ContainerGrid Berlin – Digitale Stoffstrom‑Orchestrierung für Wertstoffhöfe & Stadtquartiere
ContainerGrid ist ein 2021 gegründetes Software‑Startup mit Standorten in Berlin und München. Das Team verbindet mehr als 30 Jahre Erfahrung in Kreislaufwirtschaft, Industrie‑Logistik und Enterprise‑Software. Die Gründer:innen haben u. a. für Strategieberatungen, Chemie‑ und Energiekonzerne sowie digitale Logistikunternehmen gearbeitet und bringen so ein seltenes Zusammenspiel aus Systemverständnis, technischer Umsetzung und Praxisnähe mit.
Mit der ContainerGrid‑Plattform entwickeln wir ein „Betriebssystem“ für zirkuläre Stoffströme. Unser Schwerpunkt liegt auf der Orchestrierung von Rückbau‑/Rückführ-, Sammel‑ und Recyclingprozessen bei komplexen Wertstoffketten – z. B. für Energie‑Infrastruktur, Automotive, Metalle oder Bauprodukte. Aktuell arbeiten wir mit führenden Industrie‑ und Entsorgungsunternehmen in Deutschland und Europa an Pilotprojekten zur digital unterstützten Demontage, Bündelung und Rückführung von Sekundärrohstoffen.
Kern unserer Lösung ist ein virtuelles Materialkonto, das fragmentierte Sammel‑ und Entsorgungsströme digital bündelt, qualitätsbandiert abbildet und mit den passenden „R‑Strategien“ verbindet (Reduce, Re‑use, Repair, Remanufacturing, Recycling). Dazu kommt eine KI‑gestützte, selbst‑orchestrierte Logistik, die Touren, Containerbestände und Partner (Wertstoffhöfe, Logistiker, Recycler, ReUse‑Initiativen) dynamisch verknüpft.
Was uns auszeichnet:
Systemische Sicht auf Stadt, Infrastruktur und Wirtschaft: Wir denken nicht nur einzelne Tonnen oder Container, sondern komplette Stoffkreisläufe über Stadtgrenzen hinweg.
Bewährte Technologie: Unsere Plattform ist als SaaS‑Lösung bereits produktiv im Einsatz (u. a. im industriellen Umfeld) und kann für Berlin schnell angepasst werden.
Kollaborativer Ansatz: Wir verstehen uns als neutraler Orchestrator zwischen kommunalen Akteuren, Entsorgern, Sozial‑ und ReUse‑Initiativen sowie der Privatwirtschaft.
Praxisnähe: Wir haben Erfahrung im Aufsetzen von Reallaboren, z. B. zu zirkulären Rückbau‑Projekten mit Projektentwicklern, Bau‑ und Industriekunden.
Für die „100 Meter Zukunft“-Challenge bringen wir also sowohl die technische Plattform als auch das methodische Know‑how mit, um aus den sehr unterschiedlichen Abfall‑ und Wertstoffströmen der City‑West eine skalierbare, datenbasierte Lösung zu bauen.
Leitidee
ContainerGrid macht die Wertstoffströme eines Berliner Quartiers digital sichtbar und steuerbar. Aus verstreuten Sammelpunkten (Straßencontainer, Gewerbebetriebe, Baustellen, Wertstoffhöfe, Sonderaktionen) wird ein vernetztes, selbst‑orchestriertes System. Ziel ist, Restabfallmengen zu reduzieren, Recyclingquoten zu erhöhen, Bau‑ und Gewerbeabfälle in Kreisläufe zurückzuführen und illegale Ablagerungen unattraktiver zu machen.
Was ist die Lösung?
Digitales Stoffstrom‑Cockpit für den Bezirk
Erfassung von Abfall‑ und Wertstoffmengen nach Fraktionen (z. B. Papier, LVP, Bio, Sperrmüll, Elektro‑Altgeräte, Bauabfälle).
Anzeige nach Standorten (Wertstoffhof, Sammelinsel, Gewerbebetrieb, Baustelle) und Zeitverlauf.
Virtuelles Materialkonto je Fraktion: Welche Mengen welcher Qualität stehen kurz‑, mittel‑ und langfristig zur Verfügung?
