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Lösung

T5.Chat & RAG API: KI-gestützte Wissenserschließung für JEN

Jonas Bayer
Kurzvorstellung des Unternehmens und der angebotenen Lösung

TensorFive GmbH ist ein deutsches KI-Technologieunternehmen mit Sitz in Mainz. Wir entwickeln DSGVO-konforme Enterprise-KI-Lösungen für Wissenssuche, Dokumentenanalyse und Anforderungsmanagement sowie „RAG-as-a-Service" – durchgängig On-Premises betreibbar, ohne Abhängigkeit von US-Cloud-Diensten. Unser Team verbindet KI-Forschung, Software-Engineering und Unternehmensberatung. Entstanden ist das Unternehmen aus Beratungsprojekten, in denen wiederkehrend dasselbe Problem sichtbar wurde: Wertvolles Wissen liegt verstreut, ist schwer auffindbar und an einzelne Personen gebunden.

Für den Anwendungsfall der JEN schlagen wir die Kombination zweier produktiv eingesetzter Komponenten vor:

  • T5.Chat – die Anwendungs- und Dialogebene („Chat mit Dokumenten"): nutzerfreundliche Oberfläche, Single Sign-on über Microsoft Entra ID / Active Directory, rollen- und berechtigungsbasierter Zugriff, Quellen-/Konversationsanzeige, Datei-Upload, Vorschau von Office-/PDF-Dateien sowie Administration durch Eigenpersonal. T5.Chat läuft heute multimandantenfähig in rund zehn produktiven Kundeninstanzen (Kubernetes, je Kunde isoliert) und kann zusätzlich aus Microsoft Teams heraus genutzt werden.

  • T5.Knowledge (öffentlich „RAG-API") – die RAG-Engine: Ingestion heterogener Dokumente (Textextraktion, OCR/Vision, Chunking, kontextuelle Anreicherung, Embedding, Wissensgraph), hybride semantische + klassische Suche, LLM-basiertes Reranking und – als technisches Kernstück – berechtigungsbewusstes Retrieval mit früher Filterung in Vektor- und Graph-Index.

Beide Ebenen sind über offene REST-Schnittstellen entkoppelt; sämtliche KI-Modelle (Sprachmodell, Embedding, Vision/OCR, Spracherkennung) werden über OpenAI-kompatible, lokal betreibbare Endpunkte angesprochen – es besteht kein Cloud-Zwang. Die Lösung beantwortet Fragen ausschließlich auf Basis freigegebener interner Quellen, mit nachvollziehbaren Fundstellen-Referenzen und unter Berücksichtigung bestehender Berechtigungen; fehlt belastbares Quellmaterial, wird dies transparent gemacht statt eine Antwort zu erfinden.

Damit adressieren wir genau die Anforderungen der JEN: sichere, lokale, nachvollziehbare Wissenserschließung über verteilte Quellsysteme, mit klarer Produkt- und Umsetzungsperspektive.

Beschreibung des Lösungsansatzes und des Reifegrads

Lösungsansatz: ein produktives, modular aufgebautes RAG-System nach Hexagonal-Architektur (Ports & Adapters), das externe Systeme strikt über Adapter anbindet und so austauschbar hält.

Dokumente durchlaufen eine Ingestion-Pipeline: Textextraktion (u. a. PDF, DOCX, HTML, Markdown, CSV/JSON), OCR/Vision für gescannte Seiten und Bilder, token-bewusstes Chunking, kontextuelle Anreicherung, Embedding sowie optionale Wissensgraph-Extraktion (Entitäten/Relationen). Zur Beantwortung kombiniert das System dichte semantische Suche (Vektoren) mit klassischer (BM25/sparse) Suche, fusioniert beide per Reciprocal Rank Fusion und schärft das Ergebnis per LLM-Reranking. Antworten entstehen mit Quellenbezug; bei unzureichender Quellenlage greift ein Schwellwert-Mechanismus.

Technische Basis (alles lokal betreibbar): ein Go-Dienst; PostgreSQL (Metadaten/Berechtigungen), Qdrant (Vektoren, 2.560-dim, Payload-Filter für frühe Rechte-Filterung), Neo4j (Wissensgraph), Redis/SQLite (Cache); Modelle über OpenAI-kompatible Endpunkte (vLLM/Ollama). Mehrsprachiges Embedding (Qwen3-Embedding-4B, Apache-2.0) mit starker deutscher Qualität.

