Startseite
Öffentliche Auftraggeber
Innovative Unternehmen
Challenges Challenge starten
Marktplatz der Innovationen Innovation präsentieren
Mein Bereich
Login
Startseite
Öffentliche Auftraggeber Innovative Unternehmen
Challenges
Challenge starten
Marktplatz der Innovationen
Innovation präsentieren
Login
Zur Website das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung vom BMFTR
Lösung

Interoperable Mehrweg-Ökosystemlösungen by Sykell

Sykell GmbH
Mehrwert und Impact für B2B/B2C (25 Punkte)

Unser Angebot für den Aufbau eines MehrwegTal Hubs besteht grundsätzlich aus folgenden sich ergänzenden Bausteinen:


1. unserer Mehrweg-Poolamanagement-Plattform "Circular ERP" als digitales Rückgrat des Hubs sowie – darauf aufbauend – die Möglichkeit, eine Open-Source-Lösung entsprechend der Projektanforderungen zu entwickeln (siehe Frage 3).


2. Ergänzend bringen wir unser Mehrwegverpackungsportfolio "EINFACH MEHRWEG" für to-go und vorverpackte Lebensmittel ein, erweiterbar um weitere Gebinde - sowie unsere Expertise in systemübergreifenen Mehrweglösungen.

Circular ERP als digitales Rückgrat von Mehrweg-Ökosystemen

Klassische ERP-Systeme sind linear gedacht und damit strukturell ungeeignet für zirkuläre Kreisläufe: Excel-Verwaltung, manuelle Pfandabrechnung, keine Synchronisation zwischen Logistik und Finance. Genau hier setzt Circular ERP an – als Single Source of Truth über alle Touchpoints des Mehrwegkreislaufs: Produzent → Abfüllung → Distribution → POS → Rückgabe → Pfandclearing → Sortierung → Reinigung → Wiedereinsatz. Der Unterschied zu reinen Pooling-Insellösungen: Circular ERP trackt nicht nur Behälter, sondern vernetzt alle Systemakteure auf einer Plattform, inklusive automatisiertem Pfand- und Finanzmanagement.

B2B Erfahrung & Transferpotenzial B2C → B2B

Die zentrale Lektion aus EINFACH MEHRWEG: Nicht neue Infrastruktur erzwingen, sondern bestehende nutzen. Convenience und die Integration in vorhandene Prozesse sind der entscheidende Hebel für hohe Rücklaufquoten – belegt durch unsere >90 %-Rücklaufquote im B2C-Betrieb. Dasselbe Prinzip übertragen wir auf den B2B-Hub: Rückgabe und Verwaltung möglichst einfach integriert für Caterer und Produzenten, statt neue Parallelprozesse zu schaffen.

B2B braucht außerdem eine Multi-Akteurs-Orchestrierung: Produzent ↔ Caterer ↔ Logistiker ↔ Reinigung. Genau das leistet Circular ERP bereits erfolgreich branchen- und anwendungsübergreifend – neben EINFACH MEHRWEG (to-go und vorverpackt in Handel&Systemgastronomie), für Reposit & New Loop (to-go in Glasgow & Kopenhagen), SEA ME „zerooo" (Kosmetik im Handel&Drogerie) und WECARRY (Pfand-Brotbeutel in Bäckereien). Diese Bandbreite belegt die Branchenoffenheit und Übertragbarkeit der Circular ERP Poolmanagement-Platform auf das Wuppertals B2B-Szenario.

Messbare Effekte

  • Rücklaufquote als zentraler Werttreiber: 80 % = 5-fache, 90 % = 10-fache Nutzbarkeit desselben Pools – Digitalisierung & Automatisierung ist Voraussetzung, um diese hohen Quoten zu erreichen und Pools zu steuern

  • Referenzzahlen aus EINFACH MEHRWEG, verwaltet über Circular ERP: 2,8 Mio. ersetzte Einwegverpackungen seit 2023; nach 30 Zyklen 89 % weniger Verpackungsabfall, 69 % weniger Wasserverbrauch, 58 % weniger CO2e (ISO-14040/14044-konforme Ökobilanz)

