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Zur Website das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung vom BMFTR
Lösung

TIDENHUB: Die HafenCity gemeinsam sehen, hören und verstehen – am Tisch und in AR

ZAUBAR UG, KI-generiertes Konzeptbild, 2026
Nutzungsszenarien

TIDENHUB macht aus dem bestehenden Digitalen Tisch einen gemeinsamen Gesprächsraum für Stadtentwicklung. Alle Personen stehen weiterhin um dasselbe Möbel, schauen auf dieselbe Karte und können direkt miteinander sprechen. Wer keine Brille nutzen möchte, bedient die vollständige Anwendung am Tisch. Wer eine Audio- oder AR-Brille trägt, erhält zusätzlich eine persönliche Erklärung und – bei einer visuellen AR-Brille – ein räumliches 3D-Modell über der Tischfläche.


So wird die Technik konkret erlebbar: Eine Besucherin tippt auf Grasbrook. Auf dem Tisch wird das Gebiet hervorgehoben. Über der Tischplatte wachsen die geplanten Baukörper als räumliches Modell nach oben. Ihr internationaler Kollege hört über seine Brille eine 30-sekündige englische Einführung. Eine Fachplanerin ruft gleichzeitig auf Deutsch eine vertiefende Erklärung zu Mobilität und Bauphasen auf. Beide sehen dieselbe Markierung und sprechen über dasselbe Baufeld, hören aber genau die Information, die für sie relevant ist. Die Audioausgabe bleibt persönlich und leise; niemand am Nachbartisch wird beschallt.


MESSE UND DELEGATIONSBESUCH

Im Ruhezustand zeigt der Tisch eine klare Übersicht über HafenCity, Grasbrook, Billebogen und Science City Hamburg Bahrenfeld. Eine Mitarbeiterin startet das Gespräch mit einem Tippen. Besucher:innen können ein Gebiet heranziehen, drehen und vergrößern. Auf Wunsch wird die Auswahl an eine Brille übergeben. Dort beginnt kein langer Audioguide, sondern eine kurze, verständliche „Audiokapsel“: Was ist hier geplant? Warum ist das Gebiet wichtig? Was ist bereits realisiert? Danach bleibt Raum für das persönliche Gespräch. Weitere Fragen werden bewusst per Push-to-talk gestellt; die Anwendung hört nicht dauerhaft mit.


INVESTORENGESPRÄCH UND VARIANTENVERGLEICH

Zwei Planungsvarianten liegen nebeneinander auf dem Tisch. Werden sie zusammengeschoben, startet der Vergleich. Kennzahlen erscheinen direkt gegenübergestellt; Unterschiede bei Höhe, Nutzung, Freiraum oder Bauphasen werden sichtbar. In der AR-Brille liegen beide Baukörper deckungsgleich übereinander, zum Beispiel eine Variante massiv und die zweite als transparente Kontur. Die persönliche Audiobegleitung fasst die drei wichtigsten Unterschiede zusammen und verweist auf die zugrunde liegenden Daten. So diskutiert die Gruppe über die Folgen einer Entscheidung und nicht darüber, welche Präsentation oder Datei aktuell ist.


INFOCENTER UND SELBSTSTÄNDIGER BESUCH

Im Infocenter kann eine Person ohne Vorwissen mit „Was entsteht hier?“ beginnen. Der Spatial Agent antwortet in einfacher Sprache, hebt das passende Quartier hervor und führt gleichzeitig auf die richtige Detailstufe. Eine andere Person kann „Zeige mir alle geplanten Schulen“ oder „Welche Maßnahmen dienen dem Hochwasserschutz?“ fragen. Die Antwort wird nicht frei erfunden, sondern aus freigegebenen Inhalten und angebundenen Fachdaten erzeugt. Sie kann gesprochen, als Untertitel angezeigt und auf der Karte nachvollzogen werden. Wer keine Brille tragen möchte, erhält dieselben Informationen am Tisch.


INTERNE ABSTIMMUNG

Vor einem Termin stellt ein Team die benötigten Gebiete, Varianten, Sprachen und Themenebenen zusammen und speichert diese als Gesprächsaufstellung. Beim Termin ist alles mit einem Tippen verfügbar. Eine kurze gemeinsame Einführung kann synchron auf mehreren Brillen starten; anschließend vertieft jede Person individuell, ohne den gemeinsamen Kartenstand zu verändern.


