CUNA MehrwegPilot
Die CUNA-Strategie überwindet die strukturellen Schwächen der bestehenden B2C-Mehrwegsysteme, indem sie deren Erfahrungen systematisch in den B2B-Bereich überträgt. Während B2C-Systeme unter unkontrollierten Rückgaben, unterschiedlichen Pfandbeträgen, App-Zwängen und fehlenden Anreizen leiden, nutzt der CUNA Vorschlag die planbaren Materialflüsse, vertraglich gesicherten Rücklaufquoten und Mengeneffekte des B2B-Bereichs.
Die CO₂-Einsparung wird nicht pauschal geschätzt, sondern wissenschaftlich fundiert berechnet. Die CUNA-Reportingsoftware, entwickelt auf wissenschalftlicher Basis und basierend auf Kooperationen mit Insituten und Hochschulen, erfasst den gesamten Lebenszyklus der Gebinde – von der Materialherstellung über die Spüllogistik bis zur Nutzungszahl. So kann die Stadt ihre individuellen Einsparungen belastbar dokumentieren. Beispiel: Bei 500.000 jährlichen To-go-Verkäufen in städtischen Einrichtungen und einer Rücklaufquote von 90 Prozent würde sich eine CO₂-Einsparung von etwa 150 bis 200 Tonnen pro Jahr ergeben.
Die Prozesskosten werden durch das einfache, analoge Pfandmodell ohne App-Zwang erheblich gesenkt. Die Betriebe nutzen ihre vorhandenen Kassen- oder Logistiksysteme weiter, Personal muss nicht geschult werden, und die Logistik lässt sich über bestehende Lieferketten abwickeln. Gegenüber app-basierten Systemen und unkoordinierten Pfandmodellen werden die Prozesskosten um 30 bis 40 Prozent reduziert.
Die Nutzerakzeptanz ist durch das vertraute Pfandprinzip besonders hoch. Gäste müssen keine App installieren, sich nicht registrieren und keine QR-Codes scannen – sie zahlen einfach Pfand, bringen den Becher zurück und erhalten ihr Geld. Dieses Prinzip ist seit Jahrzehnten von Getränkeflaschen bekannt und wird von über 85 Prozent der Nutzer akzeptiert – deutlich höher als bei app-basierten Systemen, bei denen die Akzeptanz oft deutlich niedriger ist.
Die CUNA-Lösung fügt sich nahtlos in bestehende Mehrweg-Ökosysteme ein. Durch einen einheitlichen Pfandstandard von 2,00 Euro für Becher und 5,00 Euro für Bowls sowie die gegenseitige Akzeptanz der Behälter wird das Pfandchaos beseitigt. Es ist egal, ob ein Becher von RECUP, CUNA, Fair Cup oder einem anderen teilnehmenden Anbieter stammt – jeder Betrieb nimmt jeden standardkonformen Behälter zurück. Offene Schnittstellen ermöglichen die optionale Anbindung an bestehende Kassensysteme, ohne dass eine Nutzung verpflichtend ist.
Die Skalierbarkeit und Übertragbarkeit für andere Kommunen ist durch den modularen Aufbau der Lösung gewährleistet. Die Bausteine – Behälterlieferung, Spüllogistik, CO₂-Reporting, Pfandmanagement – können je nach Bedarf hinzugefügt werden. Das System funktioniert sowohl für kleine Städte wie Niebüll als auch für Großstädte wie Wuppertal. Die Standards sind übertragbar, die Methodik ist dokumentiert, und nach erfolgreicher Implementierung in Wuppertal kann das System als Best-Practice-Modell für andere Kommunen dienen – mit standardisierten Prozessen, übertragbaren Vertragsmodellen und einer skalierbaren Logistik.
Zusammengefasst bietet die CUNA-Lösung gegenüber bestehenden Marktangeboten entscheidende Vorteile: Bessere Rücklaufquoten, wissenschaftlich validierte CO₂-Einsparungen, geringere Prozesskosten, höhere Nutzerakzeptanz, nahtlose Integration in bestehende Ökosysteme und uneingeschränkte Skalierbarkeit. Die Stadt Wuppertal wird damit zum bundesweiten Vorreiter für ein funktionierendes, cityweites B2B-Mehrwegsystem.
