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Lösung

Agentisches Stoffstrom- und Entsorgungsdokumentationssystem

HiiCCE GmbH
Unternehmensprofil

HiiCCE, das Hamburg Institute for Innovation, Climate Protection and Circular Economy, ist eine auf Innovation, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Gesellschaft und Tochterunternehmen der Stadtreinigung Hamburg. Das HiiCCE verbindet fachliche Expertise in Circular Economy, Klimaschutz, Digitalisierung, Innovationsmanagement und praxisnaher Umsetzung mit dem operativen Know-how eines großen kommunalen Entsorgungsunternehmens.

Die besondere Stärke des HiiCCE liegt in der Verbindung von strategischer Innovationsentwicklung und konkreter betrieblicher Anwendung. Wir entwickeln und strukturieren Lösungen nicht allein aus einer technologischen Perspektive. Genauso wichtig sind für uns reale Prozesse, vorhandene Systeme, regulatorische Anforderungen, Nutzerrollen und die spätere Betriebsfähigkeit. Dadurch kann das HiiCCE als Brücke zwischen Fachbereichen, IT, externen Technologiepartnern, Forschung und operativen Einheiten wirken.

Für die vorliegende HPA-Challenge ist insbesondere die Nähe zur Stadtreinigung Hamburg relevant. Die SRH verfügt über umfassende praktische Erfahrung im Umgang mit Stoffströmen, Entsorgungswegen, Wiegescheinen, Mengenlogiken, Nachweisdokumentation, Abfallschlüsseln, Dienstleistern, Rechnungen, Plausibilitätsprüfungen und betrieblichen Datenrealitäten. Diese fachliche Nähe ermöglicht es, Anforderungen an ein digitales Stoffstrom- und Entsorgungsdokumentationssystem realitätsnah zu bewerten statt als abstraktes Softwarekonzept zu beschreiben. Mitarbeitende aus dem Stoffstrommanagement der SRH würden inhaltlich am Projekt mitarbeiten.

Für die technische Umsetzung des Projekts würde das HiiCCE mit ehemaligen Entwicklern der Boden & Bauschutt GmbH & Co. KGaA („Entwicklerteam") zusammenarbeiten. Diese bringen Erfahrung aus der Entwicklung digitaler Lösungen für Boden, Bauschutt und mineralische Stoffströme ein. Dadurch kann die fachliche Stoffstromkompetenz aus dem Umfeld der SRH mit technischer Erfahrung aus einem einschlägigen Software- und Plattformkontext verbunden werden.

Das HiiCCE bringt außerdem Erfahrung in der Entwicklung und Bewertung digitaler Innovationsvorhaben mit. Dazu gehören unter anderem KI-gestützte Prozessansätze, digitale Datenmodelle, Konzepte zur Treibhausgasbilanzierung, strategische Zukunftsprojekte zur Kreislaufwirtschaft sowie die strukturierte Überführung von Ideen in pilotierbare und skalierbare Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf souveränen, nachvollziehbaren und anschlussfähigen Systemarchitekturen, die in bestehende Organisations- und IT-Strukturen integrierbar sind.

Im geplanten Lösungskonsortium übernimmt das HiiCCE die fachliche und organisatorische Steuerung, die Strukturierung des Fachkonzepts, die Abstimmung mit relevanten Stakeholdern sowie die Einbindung der Kreislaufwirtschafts- und Stoffstromexpertise. Das Entwicklerteam ergänzt diese Rolle durch technisches Umsetzungswissen, Erfahrung mit digitalen Stoffstromlösungen und ein Verständnis für die besonderen Anforderungen mineralischer Stoffströme. Die Stoffstromexpert*innen der SRH bringen ihr Fachwissen über die Stoffströme im Hamburger Hafen sowohl volumen- als auch gewichtsseitig ein. So entsteht eine Kombination aus lokaler Verankerung, operativer Entsorgungskompetenz, technologischem Umsetzungswissen und Innovationsmethodik.

Die Marktposition des HiiCCE ist dadurch geprägt, dass es nicht als klassischer Standardsoftwareanbieter auftritt. Stattdessen versteht sich das HiiCCE als anwendungsnaher Innovations- und Umsetzungspartner für öffentliche und kommunale Akteure. Für die HPA bietet dies den Vorteil, dass die Lösung fachlich aus der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft heraus gedacht wird und zugleich auf digitale Skalierbarkeit, Datensouveränität, Integrationsfähigkeit und spätere Vergabefähigkeit ausgerichtet werden kann.