Reifegrad:

  • Produktiv/ausgereift: berechtigungsbewusstes Retrieval (frühe Filterung in Vektor- UND Graph-Index), hybride Suche, LLM-Reranking, Mandanten-/Projekt-Isolation, Zitate/Quellenreferenzen, OCR/Vision-Pipeline, inkrementelle und dublettenarme Ingestion (Content-Hash, idempotent). T5.Chat ist bei Kunden produktiv im Einsatz; T5.Knowledge ist in einem realen Großkorpus-Einsatz erprobt (Frage 7). Echtzeit-Rechte-Rückprüfung.

  • Solide, in laufender Validierung: kontextuelle Anreicherung, Chunking-Optimierung, Wissensgraph für Multi-Hop-/Beziehungsfragen.

  • In Entwicklung / Ausbaupfad: native PPTX/XLSX-Extraktion, durchgängige Konnektoren für SMB/DMS/SQL (Frage 4), zertifizierter Audit-Trail, Output-Guardrails.

Wissenschaftliche Redlichkeit als Qualitätsmerkmal: Unsere Whitepaper weisen auf Nachfrage Wirksamkeit und Grenzen einzelner Komponenten anhand kontrollierter Benchmarks aus – z. B. dass Reranking der dominante Qualitätshebel ist, dass kontextuelle Anreicherung moderat wirkt und dass Graph-Retrieval von gängigen Single-Label-Metriken systematisch unterschätzt wird (die antwortbezogene Bewertung zeigt seinen Nutzen). Wir nennen Messwerte mit ihrem tatsächlichen Geltungsbereich. Für eine geschützte Unternehmensumgebung ist die Lösung damit produktiv einsetzbar; der Pilot (Frage 5) konkretisiert sie für die JEN-spezifischen Quellen.

Einordnung der Eignung für den beschriebenen Einsatzfall

Der Einsatzfall der JEN passt sehr genau zum Profil unserer Lösung. JEN bündelt als bundeseigenes Unternehmen den Rückbau und die Entsorgung kerntechnischer Altlasten in Jülich – ein Umfeld mit besonders anspruchsvollem Wissens- und Nachweismanagement:

  • Heterogene, über Jahrzehnte gewachsene Bestände: Anlagen aus den 1960er-Jahren (AVR-Hochtemperaturreaktor, FRJ-2/DIDO) erzeugen gemischte analog-/digital-Bestände, sehr große technische Dokumente (Genehmigungsunterlagen, Sicherheitsberichte, As-built-Zeichnungen bis ~900 Seiten) und hohe Versionierungs-/Dublettenanteile. Unsere Ingestion verarbeitet text- und bildbasierte PDFs (OCR/Vision), Office-Dokumente, Tabellen und Bilder, behandelt Versionen/Dubletten content-hash-basiert und arbeitet inkrementell.

  • Nachvollziehbarkeit und Nachweisführung: Rückbau erfordert belegbare, quellengestützte Auskünfte (IAEA-Record-Keeping, atomrechtliche Genehmigungslogik nach AtG). Unser System antwortet ausschließlich aus freigegebenen Quellen, referenziert die konkrete Fundstelle und macht eine unzureichende Quellenlage transparent, statt zu halluzinieren.

  • Langzeit-/Strahlenschutzanforderungen: Daten mit jahrzehntelangen Aufbewahrungspflichten (StrlSchG/StrlSchV – z. B. Dosis­register bis Alter 75 und ≥ 30 Jahre nach Tätigkeit) profitieren von strukturierter, durchsuchbarer Erschließung. Die Lösung verdrängt keine Quellsysteme, sondern erschließt sie nachvollziehbar.

  • Berechtigungen auf AD-Basis: Zugriff erfolgt rollen-/berechtigungsbasiert; bestehende Strukturen aus den Quellsystemen werden übernommen (Frage 4/5).

  • Datensouveränität: vollständiger On-Premises-Betrieb, ausschließlich lokal betreibbare Modelle, kein unkontrollierter Datenabfluss – passend für eine geschützte, ggf. KRITIS-relevante und atomrechtlich regulierte Umgebung (die konkrete KRITIS-/AtG-Einordnung ist anlagenspezifisch und mit der JEN abzustimmen).