  • Kausalität: Ohne digitales Pool-Management skaliert Mehrweg nicht bis zur kritischen Umlaufzahl, ab der diese ökologischen Vorteile eintreten – Circular ERP macht diese Skalierung erst möglich

  • Prozesskosten: Automatisierte Pfandabwicklung und Rechnungsstellung reduzieren den administrativen Aufwand gegenüber manueller Verwaltung erheblich

  • Unit Economics: Am Beispiel eines 500-ml-Bechers zeigt sich, dass Mehrweg bei industrialisierter Skalierung mit rund 0,06 € pro Nutzung günstiger ist als Einweg mit rund 0,10 € – ein Gegenargument zum Vorbehalt, Mehrweg sei grundsätzlich teurer.

Einbettung in bestehende Ökosysteme und Übertragbarkeit

Die Circular ERP Plattform ist auf offenen Industrie-Standards, sowie geografie- und branchenagnostisch konzipiert und bereits in mehreren Ländern und Branchen im Einsatz – Übertragbarkeit ist damit keine Zusatzanforderung, sondern Teil der bestehenden Architektur. Strategisch verstehen wir uns dabei nicht als Anbieter einer Monopol-Plattform: Unser Ansatz folgt dem Prinzip „Set the protocol, not the platform" – Sykell positioniert sich als ein möglicher Systembetreiber unter offenen Standards, nicht als einzige Instanz mit Kontrolle über alle Datenflüsse.

Physische Mehrwegverpackungslösungen

Wir können außerdem unser bestehendes Verpackungsportfolio für B2B- und B2C-Anwendungen anbieten, für to-go und vorverpackte Lebensmittel. Die Ausgestaltung hängt vom jeweiligen Bedarf und Anforderungen des Anwendungsszenariums ab, bis zur ggfs. Neuentwicklung von Gebinden.

Technische Integration und Interoperabilität (15 Punkte)

Flexible, standardisierte Anbindung (APIs, Standards, Datenmodell)

Circular ERP folgt konsequent offenen, branchenüblichen Industriestandards – GS1-Standards zur Serialisierung (QR, Data Matrix, RFID) sowie GS1 EPCIS zur Generierung von Ereignis-/Transaktionsdaten. Über eine API-first-Architektur lässt sich das System an kompatible Dritt-Systeme wie Warenwirtschafts-, Kassen-, Rücknahmeautomaten- und generell Mehrwegsysteme anbinden, ohne dass Partner ihre bestehende Systemlandschaft wechseln müssen.

Das ist im Betrieb erprobt: Circular ERP verbindet bereits heute unterschiedliche B2B-Mehrwegbetreiber (Mehrweg für Essen/Getränke to-go&vorverpackt, Kosmetik, Brotbeutel) in unterschiedlichen Einsatzgebieten (z.B. Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomien, Veranstaltungen) sowie CRM-/Warehousing-Systeme (u. a. Pipedrive, Salesforce, Hubspot, Ongoing). Die modulare Anbindung erlaubt Catering-/Logistikpartnern, ihre bestehenden Systeme zu behalten - zentral für B2B-Akzeptanz.

Für den Hub schlagen wir zusätzlich eine strategische Ausrichtung vor: statt einer zentralen Instanz, die alle Datenflüsse aggregiert (Risiko von Lock-in und Marktmachtkonzentration bei einem Betreiber), ein gemeinsamer offener Protokoll-Layer. Konkret: (1) bilaterale, API-basierte Integrationen zwischen Rückgabepunkten und Systembetreibern statt zentralem Register, (2) eine offene, gemeinsam mit Industrieteilnehmern entwickelte und von der Stadt formal übernommene API-Spezifikation, (3) verbindliche QR-Code-Serialisierung als Mindeststandard (RFID nur ergänzend).

Die digitale Interoperabilität von unterschiedlichen Poolmanagementsystemen durchdenken wir aktuell auch im Rahmen eines Förderprojektantrags für ein städtisches Reuse-Ökosystem mit einem weiteren großen europäischen Mehrwegsystembetreiber – inklusive Nutzung des offenen GS1-EPCIS-Standards für Rückgabe-Ereignisse an Pfandautomaten und Reinigungsstraßen sowie eines generischen Scanner-Interfaces, das mehrere Systembetreiber gleichzeitig an einem Erfassungspunkt bedient. Dieses Prinzip – neutrale Erfassungspunkte, standardkonforme Datengenerierung, dezentrale Zustellung an die jeweilige Betreiberplattform – ist direkt auf das MehrwegTal-Hub-Szenario mit unterschiedlichen Systemen-Anforderungen übertragbar.