Selbst‑orchestrierte Logistik & Containersteuerung
App‑gestützte Abholung durch kommunale oder private Entsorger (Fahrpersonal scannt Behälter / Ladung, meldet Füllstände, Fehlwürfe, illegale Ablagerungen).
KI‑gestützte Tourenplanung und Bündelung von Fraktionen in Richtung passender R‑Strategien: ReUse, Repair, Demontage, Recycling.
Reduktion von Leerfahrten und unnötigen Containerwechseln.
R‑Strategie‑Routing („welche Tonne in welche Zukunft?“)
Über Regelwerke werden Stoffströme automatisch auf passende Partner verteilt:
ReUse‑Stores / Sozialkaufhäuser / Reparatur‑Werkstätten (z. B. Möbel, Elektrogeräte)
Baustoffbörsen und Sekundärrohstoffzentren (z. B. sortenreine Fraktionen aus Umbau & Rückbau)
Recycler und Verwerter für hochwertige Sekundärrohstoffe
Das System dokumentiert Herkunft, Qualität und Verbleib für Auditierungen und Förderlogiken.
Einbindung der Stadtgesellschaft
Schnittstellen zu Melde‑Apps (z. B. illegale Ablagerungen) und zu ReUse‑Angeboten im Quartier
Gamification‑Elemente für Gewerbe und Hausverwaltungen (z. B. „Zero‑Restabfall‑Haus“)
Neuartigkeit gegenüber bestehenden Ansätzen
Heute laufen viele dieser Informations‑ und Logistikprozesse in Berlin verteilt über unterschiedliche Systeme, Excel‑Listen oder gar nicht digital. Unsere Lösung verbindet sie auf einer neutralen, systemübergreifenden Plattform.
Im Fokus steht nicht nur die Entsorgung, sondern die gezielte Orchestrierung Richtung höherwertiger R‑Strategien – insbesondere ReUse, Repair und hochwertige stoffliche Verwertung.
Durch das virtuelle Materialkonto können auch kleine, verteilte Mengen (z. B. aus Hinterhof‑Baustellen oder einzelnen Gewerben) zu relevanten, planbaren Volumina gebündelt und damit für Kreislaufprojekte nutzbar gemacht werden.
Reallabor‑Umsetzung im „100 Meter Zukunft“-Gebiet
Im Rahmen der Challenge schlagen wir vor:
Auswahl eines Pilot‑Clusters im Raum Kant‑ / Hardenbergstraße (z. B. Abschnitt mit hoher Dichte an Gastronomie, Hotels, Bürogebäuden sowie angrenzenden Baustellen).
Einbindung von:
BSR / kommunale Entsorger und ggf. private Dienstleister
ausgewählte Gewerbebetriebe (Gastro, Handel, Hotels, Co‑Working, Kultur)
mindestens einer Baustelle / eines Umbaus
einem oder mehreren ReUse‑/Repair‑Partnern sowie einem Recycling‑/Sekundärrohstoffpartner.
Technische Schritte:
Onboarding der Partner in die Plattform (Webportal + Fahrer‑Apps)
Definition der relevanten Fraktionen und Ziel‑R‑Strategien
Einrichtung des Materialkontos und erster Dashboards
Pilotbetrieb über 6–12 Monate mit iterativen Anpassungen.
Die Lösung ist heute bereits als SaaS‑Plattform einsatzbereit; für Berlin wären v. a. Konfiguration, Übersetzung, Prozessanpassungen und die Integration lokaler Partner nötig.
Ökologische Wirkung
Reduktion von Restabfall durch bessere Trennung, gezielte Rückführung von Wertstoffen und attraktivere Alternativen zur „grauen Tonne“.
Höhere Recyclingquoten – insbesondere für Bau‑ und Gewerbeabfälle, Elektro‑Altgeräte und sperrige Güter, die heute oft im Restabfall oder als wilde Ablagerungen enden.
CO₂‑Einsparungen durch höhere Sekundärrohstoffanteile und effizientere Logistik (weniger Leerfahrten, bessere Auslastung).
Soziale Wirkung
Sauberere öffentliche Räume und weniger wilde Müllkippen im Quartier.
Stärkung von ReUse‑ und Repair‑Initiativen, die gezielt mit Material versorgt werden können (Möbel, Elektrogeräte etc.) und so Arbeitsplätze, Bildungs‑ und Begegnungsorte schaffen.
