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Lösung

Die "FLOOP"-Rohrposttoilette erleben

Angelika Drescher
Kurzvorstellung der Lösungsanbieterinnen und Lösungsanbieter (max. 500 Wörter)

Über Finizio

Finizio entwickelt seit 2019 zukunftsweisende Trockentoiletten und Recyclingsysteme, die unabhängig von Wasser- und Abwassersystemen arbeiten und für verschiedenste Standorte geeignet sind. Mittlerweile sind wir eine 20-köpfige Crew, die unter dem Ansatz „for every Place and Body“ innovative Sanitärlösungen für Großveranstaltungen, Privathaushalte und Kommunen bietet.

Auf unserer firmeneigenen, deutschlandweit ersten Recyclinganlage für Inhalte aus Trockentoiletten in Eberswalde bereiten wir die gesammelten menschlichen Ausscheidungen hygienisch und sicher auf und veredeln sie zu qualitätsgesicherten Recyclingdüngern. Unseren Recyclingservice bieten wir für Privatkund:innen als auch für andere Trockentoilettenbetreiber an.

Durch unsere praxisorientierten Lösungen und unser Engagement für Ressourcenschonung hat sich Finizio zu einem gefragten Partner für zukunftsorientierte Sanitärkonzepte für Kommunen und Veranstaltungen entwickelt. Unsere Mission ist es, nachhaltige und effiziente Sanitärtechnologien bereitzustellen, die nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die Lebensqualität der Menschen verbessern.

Wir arbeiten derzeit an der Legalisierung von Humusdünger aus Trockentoiletten. Als Praxispartner des wissenschaftlichen Projekts “Zirkulierbar” haben wir seit 2020 unseren Humusdünger auf landwirtschaftlichen Versuchsflächen ausgebracht, um mit Hilfe von Forschungs- und Laborergebnissen Grundlagen für eine Legalisierung zu erarbeiten. Dabei ist ganz klar, dass Hygiene, Sicherheit und die Nicht-Verbreitung von Schadstoffen höchste Priorität haben müssen.

Bisher bedienen wir mit wasserlosen Trenntoiletten hauptsächlich den Festivalbereich und bieten insofern unsere Leistungen an Stellen an, wo die Abwasserentsorgung nicht hinreicht.

Wir haben 12 öffentliche, barrierearme Parktoiletten im Rahmen des Pilotprojektes “Berliner Parktoiletten” 2023 aufgestellt, die vom Senat für Klima, Verkehr, Umwelt und Mobilität evaliert und für gut befunden wurden. Das Projekt läuft voraussichtlich März 2026 weiter.

Um die Kompostierung von Ausscheidungen und die Humusdüngerproduktion auf Städte ausweiten zu können, haben wir eine neuartige Trenntoilette “Floop” zur Anwendung in Geschossbauten entwickelt. Sie soll in Etagenwohnungen als annehmbare Alternative zur Wassertoilette installierbar sein.

Firmengeschichte

2019
Unsere Pilotanlage in Eberswalde ist deutschlandweit die erste (und bis 2024 auch einzige) genehmigte gewerbliche Anlage, die eine Verwertung von Inhalten aus Trockentoiletten zu hochwertigen Humus-Substraten ermöglicht. Darum verwerten wir auch die Toiletteninhalte von unseren Kollegen und befreundeten Unternehmen wie Goldeimer oder Ecotoiletten mit.

2020
Die von Finizio maßgeblich mitentwickelte DIN SPEC für Recyclingdünger wird unter dem Titel „Qualitätssicherung von Recyclingprodukten aus Trockentoiletten zur Anwendung im Gartenbau“ veröffentlicht. https://www.dinmedia.de/de/technische-regel/din-spec-91421/330937272
Das Deutsche Institut für Normung legt damit ein erstes technisches Regelwerk vor, das eine Antwort auf folgende Frage bietet: Unter welchen Qualitätskriterien können Recyclingdünger aus Trockentoiletten sicher und schadlos für Mensch und Umwelt genutzt werden. Diese DIN SPEC ersetzt noch keine düngerechtliche Zulassung unseres Humusdüngers.

