswarensortiment bereitgestellt werden. Ergänzende Spezialsortimente können nach fachlicher Eignungs- und Verfügbarkeitsprüfung über geeignete Tochterunternehmen der Würth-Gruppe eingebunden werden.
Das Konzept kombiniert Würth Systemkoffer als mobile Einsatzebene mit ORSY®BULL-Behältern als Standortbasis für Lagerung, Bündelung und schnelle Entnahme. Die sechs geforderten Fähigkeitsbereiche – Führungsausstattung, Erste Hilfe, Retten/Bergen, Absichern/Ausleuchten, Werkzeug und Löschen – werden als klar gekennzeichnete und bedarfsgerecht kombinierbare Module umgesetzt. OPT-I-STORE Einlagen können die visuelle Vollständigkeitskontrolle langlebiger Komponenten unterstützen. ORSY®online kann nach Freigabe die Bestands-, Prüf- und Terminverwaltung ergänzen.
Management Summary
Würth schlägt für das BAIUDBw ein modular aufgebautes und bundesweit versorgbares Gesamtsystem vor. Die sechs Fähigkeitsbereiche werden in eindeutig gekennzeichneten, lagegerecht kombinierbaren Modulen gebündelt. Systemkoffer ermöglichen die mobile Bereitstellung am Einsatzort; ORSY®BULL-Behälter sichern die geordnete Vorhaltung am Standort. Geeignete Konfigurationen können – vorbehaltlich einer geprüften Fahrzeug- und Ladungssicherung – auch in Fahrzeugen mitgeführt werden.
Eine einheitliche Kennzeichnungs-, Inhalts- und Vollständigkeitslogik reduziert Suchzeiten, erleichtert Sichtprüfungen und unterstützt die modulbezogene Nachfüllung sowie den Ersatz einzelner Komponenten. Die bundesweite Versorgung folgt einem zentral gesteuerten, standortbezogen umgesetzten Modell mit verbindlicher Stückliste, vorkonfigurierter Kommissionierung, Qualitätssicherung, dokumentierter Übergabe und geregelten Nachfüll-, Ersatz-, Prüf- und Serviceprozessen. Das Niederlassungsnetz ergänzt die zentrale Rolloutlogistik bei geeigneten kurzfristigen Bedarfen.
Zur Sicherung der Lieferfähigkeit werden kritische Komponenten nach Verfügbarkeit, Wiederbeschaffungszeit, zulässigen Alternativen, Sicherheitsbestand und Freigabestatus bewertet. Die modulare Architektur ermöglicht den gezielten Austausch einzelner Komponenten statt vollständiger Sätze. Würth bringt hierfür Erfahrungen aus dem bundesweiten C-Teile-Management für Kunden aus Produktion, Versorgung und Logistik ein.
Vor der beschaffungsreifen Umsetzung sind insbesondere die finale Stückliste, Produktverfügbarkeit, Normen und Prüfvorgaben, Gewicht und Ergonomie, Fahrzeug- und Ladungssicherung, Akku- und Ladeinfrastruktur, IT- und Datenschutzanforderungen sowie Abruf- und Anlieferplanung mit dem BAIUDBw zu validieren. Erst danach können belastbare Liefermengen pro Quartal verbindlich vereinbart werden; der Bedarf von mindestens 600 Ausstattungen dient als Grundlage der Kapazitätsplanung.
Würth verfügt über Erfahrungen in der Versorgung öffentlicher und sicherheitsrelevanter Organisationen sowie vergleichbarer Großkunden. Dazu zählen das bundesweite C-Teile-Management für die Autobahn GmbH, KdB-Verträge für Fahrzeugeinrichtungen und Kfz-Pflege sowie Rahmenverträge mit Hilfsorganisationen und verschiedenen Landesbehörden.
All diese Vorhaben erfordern standardisierte Beschaffungs- und Versorgungsprozesse, eine standortübergreifende Belieferung, verlässliche Nachversorgung und klar geregelte Service- sowie Ansprechpartnerstrukturen. Diese Erfahrungen bilden eine geeignete Grundlage für das vorgeschlagene Selbstschutz-Konzept. Eine zentrale Konfiguration und Kommissionierung, standortbezogene Auslieferung, dokumentierte Übergabe, Nachfüllung, Ersatz, Prüfung und Controlling.
Lösungsarchitektur: Das Würth Selbstschutz-System
Würth realisiert die Selbstschutz-Komplettsätze als einheitliches, modular aufgebautes System aus Würth Systemkoffern und ORSY®BULL-Komponenten. Die Systemkoffer bilden die mobile, einsatznahe Ebene für klar abgegrenzte Materialgruppen. ORSY®BULL dient als übergeordnete Organisations- und Bereitstellungsebene für die strukturierte Lagerung, Bündelung und schnelle Entnahme am Standort. Die gemeinsame Systemlogik lautet: ORSY®BULL am Standort – Systemkoffer am Ereignisort – klar strukturierte Inhalte im Einsatz.
