MehrwergTal Hub x DishCircle
DishCircle möchte den MehrwegTal Hub als Praxis-, Prozess- und Umsetzungspartner unterstützen. Unser besonderer Mehrwert liegt darin, dass wir die Umstellung von Einweg auf Mehrweg nicht nur theoretisch betrachten, sondern selbst durchlaufen haben. Wir kommen aus dem Einweg- und Gastronomiebedarf und wissen daher, warum Einweg im Alltag oft als einfach empfunden wird. Genau daraus leiten wir ab, was Mehrweg leisten muss: einfache Abläufe, verlässliche Rückgabe, hygienische Aufbereitung, planbare Mengen und nachvollziehbare Kosten.
Unser Ansatz verbindet praktische Mehrwegerfahrung mit einer webbasierten Plattform (siehe Textfeld 8 – Weiterführende Angaben zum aktuellen technischen Entwicklungsstand, zur internen Systemarchitektur und zu bereits angelegten Teststrukturen werden aufgrund ihres vertraulichen Charakters unter Punkt 8 beschrieben). Sie soll sichtbar machen, wo Mehrwegartikel sind, in welchem Zustand sie sich befinden und welche Mengen wieder verfügbar, ungereinigt, in Spülung, gesperrt oder verloren sind. Damit wird Mehrweg nicht nur ökologisch gedacht, sondern operativ steuerbar.
Der Transfer aus B2C liegt in der einfachen Nutzung: Scannen, buchen, zurückgeben, nachverfolgen. Im B2B wird dieser Ansatz auf größere Mengen, Großgebinde, Logistik, Spülprozesse, Schwund, Qualitätskontrolle und kommunale Auswertung übertragen.
Der Nutzen entsteht vor allem, durch bessere Rücklaufkontrolle, geringere Abstimmungsaufwände, transparentere Prozesskosten, planbarere Spül- und Logistikabläufe sowie belastbare Daten für CO₂- und Nachhaltigkeitsauswertungen. Gerade im Hinblick auf CO₂- und Nachhaltigkeitsauswertungen ist jedoch wichtig, dass solche Berechnungen immer mit gewissen Annahmen verbunden sind.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einzelne Mehrwegartikel auszuschließen oder zu bewerten, sondern darum, die notwendigen Grundlagen für eine nachvollziehbare Auswertung zu schaffen. Dafür müssen die jeweiligen im Umlauf befindlichen Mehrwegartikel mit relevanten Informationen hinterlegt werden, zum Beispiel Herstellerangaben zu Material, Gewicht, Lebensdauer, Umlaufhäufigkeit, Spül- und Logistikaufwand oder Vergleichswerte zu Einwegprodukten. Diese Informationen müssten von den jeweiligen Systempartnern, Herstellern oder Artikelverantwortlichen bereitgestellt werden, damit belastbare Auswertungen möglich sind.
Die Lösung soll offen für unterschiedliche Mehrwegbehälter, Pooling-Anbieter, Spülpartner, Caterer, Veranstalter und Kommunen sein. Wenn der Ansatz in Wuppertal funktioniert, können die Abläufe, Prozesse und digitalen Bausteine modular dokumentiert und auf weitere Kommunen übertragen werden.
1. Flexible und standardisierte Anbindung an Warenwirtschaft-, Kassen- und Poolingsysteme
Die Lösung ist von Beginn an API-first aufgebaut: Sämtliche Kernfunktionen (Gebinde-, Standort- und Kundendaten) sind bereits heute über eine REST-Schnittstelle ansprechbar, unabhängig vom jeweiligen Frontend oder Endgerät. Für die Anbindung an unterschiedliche Warenwirtschafts-, Kassen- und Poolingsysteme der teilnehmenden Betriebe sehen wir eine zusätzliche Integrationsschicht vor: einen Webhook- und Mapping-Layer, der die jeweils spezifischen Datenformate der Drittsysteme auf ein einheitliches, internes Ereignisformat abbildet. Der Kern der Lösung bleibt dadurch unverändert, während sich ausschließlich die Integrationsschicht an das jeweilige Betriebssystem anpasst – das reduziert Aufwand und Fehleranfälligkeit bei der Anbindung neuer Partner.
Das zugrunde liegende Datenmodell ist bewusst offen konzipiert: Für jedes Gebinde lässt sich hinterlegen, ob es aus einem externen System stammt, inklusive Referenz auf das jeweilige Fremdsystem. Damit lassen sich auch Gebinde anderer Anbieter im selben System mitverfolgen, statt eine geschlossene Insellösung zu erzwingen – eine wichtige Voraussetzung für ein herstellerübergreifendes, konsortiumsfähiges Poolingsystem.