Tracking-Konzept für Pfandgebinde

Circular ERP ermöglicht Track & Trace über den gesamten Mehrweg-Zyklus jeder Art von Mehrweg-Gebinden ausgestattet mit serialisierte Codes zur Identifikation und Datenerfassung nach GS1-Standard (RFID, QR- oder Data-Matrix-Code). Im Falle von Mehrweggebinden ohne Serialisierung, ergänzen wir Batch-/Trägerebenen-Tracking, sodass auch nicht-individualisierte Mengen mit Status und Standort erfasst werden. Die Plattform aggregiert Near-Realtime-Statusdaten (Zustand, Menge, Standort je Prozessschritt: Abfüllung, Auslieferung, Rückführung, Reinigung, Wiedereinsatz), inklusive Prognose von Rücklauf und Nachfrage zur Vermeidung von Pool-Verlust und Lieferengpässen – besonders relevant bei Großgebinden mit höheren Stückkosten.

Einbettung der CO2-Berechnung

Circular ERP liefert über die Circular-Intelligence-Komponente die realen, operativen Prozess- und Umlaufdaten (u.a. Zykluszahlen, Rücklaufquote, Verlustquote, aktive Poolgröße), die bereits heute Impact-Reporting gegenüber Einweg-Alternativen unterstützen. Dies kann direkt als Andockstelle für die wissenschaftliche Berechnungsmethodik des Wuppertal Instituts dienen und CO2-Einsparungsberechnung anknüpfen. Und knüpft außerdem sehr gut in die aktuell laufende Plattformweiterentwicklung eines Nachhaltigkeits-Dashboards an - eine automatisierte, visuelle Aufbereitung von Abfall-, CO2- und Wassereinspardaten.

Open‑Source und Plattformentwicklung (15 Punkte)

Erfahrungen in Projekten zu Interoperabilität von Mehrweg-Plattform-, Infrastruktur- und Systemanbietern

Sykell hat bereits unterschiedliche konkrete Erfahrung mit der Interoperabilität im Mehrweg-Ökosystem: 

Neben den zuvor genannten Anwendungen der Circular ERP als Poolmanagement-Software für unterschiedliche Mehrwegsystemen über diverse Branchen hinweg (s.o.), haben wir außerdem in einem Pilotprojekt gemeinsam mit Recup die offene Rücknahme- und Rückführungsinfrastruktur in Berlin erfolgreich erprobt: der Pilot zeigte, dass unsere offene Mehrwegsystemarchitektur (Circular ERP, Rücknahme-, Rückführung über REWE-Handelspartner, Sortierung und Reinigung bei zentralem Reinigungspartner) auch für weitere Mehrwegsysteme geöffnet werden kann – genau das Multi-Akteurs-Prinzip, das der Hub braucht.

Interoperabilität digitaler Poolmanagementsysteme: im Rahmen eines EU-Förderprojektantrags für ein städtisches Mehrweg-Ökosystem durchdenken wir entsprechende Anforderungen aktuell mit einem weiteren großen europäischen Mehrwegsystembetreiber - inklusive Definition der Nutzung des offenen GS1-EPCIS-Standards für Rückgabe-Ereignisse an Pfandautomaten und Reinigungsstraßen sowie eines generischen Scanner-Interfaces, das mehrere Systembetreiber gleichzeitig an einem Erfassungspunkt bedient. Dieses Prinzip – neutrale Erfassungspunkte, standardkonforme Datengenerierung, dezentrale Zustellung an die jeweilige Betreiberplattform – ist direkt auf das MehrwegTal-Hub-Szenario mit unterschiedlichen Systemen-Anforderungen übertragbar.