FORTSETZUNG IM QUARTIER

Nach dem Gespräch kann der aktuelle Stand per QR-Code auf Smartphone oder kompatible Brille übernommen werden. Vor Ort erscheint derselbe geplante Baukörper georeferenziert im Maßstab 1:1. Die Erklärung setzt dort fort, wo sie am Tisch endete. Tisch, Brille und Stadtraum nutzen dieselbe Inhaltsschicht, sodass Inhalte nicht mehrfach gepflegt werden müssen.


TIDENHUB verbindet damit drei Zugänge: Der Tisch ist der gemeinsame und vollständig nutzbare Kern. Audio-Brillen liefern diskrete, persönliche Erklärungen. AR-Brillen machen geplante Gebäude räumlich sichtbar. Niemand wird ausgeschlossen, und die Technik unterstützt das Gespräch, statt es zu ersetzen.

Interaktion

Der Leitgedanke lautet: Der Tisch führt die Gruppe, die Brille begleitet die einzelne Person. TIDENHUB schafft deshalb keinen getrennten „Brillenmodus“, in dem Menschen nebeneinander in unterschiedlichen Welten verschwinden. Tisch, AR-Modell und Audiobegleitung bleiben Teil desselben Gesprächs.


WAS PASSIERT BEIM ERSTEN KONTAKT?

Eine Person tippt auf ein Quartier. Die Fläche wird am Tisch hervorgehoben. Trägt sie eine Audio-Brille, hört sie auf Wunsch eine kurze Erklärung. Trägt sie eine visuelle AR-Brille, sieht sie zusätzlich die geplanten Gebäude räumlich über dem Tisch. Andere Personen sehen weiterhin die gemeinsame Karte und können auf dieselben Objekte zeigen. Niemand muss zuerst ein Menü lernen, ein Konto anlegen oder eine Brille kalibrieren, um am Gespräch teilzunehmen.


GEMEINSAME RÄUMLICHE VERANKERUNG

Das 3D-Modell wird an der Geometrie des bestehenden Tisches ausgerichtet, zum Beispiel über ein unauffällig integriertes Referenzmuster oder ein vergleichbares robustes Anchoring-Verfahren. Alle verbundenen Geräte erhalten denselben räumlichen Ursprung und denselben Objektzustand. Wenn eine Mitarbeiterin sagt „Dieses Baufeld hier“, zeigt sie für alle auf dasselbe Baufeld – am Tisch, in der AR-Brille und in der Audiobegleitung. Das konkrete Verfahren wird nach Prüfung des Möbels, der Displaytechnik und der vorgesehenen Geräteklasse festgelegt.


VIER VERTRAUTE HANDLUNGEN AM TISCH

Die Bedienung orientiert sich an dem, was Menschen mit Papierplänen ohnehin tun:

  • Tippen wählt ein Gebiet, Gebäude oder Thema aus.

  • Ziehen verschiebt Karte, Arbeitsfläche oder Zeitachse.

  • Spreizen und Zusammenführen wechselt zwischen Überblick und Detail.

  • Das Zusammenschieben zweier Arbeitsflächen startet den Variantenvergleich.


Jede Person kann eine eigene Arbeitsfläche – ein „Revier“ – an ihrem Tischrand öffnen. Sie ist automatisch zur Person ausgerichtet und kann zu jemand anderem geschoben werden. Sprache, Ausschnitt und Detailtiefe gehören zum jeweiligen Revier, nicht zum ganzen Tisch. So kann eine Person auf Deutsch Grasbrook vertiefen, während gegenüber auf Englisch die Elbbrücken betrachtet werden. Es gibt keinen globalen Vollbildmodus, der alle anderen unterbricht.


DREI EINFACHE AKTIONEN AN DER BRILLE

1. „An Brille senden“ übergibt die aktuelle Auswahl.

2. „Kurz erklären“ startet eine 20- bis 40-sekündige Audiokapsel.

3. Push-to-talk startet eine konkrete Frage.


Die Brille hört nicht dauerhaft mit. Audio beginnt nicht automatisch, wenn jemand vorbeigeht. Je nach Gerät erfolgt die Auswahl über den Tisch, einen kleinen Controller oder den Blick auf ein bereits freigegebenes Objekt. Auf Mikrogesten im öffentlichen Raum wird nicht als alleinige Bedienmethode gesetzt.


WAS BEDEUTET „KI-GENERIERTES AUDIO“?