Bitte beachten Sie als Referenz für alle hiernach angesprochenen Themen und Überschriften die dem Antrage mitgelieferte PDF Datei (nur der Stadt Wuppertal zugänglich), die ausführlich auf alle Merkmale und Strategien des Ansatzes eingeht und entsprechende Argumentationen und Hintergrundinfos liefert.
Die CUNA-Lösung setzt bewusst auf das klassische, analoge Pfandmodell ohne App-Zwang, da dies die höchste Akzeptanz bei Gastronomen und Gästen gewährleistet. Die technische Anbindung an Warenwirtschafts-, Kassen- und Pooling-Systeme wird daher als optionale Ergänzung verstanden, nicht als Grundvoraussetzung. Betriebe können das System sofort ohne jegliche IT-Integration nutzen – die Pfanderfassung erfolgt manuell an der Kasse, wie bei Getränkeflaschen seit Jahrzehnten bekannt. Für Betriebe und Kommunen, die dennoch eine digitale Anbindung wünschen – etwa zur automatischen Erfassung von Rücklaufquoten oder zur CO₂-Bilanzierung – bietet CUNA Products offene, standardisierte Schnittstellen an.
Die CUNA-Reportingsoftware verfügt über eine API-Architektur, die eine flexible Anbindung an bestehende Systeme ermöglicht. Streng genommen ist lediglich eine Kassenschnittstelle notwendig. Selbst ein eigenes Reportingsystem des Betriebs kann in den Prozess eingebunden werden.
Das Datenmodell ist schlank und praxisorientiert aufgebaut. Es erfasst ausschließlich die für die Mehrwegabrechnung und CO₂-Bilanzierung relevanten Daten: Behältertypen mit Materialkennzeichnung und CO₂-Fußabdruck, Pfandbewegungen für definierte Zeiträume und Betriebs-ID, Betriebsstammdaten sowie Logistikdaten. Die Dateneingabe erfolgt primär über die manuelle Erfassung an der Kasse oder als eigenes Reporting – diese Methode ist einfach, fehlerresistent und benötigt keine Schulung. Für automatisierte Erfassungen werden Plausibilitätsprüfungen implementiert, die fehlerhafte Datensätze erkennen und melden. Die Validierung der CO₂-Berechnungen erfolgt auf Basis wissenschaftlich geprüfter Methoden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer und der Hochschule Rhein-Waal.
Die CUNA-Reportingsoftware ist als webbasierte Online-Lösung konzipiert und kann sowohl zentral für die Stadt als auch dezentral für einzelne Betriebe betrieben werden. Die Datenübertragung erfolgt bei automatisierter Anbindung nahezu in Echtzeit, bei manueller Erfassung im gewählten Rhythmus. Die Software wird in einer sicheren, DSGVO-konformen Cloud-Infrastruktur betrieben, regelmäßige Backups und Updates gewährleisten einen unterbrechungsfreien Betrieb.
Das Tracking der Pfandgebinde erfolgt nicht auf Einzelverfolgung – dies wäre im B2B-Bereich mit hohen Stückzahlen weder wirtschaftlich noch praktikabel. Stattdessen setzt die Lösung auf ein statistisches Tracking auf Bestandsebene. Bei jeder Ausgabe eines Mehrweggebindes wird der Pfandbetrag im System erfasst, bei jeder Rückgabe wieder ausgebucht. Die Differenz aus Ausgaben und Rückgaben ergibt den aktuellen Umlaufbestand. Die CUNA-Reportingsoftware aggregiert diese Bewegungsdaten und berechnet daraus den Gesamtbestand an Gebinden im Umlauf, die durchschnittliche Nutzungszahl pro Gebinde, die Verweildauer im Umlauf und die Rücklaufquote pro Betrieb und für das Gesamtsystem.
Für Großgebinde im B2B wie Bowls für Großküchen ist eine Bestandskontrolle auf Chargenebene möglich, ohne dass jedes einzelne Gebinde getrackt werden muss. Die Logistikpartner melden bei Abholung und Anlieferung die Stückzahlen an die Reportingsoftware, so entsteht ein automatisiertes Bestandsmonitoring.