Lösungsbeschreibung

Die vorgeschlagene Lösung ist ein selbst gehostetes, agentisch unterstütztes Stoffstrom und Entsorgungsdokumentationssystem für die HPA. Ziel ist es, Stoffströme, Bodenmaterialien, Baggergut, mineralische Abfälle, sonstige Abfallströme, Entsorgungswege, Nachweise, Wiegescheine, Rechnungen, Analysedaten, Mengen, Kosten und Freigaben über den gesamten Lebenszyklus digital, revisionssicher und auswertbar abzubilden.

Der zentrale Use Case ist ein digitaler Stoffstrompass für HPA Projekte. Ein Projekt oder eine Baustelle wird im System angelegt, relevante Stoffströme werden erfasst und Dokumente wie Wiegescheine, Rechnungen, Laboranalysen oder Entsorgungsnachweise werden hochgeladen. Die Lösung liest diese Dokumente über lokale OCR und Dokumentenservices aus, ordnet die Inhalte den passenden Projekten, Stoffströmen und Vorgängen zu und gleicht die extrahierten Daten mit Stammdaten, AVV und EBV Logiken, Entsorgungswegen, Kostenstellen und Rollen ab. Plausibilitätsprüfungen markieren Abweichungen bei Mengen, Einheiten, Kosten, Abfallschlüsseln, Nachweisen oder Fristen. Fachliche Entscheidungen und Freigaben bleiben nach dem Human in the loop Prinzip bei autorisierten Personen der HPA.

Die Lösung deckt mehrere relevante Use Cases ab. Dazu gehören die digitale Erfassung und Strukturierung von Stoffströmen, die automatisierte Vorverarbeitung von Wiegescheinen, Rechnungen und Laboranalysen, die Unterstützung der Entsorgungsdokumentation nach rechtlichen Vorgaben, der Abgleich von Mengen und Kosten, die Nachverfolgung von Entsorgungswegen, die Überwachung von Fristen und Nachweisständen, die revisionssichere Dokumentation von Änderungen und Freigaben sowie die Bereitstellung von Dashboards für Mengen, Kosten, Nachweisstatus, Entsorgungswege und offene Vorgänge.

Die Architektur ist modular aufgebaut. Vorgesehen sind ein Projekt und Baustellenmodul, ein Stoffstrom und Mengenmodul, ein Dokumenten und OCR Modul, ein AVV und EBV Modul, ein Entsorgungsbeauftragungsmodul, ein Rollen und Freigabemodul, ein Schnittstellenmodul sowie ein Reporting und KPI Modul. Diese Module können schrittweise eingeführt und je nach Bedarf der HPA erweitert werden. Dadurch ist ein schlanker Einstieg über einen Demonstrator möglich, ohne das spätere Zielbild eines produktiven Systems einzuschränken.

Ein besonderes Merkmal ist die agentische Integrationsschicht. Spezialisierte Software Agenten unterstützen einzelne Aufgaben, zum Beispiel Dokumentenverarbeitung, OCR, Schnittstellenkommunikation, Plausibilitätsprüfung, Regelprüfung, Workflowsteuerung, Reporting und Monitoring. Die Agenten sind keine frei handelnden Systeme, sondern klar begrenzte, protokollierte und regelbasierte Assistenzfunktionen. Sie bereiten Entscheidungen vor, markieren Risiken und erzeugen Vorschläge. Verbindliche Entscheidungen, Klassifizierungen, Nachweise und Freigaben bleiben bei den zuständigen Fachrollen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Datensouveränität. Der Kernbetrieb wird als selbst gehostete Lösung auf Hamburger Serverinfrastruktur konzipiert. Sensible HPA Daten müssen nicht an externe KI Dienste übertragen werden. OCR, Dokumentenverarbeitung, lokale Suche, Regelprüfungen und agentische Workflows können innerhalb einer kontrollierten Betriebsumgebung laufen. Optional können nicht sensible Dienste über abgesicherte Schnittstellen ergänzt werden.

