Innovation

Regenmodule - Die Regenwasserbank

Jan Diez
Beschreibung des innovativen Ansatzes

Regenmodule entwickelt eine modulare Regenwasserbank, die Regenwassermanagement, Pflege von Stadtbäumen und urbanem Grün sowie Aufenthaltsqualität in einem einzigen Produkt vereint – installierbar ohne Tiefbaumaßnahmen und ohne Eingriffe in die bestehende Infrastruktur. Die Bewässerung erfolgt wahlweise stromfrei per Handpumpe oder smart und automatisiert.

Hintergrund: Der Klimawandel stellt Kommunen vor wachsende Herausforderungen. Trockenperioden und Starkregenereignisse nehmen zu, Straßenbäume leiden unter Trockenstress und müssen aufwendig per Tankfahrzeug bewässert werden. Im Neubau kommen für die Regenwasserspeicherung meist Zisternen oder Rigolen zum Einsatz – im Bestand ist das jedoch oft unmöglich, da der Untergrund durch Leitungen, Kanäle oder U-Bahn-Strukturen belegt ist und Umbauten zu teuer oder technisch nicht umsetzbar sind. Ungenutztes Regenwasser fließt stattdessen in die Kanalisation.

Funktionsweise: Die Regenwasserbank wird an der Fassade eines Gebäudes aufgestellt und über einen Regendieb an das Fallrohr angeschlossen. So wird das Regenwasser der umliegenden Dächer gesammelt und im integrierten Tank zwischengespeichert – pro Modul stehen 270 Liter Speichervolumen zur Verfügung. Die Module sind in Größe und Konstruktion auf den Oberstreifen von Gehwegen abgestimmt und fügen sich harmonisch ins Stadtbild ein. Die Sitzflächen stehen der Öffentlichkeit uneingeschränkt zur Verfügung, während der Zugriff auf das gespeicherte Wasser über ein abschließbares Tischmodul geregelt ist.

Bewässerung: Für die Wasserabgabe an Stadtbäume oder urbanes Grün stehen zwei Varianten zur Verfügung. In der Basisausstattung erfolgt sie stromfrei über eine handbetriebene Flügelpumpe, die lokal engagierte „Kümmerer" gezielt bedienen. Ergänzend ist eine smarte, solarbetriebene automatische Bewässerung möglich, die aus der Ferne überwacht und gesteuert werden kann – so lässt sich die Wasserabgabe auch ganz ohne Personal vor Ort bedarfsgerecht und flexibel steuern.

Technische Innovation: Herzstück der Bank ist ein eigens für diese Form entwickelter Tank, der zugleich als tragendes konstruktives Gerüst dient – der Gebrauchsmusterschutz hierfür ist mittlerweile erteilt. Die Sitz- und Rückenflächen aus langlebigem Douglasienholz werden über eingelassene Verschraubungen mit der Edelstahl-Oberkonstruktion verbunden; bewegliche Gummipuffer gleichen dabei Materialspannungen aus. Höhenverstellbare Stellfüße gleichen zudem Unebenheiten im Untergrund von bis zu 10 cm aus. Da die Bank auf einer schweren Edelstahlplatte steht, ist keine Verankerung und damit auch keine Genehmigung durch das Tiefbauamt erforderlich. Insbesondere dort im Bestand, wo sonst kaum Maßnahmen möglich sind, eröffnen Regenmodule so neue Möglichkeiten, den Stadtraum zu beleben.

Multifunktionaler Nutzen: Die Regenwasserbank verbindet gleich mehrere städtebauliche und gesellschaftliche Anliegen in einem Produkt – Sitzgelegenheit, Regenwasserspeicherung, Bewässerung von Stadtbäumen und urbanem Grün, soziale Begegnung und Umweltbildung. Ergänzende Beetmodule sowie ein Informationsschild veranschaulichen den Wasserkreislauf und regen zum Lernen an. Gemeinsam mit der NABU Gruppe Stuttgart e.V. wurden zudem modulare Bildungseinheiten für Kitas und Grundschulen entwickelt, die das Prinzip der Schwammstadt praxisnah und kindgerecht vermitteln.

Nutzen für den öffentlichen Sektor: Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und Bildungseinrichtungen erhalten mit der Regenwasserbank eine sofort einsetzbare, wartungsarme Lösung, die Straßenbäume und urbanes Grün im Bestand klimaresilient pflegt, Bürgerengagement bei der Bewässerung erleichtert, Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum schafft und gleichzeitig Bildung für nachhaltige Entwicklung vor Ort erlebbar macht – ganz ohne die üblichen baulichen und genehmigungsrechtlichen Hürden.