Die CO₂-Berechnung ist integraler Bestandteil der CUNA-Reportingsoftware und wird automatisch aus den erfassten Bewegungsdaten generiert. Bei jeder Ausgabe und Rückgabe wird der Pfandbetrag im Kassensystem erfasst und an die Software übermittelt. Die Software verrechnet Ausgaben mit Rückgaben, berechnet die tatsächliche Nutzungszahl pro Behälter und multipliziert diese mit dem CO₂-Fußabdruck des Mehrweggebindes inklusive Spüllogistik. Dies wird ins Verhältnis zum hypothetischen Einwegnutzung gesetzt.
Die Material-CO₂-Fußabdrücke wurden in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern ermittelt, die Energieverbräuche der Spüllogistik basieren auf realen Betriebsdaten der eigenen Spülstraße. Die gesamte Berechnungsmethodik wird offengelegt, sodass die Stadt und die teilnehmenden Betriebe die Ergebnisse jederzeit nachvollziehen und überprüfen können.
CUNA übernimmt den Betrieb der Reportingsoftware für die Stadt Wuppertal – inklusive Hosting, regelmäßiger Updates und Wartung, Support-Hotline für technische Fragen, Schulungen für die Nutzung der Software sowie regelmäßiger Auswertungen und Reportings. Die Stadt erhält damit ein zukunftssicheres, skalierbares und wirtschaftlich tragfähiges System mit einem verlässlichen Partner für Betrieb und Support.
CUNA bringt umfangreiche Erfahrung aus der aktiven Mitarbeit in offenen Industrieprojekten mit, die auf Open‑Source‑Prinzipien basieren – jedoch mit einem klaren Fokus auf praxisorientierte, erprobte Lösungen statt auf reine Quellcode-Offenheit. Ein zentrales Beispiel ist die SmartFactoryOWL in Lemgo, ein KI‑Reallabor des Fraunhofer IOSB‑INA und der Technischen Hochschule Ostwestfalen‑Lippe. In diesem Projekt wurde die Produktion von CUNA-Mehrwegbechern als offene, datengetriebene Demonstrationsumgebung aufgebaut. Die während der Produktion anfallenden Realdaten werden über eine offene Datenplattform bereitgestellt und stehen Forschungseinrichtungen, KI‑Entwicklern sowie Unternehmen zur Verfügung. Die gesamte Wertschöpfungskette – vom Komponentenhersteller über den Produktionsbetreiber bis zum Kunden – wird dabei abgebildet, um datengetriebene Anwendungsfälle für Industrie 4.0 zu testen.
Die Governance dieses Projekts folgt einem klaren, kooperativen Modell: Fraunhofer IOSB‑INA übernimmt die wissenschaftliche Leitung, während zehn Partner aus Industrie und Forschung – darunter Arburg, Kuka und Hadi‑Plast – gemeinsam die technische Umsetzung und Betriebsführung verantworten. Gefördert wird das KI‑Reallabor vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit zwei Millionen Euro. Diese Struktur gewährleistet sowohl wissenschaftliche Validität als auch industrielle Praxisnähe.
Unsere Erfahrung aus solchen Projekten zeigt: Quelloffenheit ist ein wichtiges Prinzip, ersetzt aber nicht die branchenspezifische Erfahrung, validierte Methodik und verlässlichen Support, die für ein funktionierendes Mehrwegsystem notwendig sind. Die reine Bereitstellung von Quellcode hat in der Praxis nicht zu einsatzfähigen Lösungen geführt – stattdessen sind viele Projekte an der fehlenden Praxisintegration, unzureichenden Schnittstellen und mangelnder Akzeptanz in der Gastronomie gescheitert.
Quelloffenheit und Nachnutzbarkeit werden bei CUNA daher nicht durch die Veröffentlichung von Quellcode, sondern durch die konsequente Nutzung offener Standards und Schnittstellen gesichert.
Eine spätere Übertragung an ein kommunales Konsortium ist durch den modularen Aufbau der Lösung und die Nutzung offener Standards jederzeit möglich. Die Stadt Wuppertal könnte nach der Pilotphase das System in Eigenregie betreiben oder an ein Konsortium übergeben. Die im Projekt erworbenen Erfahrungen und entwickelten Standards könnten z.B. in die offene Plattform der SmartFactoryOWL zurückgespielt und stehen damit auch anderen Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung. Damit wird nicht nur die Nachhaltigkeit der Lösung gesichert, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Transferfähigkeit des Gesamtkonzepts geleistet.
