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KOINNO Prämierung
Lösung

Konzept für digitale Stadtentwicklungsvermittlung

Interactive Scape, werk5
Nutzungsszenarien

Die Anwendung ist konsequent für Multiuser-Situationen an großformatigen Multitouch-Oberflächen konzipiert. Mehrere Personen können gleichzeitig um den Tisch stehen, Inhalte aus unterschiedlichen Blickrichtungen betrachten und unabhängig voneinander mit der Anwendung interagieren. Scape X® Objekterkennung unterstützt diese gemeinsame Nutzung zusätzlich: Physische Objekte können als intuitive Werkzeuge zum Auswählen, Filtern, Vergleichen oder Vertiefen von Inhalten eingesetzt werden.


Die Anwendung ermöglicht sowohl individuelle Exploration als auch gemeinsames Arbeiten an einem Thema. Informationen werden in unterschiedlichen Komplexitätsebenen angeboten und können kontextuell aufgebrochen, vertieft und anschließend wieder auf eine gemeinsame Übersicht zurückgeführt werden. Dadurch bleibt das Gespräch flexibel und muss keinem vorgegebenen Ablauf folgen. Gleichzeitig können Narrative anhand der Applikation abgebildet werden, sodass kuratierte Informationsabläufe Mitarbeiter:innen der HCH zum Beispiel auf Messen als Vertriebstool dienen.

Je nach Nutzungssituation kann die Anwendung unbegleitet explorativ - etwa in Ausstellungen oder auf Messen - oder geführt und moderiert in Gesprächen mit Bürger:in, Investor:in, Fachpublikum oder Projektpartner:innen genutzt werden. Die Objekterkennung reduziert dabei komplexe Touch-Gesten: Statt beispielsweise über Pinch-to-Zoom oder verschachtelte Menüs zu navigieren, können zentrale Interaktionen unmittelbar und intuitiv über Touch und physische Tokens erfolgen.

Darüber hinaus kann die Anwendung interaktiv mit dem bestehenden physischen Holz-Stadtmodell verknüpft werden. Auswahlen, Themen oder räumliche Ebenen, die am Multitouch-Tisch aktiviert werden, können über die digitale Aufprojektion direkt auf dem Modell sichtbar gemacht werden. So lassen sich beispielsweise Quartiere, Bauphasen, Nutzungen, Mobilitäts- oder Freiraumkonzepte räumlich hervorheben und miteinander vergleichen. Umgekehrt kann das Stadtmodell als gemeinsamer visueller Bezugspunkt für größere Gruppen dienen, während am Tisch einzelne Personen Inhalte vertiefen oder eine moderierte Präsentation steuern. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes Zusammenspiel aus individueller Exploration am Tisch, gemeinsamem Dialog und räumlicher Inszenierung am Stadtmodell.

Interaktion

Das Interaktionskonzept basiert auf einfachen, unmittelbar verständlichen Einstiegsmöglichkeiten und einer schrittweisen Vertiefung der Inhalte. Ein klarer Idle Screen beziehungsweise Call-to-Action lädt zur Interaktion ein, ohne dass eine Einführung oder Schulung erforderlich ist.

Scape X® Objekterkennung kann die Einstiegshürde zusätzlich reduzieren, da physische Handlungen besonders unmittelbar verständlich sind: Ein Objekt wird aufgelegt, verschoben oder einem Bereich zugeordnet und die Anwendung reagiert direkt darauf. Dadurch lassen sich auch komplexere Funktionen wie Filtern, Vergleichen oder Fokussieren intuitiv zugänglich machen.


Objekte ermöglichen eine störungsfreie, simultane Nutzung durch mehrere Personen und fördern den direkten Austausch am Tisch. Die physische Interaktion schafft ein gemeinschaftliches Erlebnis, macht Zusammenhänge unmittelbar begreifbar und sorgt dafür, dass Inhalte und Interaktionsschritte nachhaltiger im Gedächtnis bleiben.