HiiCCE übernimmt in diesem Ansatz die Rolle als zentraler Ansprechpartner für die HPA, steuert das Projektmanagement, koordiniert die beteiligten Experten und sichert die fachliche Qualität. Die technische Umsetzung erfolgt mit einem Entwicklerteam aus einem Circular Economy Start up Umfeld mit Erfahrung im digitalen Stoffstrommanagement. Die SRH Stoffstromexperten bringen operative Expertise zu Mengenlogiken, Wiegescheinen, Entsorgungswegen, Plausibilitäten und Nachweisprozessen ein. Dadurch verbindet die Lösung technische Umsetzbarkeit, fachliche Nähe und praktische Betriebsrealität.

Technische Architektur

Die technische Architektur der vorgeschlagenen Lösung ist modular, schnittstellenorientiert, selbst hostbar und auf einen sicheren Betrieb im Umfeld kritisnaher Hafeninfrastruktur ausgelegt. Der Kern der Lösung besteht aus einer selbst gehosteten HPA Plattform, die sensible Projekt, Stoffstrom, Nachweis, Analyse und Rechnungsdaten innerhalb einer kontrollierten Betriebsumgebung verarbeitet. Ziel ist ein System, das digitale Stoffstromprozesse fachlich abbildet, mit bestehenden IT Systemen integrierbar ist und zugleich hohe Anforderungen an Datensouveränität, Nachvollziehbarkeit und IT Sicherheit erfüllt.

Die Systemarchitektur besteht aus mehreren klar getrennten Komponenten. Ein Web Frontend dient den Nutzerinnen und Nutzern zur Anlage von Projekten, Stoffströmen, Dokumenten, Freigaben und Auswertungen. Backend Services bilden die fachliche Logik für Stoffströme, Mengen, Nachweise, Rollen, Freigaben, Plausibilitätsprüfungen und Workflows ab. Ein Dokumentenservice verarbeitet hochgeladene Dateien wie Wiegescheine, Rechnungen, Laboranalysen und Entsorgungsnachweise.

Lokale OCR und Extraktionsfunktionen bereiten strukturierte Daten aus diesen Dokumenten auf. Eine relationale Fachdatenbank speichert Projekte, Stammdaten, Mengen, Kosten, Rollen und Vorgänge. Ein Dokumentenspeicher verwaltet Originalbelege. Eine Vektordatenbank kann für lokale semantische Suche und Dokumentenauffindbarkeit eingesetzt werden. Eine Reporting Engine stellt Dashboards, KPI Auswertungen und Exportpakete bereit.

Ergänzend wird eine agentische Integrationsschicht vorgesehen. Diese besteht aus spezialisierten, fachlich begrenzten Software Agenten für Dokumentenverarbeitung, OCR, Schnittstellenüberwachung, Plausibilitätsprüfung, AVV und EBV Regelprüfung, Workflowsteuerung, Reporting und Monitoring. Die Agenten arbeiten nicht autonom im Sinne verbindlicher Entscheidungen, sondern bereiten Daten auf, markieren Unsicherheiten, erkennen Abweichungen und erzeugen Vorschläge. Fachliche Entscheidungen, Klassifizierungen und Freigaben bleiben nach dem Human in the loop Prinzip bei autorisierten HPA Rollen.

Für die Integration in bestehende Systeme ist ein sicheres Schnittstellen Gateway vorgesehen. Dieses kann Daten über REST Schnittstellen, Dateiimporte, XML, CSV oder JSON, gesicherte API Kommunikation und systembezogene Adapter austauschen. Relevante Zielsysteme sind insbesondere SAP beziehungsweise Buchhaltung, ZEDAL oder eANV, SSC, EntraID sowie bestehende Projektakten und Dateiablagen. Für die Demonstratorphase können diese Schnittstellen zunächst über strukturierte Testdaten und Mocks simuliert werden. In einer Pilotphase werden die Schnittstellen dann priorisiert und schrittweise produktionsnah angebunden.

Das Betriebsmodell sieht einen selbst gehosteten Kernbetrieb vor. Sensible Daten, OCR Verarbeitung, Dokumentenanalyse, lokale Suchfunktionen, Regelprüfungen und agentische Workflows sollen innerhalb der kontrollierten Betriebsumgebung laufen. Der Betrieb kann auf HPA eigener Infrastruktur, einem von der HPA bestimmten Rechenzentrum oder einer geeigneten kommunalen beziehungsweise deutschen Serverinfrastruktur erfolgen. Optional können nicht sensible Dienste über kontrollierte Hybrid Schnittstellen ergänzt werden. Der Grundsatz lautet jedoch, dass sensible HPA Daten nicht an externe KI Dienste übertragen werden müssen.