Die KI erfindet keinen spontanen Werbetext. Sie verwandelt freigegebene HCH-Inhalte in unterschiedliche verständliche Fassungen: einen kurzen Überblick, eine ausführlichere Einordnung oder eine fachliche Vertiefung; jeweils auf Deutsch oder Englisch. Diese Audioentwürfe werden vor der Veröffentlichung angehört und freigegeben. Bei einer Live-Frage greift der Agent ausschließlich auf freigegebene Quellen und angebundene Daten zu. Untertitel und Quellenhinweise können parallel angezeigt werden.


GEMEINSAME MOMENTE UND PERSÖNLICHE VERTIEFUNG

Eine moderierende Person kann einen gemeinsamen Moment auslösen. Alle verbundenen Brillen erhalten gleichzeitig dieselbe kurze Einführung in ihrer jeweiligen Sprache, während am Tisch dasselbe Gebiet hervorgehoben wird. Danach kann jede Person privat vertiefen, ohne den gemeinsamen Zustand zu verändern. Damit bleibt die Gruppe zusammen, obwohl die Informationen personalisiert sind.


FEHLERTOLERANZ UND BARRIEREARMUT

Alle Kerninformationen bleiben am Tisch verfügbar. Ein klarer Ausgangszustand, Rückgängig-Funktionen und ein langsames automatisches Aufräumen nach Inaktivität verhindern verlorene Zustände. Schriftgrößen, Kontraste, Untertitel und Bedienzonen werden für stehende und sitzende Nutzung ausgelegt; Farbe ist nie der einzige Bedeutungsträger. Die Technik bleibt optional, nachvollziehbar und jederzeit unterbrechbar.

Informationsstruktur

TIDENHUB ordnet komplexe Stadtentwicklung so, dass Menschen jederzeit verstehen, wo sie sich befinden, was sie gerade sehen und wie tief sie einsteigen möchten. Tisch, AR-Modell und Audio erzählen nicht drei verschiedene Geschichten, sondern zeigen denselben Inhalt in drei passenden Formen.


DAS GRUNDBILD: VON DER STADT ZUM EINZELNEN GEBÄUDE

Die Anwendung nutzt das Bild der Tide: Informationen steigen und fallen in ihrer Detailtiefe. Es gibt keine voneinander getrennten Seiten, in denen man sich verirrt, sondern vier Zustände derselben Ansicht.


Pegel 0 – Horizont:

Alle vier Entwicklungsgebiete im Zusammenhang. Sichtbar sind Lage, Größenverhältnis, Zeithorizont und wenige zentrale Kennzahlen. Eine Besucherin versteht in wenigen Sekunden: Welche Räume entwickelt die HCH, und wie hängen sie zusammen?


Pegel 1 – Quartier:

Ein Gebiet wie Baakenhafen, Grasbrook oder Elbbrücken. Sichtbar werden Nutzungsmischung, Erschließung, Freiräume, öffentliche Einrichtungen und Realisierungsstand.


Pegel 2 – Baufeld oder Gebäude:

Kennzahlen, Nutzung, Bauherrschaft, Planungsstand, Bauphasen und relevante Dokumente.


Pegel 3 – Vertiefung:

Visualisierungen, Schnitte, Fotos, Zeitreihen, Fachbeiträge und ausführliche Hintergründe.


Beim Vertiefen verschwindet der Zusammenhang nicht. Die vorherige Ebene bleibt als zurückgenommener Rahmen sichtbar. Die AR-Darstellung folgt derselben Logik: Auf Pegel 0 stehen nur grobe Volumen der Entwicklungsgebiete über dem Tisch; auf Pegel 2 erscheint ein ausgewähltes Gebäude detailliert. So ist immer klar, ob gerade über die Gesamtstadt, ein Quartier oder ein einzelnes Projekt gesprochen wird.


THEMENEBENEN ALS ZWEITE ACHSE

Zusätzlich lassen sich Themen wie Nutzung, Mobilität, Freiraum, Klimaanpassung und Flutschutz, soziale Infrastruktur, Energie oder Bauphasen zuschalten. Maximal drei Ebenen sind gleichzeitig aktiv, damit Karte und AR-Modell lesbar bleiben. Jede Ebene bringt nur die Legende mit, die gerade benötigt wird.


WAS SIEHT UND HÖRT EINE PERSON KONKRET?

Wählt ein Gast „Klimaanpassung“, werden auf dem Tisch die relevanten Flächen hervorgehoben. In der AR-Brille erscheinen zum Beispiel Geländehöhen, Schutzlinien oder geplante Freiräume räumlich am Modell. Über die Audio-Brille hört die Person eine verständliche Einordnung: „Sie sehen hier nicht nur einen Park, sondern einen Teil des Regenwasser- und Hitzeschutzkonzepts.“ Eine Fachperson kann anschließend eine längere, datenbezogene Erklärung aufrufen. Beide bleiben beim selben Objekt, erhalten aber unterschiedliche Tiefe.