Datenqualität wird über strukturierte Validierung an der Schnittstelle sichergestellt: Eingehende Ereignisse (Ausgabe, Rückgabe, Statuswechsel) werden vor der Übernahme geprüft; nicht eindeutig zuordenbare Fälle, etwa nicht erkannte Codes, werden nicht verworfen, sondern für eine manuelle Prüfung vorgemerkt, sodass keine Dateninkonsistenzen unbemerkt bleiben. In Bezug auf Latenz ist die Architektur ereignisbasiert: Jede Statusänderung wird unmittelbar mit Zeitstempel und Standort erfasst, wodurch der aktuelle Zustand eines Gebindes praktisch verzögerungsfrei abrufbar ist, ohne auf periodische Stapelverarbeitung angewiesen zu sein.
Betrieblich verfolgen wir ein Managed-Service-Modell: Hosting, Wartung und Weiterentwicklung liegen zentral bei uns, sodass die kommunale IT-Infrastruktur nicht operativ belastet wird. Das System befindet sich in aktiver Entwicklung mit Pilotstatus und wird kontinuierlich inhouse weiterentwickelt, was kurze Reaktionszeiten bei technischen Anpassungswünschen ermöglicht.
2. Trackingkonzept für Pfandgebinde und Einbettung der CO₂-Berechnung
Jedes Gebinde erhält eine eindeutige, maschinenlesbare Kennzeichnung (aktuell QR-Code-basiert), über die sein gesamter Lebenszyklus nachvollzogen wird: von der Ausgabe über die Rückgabe und Reinigung bis zur erneuten Verfügbarkeit. Jeder Statuswechsel wird als eigenes Ereignis mit Zeitstempel und Standort protokolliert, sodass sowohl der aktuelle Status eines einzelnen Gebindes als auch der Gesamtbestand je Standort oder Partner jederzeit aktuell abrufbar sind.
Für den B2B-Einsatz mit Großgebinden – etwa im Transport zwischen Caterer, Ausgabestelle und Logistik – sehen wir eine gezielte Erweiterung des bestehenden Trackingansatzes vor: eine Sammelerfassung, bei der mehrere Gebinde in einem Vorgang gemeinsam erfasst werden, statt jedes einzeln scannen zu müssen, ergänzt um eine digitale Übergabedokumentation zwischen den beteiligten Partnern. Das reduziert den Erfassungsaufwand bei großen Stückzahlen erheblich, ohne die Nachvollziehbarkeit auf Einzelgebinde-Ebene zu verlieren.
Die CO₂-Berechnung ist unmittelbar in diese Prozesskette eingebettet, nicht als nachgelagerte Auswertung: Jedem Gebindetyp ist ein CO₂-Einsparfaktor auf Basis aktueller Ökobilanz-Literatur hinterlegt. Über die Anzahl erfasster Nutzungszyklen wird die kumulierte CO₂-Einsparung automatisch gegenüber einer vorab erhobenen Nullmessung berechnet – dem Ist-Zustand vor Einführung des Mehrwegsystems. Die Ergebnisse lassen sich strukturiert exportieren und stehen damit auch für eine wissenschaftliche Begleitforschung zur Verfügung, etwa in Zusammenarbeit mit einem lokalen Forschungsinstitut. Für den konkreten Wuppertal-Kontext ließen sich die hinterlegten Faktoren gemeinsam mit einem solchen Partner validieren und bei Bedarf an lokale Gegebenheiten anpassen.
Insgesamt ist die CO₂-Wirkung damit kein separater Berechnungsschritt, sondern ein direktes Nebenprodukt des ohnehin stattfindenden Trackings – jede erfasste Rückgabe liefert automatisch auch den Beitrag zur Klimabilanz.
DishCircle möchte kein geschlossenes Lizenzprodukt aufbauen und keine späteren Lizenzgebühren für die im Projekt entwickelte Anwendung erheben. Unsere Rolle sehen wir als Praxis-, Prozess- und Umsetzungspartner für ein kommunales Open-Source-Mehrwegsystem.
Die im Projekt neu entwickelten und hierfür bestimmten Softwarebestandteile sollen so dokumentiert und strukturiert werden, dass sie später von einem kommunalen Betreiberkonsortium übernommen, betrieben, gewartet und weiterentwickelt werden können.
Wichtig ist eine klare rechtliche Abgrenzung: Open Source sollen die vereinbarten Projektbestandteile werden. Bereits vorhandene unternehmensinterne Erfahrungen, Vorlagen, operative Prozesse, Kalkulationsgrundlagen, Kundeninformationen, Lieferantenstrukturen und nicht projektbezogene Ressourcen sollen nicht automatisch Teil der Übergabe sein.
Die konkrete Ausgestaltung der Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte, der Umgang mit bestehenden Open-Source-Komponenten, Dokumentationspflichten und Governance sollten zu Projektbeginn mit Stadt, CSCP und technischen Partnern festgelegt werden. DishCircle kann geeignete Entwicklungspartner einbinden. Unser Schwerpunkt liegt darin, reale Mehrwegprozesse so zu übersetzen, dass die Plattform später im Alltag funktioniert.