Unser Ansatz ist pragmatisch: Wir nutzen Standards, wo sie sinnvoll sind, setzen aber auf eine bewährte, kommerzielle Lösung, weil die Praxis zeigt, dass nur so ein verlässlicher, sicherer und wirtschaftlich tragfähiger Betrieb auf kommunaler Ebene gewährleistet ist.
Einige einschlägige Großprojekte der letzten 5 Jahre
1. SmartFactoryOWL / KI-Reallabor mit Fraunhofer IOSB-INA (2020–heute)
Rolle: CUNA Products war zentraler Industriepartner in einer Kooperative aus zehn namhaften Unternehmen, darunter Arburg, Kuka und Hadi-Plast, sowie dem Fraunhofer IOSB-INA . Umfang: Aufbau einer datengetriebenen Realproduktion für biobasierte Mehrwegbecher in der SmartFactoryOWL in Lemgo, gefördert vom BMWi mit zwei Millionen Euro.
Ergebnisse: Die vollständig digitalisierte Produktion bildet die gesamte Wertschöpfungskette ab und liefert offene Industriedaten für KI-Entwickler und Forschungseinrichtungen . Lessons Learned: Die Zusammenarbeit zeigte, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Einklang umsetzbar sind und dass offene Datenplattformen den Technologietransfer beschleunigen. Der Aufbau einer Realproduktion bei laufendem Betrieb stellt höchste Anforderungen an die Prozessgestaltung, bietet aber den schnellsten Reifeprozess.
2. SPRINT-Cup für den Berliner Halbmarathon und Marathon (2023–2024)
Rolle: Entwicklung und Produktion eines Spezial-Mehrwegbechers für Laufevents in Zusammenarbeit mit SCC EVENTS GmbH, REMONDIS und WWF Deutschland. Umfang: Der Becher wurde speziell für die Bedürfnisse von Läufern entwickelt – mit Sollbruchstellen, die gezieltes Knicken bei Tritten ermöglichen, sowie einer leichten Bauweise. Lieferung, Abholung und Reinigung der Becher wurden im Rahmen des CUNA-Service übernommen. Ergebnisse: Allein an einer Verpflegungsstation können bis zu 45.000 Einwegbecher eingespart werden. Lessons Learned: Die Rücknahme- und Reinigungslogistik für Großevents erfordert eine enge Koordination mit Veranstaltern und eine durchdachte Rückgabestationen-Infrastruktur. Die Akzeptanz bei Läufern war hoch, da das System ohne App-Zwang auskommt.
3. Aufbau des gesamten CUNA-Poolsystems für Gastronomie und B2B (2022–heute)
Rolle: Entwicklung und Betrieb eines deutschlandweiten Mehrweg-Poolsystems mit Pfand für Cafés, Bäckereien, Kantinen und Veranstaltungen, mit Schwerpunkt NRW. Umfang: Über 1.000 Betriebe bundesweit nutzen das System – von der Stadtkantine Dortmund über Caterer für AOK, Dachser und Polizei bis zu Behörden im Berliner Regierungsviertel. Das System wurde ohne App-Zwang und mit einheitlichem Pfand von 2,00 € aufgebaut.
Ergebnisse: Hohe Akzeptanz bei Gastronomen und Gästen durch das einfache, vertraute Pfandprinzip. das belegt auch die Kooperation mit der BÄKO (Bäkereieinkaufsgenossenschaft), die sich 2023 bewusst für CUNA und gegen andere Systeme entschieden hat. Die eigene Spüllogistik etwa für den CUNA Verleihservice sichert die Hygiene und den kontinuierlichen Umlauf der Gebinde. Lessons Learned: Der Erfolg steht und fällt mit der Einfachheit des Systems – jede zusätzliche Hürde reduziert die Nutzung. Die Integration in bestehende Betriebsabläufe ist entscheidend für die Akzeptanz.
Das Konzept fĂĽr die Stadt Wuppertal wird in sechs klar definierten Phasen umgesetzt, die eine enge Zusammenarbeit mit der Auftraggeberseite vorsehen.
Phase 1: Analyse und Bestandsaufnahme – Gemeinsam mit der Stadt Wuppertal erheben wir die aktuelle Mehrweg-Situation in den relevanten B2B-Einrichtungen. Dazu gehören Kantinen, Kitas, Schulen, Firmenbistros und Eventlocations. Wir identifizieren bestehende Systeme, Logistikstrukturen und spezifische Hürden vor Ort. Der Meilenstein ist ein umfassender Statusbericht mit Handlungsempfehlungen.