DREI GETRENNTE INHALTSSCHICHTEN

Jedes Objekt besteht aus:

1. Fachstand: belastbare Werte aus dem führenden Quellsystem.

2. Redaktionelle Einordnung: Warum ist dieses Projekt relevant, und was sollte im Gespräch verstanden werden?

3. Freigegebene Audioformate: kurze, mittlere und fachliche Fassungen in Deutsch und Englisch.


Die KI erzeugt aus freigegebenen Inhalten zunächst Audioentwürfe. Die Redaktion kann Länge, Tonalität, Aussprache und Fachlichkeit prüfen. Erst nach Freigabe werden sie veröffentlicht. Dynamische Zahlen werden direkt aus dem Datensatz eingesetzt, nicht frei formuliert. Bei Live-Fragen zeigt der Agent die verwendete Quelle und sagt transparent, wenn keine belastbare Antwort vorhanden ist.


SPRACHE UND PERSPEKTIVE GEHÖREN ZUR PERSON

Deutsch oder Englisch wird pro Revier beziehungsweise Brille gewählt, nicht für den ganzen Tisch. Der gemeinsame Kartenstand bleibt gleich; nur Text, Audio und Erklärungstiefe wechseln. Zusätzlich kann ohne persönliches Profil eine Perspektive gewählt werden:

  • „In 30 Sekunden“ für einen schnellen Überblick,

  • „Stadtentwicklung verstehen“ für die Öffentlichkeit,

  • „Fachlich vertiefen“ für Planer:innen,

  • „Investition und Realisierung“ für Geschäftsgespräche.


So entsteht Personalisierung ohne personenbezogenes Tracking.


VERKNÜPFTE INHALTE STATT MENÜBÄUME

Gebäude, Quartiere, Bauphasen, Nutzungen und Themen sind über ihre Daten miteinander verbunden. Von einem Wohnprojekt kann direkt zu weiteren geförderten Wohnprojekten, zu zugehöriger Infrastruktur oder zur betreffenden Bauphase gewechselt werden. Nutzer:innen folgen einer verständlichen Frage, nicht der Struktur eines Fachsystems.


Fehlende Übersetzungen, veraltete Quellen oder noch nicht freigegebene Audioversionen werden sichtbar markiert. Die Anwendung zeigt keine leeren Felder und keine ungeprüften KI-Inhalte.

Datenintegration & Schnittstellen

TIDENHUB wird nicht zur neuen Datenquelle der HafenCity Hamburg GmbH. Die vorhandenen Fachsysteme bleiben die „Single Source of Truth“. Unsere Lösung liegt darüber wie eine verständliche Übersetzungs- und Ausspielungsschicht: Sie übernimmt freigegebene Daten, bereitet sie für Tisch, 3D-Modell und Audio auf und zeigt nachvollziehbar, woher eine Information stammt und wann sie zuletzt aktualisiert wurde.


WIE FLIESST EINE INFORMATION DURCH DAS SYSTEM?

Ein Beispiel: In einem Fachsystem ändert sich der Realisierungsstand eines Baufelds. Beim nächsten definierten Abgleich wird die Änderung erkannt. Das Objekt erhält den neuen Status, die deutsche und englische Darstellung wird aktualisiert und die Redaktion sieht, ob eine bestehende Audiokapsel betroffen ist. Die Änderung erscheint erst nach den vereinbarten Prüf- und Freigaberegeln auf Tisch und Brille. So entsteht keine zweite, manuell gepflegte Wahrheit.


Für jede Quelle werden zu Projektbeginn fünf Punkte festgelegt:

  • verantwortliches Quellsystem,

  • eindeutiger Schlüssel zur Verknüpfung,

  • Aktualisierungsrhythmus,

  • Qualitäts- und Freigabestatus,

  • Verhalten bei Ausfall oder widersprüchlichen Daten.


Die Anbindung erfolgt grundsätzlich lesend. Regelmäßige Voll- und Änderungsabgleiche erzeugen einen nachvollziehbaren, für die Darstellung optimierten Datenstand. Fachwerte und redaktionelle Inhalte bleiben klar getrennt.