DishCircle bringt Erfahrung aus Gastronomiebedarf, Einwegstrukturen, Mehrwegartikeln, Spülung, Rücknahme, Lagerung und gewerblicher Kundenbetreuung ein. Wir kennen die Fragen, die Betriebe im Alltag wirklich stellen: Ist ausreichend Ware verfügbar? Wer organisiert die Abholung? Wer übernimmt die Spülung? Was passiert bei Verlust? Wie bleibt der Prozess hygienisch? Und wie viel Zusatzaufwand entsteht?
Unsere Entwicklung vom Einweg- und Gastronomiebedarf hin zu Mehrweg ist ein zentraler Teil unseres Beitrags. Viele Anforderungen, die früher an Einwegprodukte gestellt wurden, denken wir heute als Mehrweglösung weiter: Verfügbarkeit, Nestbarkeit, einfache Nutzung, Hygiene, Wirtschaftlichkeit, Rückgabe, Aufbereitung und Wiederbereitstellung.
DishCircle verfügt über einen Bestand von rund 500.000 Mehrwegteilen und bringt praktische Erfahrung aus der Bereitstellung, Logistikplanung, Rücknahme, Sortierung und Spülung von Mehrwegartikeln ein. Dazu zählen auch Veranstaltungen, bei denen bis zu 150.000 Mehrwegteile im Umlauf waren und die vollständige operative Abwicklung von der Bereitstellung über die Rückführung bis zur hygienischen Aufbereitung und des Pfandausgleiches organisiert wurde.
Wir empfehlen einen schlanken, praxisnahen Start. Zuerst sollten die realen Abläufe verstanden werden: Welche Artikel werden genutzt? Wo entstehen Rückläufe? Wer sortiert, spült, prüft und gibt wieder frei? Welche Daten braucht die Kommune, und welche Informationen müssen aus Sicht der Betriebe geschützt bleiben?
Darauf folgt ein einfaches Rollen- und Datenmodell für Stadt, Caterer, Veranstalter, Logistik, Spülpartner, Pool-Betreiber und ein späteres Betreiberkonsortium. Anschließend sollte ein MVP entstehen, der die wichtigsten Funktionen abbildet: Artikel, Bestände, Statuswechsel, QR-/Barcode-Erfassung, Rollenrechte, Import/Export und ein übersichtliches Dashboard.
Da wir uns in der Sedullat GmbH bereits seit 2021 im Rahmen von DishCircle mit solchen Abläufen beschäftigen und im Rahmen der Entwicklung unseres eigenen Rücknahmesystems entsprechende Anforderungen mitgedacht haben, ist der Ansatz so offen konzipiert, dass auch weitere Unternehmen, die Mehrwegbehälter im B2C-Bereich vertreiben, grundsätzlich problemlos angebunden werden können. Voraussetzung ist natürlich, dass die jeweils in Frage kommenden Partnerunternehmen ihre Schnittstellen zur Verfügung stellen, beziehungsweise bereit sind, diese an das System anzupassen.
Der Pilot sollte mit ausgewählten Partnern getestet und iterativ verbessert werden. Entscheidend ist nicht nur, ob die Technik funktioniert, sondern ob sie im Alltag genutzt wird. B2B-Prozesse stehen dabei zuerst im Fokus; B2C kann konzeptionell mitgedacht werden, etwa für spätere Rückgabepunkte, Bürgernutzung oder bestehende Pooling-Systeme.
Qualitätssicherung erfolgt über Praxistests, Nutzerfeedback, klare Abnahmepunkte, Datenschutz- und Lizenzprüfung sowie eine aktive Risikoliste für Schwund, Datenlücken, Akzeptanz, Hygiene und Schnittstellen.
Unser Vorschlag ist als pilotfähiger Ansatz mit skalierbarer Perspektive zu verstehen. Ziel ist nicht, sofort ein Vollsystem für alle Fälle zu versprechen, sondern im Förderzeitraum eine belastbare Grundlage für reale B2B-Prozesse zu schaffen.
DishCircle kann kurzfristig Artikelwissen, operative Erfahrung, Spül- und Rücknahmeprozesse, Qualitätskontrolle und gewerbliche Anforderungen einbringen. Die Plattform kann modular entwickelt oder mit einem geeigneten technischen Partner umgesetzt werden.
Priorität haben Funktionen mit direktem Nutzen: Artikel- und Bestandsverwaltung, Statuslogik, QR-/Barcode-Erfassung, Rollenrechte, einfache Auswertungen, Import/Export und Dokumentation der Prozessschritte.
Für die Skalierung braucht es Mandantenfähigkeit, getrennte Datenräume, klare Rechte, dokumentierte Schnittstellen und ein Betreiberkonzept. Früh zu klären sind Hosting, Support, Wartung, Updates, Nutzerverwaltung, Datenschutzrollen und Weiterentwicklung. DishCircle kann auch nach Projektende Dienstleistungen wie Beratung, Schulung, operative Begleitung, Spülung, Support oder Schnittstellenabstimmung anbieten.