Circular ERP ist bereits heute darauf ausgelegt, Daten nach diesem offenen Standard zu verarbeiten. Das zeigt: Echte Interoperabilität zwischen unabhängigen Plattformen lässt sich auch ohne offenen Quellcode erreichen, wenn Datenmodell und Schnittstellen konsequent offenen Standards folgen.


Wie Quelloffenheit, Nachnutzbarkeit und Übertragung an ein Konsortium gesichert werden

Wir benennen die Ausgangslage bewusst offen: Circular ERP ist unsere proprietäre SaaS-Plattform – das ist unser Kerngeschäftsmodell. Gleichzeitig nehmen wir die Open-Source-Anforderung der Challenge ernst und bieten dafür zwei sich ergänzende Wege an:


1) Circular ERP als Management-Hub mit offenen Standards statt offenem Quellcode: Ein Systembetreiber oder -Administrator – dieser kann auch vom Kommunen-Konsortium selbst benannt werden – nutzt Circular ERP, um die verschiedenen Mehrwegsysteme im Hub zu managen. Die Software selbst bleibt proprietär, aber Datenmodell und API-Spezifikation folgen durchgängig offenen Standards (u.a. GS1 EPCIS), sodass Drittsysteme sich andocken können, ohne dass der Kern offengelegt werden muss. Interoperabilität entsteht so durch Standardkonformität, nicht durch Quelloffenheit — und bleibt dabei vollständig im Sinne der von der Stadt gewünschten Übertragbarkeit, da jedes andere standardkonforme System jederzeit andocken oder die Rolle des Betreibers übernehmen kann.


2) Eine echte Open-Source-Version von Circular ERP: Sollte Open Source als hartes Erfordernis für den Kern selbst durchgesetzt werden, können wir unsere Erfahrung aus der Circular-ERP-Entwicklung nutzen, um eine reduzierte, quelloffene Integrationslösung speziell für Kommunen zu entwickeln. Diese würde sich auf Basisfunktionen konzentrieren — insbesondere die Anbindung diverser ERP-/Kassen-/Pooling-Systeme über offene Schnittstellen — und explizit kein vollwertiges Pool-Management-ERP mit dem gesamten Funktionsumfang von Circular ERP (Finanzwesen, Intelligence, Prognosen etc.) abbilden. Umfang und Wartungsmodell dieser Lösung wären gemeinsam mit der Stadt Wuppertal und CSCP im Rahmen der weiteren Geschäftsmodellentwicklung zu konkretisieren.

Branchenerfahrung und Referenzen (15 Punkte)

Branchenkenntnis in Catering, Logistik und Mehrweg

Sykell entwickelt seit mehreren Jahren spezialisierte Mehrweginfrastruktur für Außer-Haus-Verzehr, Handel und Gastronomie – sowohl als Systembetreiber (EINFACH MEHRWEG) als auch als Software-Anbieter für Dritte (Circular ERP). Diese doppelte Perspektive – eigener Systembetrieb UND Plattformbereitstellung für fremde Betreiber – ist im Markt selten und verschafft uns Praxiswissen entlang der gesamten Kette: Abfüllung/Produktion, Logistik/Rückführung, Reinigung/Qualitätssicherung, Pfandclearing und Endkund:innen-Rückgabe.

Referenzprojekte der letzten 5 Jahre

1) EINFACH MEHRWEG (eigener Systembetrieb, seit 2023) – Rolle: Sykell als Betreiber der gesamten Wertschöpfungskette, inkl. Rückführungslogistik über den Lebensmitteleinzelhandel. Umfang: nationale Retail-Infrastruktur-Integration im großen Maßstab – REWE, Nahkauf, HIT und Lekkerland real im Betrieb angebunden, über 6.000 Rückgabepunkte, deutschlandweites Reinigungsnetzwerk. Ergebnis: 2,8 Mio. ersetzte Einwegverpackungen seit 2023, >90 % Rücklaufquote, nach 30 Zyklen 89 % weniger Verpackungsabfall, 69 % weniger Wasserverbrauch, 58 % weniger CO2e (Bureau-Veritas-verifizierte Ökobilanz).

