HafenCity Dialogue Layer – Interaktive Multi-User-Plattform für den Digitalen Tisch
Der HafenCity Dialogue Layer wird als webbasierte Anwendung auf dem bestehenden großformatigen Multi-Touch-Display betrieben. Die Anwendung ist nicht als klassische Präsentation gedacht, sondern als gemeinsamer visueller Arbeitsraum, der Gespräche unterstützt und komplexe Stadtentwicklungsinhalte verständlich zugänglich macht.
Den räumlichen Ausgangspunkt bildet eine interaktive, GIS-basierte Karte der HafenCity sowie der weiteren Entwicklungsgebiete Grasbrook, Billebogen und Science City Hamburg Bahrenfeld. Von dieser Übersicht aus können Quartiere, Projekte, Bauvorhaben und thematische Schwerpunkte wie Mobilität, Nachhaltigkeit, Nutzungskonzepte oder Infrastruktur in unterschiedlichen Detailstufen aufgerufen werden.
Interaktion mehrerer Personen
Die Oberfläche wird für die gleichzeitige Nutzung von verschiedenen Tischseiten aus konzipiert. Berührt eine Person einen Kartenbereich oder ein Thema, öffnet sich das zugehörige Inhaltsfenster in ihrer Nähe und wird passend zu ihrer Position am Tisch ausgerichtet. Mehrere Personen können dadurch gleichzeitig unterschiedliche Inhalte betrachten und bedienen, ohne sich gegenseitig zu blockieren.
Inhaltsfenster lassen sich verschieben, drehen, vergrößern und minimieren. Einzelne Inhalte können in einen gemeinsamen Bereich in der Tischmitte gezogen werden. Dadurch können die Beteiligten beispielsweise zwei Quartiere, Planungsvarianten oder Projektstände direkt miteinander vergleichen. Ein moderierender Gesprächspartner kann bei Bedarf einen gemeinsamen Fokus setzen, während die übrigen Bereiche weiterhin individuell nutzbar bleiben.
Die Informationsstruktur folgt dabei einem einfachen Prinzip:
räumliche oder thematische Übersicht,
Auswahl eines Quartiers oder Projekts,
Vertiefung durch Kartenebenen, Bilder, Kennzahlen, Zeitverläufe, Videos oder Dokumente.
So entscheidet die jeweilige Gesprächssituation darüber, wie tief in ein Thema eingestiegen wird. Die Anwendung gibt keinen starren Ablauf vor und drängt sich nicht in den Vordergrund.
Typische Nutzungssituationen
Messen und Veranstaltungen: Mehrere Besucher erkunden parallel unterschiedliche Projekte. Ein Mitarbeiter der HafenCity kann interessante Inhalte anschließend in die gemeinsame Tischmitte ziehen und das Gespräch gezielt vertiefen.
Investoren- und Fachgespräche: Standorte, Nutzungen, Entwicklungsstände, Kennzahlen und räumliche Zusammenhänge können gemeinsam betrachtet und unterschiedliche Optionen direkt verglichen werden.
Infocenter und Bürgerdialog: Besucher können Inhalte selbstständig und ohne Schulung entdecken. Bei Fragen kann ein Mitarbeiter jederzeit in die Nutzung einsteigen und das Gespräch übernehmen.
Interne Abstimmungen: Teams stellen relevante Inhalte vor einem Termin zusammen, vergleichen Projektstände und nutzen den Tisch als gemeinsame visuelle Grundlage für Entscheidungen.
Vor- und Nachbereitung: Ausgewählte Inhalte können über einen QR-Code auf das Smartphone übernommen werden. Dort lassen sie sich ohne App-Download weiter ansehen, speichern oder teilen. Der persönliche Zugriff ergänzt die gemeinsame Nutzung am Tisch, ersetzt sie jedoch nicht.
Die Nutzung beginnt ohne Registrierung und mit wenigen, klar verständlichen Interaktionen. Ein jederzeit sichtbarer Wechsel zwischen Deutsch und Englisch ermöglicht den Einsatz bei nationalen und internationalen Gesprächen.
Als technische Grundlage dient die bereits bestehende webbasierte Plattform von The Bubble. Diese wird für den Anwendungsfall um die Multi-Touch-Steuerung, die räumliche Ausrichtung der Inhaltsfenster und die Einbindung der GIS-basierten Daten erweitert. Das vorhandene Möbel und der Bildschirm können nach technischer Prüfung weiterverwendet werden.
Das Interaktionskonzept folgt dem Grundsatz „entdecken, vertiefen, gemeinsam besprechen“. Die Anwendung verwendet vertraute Gesten und eindeutige visuelle Rückmeldungen, sodass sie ohne Schulung und innerhalb weniger Sekunden verstanden werden kann.