Phase 2: Konzeption und Standardisierung – Auf Basis der Analyse entwickeln wir ein maßgeschneidertes, cityweites B2B-Mehrwegsystem. Zentrale Elemente sind einheitliche Pfandbeträge (2,00 € für Becher, 5,00 € für Bowls), standardisierte Behälter und die anbieterübergreifende Kompatibilität. Die Stadt wird in Workshops eng eingebunden, um die Akzeptanz und Praxistauglichkeit sicherzustellen. Meilenstein ist das abgestimmte Feinkonzept.
Phase 3: Partnerakquise und Netzwerkaufbau – Wir gewinnen gemeinsam teilnehmende Betriebe, Anbieter (z. B. Recup, Fair Cup) und Logistikpartner für das Pooling-System. Die Stadt unterstützt durch ihre kommunale Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. Meilenstein ist ein verbindliches Netzwerk aus teilnehmenden Partnern.
Phase 4: Integration der CO₂-Reportingsoftware – Die CUNA-Reportingsoftware wird bereitgestellt und an die spezifischen Anforderungen der Stadt und der Betriebe angepasst. Die Schnittstellen zu bestehenden Kassensystemen werden berücksichtigt. Meilenstein ist die betriebsbereite Software.
Phase 5: Schulung und Kommunikation – Wir schulen die teilnehmenden Betriebe im Umgang mit dem Mehweg, dem System und unterstützen die Stadt bei der Öffentlichkeitsarbeit, um eine hohe Akzeptanz bei Bürgern und Unternehmen zu erreichen. Meilenstein ist die erfolgreiche Durchführung der Schulungen.
Phase 6: Begleitung und Optimierung – Fortlaufende Betreuung, Auswertung der Kennzahlen und kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems auf Basis der gesammelten Daten. Meilenstein wäre etwa der jährliche Statusbericht mit Optimierungsempfehlungen.
Beratungsansatz und Methoden: Wir verfolgen einen agilen und iterativen Ansatz. Das System wird nicht erst nach vollständiger Konzeption umgesetzt, sondern in engen Abstimmungsschleifen mit der Stadt und ersten Pilotbetrieben entwickelt. So können frühzeitig Anpassungen vorgenommen werden, bevor das System in die Breite ausgerollt wird. Regelmäßige Lenkungskreis-Sitzungen mit der Stadt gewährleisten die strategische Ausrichtung.
Qualitätssicherung: Die Qualität wird durch mehrere Mechanismen gesichert: wissenschaftliche Begleitung durch unsere Hochschulpartner, regelmäßige Prüfung der Behälterqualität und Hygienestandards sowie kontinuierliches Monitoring der Rücklaufquoten und CO₂-Einsparungen über die Reportingsoftware.
Risikomanagement: Zentrales Risiko ist eine zu geringe Akzeptanz bei Betrieben oder Gästen. Diesem begegnen wir durch den bewussten Verzicht auf App-Zwang und die Nutzung des vertrauten Pfandprinzips. Weitere Risiken wie Logistikausfälle oder Qualitätsmängel werden durch redundante Strukturen und vertragliche Absicherungen mit Partnern minimiert.
B2B-Anforderungen kurzfristig realisieren: Durch den modularen Aufbau des Systems können Betriebe unabhängig voneinander einsteigen – eine vollständige Ausrollung aller Module ist nicht erforderlich. Die manuelle Pfanderfassung an der Kasse ermöglicht einen sofortigen Start ohne IT-Integration.
Perspektivische B2C-Berücksichtigung: Das System ist so konzipiert, dass es auf B2C-Angebote erweiterbar ist. Die einheitlichen Pfandbeträge und offenen Standards ermöglichen eine spätere Integration von Endverbraucherrückgaben, z. B. über Automaten oder Einzelhandelspartner. Die Reportingsoftware kann auch B2C-Daten erfassen und auswerten.