Mehrwert des Ansatzes

Der Mehrwert von Regenmodule liegt darin, ein bislang ungenutztes Potenzial – Regenwasser im dicht bebauten Bestand – funktional, sozial und ökologisch nutzbar zu machen, ohne dass Kommunen dafür in Tiefbau, Genehmigungsverfahren oder neue Infrastruktur investieren müssen.

Nachhaltigkeit: Die Regenwasserbank speichert Niederschlagswasser, das sonst ungenutzt in die Kanalisation fließt, und stellt es gezielt für die Bewässerung von Stadtbäumen und urbanem Grün bereit – statt dafür wertvolles Trinkwasser oder aufwendige Tankwagenfahrten einzusetzen. Sie unterstützt damit unmittelbar die Schwammstadt-Strategie vieler Kommunen. Die verwendeten Materialien – langlebiges, gut belüftetes Douglasienholz und witterungsbeständiger Edelstahl – sind robust, reparaturfreundlich und tragen zu einer langen Nutzungsdauer bei.

Energieeffizienz: In der Basisausstattung kommt die Bank vollständig ohne Strom aus und setzt auf ein bewusst einfaches, robustes Low-Tech-Prinzip mit handbetriebener Flügelpumpe. Wer eine automatisierte, bedarfsgerechte Steuerung wünscht, kann optional auf eine smarte, solarbetriebene Bewässerung umsteigen, die aus der Ferne überwacht und gesteuert wird – auch diese Variante bleibt damit energieautark und unabhängig vom Stromnetz.

Niedrige Lebenszykluskosten: Da keine Verankerung, kein Tiefbau und keine Genehmigung durch das Tiefbauamt erforderlich sind, entfallen hohe Planungs-, Bau- und Genehmigungskosten, wie sie klassische Zisternen- oder Rigolenlösungen mit sich bringen. Die robuste Konstruktion aus Edelstahl und Douglasienholz ist wartungsarm, die Nutzung von kostenlosem Regenwasser anstelle von Trinkwasser reduziert zudem die laufenden Bewässerungskosten der Kommune dauerhaft.

Besondere Eignung für den öffentlichen Sektor: Regenmodule ist speziell für den Bestand konzipiert – genau dort, wo klassische Regenwassermaßnahmen an Leitungen, Kanälen oder U-Bahn-Strukturen scheitern und sonst kaum Handlungsspielraum besteht. Die Module lassen sich schnell und ohne langwierige Genehmigungsverfahren aufstellen, entlasten kommunales Personal bei der Baumbewässerung und schaffen gleichzeitig neue, hochwertige Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum. Über die Bildungsmodule – entwickelt mit der NABU Gruppe Stuttgart e.V. – erfüllt das Produkt zusätzlich einen Bildungsauftrag im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und macht Schwammstadt-Prinzipien für Kitas und Grundschulen erlebbar.

Abgrenzung zum Markt: Die klassische Regentonne speichert zwar ebenfalls Wasser, bietet aber weder Sitzmöglichkeit noch eine Anschlussmöglichkeit für Pumpe oder Bewässerung und ist nicht für den öffentlichen Raum konzipiert. Auch am Markt verfügbares Stadtmobiliar mit integriertem Wasserspeicher muss in der Regel manuell – meist mit Trinkwasser – befüllt werden, statt eine bestehende Ressource zu nutzen. Regenmodule geht hier einen entscheidenden Schritt weiter: Der eigens entwickelte Tank ist zugleich tragendes konstruktives Bauteil (Gebrauchsmusterschutz erteilt), wird automatisch über den Regendieb am Fallrohr gespeist und lässt sich durch Beet- und Bildungsmodule modular erweitern. Mit der zusätzlichen Option einer smarten, solarbetriebenen Fernsteuerung verbindet Regenmodule eine funktionierende, stromfreie Low-Tech-Lösung mit der Möglichkeit zur digitalen Steuerung – je nach Bedarf und Ausstattungswunsch der Kommune.

Vorgestellt am
22.01.2026
Vorgestellt von
Regenmodule UG
Website
Kontaktperson
Rhea Rennert
Schlagwörter
Smart City / Smart Region
Bürgerbeteiligung & Partizipation
Umwelt / Umweltschutz
Anhänge
PDF
Regenmodule info flyer