2022 – 2024
Forschungsprojekt „Zirkulierbar“ zu Recyclingdünger zusammen mit vielen andern Akteuren aus Wissenschaft, Forschung und Praxis, unter Einbindung von Kommunen (Förderung BMBF)
1. Qualität; hygienische Unbedenklichkeit,
2. Akzeptanz; rechtliche und kulturelle Barrieren

2019-2025
Entwicklung der Rohrposttoilette „Floop“

2025
Finizio erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Entstehungsgeschichte „Floop“ Rohrposttoilette

Ziel von Finizio und Kooperationspartnern ist es, skalierbare Lösungen zu entwickeln und zu systemischen Veränderungen beizutragen, die bei den überschrittenen planetaren Grenzen wieder in die Richtung des sicheren Handlungsraums führen. Mehrere Produkt-Designer kooperieren, um eine Toilette zu entwickeln, die auch in Geschossbauten einsetzbar ist. Dafür gilt es Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den Urin durch ein Rohr in den Keller ableiten können, sondern auch die Feststoffe, ohne dass es für jede Toilette eines eigenen, direkt darunter liegenden Schachts bedarf.

2023
Die Rohrposttoilette tritt ihren offiziellen öffentlichen Testlauf an. Auf der Architektur-Biennale in Venedig ist sie sowohl als Ausstellungsstück als auch als Toilette zur Benutzung im Deutschen Pavillon zu bewundern.

2024
Erste Pilotprojekte in Eberswalde sind begeistert von der Rohrposttoilette und wollen sie in ihre Wohnprojekte integrieren.

2025
Vorbereitungen für Patentierung, Serienreife, Markteintritt

Kurzbeschreibung der Lösung (max. 1500 Wörter)

Als Anschauungsobjekt soll ein Prototyp der Trockentrenntoilette “Floop” im öffentlichen Straßenraum installiert werden. Das Objekt ist bei entsprechender Wartung als öffentliche Toilette nutzbar, obwohl es nicht für den Einsatz im Straßenraum gedacht ist, sondern für Wohnungen im Geschossbau.

Ziel ist es ins Bewusstsein zu holen, dass jeder Mensch täglich durchschnittlich 35 Liter des wertvollsten Lebensmittels - Trinkwasser - für den Transport von Urin und Kot nutzt. Unsichtbar ist, was danach geschieht: In der Kanalisation werden die menschlichen Ausscheidungen mit vielfältigen Schadstoffen vermischt, um sie dann in Kläranlagen mit enormen Aufwand wieder aus dem Wasser herauszuholen – was nur zum Teil gelingt. Dabei verursachen die Fäkalien den mit Abstand größten Energieaufwand. Zugleich gehen Stickstoff und Phosphor verloren - Stoffe, die die Landwirtschaft dringend braucht. Phosphor ist inzwischen in der EU ein kritischer Rohstoff.

Wir präsentieren ein funktionierendes Designobjekt als innovativen Lösungsansatz inklusive Versorgungskette zur stofflichen Verwertung. Mit der Separierung und Sammlung der menschlichen Ausscheidungen wird die Trockentoilette zur Wertstoffsammelstelle. Langfristig könnte das wassergebundene Sanitärsystem somit abgelöst werden durch eine Kreislaufwirtschaft. Der Charme des präsentierten Lösungsansatzes liegt darin, dass das trockene Sanitärsystem parallel zum bestehenden, wasserbasierten System schrittweise implementierbar ist.

Warum eine Intervention im öffentlichen Straßenraum? Eine Veränderung unseres im 19.Jahrhundert eingeführten Sanitärsystems kann nur mit einem Kulturwandel einhergehen. Zum einen ist tabu, was auf dem stillen Örtchen geschieht. Zum anderen gilt das WC als die Errungenschaft der Moderne, weil es uns von der Cholera befreit hat und heute ein selbstverständlicher Teil einer „zivilisierten“ Gesellschaft ist.