Der Einstieg erfolgt über eine klar strukturierte Karten- und Themenansicht. Quartiere, Projekte und Themen werden als deutlich erkennbare, großflächige Interaktionselemente dargestellt. Durch einfaches Antippen öffnet sich der gewünschte Inhalt in der Nähe der jeweiligen Person und wird passend zu ihrer Position am Tisch ausgerichtet. Verwendet werden ausschließlich bekannte Gesten:
Antippen zum Öffnen oder Auswählen
Wischen zum Navigieren
Zwei-Finger-Geste zum Vergrößern und Verkleinern
Ziehen zum Verschieben von Inhalten
Ablegen in der Tischmitte zum gemeinsamen Betrachten
„Zurück“, „Start“ und „Schließen“ an jederzeit erreichbaren Positionen
Auf verschachtelte Menüs, technische Begriffe und erklärungsbedürftige Symbole wird bewusst verzichtet. Jede Aktion erzeugt unmittelbar eine sichtbare Reaktion. Dezente Animationen verdeutlichen, woher ein Inhalt stammt, wohin er verschoben wurde und welche Handlung als Nächstes möglich ist.
Mehrpersonen-Interaktion
Die Anwendung arbeitet nicht mit einer einzigen, den gesamten Bildschirm blockierenden Ansicht. Stattdessen können mehrere voneinander unabhängige Inhaltsfenster parallel geöffnet und von verschiedenen Tischseiten bedient werden. Dadurch können mehrere Personen gleichzeitig recherchieren, vergleichen und diskutieren.
Inhalte lassen sich bei Bedarf fixieren, minimieren oder in einen gemeinsamen Fokusbereich verschieben. Dort können beispielsweise zwei Projekte, Planungsvarianten, Zeitstände oder Kartenebenen nebeneinander betrachtet werden. Ein Mitarbeiter der HafenCity kann das Gespräch moderieren und relevante Inhalte zusammenführen, ohne die selbstständige Nutzung durch andere Personen zu unterbrechen.
Die räumliche Trennung der Inhaltsbereiche, ausreichend große Abstände und eine eindeutige Hervorhebung des jeweils aktiven Elements reduzieren Fehlbedienungen. Kritische Aktionen wie das Zurücksetzen einer gesamten Sitzung werden zusätzlich bestätigt.
Nutzung ohne Schulung
Im Ruhezustand zeigt die Anwendung eine zurückhaltende Einstiegsanimation mit einer kurzen Handlungsaufforderung, beispielsweise „Berühren und HafenCity entdecken“. Nach der ersten Berührung verschwindet diese Hilfestellung automatisch. Kontextbezogene Hinweise werden nur angezeigt, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Ein verpflichtendes Tutorial ist nicht vorgesehen.
Große Touchflächen, hohe Kontraste, gut lesbare Typografie, verständliche Sprache und konsistente Positionen der Bedienelemente unterstützen Nutzer mit unterschiedlichen digitalen Vorerfahrungen. Die Anwendung benötigt weder einen persönlichen Login noch eine vorherige Installation.
Das Bedienkonzept wird vor der finalen Umsetzung mit realitätsnahen Prototypen und Testgruppen aus den vorgesehenen Nutzerkreisen überprüft. Beobachtet werden insbesondere Verständlichkeit, Erreichbarkeit aus verschiedenen Tischpositionen, parallele Bedienung, Fehlbedienungen und die Zeit bis zur ersten erfolgreichen Interaktion. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Gestaltung ein.
Die Informationsstruktur verbindet eine räumliche Navigation über die Karte mit einem thematischen Zugang über Projekte und Schwerpunkte. Nutzer können dadurch entweder einen konkreten Ort auswählen oder über Themen wie Mobilität, Nachhaltigkeit, Wohnen, Gewerbe, soziale Infrastruktur und Projektentwicklung einsteigen.
Alle Inhalte werden in einem modularen Datenmodell organisiert. Zentrale Inhaltstypen sind:
Stadtentwicklungsgebiete und Quartiere
Projekte, Gebäude und Grundstücke
Themen und Nutzungskonzepte
Karten- und GIS-Ebenen
Projektstatus und Zeitverläufe
Kennzahlen und Vergleichswerte
Bilder, Videos, Pläne und Dokumente
Beziehungen zwischen Orten, Projekten und Themen
Inhalte werden über geografische Zuordnungen, Schlagwörter, Zeitstände und thematische Beziehungen miteinander verknüpft. Dadurch können sie situationsabhängig kombiniert werden, ohne mehrfach gepflegt werden zu müssen.
