Gemeinsam am Tisch mit Daphne - Standpunkte sichtbar und verständlich gemacht
Die Challenge war eine sehr gute Idee. Nur so besteht die Chance, dass Daphne an den "Digitalen Tisch" der HCH eingeladen wird, um ihre Kompetenzen bei Innovationen, Planungen und Diskussionen unter Beweis zu stellen. Anderenfalls wäre man sich vermutlich nicht begegnet. So kann nun dem Wunsch entsprochen werden den Digitalen Tisch so "technisch und konzeptionell weiterzuentwickeln und zukunftsfähig auszurichten".
Daphne erläutert selber sehr gerne, was unter "Hybrider Intelligenz" zu verstehen ist und liefert dafür anschauliches Material, um zu argumentieren, dass hybride Intelligenz nicht den Ersatz, sondern die gezielte Ergänzung menschlichen Denkens durch künstliche Intelligenz ist: Der Mensch bestimmt Werte, Richtung und jeden einzelnen Denkschritt eines komplexen Entscheidungsprozesses, während die Künstliche Intelligenz (KI) diese Schritte mit Wissen speist und durch Strukturierung, Zusammenfassung und Visualisierung unterstützt - auf Basis von 30 Jahren Grundlagenforschung zu den Strukturen menschlichen Denkens, die es erlaubt, komplexe Überlegungen Schritt für Schritt sichtbar zu machen und so analytischen Tiefblick mit dem synoptischen Überblick zu verbinden, den wachsende Komplexität heute verlangt.
Die vorgeschlagene Lösung basiert also auf Daphne Y, dem kognitiven Begleiter von Tetranomics, die mehr ist als KI. Daphne wurde in diesem Jahr erstmals im Rahmen des World Economic Forum in Davos in einem internationalen Dialogformat eingesetzt und aufgrund der positiven Resonanz erneut zu einem größeren Format im nächsten Jahr nach Davos eingeladen - ein Beleg dafür, dass die zugrunde liegende Fähigkeit, Gespräche mit mehreren Beteiligten live zu strukturieren, bereits unter anspruchsvollen Realbedingungen funktioniert hat.
Für den Digitalen Tisch übertragen wir dieses Prinzip auf die HafenCity-Kommunikation: Daphne hört dem Gespräch am Tisch zu, erkennt die gerade diskutierten Themen, stellt bei Bedarf passende Inhalte - Kennzahlen, Pläne, Kartenausschnitte, Referenzen - auf dem Tisch dar, ohne dass jemand danach suchen oder selber navigieren muss.
Am Tisch: Die Gruppe um den Tisch spricht frei über ein Thema (z. B. "Wie sieht die Verkehrsanbindung in Grasbrook aus?"). Daphne strukturiert das Gespräch live in einer Prozessübersicht und zeigt bei Bedarf Karte oder Kennzahl, ohne dass eine Standbetreuer selbst einen Bildschirm bedienen muss.
Im Stakeholderdialog: Mehrere Beteiligte diskutieren Optionen gleichzeitig - etwa Ziele, Nutzungskonzepte, Zeithorizonte. Daphne hält die einzelnen Diskussionsschritte in einer Prozessübersicht fest, sodass auch bei einem Themenwechsel mitten im Gespräch der Überblick nicht verloren geht und frühere Punkte jederzeit erneut aufgerufen werden können. Interessenkonflikte, Abweichende Einschätzungen von Optionen, Zielkonflikte werden aufgrund bewährter, visueller Werkzeuge, die sich bereits seit Jahrzehnten bei komplexen Entscheidungssituationen im privaten wie öffentlichen Sektor bewährt haben, transparent dargestellt, um das gegenseitige Verständnis zu fördern und alternative Pfade abzuleiten.
Bei interner Vorbereitung: Das Team führt vorab ein Testgespräch mit Daphne, um zu sehen, welche Inhalte bei einem bestimmten Thema aufgerufen würden, und ergänzt Lücken, bevor ein wichtiger Termin stattfindet.
Der Digitale Tisch reagiert so auf das tatsächliche Gespräch, statt vorab festgelegte Klickpfade anzubieten.
Die eigentliche Hürde bei jedem Präsentationswerkzeug ist nicht die Technik, sondern der Moment, in dem jemand am Tisch erst einmal herausfinden muss, wie man es bedient - und das Gespräch währenddessen stillsteht.
Das Interaktionskonzept mit Daphne ist deshalb bewusst gesprächsbasiert statt klickbasiert: Die Teilnehmenden sprechen mit Daphne, wie sie ohnehin miteinander sprechen würden. Wenn jemand nicht weiß, was ein sinnvoller nächster Schritt ist, hilft Daphne gerne weiter. Es gibt keine Menüs und keine Bedienelemente, die erst gelernt werden müssten - lediglich ein Icon, um Daphne nicht mehr zuhören zu lassen, und eines, damit Daphne auch einmal einen Punkt macht, denn sie ist je nach Situation auch mal recht redselig.