Für grundlegende Veränderungen braucht das Toilettenthema Öffentlichkeit. Angesprochen sind sowohl die einzelnen Nutzer:innen als auch Planende und Entscheidungsträger:innen für kommunale Infrastrukturen. Eine serielle Implementierung in Haushalten folgt der wachsenden Akzeptanz. Die Rohrposttoilette “Floop” ist speziell konzipiert für die Verwendung in mehrstöckigen Wohngebäuden und kann sowohl in Neubauten als auch in bestehenden Gebäuden installiert werden. Am selben Fallrohr können mehrere Toiletten übereinander angeschlossen werden. Die zum Einbau in Mehrfamilienhäuser konzipierte Rohrposttoilette „Floop“ ermöglicht die Skalierung von Trockentoiletten-Systemen im städtischen Maßstab auf komfortable Weise und ist dabei hygienisch einwandfrei.

Funktionsweise der Installation

Die Installation macht neugierig. Sie holt das Toilettenthema selbstbewusst aus der schambehafteten Schmuddelecke und kann die Zusammenhänge auf einfache und direkte Weise verständlich machen: Die menschlichen Ausscheidungen sind wertvolle Rohstoffe. Hygienisiert und von Medikamentenresten befreit kommen sie als Dünger zurück auf die Felder.

Floop trennt Fest und Flüssig in der Toilettenschüssel in zwei Rohrleitungen mit Geruchsverschluss. Vorne fließt der Urin ab, hinten wird der Kot mit Hilfe einer hauchdünnen, kompostierbaren Papiertüte entsorgt. Mit einem Handumdrehen öffnet sich eine Klappe und lässt den vorher eingelegten „Papierfuchs“ rückstandsfrei durch ein Fallrohr in einen Sammelbehälter gleiten. Die Wertstoffe werden abgeholt und auf der Recyclinganlage zu qualitätsgesichertem Superdünger verarbeitet.

Begleitende Info-Tafeln erläutern den Nährstoffkreislauf und die Probleme des gegenwärtigen Systems, das zur Überschreitung mehrerer planetarer Grenzen beiträgt. Floop als ressourcenschonende Alternative zum herkömmlichen Wasserklosett ist ein wichtiger Baustein zur Lösung. Die Trockentoilette reduziert massiv den Wasserverbrauch und macht Nährstoffe wieder verfügbar. Dadurch wird Energie in Kläranlagen und bei der Kunstdüngerproduktion gespart und die aufgearbeiteten Hinterlassenschaften tragen zum Humusaufbau im Boden bei.

Stand der Implementierung

Floop wurde von Finizio nach mehrjährigen Entwicklungs- und Testphasen bis zur Serienreife gebracht und kann ab sofort in größeren Chargen für den Verkauf auf dem Massenmarkt produziert werden, sobald entsprechende Nachfrage vorhanden ist. Floop ermöglicht erstmals eine skalierbare Anwendung von Trocken-Trenn-Toiletten in mehrstöckigen Gebäuden.

Linksammlung

  • Website Floop: https://finizio.de/produkte/floop/

  • Website NetSan e.V.: https://www.netsan.org/

  • Ergebnisse der Forschungsprojekts “Zirkulierbar”: https://zirkulierbar.de/

  • ZDF-Sendung Purplus: https://www.zdf.de/video/reportagen/purplus-100/schatz-im-klo-kot-faekalien-wiederverwertung-phosphor-duenger-100

  • Beitrag auf 3Sat Nano: https://www.3sat.de/wissen/nano/241014-die-aerzte-nachhaltige-konzerte-und-trockentoiletten-nano-100.html

Wirkung der Lösung

Design und Verortung, Interaktion

Die für die Privatsphäre konzipierte Toiletteninnovation wird im öffentlichen Raum präsentiert, so dass sie für Vorführzwecke und auch zur Testnutzung geeignet ist. Über das Design im Innenraum wird die Einbausituation Wohnung simuliert, vergleichbar mit einer Badausstellung.