2) EINFACH MEHRWEG PREFILL – nationaler Rollout für vorverpackte Lebensmittel (seit 2026) – Rolle: Sykell als Infrastruktur- und Lieferpartner. Umfang: Produktentwicklung inkl. Sicherheits-/Recyclingfähigkeitsprüfungen abgeschlossen, Rückführungsinfrastruktur bei REWE aufgebaut. Ergebnis: bis zu 9 Marken starten Q1 2027 nationweit bei REWE.

3) Circular ERP als Software für Drittbetreiber – Reposit & New Loop, SEA ME „zerooo", WECARRY.

Qualitätssicherung als durchgängiges Prinzip: ISO-9001-zertifizierte Reinigungsstraßen-Prozesse, HACCP-Konzept (ISO 22000), mehrstufige Materialtests und Hygienekontrollen.

Erhaltene Auszeichnungen: WorldStar Packaging Award 2025, Deutscher Verpackungspreis, crQlr Award 2024, German Sustainability Award, Green Buddy Award, Blauer Engel Zertifizierung.

Projektmanagement und Vorgehensmodell (15 Punkte)

Phasen und Meilensteine

Wir schlagen ein dreiphasiges, iteratives Vorgehen vor, das auf schnellen Funktionsnachweis statt Vollausbau zielt – passend zum expliziten Ziel der Challenge, im Förderzeitraum einen Proof of Concept statt eine vollständige Abbildung aller Mehrwegbewegungen zu liefern:

Phase 1 – Discovery (erste 2–3 Monate): gemeinsame Bestandsaufnahme mit Stadt Wuppertal, Wuppertal Institut und CSCP; Auswahl eines konkreten B2B-Piloten (z. B. ein Abfüll-/Cateringpartner mit Rückführung und Reinigung); Definition von Schnittstellenanforderungen der beteiligten Partnersysteme; Abstimmung der Open-Source-Ausgestaltung (siehe Frage 3) mit CSCP.

Phase 2 – Iterative Entwicklung (Kernlaufzeit): Aufbau der Integrationsschicht in kurzen, agilen Sprints mit regelmäßigen Reviews; frühzeitige Anbindung des Pilotpartners, um Rückmeldungen aus der Praxis laufend einzuarbeiten statt erst am Ende zu testen; parallele Abstimmung der CO2-Datenschnittstelle mit dem Wuppertal Institut.

Phase 3 – Nachweis & Übergabe (letzte Projektphase): Durchführung eines vollständigen End-to-End-Zyklus (Abfüllung → Auslieferung → Rückgabe → Reinigung → Wiedereinsatz) als Funktionsnachweis; Dokumentation für die Übergabe an das Kommunen-Konsortium; Grundlage für die Gewinnung weiterer Kommunen im Sinne der geforderten Übertragbarkeit.

Zusammenarbeit mit der Auftraggeberseite, Methodik, Qualitätssicherung, Risikomanagement

Wir arbeiten agil-iterativ statt mit starrem Wasserfall-Ansatz: kurze Sprints, sichtbare Zwischenergebnisse, enge Rückkopplung statt später Überraschungen. Da das Projekt vier Partner mit unterschiedlichen Rollen zusammenbringt (Stadt: Dateninfrastruktur; Wuppertal Institut: CO2-Methodik; CSCP: Geschäfts-/Lizenzmodell; Neue Effizienz: Kommunikation), setzen wir auf einen festen Abstimmungstakt mit klaren Schnittstellenverantwortlichkeiten, statt Integration erst am Projektende zu koordinieren.

Qualitätssicherung erfolgt gestuft: zunächst Tests im kontrollierten Rahmen mit dem Pilotpartner, erst danach Erweiterung auf weitere Akteure – vermeidet, dass Integrationsprobleme sich über das gesamte System multiplizieren. Für die physische Seite (sofern Verpackungslösungen mit eingebracht werden) greifen zusätzlich unsere etablierten Qualitätsprozesse: ISO-9001-zertifizierte Reinigungsstraßen, HACCP-Konzept (ISO 22000), mehrstufige Materialtests.