Der Wechsel zwischen Überblick und Detail funktioniert ebenso konversationell: Daphne hält den Gesprächsverlauf in einer Prozessübersicht fest, die die einzelnen Diskussions- bzw. Denkschritte zeigt. Ein Zoom-in ("Zeig mir das genauer") oder Zoom-out ("Zurück zum Überblick") wird Daphne einfach mitgeteilt - verbal, jederzeit, ohne dass eine bestimmte Geste oder ein bestimmter Bildschirmbereich getroffen werden muss.
Damit ist die Anforderung "intuitiv und ohne Schulung nutzbar" sicherlich erfüllt: Es gibt buchstäblich keine Bedienung zu erlernen, weil die Bedienung das Gespräch selbst ist. Die Anwendung tritt bewusst zurück - sie liefert im richtigen Moment das passende Bild oder die passende Kennzahl, ohne das Gespräch zu unterbrechen oder zu dominieren. So entsteht genau das, was am Ende zählt: nicht der Eindruck einer Vorführung, sondern das Gefühl, etwas aktiv beizutragen und verstanden zu werden.
Hinterlegt sind die eigentlichen HCH-Inhalte - Projektbeschreibungen, Kennzahlen, Pläne, Kartenausschnitte - strukturiert nach Thema und Detailtiefe, sodass Daphne bei Bedarf zwischen Überblick und Detail wechseln kann. Der Wechsel selbst erfolgt, wie im Abschnitt Interaktion beschrieben, durch einfache verbale Zoom-Anfragen. Die Darstellung von Inhalten stimmt der Nutzer im Dialog mit Daphne ab.
Klassische Content-Strukturen zwingen dazu, vorher zu wissen, wo etwas liegt - eine Anforderung, die im offenen Gespräch am Tisch selten erfüllt ist. Statt einer statischen Seiten- oder Menüstruktur zeigt der Tisch die Struktur des jeweiligen Gesprächs selbst - welche Themen bereits behandelt wurden, welches gerade im Fokus steht, welche Vertiefungen möglich sind. Daphne kann sowohl Vorgehensweisen empfehlen als auch aktiv zur Diskussion beitragen, in dem sie Vorschläge unterbreitet und so inspiriert.
Hier kommt der Wettbewerbsvorteil der Tetranomics zum Tragen, der darin besteht, dass Künstliche Intelligenz in Kombination mit Jahrzehnte im Einsatz befindliche Methoden und Werkzeuge genutzt wird. Anstatt also nur Folien oder Bilder zu generieren, entwickelt Daphne Entscheidungsarchitekturen und befüllt bewährte Werkzeuge, erlaubt Bewertungen, Gewichtungen, um Berechnungen für qualitative Modelle anzustellen. Die Beschreibung ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten würden hier den Rahmen sprengen.
Mehrsprachigkeit ist keine Umschaltfunktion, sondern eine Eigenschaft von Daphne selbst: Mehrere Personen können Daphne gleichzeitig in unterschiedlichen Sprachen ansprechen; man kann ihr auch direkt sagen, in welcher Sprache sie antworten soll, oder sie im laufenden Gespräch um einen Sprachwechsel bitten. Für die DE/EN-Anforderung der Challenge bedeutet das konkret: Die Umschaltung ist ein Sprechakt, kein UI-Element, das erst gefunden werden muss - und sie ist nicht auf zwei Sprachen begrenzt.
Mehrsprachigkeit ist also in dieser Struktur kein separates Merkmal, das gepflegt werden muss: Da Daphne Sprache versteht und selbst produziert, statt vor-übersetzte Textbausteine abzuspielen, entfällt die Notwendigkeit, jeden Inhalt manuell zweisprachig zu hinterlegen und synchron zu halten. Lediglich bei der Darstellung von bereitgestellten Inhalten ist darauf zu achten, dass diese in entsprechenden Sprachen vorliegen.
Die größte Sorge bei jedem neuen System ist die gleiche: dass es zu einer weiteren Insel wird, die parallel gepflegt werden muss, statt die bestehende Arbeit zu erleichtern.
Deshalb ersetzt die vorgeschlagene Lösung keine bestehende Datenhaltung, sondern legt sich als strukturierte Zugriffsschicht darüber. Daphne Y ist eine WebApp Applikation: Sie läuft browserbasiert und ist - Mikrofon-Anschluss vorausgesetzt - mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne zusätzliche Installation auf bzw. mit dem bestehenden Digitalen Tisch nutzbar.
Wenn keine hohen Datenschutz-Anforderungen gestellt werden, kann Daphne über unterschiedliche Modelle sowohl auf Weltwissen zugreifen als auch auf einen definierten, internen Datenpool. Schnittstellen (APIs, JSON) können prinzipiell eingebunden werden, sind jedoch kurz zu prüfen.