Informationen werden kontextuell aufgedeckt. Nutzer müssen nicht von Beginn an komplexe Menüs oder sämtliche verfügbaren Daten verstehen, sondern können zwischen Überblick und Detail wechseln, sobald dies für das jeweilige Gespräch oder Interesse relevant ist.

Die konkrete Nutzerführung wird gemeinsam mit der HafenCity Hamburg GmbH im Rahmen eines übergreifenden Kommunikations-, UX- und Interaktionskonzepts entwickelt. Ziel ist eine Anwendung, die sowohl beim ersten Kontakt verständlich bleibt als auch für wiederkehrende und fachlich versierte Nutzer ausreichend Tiefe bietet.

Informationsstruktur

Wir schlagen vor, die vorhandene Datenbasis - insbesondere die Strukturen und Geodaten des Masterportals - nicht ungefiltert abzubilden, sondern für unterschiedliche Kommunikationssituationen in mehreren Informations- und Komplexitätsebenen aufzubereiten.

Ausgangspunkt kann eine übersichtliche räumliche Darstellung sein. Von dort lassen sich Entwicklungsgebiete, Quartiere, Projekte, Grundstücke oder thematische Ebenen schrittweise vertiefen. Detailinformationen werden immer im räumlichen Kontext geöffnet und können anschließend wieder auf die übergeordnete Karten- oder Gebietsebene zurückgeführt werden.

Die Informationsdarstellung kann sich zusätzlich an der jeweiligen Nutzungssituation orientieren. In einem Vertriebs- oder Präsentationsmodus können beispielsweise zu einem Bauprojekt neben Geodaten gezielt Marketingtexte, Flächeninformationen, Projektstatus oder weitere relevante Inhalte angeboten werden. In einer öffentlichen Ausstellung kann derselbe Datensatz stärker reduziert und erklärend dargestellt werden.

Für interne Planungs- und Abstimmungsszenarien auf städtischer oder kommunaler Ebene können darüber hinaus erweiterte, nicht öffentlich zugängliche Funktionen vorgesehen werden – beispielsweise kennwortgeschützt oder rollenbasiert. So kann die gleiche Plattform auch als professionelles Planungstool genutzt werden, etwa zum Vergleich unterschiedlicher Maßnahmenvarianten, Planungsstände oder räumlicher Szenarien. Ein vergleichbarer Ansatz wurde von Interactive Scape bereits beim digitalen Planungstisch der Berliner Wasserbetriebe umgesetzt (https://www.interactive-scape.com/de/referenzen/bwb-digital-planning-table).

Scape X® Objekterkennung und eine speziell für großformatige Multiuser-Oberflächen entwickelte UI/UX helfen dabei, Nutzer auch bei komplexen Datenbeständen Orientierung zu geben.

Deutsch und Englisch werden als gleichwertige Sprachversionen in der Contentstruktur vorgesehen. Die Umschaltung erfolgt direkt innerhalb der Anwendung über Sprachschalter; Inhalte werden zentral in beiden Sprachvarianten gepflegt.

Datenintegration & Schnittstellen

Grundprinzip der Lösung ist, keine neue isolierte Datenstruktur aufzubauen, sondern bestehende Datenquellen der HafenCity Hamburg GmbH und der Stadt Hamburg möglichst als zentrale fachliche Grundlage weiterzuverwenden.

Als „Single Source of Truth“ können vorhandene Systeme wie das Masterportal beziehungsweise die zugrunde liegenden Geoportal- und GIS-Strukturen angebunden werden. Die interaktive Anwendung bildet darauf eine zusätzliche Kommunikations- und Darstellungsebene, ohne fachliche Daten unnötig zu duplizieren.