Das Sicherheitskonzept orientiert sich an ISO 27001, BSI Grundschutz Prinzipien und den Anforderungen eines revisionssicheren Betriebs. Vorgesehen sind rollenbasierte Zugriffskontrolle, Single Sign on über EntraID, eine Berechtigungsmatrix nach Rollen und Projekten, verschlüsselte Datenübertragung, Verschlüsselung ruhender Daten, Protokollierung aller relevanten Systemereignisse, Audit Trail für Änderungen und Freigaben sowie eine klare Trennung von Entwicklungs, Test und Produktivumgebung. Jeder Agentenvorschlag, jede manuelle Änderung und jede fachliche Freigabe wird nachvollziehbar mit Benutzer, Zeitstempel, Quelle, altem Wert und neuem Wert dokumentiert.

Weitere Sicherheitsbausteine sind Backup und Restore Prozesse, Monitoring, Schnittstellenüberwachung, Fehlerbehandlung, technische Alarmierung, Patch und Update Prozesse, Incident Management sowie definierte Lösch, Archivierungs und Aufbewahrungskonzepte. Für den produktiven Betrieb können Zielwerte für Wiederherstellungszeit und maximalen Datenverlust gemeinsam mit der HPA festgelegt werden. Ebenso können Anforderungen an Hochverfügbarkeit, Redundanz und Betriebsverantwortung im Rahmen der Discovery Phase konkretisiert werden.

Insgesamt entsteht eine Architektur, die die HPA Datenhoheit wahrt, bestehende Systeme integrieren kann, KI Funktionen kontrolliert und lokal nutzbar macht und zugleich eine schrittweise Entwicklung vom Demonstrator über den Pilot bis hin zu einem produktiven Stoffstrom und Entsorgungsdokumentationssystem ermöglicht.

Mehrwert für die HPA

Der wesentliche Mehrwert für die HPA liegt darin, Stoffstrom und Entsorgungsprozesse künftig durchgängig, digital, nachvollziehbar und auswertbar abzubilden. Die vorgeschlagene Lösung schafft Transparenz über Projekte, Baustellen, Stoffströme, Mengen, Entsorgungswege, Nachweise, Fristen, Kosten und Freigaben. Dadurch entsteht eine belastbare Datengrundlage für operative Steuerung, regulatorische Sicherheit, wirtschaftliches Controlling und strategische Kreislaufwirtschaft im Hamburger Hafen.

Fachlich unterstützt die Lösung die HPA bei einer der zentralen Herausforderungen im Hafenbetrieb: der strukturierten Erfassung und Dokumentation heterogener Stoffströme. Bodenmaterialien, Baggergut, mineralische Abfälle, sonstige Abfallströme, Wiegescheine, Laboranalysen, Rechnungen und Entsorgungsnachweise können in einem gemeinsamen Datenmodell zusammengeführt werden.

Unterschiedliche Datenquellen und Dokumenttypen werden projektbezogen miteinander verknüpft, statt isoliert nebeneinander zu stehen. So wird sichtbar, welcher Stoffstrom aus welchem Projekt stammt, welche Menge angefallen ist, welcher Entsorgungsweg gewählt wurde, welche Nachweise vorliegen und welche Kosten entstanden sind.

Ein besonderer fachlicher Vorteil liegt in der verbesserten Plausibilisierung. Das System kann Mengen, Einheiten, Abfallschlüssel, Materialklassen, Kostenpositionen, Entsorgungswege und Nachweisstände automatisiert prüfen und Auffälligkeiten markieren. Dabei bleibt die finale fachliche Entscheidung bei autorisierten Personen der HPA. Dieses Human in the loop Prinzip verbindet Effizienzgewinne durch Automatisierung mit fachlicher Kontrolle und revisionssicherer Verantwortung.


Technisch bietet die Lösung den Vorteil einer modularen, selbst hostbaren und schnittstellenfähigen Architektur. Die HPA kann mit einem abgegrenzten Demonstrator starten und die Lösung schrittweise erweitern. Bestehende Systeme wie SAP, ZEDAL oder eANV, SSC, EntraID, Projektakten und Dateiablagen können über Schnittstellen oder zunächst über strukturierte Datenimporte angebunden werden. Dadurch muss die HPA bestehende Systemlandschaften nicht ersetzen. Vielmehr lassen sich diese gezielt um eine fachliche Stoffstrom- und Nachweisplattform ergänzen.