Ein Grundsystem – sechs Fähigkeitsmodule
Die sechs vom BAIUDBw beschriebenen Fähigkeitsbereiche werden als eigenständige, eindeutig zugeordnete Module geführt. Die Behältergröße und -ausführung richten sich nach Volumen, Gewicht, Zugriffs- und Schutzbedarf. Ein einheitlicher Basissatz kann bei festgestelltem Bedarf durch definierte Ergänzungsmodule an unterschiedliche Standortprofile angepasst werden.
ORSY®BULL organisiert die Bereitstellung nach Einsatzauftrag statt nach Einzelartikeln. Die stapel- und koppelbare Systemlogik unterstützt die stationäre Vorhaltung, die mobile Entnahme sowie ein einheitliches Erscheinungsbild mit Beschriftungen und Inhaltsübersichten. Einzelne Module oder Behälter können gezielt ergänzt oder ersetzt werden; die feste Modulstruktur erleichtert Inventur, Fehlmengenmeldung, Nachfüllsets und standortbezogene Auswertungen.
Bedienung, Kennzeichnung und Bereitstellung
Jedes Modul erhält eine sichtbare Bezeichnung auf allen Behälterseiten, einen klaren Einsatzauftrag sowie – vorbehaltlich der Vorgaben des BAIUDBw – einheitliche Piktogramme und Farbcodierungen. Inhalts- und Vollständigkeitslisten sowie feste Lagerplätze machen Fehlbestände bei Sichtprüfungen erkennbar. Satz-, Modul- und Behälterkennungen unterstützen Nachfüllung, Ersatz und Controlling. Eine digitale Verknüpfung ist optional und setzt die Freigabe von Daten-, Schnittstellen- und Sicherheitsvorgaben voraus.
Die Bereitstellung erfolgt zweistufig:
Standortbereitstellung: Vorhaltung der Module an einem definierten, zugänglichen und organisatorisch zugeordneten Lagerort; dort erfolgen Sichtprüfung, Vollständigkeitskontrolle und Nachfüllung.
Einsatzbereitstellung: Im Ereignisfall werden nur die lagebezogen benötigten Module zum Einsatzort gebracht. Umfangreiche oder schwere Komponenten werden als sicher handhabbare Teilmodule bereitgestellt.
Die sechs Selbstschutz-Module
Führungsausstattung
Erkundung,
Lagebild,
Dokumentation und Kennzeichnung;
Systemkoffer im ORSY®BULL-System
Sofort verfügbare Grundlage für die Lageführung
Erste Hilfe
Erstversorgung,
insbesondere Blutungsstillung;
separater, durch eine Person transportierbarer Koffer
Gezielter Zugriff ohne Suche
Retten/Bergen
Zugänge schaffen
und Menschenrettung unterstützen;
mehrere Koffer,
schwere Komponenten als Teilmodule
Funktionsbezogene Entnahme und sichere Gewichtstrennung
Absichern/Ausleuchten
Gefahrenbereiche kennzeichnen
und Einsatzort sichtbar machen;
Koffer für Warn-, Absperr- und Beleuchtungsmittel
Schnelle Eigenabsicherung und Orientierung
Werkzeug
Flexible Sofortmaßnahmen
und Unterstützung weiterer Module;
geordneter Werkzeugkoffer
Universell einsetzbar und leicht prüfbar
Löschen
Entstehungsbrände frühzeitig bekämpfen;
Feuerlöscher und Zubehör separat gekennzeichnet
Schneller Zugriff; ersetzt keine Feuerwehr
Die Module können einzeln oder kombiniert eingesetzt werden. Bei einer unklaren Gefahrenlage können beispielsweise zunächst Führung, Erste Hilfe und Absichern/Ausleuchten entnommen und je nach Lage um Werkzeug, Retten/Bergen oder Löschen ergänzt werden. So bleibt die Reaktion lagegerecht, ohne stets den vollständigen Gesamtsatz bewegen zu müssen.
Prüfungen und resiliente Lieferkette
Vor der verbindlichen Produktauswahl sind Stückliste, Gewichte und Ergonomie, Normen, medizinische und brandschutzfachliche Anforderungen, Akku- und Ladekonzept sowie Lager-, Wartungs- und Prüfvorgaben mit dem BAIUDBw zu validieren.
Die Lieferkette berücksichtigt Standardartikel aus dem Würth-Handelswarensortiment, geeignete Spezialsortimente von Tochterunternehmen sowie externe oder besonders regelungsbedürftige Komponenten. Kritische Positionen werden nach Verfügbarkeit, Wiederbeschaffungszeit, zulässigen Alternativen, Sicherheitsbestand sowie Qualitäts- und Freigabestatus bewertet.
Regelmäßige Bestands- und Vollständigkeitsprüfungen, definierte Eskalationswege, rollierende Bedarfsplanung sowie frühzeitige Kapazitäts- und Lieferanteneinbindung stärken die Versorgungsfähigkeit. Die modulare Architektur begrenzt das Risiko eines Gesamtausfalls, da einzelne Komponenten gezielt nachbeschafft oder ersetzt werden können.