GIS- UND 3D-DATEN VERSTÄNDLICH AUFBEREITET

Abhängig von der vorhandenen Infrastruktur können beispielsweise GeoServer, REST- oder GraphQL-APIs, OGC WFS beziehungsweise OGC API Features, GeoJSON, WMS/WMTS und JSON-basierte Fachdienste angebunden werden. Vorhandene 3D-Stadtmodelle können je nach Format über CityGML/CityJSON, 3D Tiles oder glTF übernommen werden; Planungsdaten gegebenenfalls über XPlanGML. Der endgültige Schnittstellenkatalog wird erst nach Sichtung der HCH-Systeme verbindlich festgelegt.


Die technische Aufbereitung bleibt für Nutzer:innen unsichtbar, ist aber für die Qualität entscheidend. Sie übernimmt Projektion, Geometrievereinfachung, Kachelbildung und die Auswahl der passenden Detailstufe. Ein internes Kürzel wie „NUTZ_KAT = 3“ wird nicht vorgelesen, sondern in eine verständliche deutsche und englische Bezeichnung übersetzt. Ein komplexes Gebäudemodell wird für die Übersicht vereinfacht und erst in der Vertiefung detailliert geladen. So reagiert das System schnell und bleibt fachlich korrekt.


EINE INHALTSSCHICHT FÜR TISCH, BRILLE UND STADTRAUM

Alle Ausgabegeräte nutzen dieselbe API und denselben Freigabestand. Wird am Tisch ein Baufeld gewählt, erhalten verbundene AR-Brillen die passende Geometrie, Audio-Brillen die dazugehörige Erklärung und Tablets dieselbe Auswahl als mobile Ansicht. In der Mehrpersonen-Sitzung werden Auswahl, Detailpegel, Zeitstand und Hervorhebungen synchronisiert. Persönlich bleiben Sprache, Untertitel und Audio-Tiefe.


WIE VERHINDERN WIR ERFUNDENE KI-ANTWORTEN?

Es gibt zwei klar getrennte KI-Anwendungen:

1. Vorbereitete Audioinhalte: Die KI erstellt aus freigegebenen HCH-Texten Entwürfe in unterschiedlicher Länge und Sprache. Diese werden angehört, redigiert, versioniert und erst dann veröffentlicht.

2. Live-Fragen: Der Agent sucht ausschließlich in freigegebenen HCH-Inhalten und angebundenen Fachdaten. Zahlen werden direkt aus Datensätzen eingesetzt. Die Antwort kann ihre Quelle anzeigen. Gibt es keine belastbare Grundlage, sagt der Agent das, statt zu spekulieren. Themen können gesperrt oder an eine Ansprechperson weitergeleitet werden.


ROBUST AUCH BEI SCHLECHTEM MESSE-INTERNET

Vor einer Veranstaltung wird ein geprüfter Inhaltsstand lokal auf dem Tischsystem und den vorgesehenen Begleitgeräten bereitgestellt. Karte, 3D-Modell, Vergleich und freigegebene Audiokapseln funktionieren ohne Internet. Nur Funktionen, die zwingend eine Serververbindung benötigen, etwa spontane Live-Fragen oder neue Synchronisationen mit dem Backend, werden kontrolliert eingeschränkt. Ein Hintergrund-Update verändert nie ein laufendes Gespräch.


Datenschutz wird durch Datenminimierung, bewusstes Push-to-talk und definierte Löschfristen unterstützt. Sprachanfragen werden nicht für Modelltraining verwendet. Inhalte und Medien bleiben in dokumentierten, offenen Formaten exportierbar.

Betrieb & Pflege

Die HafenCity Hamburg GmbH soll Inhalte selbstständig pflegen können, ohne für jede Textänderung, neue Abbildung oder aktualisierte Zahl ZAUBAR beauftragen zu müssen. Betrieb und Pflege werden deshalb nicht als nachgelagerte Servicefrage behandelt, sondern als Teil des Interaktionskonzepts.


WIE SIEHT DIE REDAKTION DEN INHALT?

Das webbasierte Redaktionssystem zeigt keine technischen Datenbanktabellen, sondern Inhaltstypen in der Sprache der HCH: Entwicklungsgebiet, Quartier, Baufeld, Gebäude, Bauphase, Thema, Dokument, Bild, Audio und Gesprächsaufstellung. Deutsch und Englisch stehen in derselben Maske nebeneinander. Aus Fachsystemen übernommene Werte sind mit Quelle und letzter Aktualisierung gekennzeichnet und vor versehentlichem Überschreiben geschützt. Redaktionelle Texte, Bilder und Einordnungen können direkt bearbeitet werden.


