mavy mobility
mavy zielt darauf ab, digitale Infrastruktur für Mobilität so zu vernetzen, dass Stellflächen, Leihangebote und modulare Mobilitätsdienste plattform-übergreifend koordiniert werden. Kernidee ist, Mobilität in Städten durch nahtlose Abstimmung von Stellflächen, Angeboten und Daten lebendiger, effizienter und emissionsärmer zu gestalten. Dazu soll eine ganzheitliche Plattform entstehen, die es Städten, Anbietern und Nutzern ermöglicht, Fortbewegung schneller, einfacher und umweltbewusster zu organisieren.
Der Leitgedanke: Urbaner Verkehr wird durch bessere Verknüpfung von Planung, Abwicklung und Abrechnung insgesamt nutzerfreundlicher und ressourcenschonender.
Stellflächensuche: Die Parkplatzsuche gilt als zentraler Einflussfaktor auf Emissionen, Lebensqualität und Verkehrsfluss. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts[1] hat ermittelt, dass ca. 30% des innerstädtischen PKW-Verkehrs aufgrund der Suche nach einem Parkplatz entsteht. Dieser Verkehr trägt signifikant zu innerstädtischen Emissionen beiträgt. Durch Minimierung der Suchwege lässt sich Energieverbrauch senken, das öffentliche Netz entlasten und die Lebensqualität erhöhen.
Parallel dazu werden im urbanen Raum vermehrt Mikromobilitätsangebote angeboten. Für Fahrzeuge wie E-Scooter oder Leihfahrräder entsteht Bedarf an dezidierten Stellflächen, um die Nutzung zu organisieren.
Mobility Hub: Ziel ist ein zentrales, plattformunabhängiges Buchungssystem, das den Wechsel zwischen Fortbewegungsmitteln erleichtert (Auto ↔ Leihfahrrad/Leih-Scooter/ Carsharing ↔ÖPNV). Eine solche, ortsunabhängige Koordination spart Zeit, erhöht die Bereitschaft zur Nutzung von Sharing-Angeboten und kann langfristig den privaten Fahrzeugbestand senken. Damit wird eine ganzheitliche, nutzerorientierte Mobilität ermöglicht, bei der Angebote besser miteinander vernetzt sind und der Energieverbrauch optimiert wird.
Funktionalitäten für Verkehrsteilnehmende (Auszug)
Stellfläche buchen: Die App ermöglicht die Vorabbuchung einer Stellfläche vor einer Einfahrt für einen definierten Zeitraum. Nutzerprofile und Fahrzeugtypen (z. B. E-Auto, Lieferfahrzeug, Fahrrad) filtern die Verfügbarkeit, sodass nur kompatible Stellflächen angezeigt werden. Buchungen sind spontan oder im Voraus möglich; Stornierung und Verlängerung sind vorgesehen. Die Konditionen (Dauer, Preis) liegen beim Betreiber.
Stellfläche nutzen: Die Zuweisung erfolgt aus einem Kontingent, nicht fest einer konkreten Fläche. Beim Einchecken per App, Smartwatch oder Kennzeichenerfassung wird dynamisch die passende Stellfläche zugewiesen. Falls die zugewiesene Fläche versehentlich belegt ist, kann dem Nutzer eine alternative Fläche zugewiesen werden. Die zuletzt belegte Stellfläche wird in der App gespeichert, sodass die Nutzer:innen den Standort ihres Fahrzeugs einfach ermitteln können.
Stellfläche bezahlen: Die Abrechnung erfolgt über die App; Automatenzahlungen entfallen.
Funktionalitäten für Anbieter von Stellflächen (Auszug)
Die Stellflächenbetreiber-Funktionen sichern die Infrastruktur und Datenbasis, auf der die nutzerorientierten Funktionen aufbauen. Zentrale Aufgaben sind:
Stellflächenverwaltung: Der Betreiber erfasst Stellflächen, pflegt Verfügbarkeiten, steuert Zuweisungen und übernimmt das Statusmanagement. Die Bereitstellung kann temporär erfolgen oder für bestimmte Nutzungszwecke freigegeben werden (z. B. saisonale Hinweise, Sondernutzungen). Durch flexible Priorisierungen lassen sich Kapazitäten an Nachfragefenster anpassen.
Besucherbuchungen und Ausnahmeregelungen: Das System unterstützt Buchungen durch Besucher, berücksichtigt Ausnahmen wie Sondernutzungen, Freigaben oder temporäre Sperrungen, und ermöglicht schnelle Nach- oder Umbuchungen.
Datenaustausch und Interoperabilität: Betreiber kommunizieren Nutzungsdaten mit der Plattform und anderen Akteuren. Offene Schnittstellen ermöglichen den Datenaustausch, Integrationen in Mobility-Hub-Konzepte und koordinierte Abrechnungsprozesse.
Mobility Hubs: Die Entwicklung von Mobility Hubs ermöglicht eine koordinierte Nutzung mehrerer Stellflächen und Dienste, zentrale Buchung, Zuweisung und Abrechnung über eine Plattform.
Offene Schnittstellen und API-Anbindung: Bereitstellung von APIs, Authentifizierung und Dokumentation, um externe Anbieter anzubinden und die Interoperabilität zu erhöhen.
Kooperationen: Zusammenarbeit mit Kommunen und Partnern, um Infrastruktur- und Nutzungsanforderungen abzustimmen, Standards zu fördern und gemeinsame Strategien zu realisieren.
Reporting und Analyse: Erhebung von Nutzungskennzahlen, Berichte zu Auslastung, Nachfrageverläufen und Einnahmen zur Optimierung von Angebot und Preisen.
[1] Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO - Die digitale Transformation des städtischen Parkens. Eine Analyse der Veränderung des kommunalen Parkraummanagements vor dem Hintergrund der Herausforderungen einer Verkehrswende