Eine transparente Verrohrung dient der Demonstration der Funktionsweise: man kann den ansehnlichen Tütchen beim Fallen zusehen. So erfassen Betrachtende mit einem Blick den (patentierten) Kern der Innovation. Wesentlich ist dabei die Beobachtung, dass zwei auf verschiedenen Höhenieveaus befindliche Toiletten an das gleiche Fallrohr angeschlossen sind, das in einen darunter stehenden Sammelbehälter mündet, während ein separater Schlauch den Urin aus beiden Toiletten in einen zweiten Behälter leitet.

Aufgebaut werden soll die Installation vor dem Ludwig-Erhard-Haus an der Stelle, wo es neben dem Straßenniveau eine tiefere Ebene mit einer Zwischenstufe gibt. Damit kann die Anlage für Passant:innen wie von einer Theater-Galerie aus weiträumig betrachtet werden. Durch eine temporäre Treppe ist der untere Teil zugänglich. Hier wird die Floop-Toilette als Demonstrationsobjekt sichtbar präsentiert und kann aus der Nähe in Augenschein genommen werden. Dagegen steht die auf Höhe des Straßenniveaus installierte Floop-Toilette in einem Häuschen, ist barrierefrei zugänglich und kann getestet werden. Beide Toiletten teilen sich dasselbe Fallrohr, welches im Sammelbehälter endet. Der Urinschlauch ist separat geführt. Die Behälter werden regelmäßig gewechselt und abtransportiert.

Vermittelt wird durch die Installation, dass das Klo in der Wohnung auch ohne Wasser funktioniert und dabei genauso sauber ist. Das ist eine wichtige Erkenntnis in Zeiten, in denen es aufgrund der Klimaerwärmung absehbar immer trockner wird.

Die neue Rohrposttoilette lässt sich nicht nur in Neubauten, sondern auch in Bestandsgebäuden installieren. Es ist möglich, wie gewohnt die Toilette zu nutzen - lediglich der Handgriff zum Floop-Tütchen kommt hinzu. Auf diese Weise lassen sich die Wertstoffe effektiv sammeln und nach der Hygienisierung als Nährstoffe zurück in die Landwirtschaft bringen.

Die Installation setzt unsere täglichen Verrichtungen in einen größeren Zusammenhang und macht Selbstwirksamkeit erfahrbar: Als Testnutzer:innen werden wir selbst Teil der Transformation.

Ökonomische und ökologische Vorteile

Neben der Installation sollen Infografiken und kurze Texte, sowie kurze Videos die Zusammenhänge und Vorteile verdeutlichen.

Mit der Separierung und Sammlung der Wertstoffe aus den Toiletten wird das bisher linear wirtschaftende System der Wasserklosetts zunächst mit Trockentoiletten ergänzt und in eine Wertschöpfungskette umgewandelt. Langfristig könnte nach und nach das wassergebundene Sanitärsystem in eine Kreislaufwirtschaft überführt werden.

Eine wasserlose Entsorgung der Toiletteninhalte reduziert in Haushalten den Trinkwasserbedarf um ein Drittel. Eine Stoffstromtrennung an der Quelle in Urin, Kot und Grauwasser eröffnet zudem die Möglichkeit einer dezentralen Grauwasser-Aufbereitung, wie sie beispielsweise im indischen Bangalore bereits im großen Stil stattfindet.

Abwassersystem und Kläranlagen werden stark entlastet. In der Kanalisation werden Kapazitäten frei, um Starkregenereignisse zu managen.

Ohne Urin und Kot könnten Kläranlagen etwa zwei Drittel kleiner ausfallen, da die biologische Klärstufe dann nicht mehr nötig ist, die dort den mit Abstand größten Energiebedarf verursacht. Es würden keine Medikamente mehr ins Abwasser gelangen. Die Forschung zur Nachrüstung von Kläranlagen könnte sich auf eine bezahlbare, flächendeckende Methode zur Entfernung von Mikroplastik und PFAS aus dem restlichen Abwasser konzentrieren.