Risikomanagement konzentriert sich auf zwei Hauptrisiken: (1) Datenqualität/Interoperabilität bei der Anbindung diverser Drittsysteme – dem begegnen wir mit dem bereits erprobten, standardbasierten Integrationsansatz (GS1 EPCIS) statt individueller Punkt-zu-Punkt-Lösungen; (2) Verzögerungen durch Abstimmungsaufwand zwischen vier Projektpartnern – dem begegnen wir mit klar definierten Schnittstellenverantwortlichkeiten und regelmäßigen, kurzen Abstimmungsrunden statt seltener großer Meilenstein-Reviews.

B2B kurzfristig, B2C konzeptionell mitgedacht

Der Fokus der Förderlaufzeit liegt auf dem B2B-Funktionsnachweis mit einem konkreten Piloten. Gleichzeitig wird das Datenmodell von Anfang an so ausgelegt, dass eine spätere B2C-Anbindung – etwa im Zusammenspiel mit dem kommunalen Mehrwegkonzept oder unserem „mehrweg plus"-Bonusprogramm – ohne strukturellen Bruch möglich ist. So wird B2C nicht nachträglich aufgesetzt, sondern von Beginn an konzeptionell mitgedacht, ohne den Fokus und die Ressourcen der Förderlaufzeit auf den B2B-Nachweis zu verwässern.

Umsetzungsreife, Betrieb und Skalierung (10 Punkte)

Reifegrad und Ressourcen

Circular ERP ist kein Konzept oder Prototyp, sondern eine produktive SaaS-Plattform, die bereits heute im Livebetrieb bei mehreren externen Kunden sowie im eigenen System EINFACH MEHRWEG läuft – mit Millionen verwalteter Verpackungen und über 6.000 angebundenen Rückgabepunkten.

Multi-Mandantenfähigkeit ist dabei keine nachträgliche Erweiterung, sondern Teil der Kernarchitektur: Mehrere Systembetreiber laufen bereits heute parallel und unabhängig voneinander auf derselben Plattform (u. a. Reposit, New Loop, SEA ME, WECARRY, EINFACH MEHRWEG). Für das Wuppertal-Projekt bedeutet das: Es muss kein neues System von Grund auf entwickelt werden, sondern eine bestehende, bewährte Plattform um eine hubspezifische Integrationsschicht erweitert werden.


Roadmap im Förderzeitraum

Entsprechend dem expliziten Ziel der Challenge – Funktionsnachweis statt vollständige Abbildung aller Mehrwegbewegungen – planen wir für die Förderlaufzeit: Aufbau der hubspezifischen Connector-/Integrationsschicht (siehe Frage 2/3), Pilotierung mit ein bis zwei B2B-Partnern entlang eines konkreten Anwendungsfalls (z. B. Abfüllung → Catering → Rückführung → Reinigung), Durchführung eines vollständigen End-to-End-Zyklus als Proof of Concept sowie parallele Abstimmung der CO2-Datenschnittstelle mit dem Wuppertal Institut. Damit liegt am Ende der Förderlaufzeit ein funktionierendes, nachweisbares System vor – keine bloße Konzeptstudie.


Übergang in den Betrieb

Der Übergang an das kommunale Konsortium erfolgt strukturiert: vollständige Übergabedokumentation (Architektur, Schnittstellen, Datenmodell), Einweisung/Schulung der vom Konsortium benannten Betreiber- oder Administrationsrolle, sowie gemeinsam mit CSCP festzulegendes Betriebs- und Wartungsmodell für die Zeit nach Projektende. Wie in Frage 3 dargelegt, ist dabei keine exklusive Abhängigkeit von Sykell vorgesehen: Durch die konsequente Nutzung offener Standards (GS1 EPCIS) kann die Betreiberrolle grundsätzlich auch von einem anderen, standardkonformen System übernommen werden.


Betriebs- und Supportkonzept

Für den laufenden Betrieb sehen wir ein gestuftes Supportmodell vor: laufende technische Betreuung der Schnittstellen und Datenqualität während der Pilotphase, dokumentierte Eskalationswege bei Störungen, sowie regelmäßige Abstimmung mit der Stadt zu Systemperformance und Weiterentwicklungsbedarf. Die konkrete Ausgestaltung des Supportmodells nach Projektende ist Teil der Geschäftsmodellentwicklung mit CSCP und hängt davon ab, welche der beiden in Frage 3 skizzierten Optionen (offene Standards vs. limitierte OSS-Version) das Konsortium langfristig verfolgt.


