City Challenge Berlin 2026: Smarte Baustelleninformation für weniger Stau
Beschreibung
Ausgangslage/Problembeschreibung:
Eine effektive Baustellenkoordination in Berlin verringert nicht nur die staubedingte verlorene Wirtschaftsleistung, sondern hat einen positiven Einfluss auf niedrigere Luftverschmutzung, geringere Lärmbelästigung und verminderte Unfallwahrscheinlichkeit für alle Verkehrsarten.
Ein wesentlicher Baustein dafür wäre eine durchgehende Digitalisierung des Anordnungsprozesses in den Straßenverkehrsbehörden, um den genauen Umfang einer Baustelle automatisiert analysieren zu können. Nur so können Baustellen effektiv koordiniert, geeignete (Umfahrungs-)Informationen an die Bevölkerung gegeben sowie die Überwachung der korrekten Baustellensituation eingehalten werden.
Verkehrszeichenpläne, welche den Umfang einer Baustelle detailliert beschreiben, liegen aktuell nur im PDF-Format vor. Die Vielzahl an granularen Informationen aus den Verkehrszeichenplänen stehen demzufolge derzeit nicht für eine automatisierte Baustellenkoordination zur Verfügung. Im Rahmen der City Challenge Berlin 2026 soll eine innovative KI-basierte Überführung von PDF-Verkehrszeichenplänen in ein maschinenlesbares Format geprüft und ein Prototyp für die digitale Anwendung entwickelt werden.
Bei der Einreichung von Lösungsvorschlägen sind folgende Fragen im Einreichungsformular zu beantworten:
Beschreibung des Lösungsvorschlags/des Konzeptes
Beschreibung des Lösungswegs inkl. realistischer Zeitplan
Beschreibung des innovativen Mehrwerts der Lösung
technische/organisatorische Umsetzung
Datenschutz/Datensicherheit
Nutzerfreundlichkeit/Design
Konvergenz zu bestehenden und anderen Systemen der Landesverwaltung
Vorschlag zu Lösung von ggf. bestehenden technischen, organisatorischen und rechtlichen Hindernissen
Open Source
Wir freuen uns über Lösungsvorschläge für folgendes gewünschtes Ergebnis:
Durch eine KI-basierte Überführung von PDF-Verkehrszeichenplänen in ein maschinenlesbares Format (z.B. gängiges GIS-Format wie (Geo)JSON oder GeoPackage) soll die exakte und fahrspurgenaue Verortung der Baustelle erfolgen. Hierzu gehört im Idealfall neben der Baustellenfläche auch die Übernahme der dazugehörigen Verkehrszeichen.
Im Anschluss wäre eine gezielte Überwachung der realen Baustellensituation sowie die Identifizierung von inaktiven, verzögerten oder von Baustellen mit Arbeitsstopp durch flottenbasierte Datenerfassung mithilfe städtischer Fahrzeugflotten möglich.
Im Ergebnis soll die Anwendung dazu beitragen, Stau durch bessere Verkehrsinformation und unerlaubte Baustellen zu vermeiden sowie zu einer Verkürzung der Baustellendauer durch eine effiziente Überwachung beitragen.
Es sind dabei folgende Rahmenbedingungen zu beachten:
Den PDF-Verkehrszeichenplänen liegt i.d.R. eine standardisierte Hintergrundkarte zugrunde. Mithilfe einer Analyse des aktuellen Ausschnittes der ALKIS-Hintergrundkarte aus dem PDF-Verkehrszeichenplan kann die Maßnahme verortet werden. Der exakte Baustellenbereich ist durch eine farbliche Schraffierung gekennzeichnet und kann somit automatisch ausgelesen werden. Hierzu gehört im Idealfall neben der Baustellenfläche auch die Übernahme der dazugehörigen Verkehrszeichen.
Die KI-Anwendung kann nahtlos in die Berliner Verwaltung integriert werden. Eine Integration in bestehende Softwareprodukte (z.B. Digitale Plattform Stadtverkehr) und Dienstleistungen von VIZ Berlin ist möglich und stünde der Baustellenkoordination der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt direkt zur Verfügung.