Eine kostspielige Phosphor-Rückgewinnung aus dem Abwasser bzw. Klärschlamm würde sich erübrigen. Auch der Stickstoff muss nicht mehr mit hohem Energieaufwand in Kläranlagen eliminiert werden, sondern wird wieder pflanzenverfügbar auf den Acker gebracht, denn die nährstoffreichen Fäkalien können - unter Anwendung streng kontrollierter hygienisierender Verfahren - direkt zu hochwertigem Bodenverbesserer und Dünger verarbeitet werden und zum Humusaufbau von Äckern beitragen.

Humusreicher Boden gibt Mikroorganismen Lebensraum und kann bis zu 80 Prozent mehr Wasser speichern als ein ausgelaugter Hochertragsacker. Das vermindert Erosion und Überschwemmungsgefahren bei Starkregen.

Die neuen Infrastrukturen schaffen neue Dienstleistungssektoren und stärken die regionale Wirtschaft.

Finanzierungs- und Realisierungsperspektiven
  • Es gibt bisher keine anderen Finanzierungsquellen für die Erstellung eines Demonstrators.

  • Die gesamte Installation ist , wie im folgenden Abschnitt beschrieben, mit minimalem temporären Eingriff in die Umgebung verbunden und kann vollständig jederzeit wieder rückgebaut werden.

  • Materialität der Toilettenkabine, der Zuwegung, der Informationstafeln und der notwendigen Befestigungsmittel ist noch offen und muss notfalls dem zur Verfügung stehenden Budget angepasst werden.

  • Möglicherweise können weitere Finanzierungsquellen gefunden werden.

  • I

    n Kooperation mit anderen Organisationen (NetSan e.V., und ggf. weitere) kann im Betrieb eventuell auch ehrenamtliche Arbeit einfließen, insbesondere bei der Bespielung und inhaltlichen Betreuung.

Kostenannahmen zum Gesamt-Aufwand:

Planung und Errichtung: 28.500 €

Betrieb, Wartung, Bespielung: 11.9000 €

Detaillierte Aufstellung mit Einzel-Positionen dazu siehe Tabelle im Anhang.

Optional: Auswahl möglicher Flächen für die Umsetzung

Eine Skizze zur Verortung ist diesem Antrag beigefügt. An dieser Stelle lässt sich der Demonstrator mit vertretbarem Aufwand errichten.

Ein wesentliches Merkmal des Innovationsproduktes FLOOP ist die Tatsache, dass erstmals Trockentoiletten übereinander angeordnet und an dasselbe Fallrohr angeschlossen werden können.

Das ist für die Skalierungsfähigkeit sehr bedeutsam, weil sich das System unkompliziert in herkömmlich dimensionierte Sanitärschächte integrieren lässt auch im Bestand.

Das wichtigste Kriterium für einen erfolgreichen Markteintritt ist letztlich die Akzeptanz der Nutzer:innen. Deshalb soll die Installation aus mindestens zwei Toiletten in zwei unterschiedlichen Ebenen bestehen. Eine Toilette soll für die Testnutzung tauglich sein. Die Sammelbehälter müssen unterhalb der Toiletten angeordnet sein und beanspruchen ebenfalls eine gewisse Höhe, wenn sie nicht im Boden versenkt werden können.

Um den konstruktiven Aufwand für die Installation gering zu halten, schlagen wir vor, den vorhandenen Geländevorsprung zu nutzen und die tieferliegende Ebene einzubeziehen. So kommen wir ohne ein gesondertes Bauwerk aus, benötigen weder statische Berechnung noch Fundamentierung oder gesonderte Absturzsicherung. Ein extra errichtetes Bauwerk müsste dagegen recht massiv ausfallen und würde die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Gegenstand ablenken.

Wie in der Standortskizze dargestellt, wird sich die Anordnung der einzelnen Elemente am Gelände orientieren. Zu berücksichtigen sind folgende Komponenten:

- Benutzbare Toilette mit Sichtschutz

- Demonstrations-Toilette, offen sichtbar, gut zugänglich für Vorführungen

- Fallrohr freistehend, gut sichtbar im Zentrum der Anlage, idealerweise transparent (Glas)

- Vertikale Bereiche für Informationstafeln und Video-Screening

- Zuwegung

Wie weit sich die Installation auf dem Gelände ausbreitet, ist relativ variabel und sollte im Zusammenspiel mit etwaigen benachbarten Installationen abgestimmt werden. Die Collage zeigt eine denkbare Variante.