Beteiligung der Stadtgesellschaft durch niedrigschwellige Melde‑ und Informationskanäle; Quartiere können ihre „Circular Performance“ sichtbar machen und sich gegenseitig anspornen.
Ökonomische Wirkung
Effizientere Nutzung der bestehenden Entsorgungsinfrastruktur (Container, Fahrzeuge, Personal) – mit Potenzial zur Kostensenkung für Stadt und Entsorger.
Neue Wertschöpfung durch Bündelung von Sekundärrohstoffströmen, die bisher als Mischabfall verloren gehen.
Planbarkeit für Kreislaufprojekte: Datenbasierte Grundlage für Investitionen in Sekundärrohstoffzentren, ReUse‑Hubs und zirkuläre Geschäftsmodelle.
Insgesamt trägt die Lösung dazu bei, Berlin als Reallabor für urbane Kreislaufwirtschaft sichtbar zu machen und gleichzeitig eine Blaupause zu entwickeln, die sich auf andere Bezirke und Städte übertragen lässt.
Bestehende Ressourcen:
Die ContainerGrid‑Plattform ist als SaaS‑Produkt bereits entwickelt und bei ersten Industrie‑ und Recyclingkunden im Einsatz.
Das Kernteam (Produkt, Technik, Projektmanagement) steht für Konzeption, Anpassung und Betrieb des Reallabors zur Verfügung.
Erforderliche Mittel für das Reallabor Berlin (grobe Einschätzung):
Projektlaufzeit: 12–18 Monate
Kostenelemente: Plattform‑Einrichtung und ‑Anpassung, Onboarding und Schulung der Partner, laufender Betrieb & Support, begleitendes Monitoring & Evaluation, ggf. Schnittstellenentwicklung zu bestehenden Systemen (z. B. BSR / Bezirks‑IT).
Größenordnung: 75.000–150.000 € je nach Tiefe der Integration und Anzahl der beteiligten Partner.
Finanzierungsoptionen:
Co‑Finanzierung durch die „100 Meter Zukunft“-Challenge / Bezirk / IHK (Sach‑ und Personalmittel).
Eigenbeitrag ContainerGrid in Form von rabattierten Lizenzen, Entwicklungs‑Tagen und Projektmanagement.
Ergänzende Fördermittel (z. B. aus Landes‑ oder Bundesprogrammen zur kommunalen Digitalisierung / Kreislaufwirtschaft), falls gewünscht.
Die genaue Ausgestaltung kann in einem gemeinsamen Workshop konkretisiert werden; wichtig ist: Dank bestehender Softwarebasis ist der Entwicklungsaufwand begrenzt, und ein Pilot kann schnell, iterativ und kosteneffizient aufgesetzt werden.
Wir schlagen vor, das Reallabor im Umfeld der Kant‑ und Hardenbergstraße in Charlottenburg‑Wilmersdorf zu verorten – entsprechend der Challenge‑Kulisse:
Warum dieser Standort?
Hohe Dichte an Gastronomie, Einzelhandel, Kultur‑ und Bildungsinstitutionen (u. a. rund um Bahnhof Zoo, TU/UDK‑Umfeld), die unterschiedliche Abfall‑ und Wertstoffströme erzeugen.
Präsenz von Hotels, Büros und Baustellen mit relevanten Mengen an Gewerbe‑ und Bauabfällen.
Gute Anbindung an bestehende Entsorgungslogistik und Nähe zu BSR‑Standorten.
Chancen für die Lösung:
Sichtbarkeit im Stadtbild: Fahrzeuge, Sammelstellen und ReUse‑Partner liegen im direkten Umfeld von Passant:innen, Studierenden und Tourist:innen – ideal, um Kreislaufwirtschaft erfahrbar zu machen.
Hohe Übertragbarkeit: Die im „100‑Meter‑Korridor“ gewonnenen Erkenntnisse lassen sich leicht auf andere verdichtete Innenstadtbereiche Berlins und darüber hinaus skalieren.
Möglichkeit, unterschiedliche Szenarien zu testen – von Gewerbe‑ und Baustellenlogistik über Sperrmüll‑Hotspots bis hin zu ReUse‑Aktionen im öffentlichen Raum.