Skalierbarkeit auf weitere Kommunen

Circular ERP ist von Grund auf geografie- und branchenagnostisch konzipiert und bereits heute in mehreren Ländern und Branchen im Einsatz. Eine hubspezifische Integrationsschicht, die auf offenen Standards aufbaut, lässt sich grundsätzlich auf andere Kommunen übertragen, ohne dass für jede neue Stadt eine komplette Neuentwicklung nötig wäre – die föderierte, protokollbasierte Architektur (siehe Frage 2) ist gezielt so gedacht, dass weitere Städte sich anschließen können, ohne von einer zentralen Instanz oder einem einzelnen Anbieter abhängig zu werden.

Datenschutz, IT‑Sicherheit und Compliance (5 Punkte)

Datenschutz- und Sicherheitskonzept

Circular ERP ist bereits heute rollenbasiert aufgebaut: Jeder Prozessbeteiligte (Produzent, Caterer, Logistiker, Reinigungspartner, Stadt) erhält einen Account mit eng zugeschnittenen Lese-/Schreibrechten – Einsicht und Nachsteuerung ausschließlich auf die eigenen Prozessschritte und Daten begrenzt statt einer allen zugänglichen Gesamtsicht. Das deckt sich mit der im Hub geforderten Kombination aus Prozesstransparenz und kontrolliertem Zugriff.

Datenminimierung ist im Datenmodell strukturell verankert: Im Zentrum stehen betriebliche Asset- und Prozessdaten (Behälter-ID, Zustand, Standort, Zeitstempel, Zyklenzahl) statt personenbezogener Daten. Personenbezug entsteht im Wesentlichen nur an den Rändern des Prozesses – etwa Ansprechpartner bei Partnerunternehmen oder, im B2C-Anwendungsfall, Rückgabe-/Zahlungsdaten von Endkund:innen an Automaten. Für Letzteres gilt: Zahlungsabwicklung erfolgt über etablierte, PCI-konforme Drittanbieter, Circular ERP selbst verarbeitet keine Rohzahlungsdaten.

Hosting erfolgt auf AWS-Servern innerhalb der EU (Availability Zone Frankfurt/FFM), wodurch sämtliche Datenverarbeitung ohne Drittlandtransfer den Vorgaben der DSGVO folgt. Technische und organisatorische Maßnahmen umfassen Verschlüsselung von Daten bei Übertragung und Speicherung, Zugriffskontrolle nach dem Least-Privilege-Prinzip sowie Protokollierung sicherheitsrelevanter Zugriffe. Im weiteren Projektverlauf wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit der Stadt Wuppertal sowie ggf. beteiligten Partnern abgeschlossen, der Rollen und Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette klar regelt.

Standards, Zertifizierungen, Best Practices

Sykell verfügt aktuell über keine eigene ISO-Zertifizierung (z. B. ISO/IEC 27001). Wir stellen das bewusst transparent dar, statt es zu umgehen: Die zugrunde liegende Infrastruktur läuft auf AWS Frankfurt, das selbst umfassend zertifiziert ist (u. a. ISO 27001, SOC 2) und damit bereits ein hohes Sicherheitsniveau auf Infrastrukturebene absichert. Eine eigene ISO-27001-Zertifizierung von Sykell ist bislang nicht erfolgt, kann aber bei entsprechender Relevanz für das Projekt umgesetzt werden – wir sind bereit, dies als Teil der weiteren Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal zu prüfen und einzuleiten, sofern dies vom Konsortium als Voraussetzung angesehen wird.

Ergänzend folgt die Datenerfassung den offenen GS1-/EPCIS-Standards – das schafft zusätzliche Nachvollziehbarkeit und Auditierbarkeit der Datenflüsse, da Datenstrukturen dokumentiert und branchenweit etabliert sind statt proprietär und intransparent.

Challenge
MehrwegTal Hub: Smarte Lösung für Mehrwegmanagement und Kreislaufwirtschaft in Wuppertal
Lösungsgeber
Sykell GmbH
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
Kontakt Datenschutz Nutzungsbedingungen Impressum FAQ Barrierefreiheit