Die auf der Gehwegebene befindliche Toilette steht straßenräumlich zurückhaltend an der Seite des Laufweges und ist barrierefrei zugänglich. Es bleibt genügend Laufbreite für die Durchwegung. Das Geländer bleibt bestehen, lediglich ein Glasfeld wird temporär herausgenommen, um die Verbindung zum Fallrohr freizugeben. Die Toilette auf der unteren Ebene wird offen sichtbar entweder vor die Wand an eine Vorwand montiert, oder direkt an der Wand verankert. Sammelbehälter, Fallrohr und Urinschlauch stehen frei und müssen lediglich an Wand oder Kabine fixiert werden. Vertikale Flächen werden visuell so bespielt, dass der gesamte Inhalt vom schräg gegenüberliegenden Geländer inhaltlich erfasst werden kann.

Idealerweise möchten wir einen direkten Zugang zur unteren Ebene schaffen, indem die vorhandene, sanft ansteigende Böschung mit einem temporär aufgelegten Steg, bzw. am Höhenversatz mit Treppenstufen versehen wird. So könnten sich die Besucher:innen selbstständig um die Installation herum bewegen und auch detailliertere Informationen erfassen. Auch Wartung und Pflege der Installation ist durch eine direkte Zuwegung wesentlich unaufwändiger.

Falls das Betreten der Böschung nicht möglich ist, wäre es im Sinne einer kohärenten und lebendigen Vermittlung dennoch sinnvoll, eine Zugänglichkeit zu schaffen. Möglich ist, die untere Ebene vom IHK-Gebäude aus zu betreten, was jedoch den Umweg über Eingang und Treppe notwendig macht und nur zu Öffnungszeiten möglich wäre.

Welche Chancen bietet der Standort für die FLOOP-Toilette?

Der Standort an prominenter Stelle im Stadtraum mit viel Laufpublikum eignet sich extrem gut dafür, eine breite Öffentlichkeit für das alltägliche, aber tabuisierte Thema zu erreichen. Günstig ist die Lage auch, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich fachlich und professionell damit befassen. Wissenschaftsstandorte für Planungs- und Ingenieurswesen sind fußläufig erreichbar. Wasser- und Abwasser-Technologie wird wenige hundert Meter entfernt an der TU intensiv beforscht. Dort entsteht am Lehrstuhl von Prof. Eike Roswag-Klinge gerade ein nach Low-Tech-Prinzipien entwickelter Pavillion. Er wird sicher Publikum anziehen, was Synergien bei bestimmten Anlässen möglich macht. Der aktuell auch als Präsident der Architektenkammer amtierende Professor ermutigt uns mit der Aussage: “Ja, wir brauchen einfache Lösungen mit komplexer Wirkung. Genau das ist Floop.” Darüber hinaus planen wir öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen gemeinsam mit unserem Netzwerkpartner NetSan e.V. .

Angesichts der Dringlichkeit der klimatischen Herausforderungen wird unsere Lösung, wenn sie so greifbar nahe ist, gerade unter dem Aspekt der Vereinfachung vielleicht verblüffen. Wir erwarten, dass unsere Intervention große Aufmerksamkeit und Neugierde auf unterschiedlichen Ebenen weckt.

Challenge
Abfall- und Ressourcenmanagement
Lösungsgeber
Finizio GmbH
Anhänge
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Floop mockup
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Rohrposttoilette mit fallrohr und abholbehälter 3
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Floop
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Deutscher pavillon, venedig
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Feldversuchausbringung credits flavinbraß 5b
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Finizio pilotanlage hyco
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Finizio pilotanlage mietenwenden a
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Finizio aufbereitungsanlage
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Schaubild verwertung
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Schaubild intakterkreislauf
PDF
Schaubild gebrochenerkreislauf
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Planetaryboundaries 2025
KOINNOvationsplatz
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Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
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