Wechsel zwischen Überblick und Detail
Die Darstellung folgt drei klaren Informationsebenen:
Orientierung: Kartenansicht der Entwicklungsgebiete und thematische Haupteinstiege.
Einordnung: Kompakte Projekt- oder Quartiersansicht mit Kernaussagen, Status, Lage und relevanten Kennzahlen.
Vertiefung: Detaillierte Kartenebenen, Zeitverläufe, Planungsvarianten, Medien, Dokumente und weiterführende Informationen.
Nutzer können schrittweise tiefer einsteigen, ohne den räumlichen und thematischen Zusammenhang zu verlieren. Jedes Inhaltsfenster zeigt den aktuellen Kontext und bietet einen direkten Weg zurück zur vorherigen Ebene oder zur Gesamtübersicht. Bereits geöffnete Inhalte können minimiert oder fixiert werden und bleiben für spätere Vergleiche erhalten.
Verknüpfte Inhalte werden kontextbezogen vorgeschlagen. Wird beispielsweise ein Quartier geöffnet, können dazugehörige Projekte, Mobilitätsangebote, Nachhaltigkeitsmaßnahmen und aktuelle Entwicklungsstände direkt aufgerufen werden. So entsteht keine starre Präsentationsabfolge, sondern ein flexibler Informationsraum, der sich an den jeweiligen Gesprächsverlauf anpasst.
Deutsch und Englisch
Sämtliche Inhalte werden im Backend mit getrennten deutschen und englischen Textfeldern gepflegt. Struktur, Bedienlogik und Positionen bleiben in beiden Sprachversionen identisch, damit beim Wechsel keine Orientierung verloren geht.
Die Sprache kann global für die gesamte Anwendung oder bei paralleler Mehrpersonennutzung individuell innerhalb eines Inhaltsfensters gewechselt werden. Dadurch können deutsch- und englischsprachige Personen gleichzeitig am Tisch arbeiten. Datumsangaben, Bezeichnungen, Einheiten und Metadaten werden entsprechend lokalisiert.
Das Backend zeigt den Bearbeitungs- und Übersetzungsstatus jedes Inhalts an. Inhalte können erst nach Prüfung veröffentlicht werden, wodurch unvollständige oder voneinander abweichende Sprachversionen vermieden werden. Änderungen werden zentral vorgenommen und stehen anschließend unmittelbar in allen relevanten Ansichten zur Verfügung.
Die technische Architektur trennt konsequent zwischen den bestehenden Datenquellen der HafenCity Hamburg GmbH, einer Integrationsschicht und der visuellen Anwendung auf dem Digitalen Tisch. Dadurch bleibt die jeweils führende Datenquelle der HCH die „Single Source of Truth“. Projektstände, Geodaten und fachliche Informationen müssen nicht redundant in einem neuen System gepflegt werden.
Zu Projektbeginn erfolgt eine gemeinsame Bestandsaufnahme der vorhandenen Systeme, Datenmodelle, Schnittstellen und Berechtigungen. Darauf aufbauend wird für jede Datenquelle festgelegt:
welches System die führende Quelle ist,
welche Informationen benötigt werden,
wie häufig eine Aktualisierung erfolgen muss,
wie Inhalte und Objekte eindeutig zugeordnet werden,
welche Daten öffentlich dargestellt werden dürfen.
Die Anbindung erfolgt über eine modulare, API-basierte Integrationsschicht. Abhängig von der bestehenden Infrastruktur können unter anderem REST-APIs, GeoServer, ArcGIS-Dienste, JSON, GeoJSON, CSV sowie standardisierte OGC-Dienste wie WMS, WFS und WMTS eingebunden werden. Proprietäre Systeme können über projektspezifische Adapter ergänzt werden, ohne die Gesamtanwendung neu entwickeln zu müssen.
Umgang mit GIS-Daten
GIS-Daten werden nicht lediglich als statische Kartenbilder übernommen, sondern mit ihren fachlichen Attributen, räumlichen Beziehungen und Ebenen verarbeitet. Quartiere, Gebäude, Grundstücke, Verkehrswege und Projektflächen können dadurch mit den zugehörigen Inhalten, Kennzahlen, Medien und Zeitständen verknüpft werden.
Die zentrale Kartenansicht kann unterschiedliche Ebenen situationsabhängig laden und kombinieren. Koordinatensysteme, Objektkennungen, Metadaten und fachliche Hierarchien werden bei der Integration berücksichtigt. Eine Anpassung oder Transformation erfolgt nur innerhalb der Integrationsschicht; die Originaldaten bleiben unverändert.