Das Tool muss den Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit entsprechen, da der Verkehrszeichenplan auch personenbezogene Daten enthält (Firma, Kontaktdaten, Bearbeiter/in). Im Einklang mit der Vision eines digitalen Berlins wird technologischer Fortschritt durch die Nutzung von Open Source Technologien erzielt. Dies stärkt die Digitale Souveränität des Landes, und ermöglicht, den Herausforderungen der digitalen Zukunft proaktiv zu begegnen. Der Code der entwickelten Lösung soll auf der openCode-Plattform veröffentlicht werden. Falls davon abgewichen wird, ist dies hinreichend zu begründen.
Ergebnis der Challenge soll ein KI-Tool sein, welches die Informationen automatisch aus den PDF-Dateien der Verkehrszeichenpläne ausliest. Die Anwendung soll die Dienstleistungen der Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) ergänzen sowie Verwaltungsabläufe im Verkehrs- und insbesondere Baustellenmanagement effizienter gestalten. Aufwendige manuelle Übertragungen aus den PDF-Plänen durch die VIZ könnten so entfallen und werden aktuell ohnehin nur für verkehrlich besonders relevante Baustellen überhaupt durchgeführt. Die Challenge-Geberin stellt ca. 30 Verkehrszeichenpläne zu Trainingszwecken zur Verfügung.
Der Wettbewerb gliedert sich in zwei Phasen:
Phase 1
Lösungsanbieter*innen können bis 24.05.2026, 23:59 Uhr ihre Vorschläge zu den Challenges über ein Online-Bewerbungsformular (je Challenge ein gesondertes Bewerbungsformular) einreichen. Eine Jury aus Expert*innen der Senatskanzlei, der Smart City Unit der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, dem CityLAB Berlin sowie der Challenge-gebenden Verwaltung bewertet voraussichtlich ab KW 23/24 die Lösungsvorschläge nach vorab bekannten Kriterien und wählt je Challenge 3 Anbieter*innen mit den vielversprechendsten Lösungsvorschlägen für die zweite Wettbewerbsphase aus.
Diese erhalten von der Senatskanzlei Berlin eine pauschale Kostenerstattung von jeweils 1.000,00 EUR für die detaillierte Ausarbeitung ihrer Idee. Die Bekanntgabe der Nominierten für die zweite Wettbewerbsphase erfolgt Mitte Juni 2026.
Phase 2
In der zweiten Phase arbeiten die für die zweite Phase nominierten Lösungsanbieter:innen ihre Vorschläge weiter aus und reichen diese in einem weiterem Bewerbungsprozess bis voraussichtlich Ende Juli (6 Wochen nach Einladung in die zweite Wettbewerbsphase) ein.
Aus den drei vorliegenden detaillierten Angeboten pro Challenge wählt die Jury jeweils eine Gewinneridee aus. Ab September 2026 wird diese durch das Gewinnerteam gemeinsam mit der Challenge-gebenden Verwaltung in einem Pilotprojekt umgesetzt.
Dafür erhält die jeweilige Verwaltung ein Preisgeld von 24.999,00 EUR pro Challenge für die Umsetzung des Konzepts, welches an die Gewinnerin/den Gewinner ausgezahlt wird.
Die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH führt ihren Innovationswettbewerb auf eigener Webseite durch. Auf dem KOINNOvationsplatz erhält die Challenge eine Zweitplatzierung, um ihre Sichtbarkeit zu erweitern. Lösungseinreichungen sind jedoch zwingend auch über das Bewerbungsformular der Stadt vorzunehmen.
Dennoch bitten wir alle Teilnehmenden, die über den KOINNOvationsplatz auf die Challenge aufmerksam werden, eine kurze Zusammenfassung ihrer Lösung auch hier auf der Plattform einzureichen.
Ein kurzer 5-Zeiler mit Ihrer Lösungsidee, Kontaktdaten sowie ggf. eine vorhandene Unternehmenspräsentation sind völlig ausreichend. So können auch künftig öffentliche Auftraggeber mit ähnlichen Herausforderungen passende Anbieter identifizieren und unkompliziert mit ihnen in Kontakt treten.
Noch nicht veröffentlicht
Aufruf zum Einreichen von Lösungsvorschlägen
27.04.2026 - 24.05.2026
27 Tage verbleibend
Prüfung der Lösungen
25.05.2026 - 07.06.2026
Bewertung der Lösungen durch die Fachjury
08.06.2026 - 14.06.2026
Bekanntgabe des Gewinners
Ab 15.06.2026