Für GIS-Daten können wir auf eigene Erfahrung verweisen: Tetranomics hat mit einem Hitze-Index-Analysetool für Städte und Kommunen bereits eine Lösung, die geografische Daten verarbeitet und darstellt. Die GIS-Anbindung für den Digitalen Tisch kann vermutlich auf dieser bestehenden Komponente aufbauen; den zusätzlichen Aufwand für die Anbindung an die bei HCH genutzte GIS-/GeoServer-Umgebung schätzen wir daher als überschaubar ein, vorbehaltlich eines kurzen technischen Abgleichs zur konkret eingesetzten GIS-Software bei HCH.
Daphne ist darauf ausgelegt, dass sie auch lokal genutzt werden kann. Hierfür ist aktuell eigene Hardware in Entwicklung und Erprobung, um maximale Datensouveränität zu erzielen: Der Betrieb kann dann auch inhouse auf separater Hardware, on-premise bzw. in einer von HCH kontrollierten Umgebung erfolgen, ohne dauerhafte Abhängigkeit von externer Infrastruktur. Dieses Einsatzfeld erscheint jedoch für die Bedarfe von HCH nicht von Interesse, da öffentliche Diskussionen zur Herstellung von Transparenz geführt werden.
Der Kern der Pflege verschiebt sich von "Inhalte redigieren" zu "Wissensquellen anbinden": Da Daphne Y Inhalte von HCH-Systemen bezieht, pflegt HCH primär die Quellsysteme (z. B. Wissensdatenbank, Dokumentenablage) wie bisher auch - Daphne übernimmt die Aufbereitung für das Gespräch automatisch, ohne dass zusätzlich ein separates Redaktionssystem für den Tisch bespielt werden müsste.
Neue oder punktuelle Inhalte, die noch in keinem angebundenen System liegen, gibt es eine einfache Importfunktion, mit dem HCH-Mitarbeitende ohne großes technisches Vorwissen Ergänzungen auch ad hoc vornehmen können.
Für den Einstieg schlagen wir ein Übergabepaket vor: eine Einweisung der zuständigen Mitarbeitenden bei HCH, eine kurze Richtlinie, welche Systeme wie angebunden sind, sowie einen Support-Kanal für die ersten Wochen nach Go-Live.
Ein Servicevertrag für Weiterentwicklung, Hosting-Betrieb und die GIS-Anbindung (siehe oben) bleibt ein separates, optionales Angebot. So bleibt der Tisch auch im dritten Jahr noch so aktuell wie am ersten Tag - statt zum bekannten Möbelstück zu werden, das einstaubt und niemand mehr anfasst.
Grundlage der Kalkulation ist ein Tagessatz, den wir Ihnen gesondert mitteilen. Da der konkrete Aufwand in Personentagen vom endgültigen Funktionsumfang abhängt, geben wir zur Orientierung zwei Szenarien an - als Beispielrechnung, nicht als verbindliches Angebot:
Proof of Concept / Pilot: Anbindung eines ersten Themenbereichs, Basiskonfiguration von Daphne Y auf dem bestehenden Tisch, ohne vollständige GIS-Anbindung: geschätzt 10-15 Personentage, einmalige Kosten.
Vollausbaustufe (Anbindung aller relevanten HCH-Systeme inkl. GIS-Integration auf Basis des bestehenden Hitze-Index-Tools, mehrere Gesprächsszenarien, Übergabepaket): geschätzt 35-50 Personentage, einmalige Kosten.
Laufende Kosten: Hosting/Lizenz der Daphne-Y-Instanz sowie Support/Weiterentwicklung nach Bedarf werden als Monatspauschale abgerechnet, die ein Nutzungsvolumen beinhaltet und nur bei überschreiten des Volumens verbrauchsabhängig berechnet wird.
Zur langfristigen Wirtschaftlichkeit (explizites Bewertungskriterium dieser Challenge): Weil die inhaltliche Pflege bei HCH über die ohnehin vorhandenen Quellsysteme erfolgt und kein separates Redaktionssystem betrieben werden muss, entstehen nach der Einführung überschaubare, planbare Folgekosten statt einer dauerhaften Abhängigkeit von einem externen Redaktionsdienstleister - genau die Sicherheit, die eine öffentliche Entwicklungsgesellschaft braucht, um eine solche Investition zu rechtfertigen.
WICHTIG: Daphne ist nicht auf einen Tisch beschränkt. Sie kann über Gesellschaften hinweg von hohem Nutzen sein und auch dort Konfliktlösungen, Diskussionen und strategische Initiativen unterstützen. Ihr Einsatz anstelle von Beratern, Mediatoren sowie als Partner bei der Vorbereitung kontroverser Diskussionen ist von hohem wirtschaftlichen Wert und kann Prozesse transparenter, vertrauenswürdiger, effizienter sowie zielführend gestalten.
Daphne ist hochgradig innovativ, weil bei ihr nicht nur Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, sondern bewährte Methoden und Werkzeuge, die seit Jahrzehnten für komplexe, kontroverse oder auch kostenintensive Entscheidungssituationen bei Unternehmen und öffentlichen Organisationen eingesetzt wurden und werden.
Weitere Informationen sind unter https://tetranomics.com/ zu finden.