Ein weiterer zentraler Nutzen liegt in der Datensouveränität. Der Kernbetrieb ist für eine kontrollierte Serverinfrastruktur in Hamburg ausgelegt. Sensible Projekt, Stoffstrom, Rechnungs, Analyse und Nachweisdaten müssen nicht an externe KI Dienste übertragen werden. OCR, Dokumentenverarbeitung, Plausibilitätsprüfungen, lokale Suche und agentische Workflows können innerhalb einer definierten Betriebsumgebung laufen. Damit erhält die HPA eine moderne KI unterstützte Lösung, ohne die Kontrolle über Daten, Modelle, Zugriffe und Betriebsumgebung aus der Hand zu geben.

Für den Hafenbetrieb entstehen konkrete operative Vorteile. Manuelle Erfassungsaufwände werden reduziert, Dokumente schneller auffindbar, Freigabeprozesse transparenter und offene Nachweise oder Fristen frühzeitig sichtbar. Dashboards können Mengen, Kosten, Nachweisstatus, Entsorgungswege, Budgetabweichungen, Verwertungsquoten und Schnittstellenfehler anzeigen. Damit verbessert sich die tägliche Bearbeitung und zugleich die Steuerungsfähigkeit auf Projekt-, Bereichs- und Managementebene.

Auch aus Umweltperspektive bietet die Lösung einen hohen Mehrwert. Eine bessere Stoffstromtransparenz erleichtert es, Verwertungswege zu identifizieren, Recyclingpotenziale sichtbar zu machen, Fehlentsorgungen zu vermeiden und Materialströme stärker in Richtung Kreislaufwirtschaft zu steuern. Die HPA erfüllt damit nicht nur Nachweispflichten, sie schafft zugleich aktiv Grundlagen für ein nachhaltigeres Hafenmanagement. Perspektivisch kann die Lösung zu einem Kreislauf-Cockpit für den Hamburger Hafen erweitert werden, das weitere industrielle Reststoffströme, Sekundärrohstoffpotenziale, Verwertungswege und Umweltwirkungen einbezieht.

Der HPA entsteht damit ein doppelter Nutzen: kurzfristig ein praxisnaher digitaler Stoffstrompass zur Entlastung und Qualitätssicherung in konkreten Projekten, langfristig eine skalierbare Plattform für ein datensouveränes, revisionssicheres und nachhaltiges Stoffstrommanagement im Hafen.

Integration in bestehende Systeme

Die vorgeschlagene Lösung ist nicht als isoliertes neues System gedacht, sondern als integrierbare Stoffstrom und Entsorgungsplattform, die bestehende HPA Systeme gezielt ergänzt. Der Grundsatz ist, vorhandene Datenquellen und Prozesse nutzbar zu machen, Medienbrüche zu reduzieren und gleichzeitig die Kontrolle über Datenflüsse, Rollen, Berechtigungen und Freigaben bei der HPA zu belassen.

Die Integration erfolgt über eine modulare Schnittstellenarchitektur. Vorgesehen ist ein sicheres Schnittstellen Gateway, über das unterschiedliche Systeme angebunden werden können. Je nach technischer Verfügbarkeit und Zielbild der HPA können REST APIs, gesicherte Dateiimporte, XML, CSV, JSON, strukturierte Exportpakete oder systembezogene Adapter genutzt werden. Für die Demonstratorphase können die relevanten Schnittstellen zunächst mit strukturierten Testdaten und Mock Schnittstellen simuliert werden. In einer späteren Pilotphase werden die priorisierten Schnittstellen dann gemeinsam mit der HPA technisch konkretisiert und produktionsnah angebunden.

Eine zentrale Integration betrifft SAP beziehungsweise die Buchhaltungs- und Controllingprozesse. Relevante Datenobjekte können Rechnungen, Bestellungen, Kostenstellen, Aufträge, Projektbezüge, Dienstleister und Kostenpositionen sein. Ziel ist es, Stoffstromdaten, Wiegescheine, Entsorgungsleistungen und Rechnungen miteinander abzugleichen. Dadurch können Kosten je Stoffstrom, Projekt oder Entsorgungsweg transparenter ausgewertet werden. Gleichzeitig können Abweichungen zwischen beauftragten Leistungen, Wiegedaten und Rechnungspositionen sichtbar gemacht werden.