  • Deutsch als Primärsprache: mehrsprachiges Embedding mit starker deutscher Qualität; ein deutschsprachiger Referenzeinsatz liegt vor (Frage 7).

Nicht alle Startquellen-Konnektoren sind „von der Stange" verfügbar (SharePoint ja; SMB/DMS/SQL als Integrationsleistung – Frage 4), und der Wissensgraph in 1-Mio-Dokumente-Skala erfordert ein gestaffeltes Vorgehen. Beides ist planbar und im Pilot adressierbar. In Summe: hohe fachliche und technische Passung mit klar benannten, kalkulierbaren Integrationsaufgaben.

Darstellung der im Standard abgedeckten Anforderungen sowie offener Punkte und realistischer Ausbaupfade

Im Standard abgedeckt (produktiv):

  • Lokaler Betrieb aller Verarbeitungsstufen; ausschließlich lokal betreibbare Modelle (Sprachmodell, Embedding, Vision/OCR, Spracherkennung) über OpenAI-kompatible Endpunkte.

  • Semantische + klassische Suche mit RRF-Fusion und LLM-Reranking; quellenbasierte Antworten mit Fundstellen-Referenz; transparenter Umgang bei unzureichender Quellenlage (Schwellwert statt erfundener Antwort).

  • Berechtigungsbewusstes Retrieval mit früher Filterung in Vektor- und Graph-Index; Mandanten-/Projekt-Isolation; Rollen (Leser/Bearbeiter/Eigentümer); reservierte Markierung für allgemein freigegebene Inhalte.

  • Dokumenttypen: text- und bildbasierte PDFs (OCR/Vision), DOCX, HTML/Markdown/CSV/JSON, Bilder, Audio/Video (Transkription); Versionen/Dubletten/Inkrementell (content-hash, idempotent, Cascade-Delete/Re-Index).

  • SSO via Entra ID/AD; Administration durch Eigenpersonal, Health-/Readiness-Checks, strukturiertes Logging, Nutzungs-/Query-Historie.

  • SharePoint Online/OneDrive inkl. Berechtigungsübernahme und Echtzeit-Rechte-Rückprüfung, (Microsoft Graph; Auflösung von M365-Gruppen auf Nutzer-/E-Mail-Ebene, „fail-closed" bei Fehlern).

Erweiterte Konfiguration: hybride/sparse Suche und der zusätzliche Tenant-Index-Filter werden je Deployment aktiviert; das „Kein-Treffer"-Verhalten wird pro Domäne kalibriert; Confluence/Wiki ist vorhanden, weitere CMS über einen generischen REST-Konnektor.

Offene Punkte / Integrationsleistung:

  • SMB-Fileshares (AD-ACL): kein fertiger Konnektor, aber technisch klar umsetzbar – Lesen von Inhalten + NTFS-Security-Descriptoren (DACL/ACE), SID-Auflösung und AD-Gruppen-Expansion (tokenGroups). Sauberster Konnektor-Zielfall.

  • DMS nscale (Kyocera/Ceyoniq): über REST/CMIS bzw. das Java-„Advanced-Connector"-SDK; ACL-Modell (NCL ≈ Windows-ACL) vorhanden, exakte Rechte-Auslesung im Kunden-PoC zu verifizieren.

  • DMS windream (dataglobal Group): über COM-/Web-Service-SDK; Objekt-ACLs inkl. Vererbung vorhanden, Rechte-Getter im PoC zu bestätigen.

  • MS SQL Server: über einen zu erstellenden DB-Konnektor bzw. den generischen REST-/n8n-Konnektor.

  • PPTX/XLSX-Extraktion, zertifizierter Audit-Trail, Output-Guardrails: auf der Roadmap.

Ausbau-Prinzip: Die Ingestion ist „push-basiert" und über einen schlanken Provider-Vertrag (Authentifizieren · Container/Items listen · Inhalt laden · erlaubte Identitäten liefern) erweiterbar; neue Quellen sind additiv anschließbar (inkl. n8n-Integrationsknoten).

Hinweise zu Integrationsaufwand, Pilotvorgehen und Betriebsmodell

Integrationsaufwand (gestaffelt):

  • Gering: SharePoint Online, Datei-Upload, REST-Ingestion, SSO (Entra ID/AD), lokale Modelle, hybrides Retrieval + Reranking + Zitate.