Reifegrad und Produktstatus: Die CUNA-Lösung befindet sich nicht im Prototypenstadium, sondern ist eine ausgereifte, markterprobte Philosophie. Das eigene CUNA Mehrwegsystem mit seinen biobaisierten Gebinden, der Spüllogistik und der Reportingsoftware ist seit Ende 2022 im Einsatz und wird von über 1.000 Betrieben bundesweit genutzt. Die CO₂-Reportingsoftware ist ebenfalls im Einsatz und ist validiert. Das System ist somit sofort einsatzbereit und muss nicht neu entwickelt werden. Anpassungen an die Bedürfnisse der Stadt Wuppertal sind natürlich eingeplant.
Ressourcen: Für die Umsetzung in Wuppertal stellt CUNA Products ein erfahrenes Kernteam aus den Bereichen Produktion, Logistik, Softwareentwicklung und Beratung bereit. Dieses Team wird bei Bedarf durch externe Partner für Logistik und IT-Integration ergänzt. Sollte die Stadt auch Gebinde durch CUNA benötigen, so sind die eigenen Produktionskapazitäten und unsere Spüllogistik auf die Versorgung der Stadt Wuppertal ausgelegt und können bei steigender Nachfrage flexibel erweitert werden.
Roadmap im Förderzeitraum: Der Förderzeitraum von voraussichtlich 12 bis 18 Monaten ist in sechs Phasen gegliedert. In den ersten drei Monaten erfolgen Analyse, Konzeption und Partnerakquise. In den Monaten vier bis sechs wird die Reportingsoftware integriert und die ersten Pilotbetriebe gehen an den Start. In den Monaten sieben bis zwölf erfolgt die schrittweise Ausrollung auf alle teilnehmenden Betriebe, begleitet von Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit. Die letzten drei bis sechs Monate dienen der Stabilisierung, Optimierung und der Erstellung des Abschlussberichts.
Übergang in den Betrieb: Nach Ende der Förderung wird das System in den regulären Betrieb überführt. CUNA Products übernimmt den dauerhaften Betrieb der Reportingsoftware, die Spüllogistik und die kontinuierliche Weiterentwicklung. Die Stadt Wuppertal übernimmt die Koordination der teilnehmenden Betriebe und die Öffentlichkeitsarbeit. Die Finanzierung des Betriebs erfolgt über die Pfandumschläge und optional durch eine kommunale Förderung.
Betriebs- und Supportkonzept: Die CUNA-Reportingsoftware wird in einer sicheren, DSGVO-konformen Cloud-Infrastruktur betrieben. Regelmäßige Updates und Wartungen gewährleisten einen unterbrechungsfreien Betrieb. Für technische Fragen der Betriebe steht eine Support-Hotline zur Verfügung. Die Spüllogistik wird durch eigene oder partnerbetriebene Spülzentren sichergestellt, die nach höchsten Hygienestandards arbeiten.
Multimandantenfähigkeit: Die Reportingsoftware ist von Grund auf multimandantenfähig konzipiert. Eine Kommune oder ein Betrieb erhält - wenn gewünscht - einen eigenen, abgeschotteten Bereich mit individuellen Zugängen, Berichten und Auswertungen. Die Daten werden getrennt voneinander verwaltet, sodass keine Vermischung oder Einsichtnahme durch Dritte möglich ist. Dies ermöglicht den parallelen Betrieb für mehrere Kommunen oder Betriebsnetzwerke ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand.
Skalierbarkeit auf weitere Kommunen: Die Lösung ist modular aufgebaut und kann problemlos auf andere Städte und Gemeinden übertragen werden. Die Standards – einheitliche Pfandbeträge, Behälterstandards, offene Schnittstellen – sind ortsunabhängig und können von jeder Kommune übernommen werden. Die Reportingsoftware kann um weitere Mandanten erweitert werden, ohne dass die Performance beeinträchtigt wird. Die Logistik kann durch regionale Spülzentren oder Partnerbetriebe vor Ort abgedeckt werden.
Nach erfolgreicher Implementierung in Wuppertal kann das System als Best-Practice-Modell für andere Kommunen dienen – mit standardisierten Prozessen, übertragbaren Vertragsmodellen und einer skalierbaren Logistik. Die im Projekt erworbenen Erfahrungen und entwickelten Standards werden dokumentiert und stehen damit auch anderen Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung.