Vorgesehen ist eine modulare Schnittstellenarchitektur, über die beispielsweise folgende Quellen eingebunden werden können:

  • Masterportal und vorhandene Geoportale

  • GIS- und GeoServer-Strukturen

  • WMS-, WMTS- und XYZ-Kartendienste

  • REST-APIs und weitere vorhandene Webschnittstellen

  • JSON-basierte Datenquellen

  • bestehende Datenbanken und Projektinformationen

  • CMS- und Medieninhalte

Die Inhaltsstruktur und verfügbare Kartendienste können aus bestehenden Quellen übernommen und innerhalb der Anwendung dynamisch nutzbar gemacht werden. Layer lassen sich beispielsweise aktivieren, deaktivieren, in ihrer Reihenfolge verändern oder in ihrer Transparenz anpassen. Bei entsprechenden Diensten können auch objektbezogene Informationen beziehungsweise Feature-Daten abgefragt werden.

Ergebnisse aus erweiterten Planungsfunktionen (beispielsweise Variantenvergleiche, Maßnahmenbewertungen oder ausgewählte Planungsszenarien) können ebenfalls zentral gespeichert und synchronisiert werden. Über definierte Schnittstellen lassen sich diese Ergebnisse anschließend für weitere Systeme, Fachanwendungen oder Dokumentationsprozesse verfügbar machen. So kann die Plattform nicht nur bestehende Daten nutzen, sondern bei Bedarf auch neue, im Planungsprozess entstehende Informationen strukturiert zurückspielen und weiterverwenden.

Wichtig ist dabei die klare Trennung zwischen fachlicher Datenhaltung und kommunikativer Darstellung: Bestehende Systeme bleiben die Quelle der Daten, während die Anwendung entscheidet, welche Informationen in welchem Nutzungsszenario und in welcher Detaillierung sichtbar werden.

Damit können dieselben Daten beispielsweise im Showroom Hafen.City.Horizonte., auf der EXPO REAL oder in einem moderierten Investorengespräch unterschiedlich inszeniert werden, ohne für jeden Touchpoint eine eigene Datenbasis pflegen zu müssen.

Betrieb & Pflege

Die Anwendung läuft auf Grundlage des erprobten Easire® Cloud CMS von Interactive Scape. Darüber können redaktionelle Inhalte wie Texte, Bilder, Videos, Sprachversionen und Informationsmodule zentral gepflegt und aktualisiert werden, ohne dass für jede Inhaltsänderung eine neue Softwareentwicklung erforderlich ist.

Daten, die bereits in bestehenden Systemen gepflegt werden, sollen dagegen möglichst über definierte Schnittstellen übernommen werden. Dadurch entsteht eine klare Aufgabenteilung: Fach- und Geodaten verbleiben in ihren bestehenden Quellsystemen, während kommunikative und kuratierte Inhalte über das Easire® CMS gepflegt werden.

So kann die HafenCity Hamburg GmbH die Anwendung im laufenden Betrieb eigenständig aktualisieren und beispielsweise neue Projekte, Bilder, Texte oder Präsentationsinhalte ergänzen. Gleichzeitig bleibt die Plattform flexibel genug, um neue Themen, Kommunikationsphasen und zusätzliche Touchpoints iterativ aufzunehmen.

Mehrsprachigkeit wird von Beginn an strukturell vorgesehen. Deutsch und Englisch können zentral gepflegt und innerhalb der Anwendung direkt umgeschaltet werden. Weitere Sprachversionen lassen sich bei Bedarf ergänzen.

Preisindikation

Siehe geschützte Angaben.

Challenge
Interaktive, digitale Anwendung für Dialog und Präsentation
Lösungsgeber
Interactive Scape GmbH
KOINNOvationsplatz
Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Der KOINNOvationsplatz orientiert sich an dem Konzept der www.ioeb-innovationsplattform.at der staatlichen IÖB-Initiative (www.ioeb.at) in Österreich.
Illustrationen: „Flat Line Illustrations“ copyright PureSolution via Creative Market
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