  • Mittel: SMB-Fileshares (AD-ACL→Identität), Confluence/Wiki, MS SQL, inkrementelle Sync-Planung.

  • Höher (mit Vendor-PoC): DMS-Konnektoren nscale/windream (Inhalts- + Rechte-Auslesung), Wissensgraph in Großskala.

Pilotvorgehen (8–12 Wochen, kleines Test-/Expertenteam):

  • Wo 1–2: Infrastruktur/GPU bereitstellen, Stack deployen, Entra-ID-/AD-Registrierung, Netz- und Sicherheits-Review.

  • Wo 3–4: 1–2 Startquellen anbinden (SharePoint produktiv + begrenztes SMB-Subset), Pilotkorpus festlegen (z. B. eine Abteilung / ein Rückbauprojekt).

  • Wo 5–8: Ingestion (inkl. OCR/Vision, optional Graph), Tuning von Retrieval/Reranking, deutschsprachige Qualitätssicherung, Berechtigungs-Validierung.

  • Wo 9–10: Experten-Evaluation mit unserer belastbaren Methodik (LLM-Judge auf Beantwortbarkeit/Vollständigkeit/Korrektheit + RAGAS-Treue; handkuratiertes Testset), Kalibrierung von „Kein-Treffer"-Verhalten und Zitaten.

  • Wo 11–12: Härtung, Logging/Monitoring, Admin-Übergabe, Ergebnisbericht inkl. Rollout- und Sizing-Empfehlung.

Mitwirkung Auftraggeber: Entra-/AD-App-Registrierung + SharePoint/Graph-Berechtigungen; SMB/DMS-Zugänge + Service-Accounts; Auswahl Pilotkorpus + Berechtigungsgruppen; 3–6 Fach-Experten für Testset/Bewertung; Infrastruktur/GPU + Netz; Freigaben Datenschutz/IT-Sicherheit (AVV + TOMs erstellen wir).

Betriebsmodell – drei souveräne Inferenz-Optionen (alle DE/EU, kein US-Cloud-Zwang, Modelle austauschbar):

  • A) Souverän gehostet auf SambaNova-Infrastruktur (Partner Infercom, Equinix MU3 München, ISO-27001-Rechenzentrum) – z. B. MiniMax M2.7/ (perspektivisch) M3, sehr schnelle Inferenz.

  • B) Souverän gehostet in TensorFive-eigener Colocation Mainz (ISO-27001-Rechenzentrum) auf H200 – z. B. Mistral Medium 3.5.

  • C) Vollständig On-Premises bei JEN auf kundeneigener NVIDIA-Hardware – TensorFive übernimmt Modell-Deployment, Node-Einrichtung und den gesamten Applikations-Stack. Direkter Fit zur On-Prem-Vorgabe der JEN.

A/B sind in deutschen/EU-ISO-27001-Rechenzentren souverän betrieben (AVV/TOMs, kein Training auf Kundendaten); die strikte Lesart „On-Premises ohne Abfluss an Dritte" erfüllt Option C.

Empfehlung: Pilot schnell und ohne Hardware-Beschaffungsverzug auf A/B starten, Produktion On-Premises (C) – der Modellwechsel bleibt durch eine Abstraktionsschicht wie z.B. LiteLLM transparent. Betrieb durch JEN-Eigenpersonal über die Admin-Oberfläche; TensorFive liefert Einrichtung, Integration, Wartung/Updates und Support (Remote-Service). Zum Betriebsstandard gehören Netzsegmentierung (Default-Deny), Secrets-Management, Monitoring/Alerting, Backup/Restore (3-2-1, definierte RPO/RTO) und Zero-Trust-Admin-Zugang (VPN→Bastion→MFA); optionale Telemetrie ist abschaltbar (air-gap-tauglich).