EIN KONKRETES BEISPIEL

Am Vorabend einer Messe fällt auf, dass bei einem Baufeld eine Jahreszahl falsch ist. Stammt die Zahl aus einem Fachsystem, zeigt die Anwendung, in welchem System sie korrigiert werden muss. Stammt sie aus der redaktionellen Einordnung, kann eine berechtigte Person sie direkt ändern, in der Vorschau prüfen und veröffentlichen. Ist eine Audiokapsel betroffen, wird sie automatisch markiert. Die Redaktion kann eine aktualisierte Version erzeugen, anhören, korrigieren und freigeben. Niemand muss eine Audiodatei extern aufnehmen, benennen und manuell auf mehreren Geräten austauschen.


KI-AUDIO MIT REDAKTIONELLER KONTROLLE

Für jedes Objekt können aus einem freigegebenen Text mehrere Audioentwürfe erzeugt werden:

  • Kurzüberblick, etwa 20 bis 40 Sekunden,

  • verständliche Einordnung für die Öffentlichkeit,

  • fachliche Vertiefung,

  • deutsche und englische Fassung,

  • optional unterschiedliche freigegebene Stimmen und Sprechstile.


Die Redaktion hört das Ergebnis in der tatsächlichen Anwendung vor, prüft Aussprache, Tonalität, Untertitel und Zahlen und gibt es bewusst frei. KI reduziert den Produktionsaufwand; sie ersetzt nicht die redaktionelle Verantwortung. Frühere Versionen bleiben nachvollziehbar.


VORSCHAU AUF TISCH UND BRILLE

Vor der Veröffentlichung kann die Redaktion den Stand so prüfen, wie Gäste ihn später erleben: als Tischansicht, mobile Ansicht, AR-Ausschnitt und Audio mit Untertiteln. Damit wird nicht nur kontrolliert, ob ein Feld gefüllt ist, sondern ob eine Erklärung in der konkreten Situation verständlich ist und ob das räumliche Modell zum richtigen Objekt gehört.


ROLLEN, FREIGABEN UND SENSIBLE THEMEN

Das Rollenmodell umfasst Lesen, Bearbeiten, Freigeben und Verwalten und kann nach Gebiet oder Inhaltstyp eingeschränkt werden. Jede Änderung wird mit Zeitpunkt und vorherigem Stand protokolliert und kann zurückgenommen werden. Entwurf und Veröffentlichung sind getrennt. Inhalte können terminiert werden, etwa für einen offiziellen Veröffentlichungstag. Ein sensibles Thema kann kurzfristig gleichzeitig am Tisch, in der Suche und in der KI-Audiobegleitung ausgeblendet werden.


SICHERER VERANSTALTUNGSBETRIEB


Vor jeder wichtigen Veranstaltung wird ein geprüfter Inhaltsstand als lokales Paket bereitgestellt. Ein Update verändert keine laufende Sitzung. Nach Stromausfall oder Neustart kehrt die Anwendung selbstständig in einen definierten Ausgangszustand zurück. Offene Arbeitsflächen werden nach längerer Inaktivität langsam geschlossen, damit der nächste Gast keine fremde Sitzung vorfindet. Monitoring, Backups, Sicherheitsupdates und Servicezeiten werden an die tatsächlichen Einsatzzeiten angepasst; für wichtige Messezeiträume kann eine erhöhte Bereitschaft vereinbart werden.


BEFÄHIGUNG STATT ABHÄNGIGKEIT

Vorgesehen sind eine Einweisung für Mitarbeitende im Gesprächseinsatz, eine Redaktionsschulung an echten HCH-Inhalten, eine Administrationsschulung sowie bebilderte Anleitungen, kurze Videos und eine Wissensbasis. Eine getrennte Übungsumgebung erlaubt risikofreies Lernen. In einer begleiteten Übergangsphase pflegt die HCH selbst, während ZAUBAR nur auf Anfrage unterstützt.


Alle Inhalte, Medien und Strukturen bleiben in dokumentierten, offenen Formaten exportierbar. Neue Geräte oder Ausgabekanäle werden über die gemeinsame Inhaltsschicht ergänzt, statt für jedes Gerät eine neue, getrennte Anwendung und Pflegewelt aufzubauen.

Preisindikation

Siehe geschützte Angaben.

Challenge
Interaktive, digitale Anwendung für Dialog und Präsentation
Lösungsgeber
Zaubar UG
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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