Für ZEDAL beziehungsweise eANV ist eine Anbindung an die elektronische Entsorgungsnachweisführung vorgesehen. Hier kann die Lösung Nachweisnummern, Begleitscheine, Entsorgungsnachweise, Statusinformationen, Fristen und Dokumente strukturiert übernehmen oder für den Abgleich bereitstellen. Ziel ist nicht, ZEDAL zu ersetzen, sondern Nachweisdaten in den digitalen Stoffstrompass und das zentrale Reporting einzubinden. So wird sichtbar, welche Stoffströme bereits vollständig dokumentiert sind, wo Nachweise fehlen und welche Vorgänge noch fachlich oder organisatorisch freigegeben werden müssen.

Das SSC beziehungsweise bestehende Stoffstrom, Projekt oder Fachdatenumfelder können ebenfalls angebunden werden. Hier geht es insbesondere um Projektstammdaten, Stoffstrominformationen, Standortbezüge, Organisationseinheiten, Kostenstellen, Materialklassen, Entsorgungswege und vorhandene Datensätze. Die Lösung kann diese Daten entweder importieren, synchronisieren oder als Referenzdaten nutzen. Dadurch wird vermieden, dass Informationen mehrfach manuell erfasst werden müssen.

Für Nutzerverwaltung und Zugriffskontrolle ist eine Integration mit EntraID vorgesehen. Über Single Sign on können Nutzerinnen und Nutzer mit bestehenden Identitäten arbeiten. Rollen und Berechtigungen werden in der Lösung auf Projekt, Dokumenten, Prozess und Freigabeebene abgebildet. So kann geregelt werden, welche Personen Daten lesen, bearbeiten, freigeben, exportieren oder administrieren dürfen. Dies ist besonders wichtig, da Stoffstrom, Rechnungsnachweis und Projektdaten unterschiedliche Schutzbedarfe haben.

Die API Kommunikation wird so gestaltet, dass Schnittstellen überwacht, protokolliert und fehlertolerant betrieben werden können. Dazu gehören Schnittstellenlogs, Fehlerbehandlung, Wiederholungsmechanismen, Monitoring, technische Alarmierung und eine nachvollziehbare Dokumentation der Datenflüsse. Jede relevante Datenänderung, jeder Import, jeder Agentenvorschlag und jede fachliche Freigabe wird im Audit Trail dokumentiert.

Darüber hinaus kann die Lösung weitere Datenquellen einbinden, zum Beispiel Projektakten, Dokumentenablagen, E Mails, PDF Dokumente, Laboranalysen, Wiegescheine, Rechnungen, Standortdaten oder externe Register, sofern diese für die HPA relevant sind. Sensible Daten werden dabei bevorzugt im selbst gehosteten Kernbetrieb verarbeitet. Externe Dienste werden nur kontrolliert und nur für nicht sensible Informationen angebunden, sofern dies von der HPA gewünscht ist.

Damit entsteht eine Integrationsarchitektur, die bestehende Systeme nicht verdrängt, sondern fachlich verbindet. Die HPA erhält eine zentrale Sicht auf Stoffströme, Mengen, Kosten, Nachweise, Fristen und Freigaben, während SAP, ZEDAL, SSC, EntraID und bestehende Datenquellen weiterhin ihre jeweilige Rolle behalten.

Zeitplan & Projektvorgehen

Das Projektvorgehen ist phasenweise aufgebaut und ermöglicht der HPA einen kontrollierten Einstieg vom fachlichen Zielbild über einen demonstrierbaren Prototyp bis hin zu einer belastbaren Entscheidungsgrundlage für Pilotierung, Rollout und spätere Skalierung. HiiCCE übernimmt dabei die Rolle als zentraler Ansprechpartner der HPA, koordiniert Projektmanagement, Fachkonzept, Experteneinbindung und Qualitätssicherung. Die SRH Stoffstromexperten und das technische Entwicklerteam werden als fachliche beziehungsweise technische Unterauftragnehmer eingebunden.