Grobe Einschätzung zu Infrastruktur- und Sizing-Annahmen

Grobe Annahmen (im Pilot zu verifizieren) für 350 Nutzer, ~30 gleichzeitige interaktive Anfragen, ~50 TB / ~1 Mio. Dokumente, Deutsch:

GPU/Inferenz (dominanter Faktor):

  • Generierungsmodell als Qualitätstreiber: ein leistungsfähiges Open-Weight-Modell (30–70B-Klasse). Für ~30 gleichzeitige Anfragen sind – je nach Modellgröße, Quantisierung und Kontextlänge – etwa 2–4 GPUs der 80–141-GB-Klasse (NVIDIA H100/H200) realistisch. Quantisierung (FP8/INT4) ist der größte Hebel. Als Orientierung bedient ein 70B-Modell auf 2×80 GB grob ~8–16 gleichzeitige In-Flight-Anfragen bei ~4–8k Kontext – konsistent mit 30 typischerweise stoßweise aktiven Nutzern; horizontale Skalierung via vLLM.

  • Embedding (4B, ~3–8 GB) und Reranking teilen sich GPU-Kapazität; Vision/OCR und Transkription sind v. a. bei der Ingestion lastrelevant.

Storage:

  • Originaldokumente (50 TB) verbleiben in den Quellsystemen; das RAG-Backend speichert abgeleitete Daten (Chunks/Vektoren/Graph/Metadaten), nicht zwingend Kopien aller Originale.

  • Vektorindex (Qdrant): bei hohen Dublettenanteilen effektiv < 1 Mio. Dokumente; grob 20–50 Mio. Chunks → mit Quantisierung ~1–2 TB schnelles NVMe (skalierbar).

  • Wissensgraph (Neo4j): wächst mit dem Korpus; bei Voll-Skala zweistellige Mio. Entitäten → hierarchische Partitionierung; daher initial auf hochwertige Teilkorpora. Metadaten/Cache (PostgreSQL/Redis): überschaubar (10er–100er GB).

CPU/RAM & Ingestion: Extraktion/Chunking sind CPU-stark und horizontal skalierbar (Worker-Flotte). Die Erst-Ingestion von ~1 Mio. Dokumenten (inkl. OCR der Scans, Anreicherung, Graph) ist eine gestaffelte Kampagne (wichtigste Korpora zuerst), GPU-gebunden über mehrere Wochen Wall-Clock, durch Parallelisierung und Dedup verkürzbar; der Steady-State ist günstig (idempotent).

Erste Ausbaustufe (gemäß Vorgabe JEN): Single-/Multi-Node + Backup, keine Hochverfügbarkeit zwingend. Datenfluss: vollständig on-prem; alle Modell-Endpunkte lokal gepinnt; optionale Telemetrie deaktiviert → kein unkontrollierter Abfluss. Bei Option C stellt JEN die GPU-/Server-Hardware; TensorFive übernimmt Dimensionierung, Deployment und Node-Setup. Belastbare Endwerte (Latenz, Durchsatz, Speicher-/GPU-Auslastung) liefert der Pilot am realen Korpus.

Aussage zu Erfahrungen in vergleichbaren Referenzprojekten oder ähnlich gelagerten Einsatzszenarien

Wir verfügen über produktive Referenzeinsätze mit hoher Übertragbarkeit auf den JEN-Fall. Ein direkt vergleichbares nuklearspezifisches Projekt benennen wir bewusst nicht, da uns ein solches nicht vorliegt – der nächste Analogfall ist jedoch sehr aussagekräftig:

  • Öffentlich-rechtlicher Rundfunk / Bildungsmedien (Deutschland): produktiver RAG-Einsatz über einen großen, heterogenen Medien- und Dokumentbestand (Video-Transkripte, PDFs, Hintergrundtexte; ~2.900 Dokumente, ~27.000 Chunks; Wissensgraph mit ~86.000 Entitäten / ~306.000 Relationen). Evaluation mit 250 handkuratierten deutschsprachigen Fragen über zehn Fragetypen, hybridem Retrieval und LLM-Reranking; gemessene RAGAS-Treue („faithfulness") 0,91. Verarbeitung ausschließlich in Deutschland, DSGVO-konform. Dieser Fall ist öffentlich-rechtlich, deutschsprachig, rechenschaftsorientiert und großkorpusbasiert – strukturell nahe an der JEN.

  • Wissenschaftliche Fundierung: Aus der Arbeit sind zwei Whitepaper entstanden (auf Anfrage) – zur Architektur des berechtigungsbewussten Hybrid-Retrievals sowie zur belastbaren Bewertung von RAG-Qualität (u. a. der Nachweis, dass gängige Single-Label-Metriken Graph-Retrieval systematisch unterschätzen). Das belegt methodische Tiefe und die Ehrlichkeit unserer Leistungsaussagen.