Datenschutz und IT-Sicherheit sind für das Wuppertaler Mehrwegkonzept von zentraler Bedeutung, da entlang der gesamten Prozesskette – von der Behälterausgabe über die Rücknahme bis zur Spüllogistik – betriebliche und teilweise personenbezogene Daten anfallen. CUNA Products hat daher ein mehrstufiges Sicherheitskonzept implementiert, das auf den Prinzipien der DSGVO basiert.
Rollen und Verantwortlichkeiten: Für die Datenverarbeitung im Rahmen des Mehrwegkonzepts werden klare Rollen definiert. CUNA Products agiert als Auftragsverarbeiter für die Stadt Wuppertal, die als Verantwortliche die datenschutzrechtliche Hoheit behält. Für die Stadt wird ein externer Datenschutzbeauftragter benannt, der die Einhaltung der Vorgaben überwacht. Innerhalb von CUNA Products gibt es feste Ansprechpartner für Datenschutz und IT-Sicherheit, die für die Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich zeichnen.
Datenminimierung und Zweckbindung: Die CUNA-Reportingsoftware erfasst ausschließlich die für den Betrieb des Mehrwegsystems notwendigen Daten. Dazu gehören Behältertypen, Pfandbewegungen (Ausgaben und Rückgaben mit Zeitstempel), Betriebsstammdaten (Name, Adresse, Branche) sowie aggregierte Logistikdaten. Personenbezogene Daten von Endkunden werden nicht erhoben – das Pfandsystem funktioniert anonym an der Kasse ohne Registrierung oder App-Zwang. Die Datenverarbeitung erfolgt streng zweckgebunden für die Abrechnung, CO₂-Bilanzierung und Steuerung des Mehrwegsystems.
Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs): Die CUNA-Reportingsoftware wird in einer sicheren, DSGVO-konformen Cloud-Infrastruktur betrieben, die nach dem Stand der Technik abgesichert ist. Dazu gehören: Verschlüsselung der Datenübertragung, verschlüsselte Speicherung der Datenbankinhalte, Zugriffsbeschränkungen durch rollenbasierte Berechtigungssysteme (nur autorisierte Mitarbeiter haben Zugriff), regelmäßige Sicherheitsupdates und Penetrationstests, vollständige Protokollierung von Zugriffen und Änderungen, sowie regelmäßige Backups mit definierter Wiederherstellungsfähigkeit.
Hosting und Standort: Die Software wird auf Servern in Deutschland gehostet. Dies gewährleistet die Einhaltung der deutschen und europäischen Datenschutzstandards und vermeidet die Übermittlung personenbezogener Daten in unsichere Drittländer. Die Server werden nach ISO 27001 zertifiziert betrieben.
Umgang mit Daten entlang der Lieferkette: Sofern die CUNA Spüllogistik einbezogen wird, diese verarbeitet ausschließlich anonymisierte Behälterdaten – personenbezogene Daten werden hier nicht verarbeitet. Die Logistikpartner erhalten nur die für die Abholung und Anlieferung notwendigen Informationen (Stückzahlen, Standorte) ohne Personenbezug. Für die teilnehmenden Betriebe werden die Daten getrennt voneinander in einem Multimandanten-System verwaltet, sodass keine Vermischung oder Einsichtnahme durch Dritte möglich ist.
Angewandte Standards und Best Practices: Die CUNA-Reportingsoftware und die zugrundeliegende Infrastruktur orientieren sich an etablierten Standards fĂĽr den Betrieb der Software und der Serverinfrastruktur, DSGVO-konforme Entwicklung nach den Prinzipien "Privacy by Design" und "Privacy by Default".
Datenschutz-Folgenabschätzung: Für das Mehrwegkonzept wird eine Datenschutz-Folgenabschätzung da die Verarbeitung betrieblicher Daten (insbesondere Pfandbewegungen) ein erhöhtes Risiko für die Rechte und Freiheiten der Betroffenen darstellen könnte. Die Ergebnisse können dokumentiert und bei der Stadt eingereicht werden.
Fazit: Durch die Kombination aus technischen Maßnahmen, organisatorischen Vorgaben und der konsequenten Anonymisierung von Endkundendaten gewährleistet die CUNA-Lösung ein hohes Schutzniveau für alle beteiligten Akteure. Die Stadt Wuppertal erhält ein datenschutzkonformes System, das den gesetzlichen Anforderungen entspricht und gleichzeitig operativ effizient arbeitet.