Phase 1: Discovery und Fachkonzept
Dauer: vier bis sechs Wochen

In der ersten Phase werden die fachlichen, organisatorischen und technischen Grundlagen gemeinsam mit der HPA konkretisiert. Dazu gehören die Aufnahme der relevanten HPA Use Cases, die Identifikation priorisierter Stoffströme, die Analyse vorhandener Datenquellen, Dokumente und Systeme, die Klärung regulatorischer Anforderungen sowie die Definition des Demonstrationsumfangs. Gleichzeitig werden Rollen, Freigabeprozesse, Sicherheitsanforderungen, Schnittstellenbedarfe und erste Datenmodelle abgestimmt. Ergebnis dieser Phase sind ein Fachkonzept, eine priorisierte Daten und Prozesslandkarte, ein Zielbild der Systemarchitektur sowie eine klare Spezifikation für den Demonstrator.

Phase 2: Demonstrator
Dauer: acht bis zehn Wochen

In der zweiten Phase wird ein schlanker, aber aussagekräftiger Demonstrator aufgebaut. Im Mittelpunkt steht ein digitaler Stoffstrompass für ein HPA Projekt. Der Demonstrator zeigt exemplarisch, wie ein Projekt oder eine Baustelle angelegt, ein Stoffstrom erfasst, Dokumente hochgeladen, Wiegescheine, Rechnungen oder Laboranalysen per lokaler OCR ausgelesen, mit Stammdaten abgeglichen und anschließend fachlich plausibilisiert werden können. Schnittstellen zu SAP, ZEDAL oder eANV, SSC und EntraID können in dieser Phase zunächst über strukturierte Testdaten oder Mock Schnittstellen simuliert werden. Ergebnis ist ein klickbarer Demonstrator mit beispielhaftem Dashboard, Rollen und Freigabelogik, Audit Trail, Plausibilitätsprüfung und erster technischer Architektur.

Phase 3: Pilotierung und Validierung
Dauer: sechs bis acht Wochen

In der dritten Phase wird der Demonstrator fachlich und technisch validiert. Dafür können ausgewählte realitätsnahe oder abgestimmte HPA Daten genutzt werden. Die OCR Qualität, Mengenlogiken, AVV und EBV Bezüge, Entsorgungswege, Nachweislogiken, Kostenbezüge, Rollenmodelle und Freigabeprozesse werden gemeinsam überprüft. Die SRH Stoffstromexperten unterstützen bei der fachlichen Validierung von Mengen, Wiegescheinen, Entsorgungswegen und Plausibilitäten. Das Entwicklerteam prüft technische Stabilität, Schnittstellenfähigkeit, Datenmodell, Sicherheitsanforderungen und Betriebsfähigkeit. Ergebnis ist eine belastbare Bewertung, welche Funktionen für einen produktionsnahen Pilot oder späteren Rollout priorisiert werden sollten.

Phase 4: Übergabe und Skalierungsplan
Dauer: zwei bis vier Wochen

In der vierten Phase werden die Ergebnisse zusammengeführt und für die weitere Entscheidung der HPA aufbereitet. Dazu gehören eine fachliche Bewertung des Demonstrators, ein priorisierter Funktionsumfang für den nächsten Umsetzungsschritt, ein Vorschlag für Schnittstellen, Rollen, Betrieb und Sicherheit sowie ein grober Kosten und Umsetzungsplan für Pilot und mögliche Produktivsetzung. Zusätzlich wird beschrieben, wie die Lösung schrittweise auf weitere Stoffströme, Projekte, Organisationseinheiten und Berichtspflichten erweitert werden kann.

Der Implementierungsansatz ist bewusst modular und risikobegrenzt. Die HPA muss nicht unmittelbar ein vollständiges Produktivsystem beauftragen, sondern kann zunächst anhand eines konkreten Demonstrators prüfen, ob Fachlogik, Bedienbarkeit, Datensouveränität, Schnittstellenfähigkeit und Nutzenversprechen tragen. Auf dieser Grundlage kann anschließend entschieden werden, ob und in welchem Umfang ein produktionsnaher Pilot oder ein späterer Rollout erfolgen soll.

Wirtschaftlichkeit / Kostenrahmen

Die Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Lösung ergibt sich aus einem schrittweisen Vorgehen, das Investitionsrisiken begrenzt und der HPA früh belastbare Entscheidungsgrundlagen liefert. Statt unmittelbar ein vollständiges Produktivsystem umzusetzen, wird zunächst ein fachlich und technisch aussagekräftiger Demonstrator aufgebaut. Dadurch kann die HPA prüfen, ob Nutzenversprechen, Datenmodell, Bedienbarkeit, Schnittstellenfähigkeit, Sicherheitsarchitektur und fachliche Plausibilitätslogik tragen, bevor größere Investitionen in Pilotierung und Rollout erfolgen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den geschützten Angaben.