  • Enterprise-Dokumentenerschließung: produktive SharePoint-Online-Anbindung inkl. Berechtigungsübernahme; T5.Chat läuft multimandantenfähig in rund zehn produktiven Kundeninstanzen.

  • Sektorerfahrung: Finanz-/Versicherungswesen, Industrie/Fertigung, Professional Services sowie öffentlicher Sektor (Bürgerservice, Aktenverarbeitung, interne Wissenssuche). Öffentlich referenzierbarer Kunde u. a. ING.

Für die JEN besonders relevant: In allen Einsätzen stehen Datensouveränität (DE/EU, On-Premises-Option), Übernahme bestehender Quellsystem-Berechtigungen und quellengestützte, nachvollziehbare Antworten im Vordergrund – exakt die hier geforderten Eigenschaften. Konkrete, vertrauliche Referenzauskünfte (inkl. Nennung des Rundfunk-Kunden und Ansprechpartner) geben wir im geschützten Rahmen weiter (Frage 9).

Einschätzung zur langfristigen Weiterentwicklungsfähigkeit und Zukunftssicherheit der Lösung

Modularität: Hexagonal-Architektur mit klar abgegrenzten Komponenten hinter Ports/Adaptern. Sprachmodell, Embedding, Reranker, Vision/OCR, Vektor-Store, Wissensgraph und Konnektoren sind einzeln austauschbar. Modellwechsel/-Upgrades laufen über eine Abstraktionsschicht (LiteLLM mit stabilen Modell-Aliassen): Ein neues oder besseres Modell wird per Konfigurationsänderung eingebunden – ohne Anpassung der Anwendungen, mit Fallback-Ketten. So lassen sich neue Open-Weight-Generationen (z. B. künftige MiniMax-/Mistral-/Llama-Modelle) zeitnah und transparent übernehmen.

Offene Standards / kein Lock-in:

  • Offene, dokumentierte REST-Schnittstellen (OpenAI-kompatible Modell-Endpunkte; n8n-Integrationsknoten); Konfigurationen sind exportierbar.

  • Infrastruktur auf Open-Source-Basis (Qdrant, Neo4j, PostgreSQL, Redis); Modelle mit kommerziell nutzbaren Lizenzen (z. B. Apache-2.0-Embeddings). Keine Abhängigkeit von einer proprietären Cloud-API.

  • Das Produkt selbst ist proprietär (Closed Source). Das Lock-in-Risiko wird jedoch durch offene Schnittstellen, exportierbare Daten/Konfigurationen und austauschbare Standardbausteine gering gehalten; Quell- und Index-Daten verbleiben bei JEN.

Skalierbarkeit: zustandsloser API-Dienst (horizontal skalierbar), unabhängig skalierende Datenspeicher, GPU-seitige Skalierung via vLLM; für sehr große Wissensgraphen ist hierarchische Partitionierung der Pfad (Frage 6).

Souveränität: drei DE/EU-Betriebsoptionen (souverän gehostet auf SambaNova/Infercom in München; in TensorFive-Colocation Mainz auf H200; oder vollständig On-Premises bei JEN). JEN wählt den Souveränitätsgrad und kann später wechseln.

Roadmap: native PPTX/XLSX-Extraktion; durchgängige SMB-/DMS-/SQL-Konnektoren; validierter Multi-Hop-Wissensgraph in Großskala; End-to-End-RAGAS-Evaluation; zertifizierter Audit-Trail; Echtzeit-Rechte-Rückprüfung und Output-Guardrails.

Wirtschaftlichkeit (Lebenszyklus): planbare Lizenz-/Betriebskosten, Wiederverwendung der Standardbausteine, Investitionsschutz durch Austauschbarkeit statt Neukauf. Unsere veröffentlichte Forschung belegt, dass wir Weiterentwicklung evidenzbasiert betreiben – Wirksamkeit und Grenzen werden gemessen, nicht behauptet.

Challenge
Interne Dokumente sicher mit KI erschließen: On-Premises KI-RAG-Plattform für „Chat mit Dokumenten“
Lösungsgeber
TensorFive GmbH
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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