Daten können je nach Anwendungsfall in Echtzeit, ereignisbasiert oder nach einem festgelegten Zeitplan synchronisiert werden. Für eine schnelle und stabile Darstellung auf Messen und Veranstaltungen werden benötigte Inhalte kontrolliert zwischengespeichert und vorab geladen. Bei einer vorübergehend unterbrochenen Datenverbindung bleibt der zuletzt freigegebene Stand verfügbar. Der Zeitpunkt der letzten erfolgreichen Aktualisierung wird dokumentiert.
Validierungsregeln prüfen automatisiert, ob Pflichtfelder, Verknüpfungen, Sprachversionen und Geometrien vollständig sind. Fehlerhafte Datensätze werden protokolliert und im Backend angezeigt, ohne die laufende Präsentation zu beeinträchtigen.
Der Zugriff auf geschützte Systeme erfolgt über abgestimmte Authentifizierungsverfahren wie OAuth 2.0, OpenID Connect, API-Schlüssel oder IP-Freigaben. Berechtigungen werden nach dem Prinzip der minimal erforderlichen Zugriffsrechte vergeben. Offene Standards und dokumentierte Schnittstellen stellen sicher, dass keine unnötige Abhängigkeit von einzelnen Systemen oder Dienstleistern entsteht.
Für die eigenständige Pflege wird ein browserbasiertes, rollen- und rechtegesteuertes Redaktionssystem bereitgestellt. Es basiert auf dem bereits vorhandenen Builder von The Bubble und wird gezielt um die Anforderungen der HafenCity, die GIS-Verknüpfung und die Darstellung auf dem Digitalen Tisch erweitert.
Redakteure benötigen keine Programmierkenntnisse. Inhalte werden über strukturierte Eingabemasken und wiederverwendbare Module erstellt. Dazu gehören unter anderem:
Quartiere, Projekte und Themen,
Texte und Kennzahlen,
Bilder, Videos und Dokumente,
Projektstatus und Zeitverläufe,
Verknüpfungen zu Orten und GIS-Objekten,
Kartenebenen und Filter,
deutsche und englische Sprachversionen,
QR-Übergaben für weiterführende mobile Inhalte.
Für wiederkehrende Darstellungen werden feste Templates bereitgestellt. Dadurch können neue Projekte und Themen angelegt werden, ohne dass Layout oder Bedienlogik jedes Mal neu gestaltet werden müssen. Das gewährleistet eine einheitliche Qualität und reduziert den Pflegeaufwand.
Vor der Veröffentlichung kann jeder Inhalt in einer realitätsnahen Vorschau für den Digitalen Tisch sowie für die mobile Ansicht geprüft werden. Ein abgestimmter Redaktionsprozess ermöglicht die Status Entwurf, Prüfung und Veröffentlichung. Veröffentlichungen können sofort oder zu einem festgelegten Zeitpunkt erfolgen.
Deutsch und Englisch werden parallel gepflegt. Das Backend zeigt fehlende oder veraltete Übersetzungen an. Zusätzlich prüft das System Pflichtfelder, Verknüpfungen, Dateiformate und die Erreichbarkeit eingebundener Inhalte.
Über ein Rollenmodell können beispielsweise Administratoren, Redakteure und Freigabeberechtigte definiert werden. Änderungen werden mit Zeitpunkt und Bearbeiter dokumentiert. Frühere Versionen lassen sich wiederherstellen, sodass fehlerhafte Aktualisierungen ohne externe Unterstützung rückgängig gemacht werden können.
Informationen aus angebundenen Quellsystemen werden automatisiert aktualisiert. Die Redaktion pflegt daher nur ergänzende Inhalte, Einordnungen und Präsentationslogiken, nicht dieselben Stammdaten mehrfach.
Im Rahmen der Übergabe erhält die HCH:
eine initiale Schulung mit realen Anwendungsfällen,
ein kompaktes Redaktionshandbuch,
kurze Videoanleitungen für zentrale Funktionen,
einen dokumentierten Leitfaden für Datenquellen und Schnittstellen,
einen administrativen Zugang mit vollständigen Exportmöglichkeiten.
Der laufende redaktionelle Betrieb kann damit vollständig durch die HCH erfolgen. Unterstützung durch The Bubble bleibt optional. Technischer Betrieb, Monitoring, Backups und Sicherheitsupdates können als betreuter Service übernommen oder nach Abstimmung in einer von der HCH kontrollierten Infrastruktur betrieben werden.
Siehe geschützte Angaben.