Referenzen / Produktdemos

Für die Einreichung können mehrere Referenz und Demo Bausteine bereitgestellt werden, die die fachliche Nähe, die technische Umsetzbarkeit und den geplanten Demonstrator der Lösung nachvollziehbar machen.

Als fachliche Referenz bringt HiiCCE die Nähe zur Stadtreinigung Hamburg und damit zu realen Stoffstrom, Entsorgungs- und Nachweisprozessen ein. Die SRH verfügt über praktische Erfahrung mit Mengenlogiken, Wiegescheinen, Entsorgungswegen, Abfallschlüsseln, Dienstleistern, Nachweisführung, Rechnungsbezug und betrieblichen Datenrealitäten. Diese Expertise kann für die fachliche Validierung der Lösung genutzt werden und stellt sicher, dass der Demonstrator nicht nur technisch funktioniert, sondern auch an reale Abläufe der Entsorgungswirtschaft anschließt.

Als technische und fachliche Referenz wird ein Entwicklerteam aus dem Umfeld eines Circular Economy Startups eingebunden. Dieses Team bringt Erfahrung aus der Entwicklung digitaler Lösungen für Stoffstrommanagement und Prozesse rund um mineralische Abfälle ein. Dazu gehören insbesondere Datenmodelle, Dokumentenprozesse, Laboranalysen, AVV und EBV Logiken, Wiegescheine, Nachweisführung, Plausibilitätsprüfungen, Schnittstellenkonzepte und digitale Workflows. Diese Erfahrung wird nicht als unveränderte Bestandssoftware übernommen, sondern in eine eigenständige, HPA spezifische Lösung überführt.

Ergänzend können Referenzen aus dem Umfeld der SRH, aus früheren Arbeiten mit Boden & Bauschutt sowie aus weiteren Entwicklungs- und Digitalisierungsprojekten der beteiligten Partner herangezogen werden. Der Fokus liegt dabei auf der Kombination aus Stoffstromkompetenz, digitaler Prozessabbildung, Kreislaufwirtschaft, Dokumentenverarbeitung und sicherer Systemarchitektur.

Als Produktdemo schlagen wir einen digitalen Stoffstrompass für HPA Projekte vor. Der Demonstrator zeigt exemplarisch den End to End Ablauf von der Projekt oder Baustellenanlage über die Erfassung eines Stoffstroms, den Upload von Wiegescheinen, Rechnungen, Laboranalysen oder Entsorgungsnachweisen, die lokale OCR Verarbeitung, den Abgleich mit Stammdaten und AVV beziehungsweise EBV Logiken, die Plausibilitätsprüfung, die HPA Freigabe und die Darstellung von Mengen, Kosten, Nachweisstatus, Entsorgungsweg und Fristen im Dashboard.

Für die Einreichung können vorbereitete Visualisierungen als Anhang bereitgestellt werden. Dazu gehören eine Lösungsübersicht zum agentischen Stoffstrom und Entsorgungsmanagement, eine Prozesskette für den digitalen Stoffstrompass, eine Zielarchitektur mit Datensouveränität, Schnittstellen, Betriebszonen und Sicherheitsprinzipien sowie eine Darstellung von Projektvorgehen, Rollen und beispielhaften KPIs. Diese Unterlagen zeigen, wie die Lösung fachlich und technisch aufgebaut ist und wie HiiCCE, Entwicklerteam und SRH Stoffstromexperten zusammenwirken.

Ein optionaler Demo Zugang kann im weiteren Verfahren nach Abstimmung bereitgestellt werden. Für die Markterkundung ist zunächst ein kontrollierter Demonstrator sinnvoll, der mit repräsentativen Testdaten arbeitet. Damit kann die HPA den Klickpfad, die Dokumentenverarbeitung, die Plausibilitätslogik, die Rollen und Freigabeprozesse sowie das Dashboard nachvollziehen, ohne sensible Echtdaten einsetzen zu müssen. Auf dieser Basis kann in einer späteren Pilotphase entschieden werden, welche Funktionen mit HPA Echtdaten und priorisierten Schnittstellen vertieft werden sollen.

Challenge
Digitales Abfallmanagementsystem für die Hamburg Port Authority
Lösungsgeber
HiiCCE GmbH
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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