Anforderungen, Grenzen und Prüfungen
Die beschriebenen Nutzen- und Wirtschaftlichkeitseffekte setzen eine verbindliche Modul- und Stückliste, eindeutige Zuständigkeiten, abgestimmte Prüfprozesse sowie freigegebene Daten- und Schnittstellenanforderungen voraus.
Zentrale Prüf- und Entscheidungsfelder
Fachliche Eignung
Einsatz- und Gefährdungsszenarien, Ausbildungsumfang und Modulzuschnitt.
Produkte und Behälter
Stückliste, Verfügbarkeit, Gewicht, Ergonomie und sichere Aufbewahrung.
Normen und Sicherheit
Anforderungen für Erste Hilfe, PSA, Hebe- und Anschlagmittel, Elektrogeräte, Feuerlöscher, Kennzeichnung und Lagerung.
Akku- und Ladeinfrastruktur
Kompatibilität, Lade- und Lagerkonzept sowie Sicherheitsvorkehrungen.
Digitalisierung
Rollen, Rechte, Datenformate, Schnittstellen, Informationssicherheit und Datenschutz.
Logistik und Service
Liefermengen, Lieferorte, Anlieferbedingungen, Sicherheitsbestände, Nachfüllung und Ersatz.
Controlling
Berichte, Einzelumsätze, Datenbereitstellung und Verantwortlichkeiten.
Vergabe und Wirtschaftlichkeit
Beschaffungsrechtliche Ausgestaltung, Leistungsabgrenzung und Lebenszykluskosten.
Würth schlägt ein modulares Zwei-Ebenen-System aus Systemkoffern und ORSY®BULL-Behältern vor. Die sechs Fähigkeitsbereiche werden als eindeutig gekennzeichnete und lagegerecht kombinierbare Module umgesetzt. Ergänzende Bausteine wie ORSY®online, OPT-I-STORE, WLC und das Niederlassungsnetz können Kennzeichnung, Vollständigkeitskontrolle, Nachversorgung und Skalierung unterstützen.
Der Nutzen liegt in der Verbindung von sofortiger Einsatzbereitschaft, einfacher Handhabung, Vollständigkeit und einer tragfähigen Versorgung über den gesamten Lebenszyklus, ohne spezialisierte Einsatzkräfte zu ersetzen.
Nächste Schritte zur Konkretisierung
1. Anforderungskonkretisierung
Einsatzszenarien, Modulgrenzen, Stücklisten und Zuständigkeiten abstimmen.
Fachliches und technisches Zielbild.
2. Musterkonfiguration
Mustersatz mit Systemkoffern, ORSY®BULL, Kennzeichnung und Servicebausteinen.
Demonstrierbare und prüfbare Lösung.
3. Vorführung und Pilotierung
Erprobung an ausgewählten Standorten oder Ausbildungsstätten.
Rückmeldung zu Ergonomie, Vollständigkeit und Bedienbarkeit.
4. Finalisierung und Rolloutplanung
Stücklisten, Liefermengen, Reihenfolge, Logistik und Support festlegen.
Beschaffungs- und umsetzungsreife Konfiguration.
5. Bundesweite Bereitstellung
Vorkonfiguration, Qualitätssicherung, Auslieferung und dokumentierte Übergabe.
Planmäßiger Aufbau der Selbstschutzfähigkeit.
6. Regelbetrieb und Optimierung
Nachfüllung, Prüfung, Ersatz, Reporting und Auswertung.
Dauerhafte Einsatzbereitschaft und Weiterentwicklung.
Die konkreten Zeiträume, Mengen und Prioritäten werden gemeinsam mit dem BAIUDBw auf Basis der Beschaffungs- und Abrufplanung festgelegt.
Wir bieten an, das Konzept anhand eines Mustersatzes beziehungsweise ausgewählter Module vorzuführen. Ziel ist es, Handhabung, Transportfähigkeit, Materialorganisation und schnelle Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft unter praxisnahen Bedingungen gemeinsam zu bewerten. Die Präsentation ersetzt keine formale Eignungs-, Sicherheits- oder Abnahmeprüfung.
Als nächsten Schritt empfehlen wir einen strukturierten Fachtermin mit dem BAIUDBw. Im Mittelpunkt stehen die Priorisierung der Einsatzszenarien, die Konkretisierung der sechs Module, die Prüfung möglicher Produkt- und Behälterkonfigurationen sowie die Festlegung der Anforderungen an Logistik, Digitalisierung, Service und Controlling. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir eine belastbare Musterkonfiguration, eine validierte Stückliste, ein Rollout- und Versorgungskonzept sowie – sofern gewünscht – eine transparente Kostenbandbreite für unterschiedliche Vertrags- und Mengenszenarien.
Nicht zutreffend


